Blutabnahme & Veränderungen

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Blutabnahme hat gestern wieder ewig gedauert. Und natürlich musste man erst mal die angehende Medizinerin ranlassen. Die natürlich beide Arme ewig lange anschauen musste. Als sie beim linken war, kam natürlich noch mein Arzt dazu. Ich denke mal, er hat die Wunden gesehen. Aber ich weiß es nicht, er war erst mal hinter mir. Naja, die werden sich danach eh ausgetauscht haben.

Letztendlich hat die Dame es bei meinen Venen nicht hinbekommen mit dem Blutabnehmen. Also wollte mein Arzt übernehmen und die andere hat die nächste Patientin reingeholt, um bei der Blut abzunehmen. Hab fast die Krise bekommen. Weil ich erst recht nicht möchte, dass Mitpatienten meine Narben sehen. Keine Ahnung, ob sie was gesehen hat. Sie musste dann recht bald mit dem Rücken zu mir sitzen. Naja, bin eh morgen weg und seh die Leute vermutlich nicht wieder…

EKG gestern hab ich gut überstanden. Sie hat die Innenseite von meinem linken Arm nicht benötigt.

In wenigen Minuten folgt dann mein Entlassungsgespräch bei meinem Arzt / Therapeuten. Davor hab ich wirklich richtig Angst. Denn dann werde ich meine Diagnosen bekommen. Und ich weiß nicht, ob es neben der sozialen Phobie sonst noch etwas geben wird. Borderline z.B. wäre meine größte Angst. Einfach nur deshalb, weil ich dann als schwer therapiebar gelten würde und weil die Erkrankung keinen all zu guten Ruf hat… Aber höchst wahrscheinlich hab ich das auch gar nicht. Hab hier eine andere Patientin kennengelernt die es hatte, und die musste am Ende nen extra Fragebogen beantworten. Den hab ich nicht bekommen…

Da der Musiktherapeut neulich noch beim Verabschieden irgendwas in die Richtung meinte, dass er mir wünscht, dass ich zukünftig noch mehr lerne, meine Gefühle auszudrücken oder so ein Quark, gehe ich mal davon aus, dass er das von meinem Arzt/ Therapeuten aufgeschnappt hat…

Ich weiß, dass andere von ihrem Therapeuten für 4-6 Wochen nach der Entlassung noch einen persönlichen oder einen Telefon- Termin bekommen haben. Grrr. Bitte nicht noch ein Telefontermin. Mir reicht schon der für heute Nachmittag. Am Telefon kann man so schlecht nichts sagen. Und ich überspiele dann bestimmt erst recht alles…

Nach dem Mittagessen geht es dann zu meinen Eltern. Und ja, ich freue mich tatsächlich kaum über die Entlassung. Mit Veränderungen komme ich einfach nicht zurecht. Die machen mich nur noch nervöser und angespannter, als ich eh schon bin…

Morgen wieder Blutabnahme…

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In das letzte Therapiegespräch kam ich knapp, mega gestresst und nach 8 Stockwerken Treppe (Aufzug war mal wieder kaputt) total außer Atem an. Dadurch war ich weniger angespannt, konnte mir aber weniger Gedanken machen, was ich alles sagen wollte. Und da das Gespräch so kurz war, war ich erst recht nicht in der Lage anzusprechen, dass ich wieder in alte Muster zurückgefallen bin…

Außerdem hat er nichts zu den neuen Wunden am Arm gesagt, die die Pflegerin ja bei mir gesehen hatte (und hier wird alles weitergegeben). Unerwünschtes Verhalten mindern durch Ignorieren, schon klar…

Seit Tagen bin ich wieder am Erbrechen. Seitdem sehe ich deutlich schlechter in die Ferne/ brauche sehr lange bis die Augen schärfer stellen. Sehe da einen deutlichen Zusammenhang, hab aber noch nie davon gehört. Wird aber mit jedem Mal schlimmer.

Abgenommen hab ich bestimmt trotzdem nicht…

Da es die nächsten Tage nach Hause geht, ich dann einen Telefontermin mit einem der Hausärzte haben werde (die bisher noch nichts näheres über meine Probleme wissen), und ich mir da zu viele Sorgen mache, und ob das mit Krankschreibung und Rezepten alles so funktioniert, bin ich total nervös, gestresst und angespannt.

Heute Abend musste ich mich schließlich erneut auf meinem Innenarm verewigen. Trotz Blutabnahme morgen. Ging nicht anders. Und jetzt steigt die Angst vor morgen. Davor, wen ich beim Blutabnehmen haben werde. Davor, dass sie den linken Arm wollen, weil rechts mal wieder nicht geht. Mein Arzt und Therapeut hatte heute ne angehende Ärztin/ Praktikantin mit im Schlepptau. Wenn die auch dabei ist, dann gute Nacht.

Das ist morgen nach dem Duschen bestimmt noch nicht trocken genug und Pflaster oder so hab ich keine hier. Das wird wieder ein Albtraum. Und trotzdem ist es zugegebenermaßen vermutlich auch ein stummer Hilfeschrei…

Alte Muster & Schnittverletzungen gesehen…

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Eines der letzten Therapiegespräche in der Klinik liegt nun hinter mir. Gedankenschmiedin hat sich mal wieder von ihrer besten Seite gezeigt und die 50 Minuten meistens geschwiegen wie verrückt und den Therapeuten damit verrückt gemacht, bloß um ihm nicht zu sagen, dass sie gerade endlos überfordert ist und das Gefühl hat wieder in alte Muster zu fallen. Die letzten Tage war ich nach dem Essen wieder viel am Erbrechen, war tagsüber total müde und geschwächt. Würde alles in mich reinstopfen, wenn ich etwas da hätte. Den Unterarm zieren auch schon wieder neue Schn*tte. Ein Hilfeschrei. Aber niemand hört ihn…

Ich weiß nicht, was nach der Klinik kommt. Bzw. für mich geht es weiter wie bisher. Kämpfen steht auf dem Plan, wie schon mein Leben lang.

Als ich heute in der Therapie wieder so lange geschwiegen habe, wollte er meine Anspannung wissen. 8-9. Vor dem Gespräch bei 7. Aber wenn man dauernd auf meinem Schweigen herumtrampelt, muss man sich nicht wundern, dass eine Gedankenschmiedin immer stiller wird.

Was ich tun könnte um die Anspannung zu reduzieren. Meint der echt, dass ich mit den alltäglichen Ablenkungen da heraus komme? Nein verdammt, das reicht einfach nicht… Ich soll zur Pflege gehen, wenn es so bleibt oder mehr wird, ich müsse das nicht mit mir allein ausmachen.

Bestimmt nicht…

Ob ich lebensmüde Gedanken hätte, ob er sich Sorgen machen müsse. Nein.

Er meinte, ob ich neulich nach der Visite wütend war. War ich nicht. Ob ich manchmal wütend werde. Wenn dann auf mich. Ein Beispiel konnte ich ihm in dem Moment nicht geben.

Wenn er morgen fragt, wie es mir nach dem Gespräch ging, sollte ich vielleicht sagen, dass viel Selbsthass aufkam. Und wenn er fragt warum, dann sage ich, weil ich das Gefühl habe, nichts auf die Reihe zu bekommen… Aber vielleicht fragt er eh nicht…

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Wenige Stunden später…

War beim EKG. Die stellvertretende Stationsleitung hat es gemacht und wollte unbedingt nen Aufkleber am Innenarm anbringen und hat meinen Arm gedreht. Hat die zwei Wunden gesehen, meinen Arm wieder umgedreht. „Dann machen wir es hier.“ Und hat es außen angebracht. Wenigstens kam kein blöder Spruch, was ich bei ihr nämlich wirklich befürchtet hatte, weil sie immer alles mögliche anspricht und eine große Klappe hat.

Wenigstens kann ich jetzt sicher sein, dass es jemand gesehen hat und dass es mein Arzt/ Therapeut hier spätestens morgen auch wirklich wissen wird. Aber ich bin ja eh bald weg hier. Und morgen ist schon der letzte oder vorletzte Einzeltherapie-Termin vor dem kurzen Entlassungsgespräch nächste Woche…

Das ist das blöde an stationärer Therapie. Kaum fängt man an sich an den Gegenüber zu gewöhnen, muss man wieder gehen. Und ich brauche nun mal mehr Zeit als andere, um mich zu öffnen…

Unter Druck…

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Visite ist überstanden. Sie waren heute zum Glück nur zu dritt in dem riesigen Raum.

Die Oberärztin wollte wissen, was ich momentan in Einzeltherapie für ein Thema hätte, was ja letztes Mal Ängste und Anspannung war.

Sie wollte dann dauernd meine Anspannung auf einer Skala wissen. 7-8. Hat gefragt, ob es einen Zusammenhang mit den Schmerzen gibt. Nein, die hängen bei mir nun mal von Körperhaltung usw. ab.

Wie es mir aktuell geht wusste ich nicht.

Dass ich mir schon immer zu wenig zutraue, weiß ich auch schon längst.

Letztendlich meinte sie, ich sollte schauen, ob ich hier auf Station noch etwas üben könnte (die wollte bestimmt nur darauf hinaus, dass ich mich mal als Stationssprecherin melden könnte oder mich in den Gruppentherapien freiwillig mündlich beteilige). Ich soll schauen, dass ich die wenige Zeit die mir hier noch bleibt, sinnvoll nutze…

Ich kann mit Druck nicht umgehen. Und trotzdem weiß ich, dass sie recht hat. Aber irgendwie scheinen mir diese Dinge gerade nicht die wichtigsten zu sein… Denn in mir kommt schon wieder so ein Selbsthass auf. Hass darauf, dass ich die Dinge nicht einfach ansprechen kann, so wie andere auch. Du bist nicht gut, so wie du bist. Du bist einfach nicht therapiebar, du Alien…

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Beim EKG gestern blieben meine neuen Wunden zum Glück unentdeckt, da ich die am unteren Innenarm habe, und den auf die Liege legen konnte.

Bei der Blutentnahme heute Morgen bei meinem Arzt bin ich mir da nicht so sicher. Am rechten Arm kam nix. Musste den Ärmel vom linken Arm hochziehen. Er hat es aber direkt an der Hand versucht, so dass ich meinen Arm nicht wirklich drehen musste und die Narben eher verdeckt waren…

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Die letzte Einzeltherapie für diese Woche war wieder mal irgendwie… schweigsam…

Es ging um innere Anspannung und Ängste. Inhaltlich wirklich vorangekommen sind wir damit aber nicht. Ging wieder mehr um vergangene Prüfungsängste. Dass ich dabei nur noch am Fressen, Kotzen und Schneiden war, hab ich aber weggelassen. Hab dafür erzählt, dass die Lehrerin nach meiner letzten mündlichen Prüfung meinte, dass sie das nicht von mir erwartet hätte ich ich laut ihr total neben mir stand.

Wirklich weitergekommen sind wir in der kurzen Zeit (25 min) auch nicht.

„Ich hab den Eindruck, dass Ihnen ganz viele Gedanken durch den Kopf gehen, die Sie nicht sagen wollen oder nicht sagen können…“ Hätte fast losgeheult, hat er bestimmt gemerkt… Und als ich dann wirklich gar nix mehr sagen konnte, wollte er meine aktuelle Anspannung wissen, die natürlich gestiegen war…

Ob er sich sorgen machen müsse. Nein, natürlich nicht…

Aber dass ich hier wieder kotze und mich schneide scheint er entweder noch nicht gesehen zu haben, oder er ignoriert es bewusst… Ist eben jetzt die Frage… Wobei es eigentlich egal ist. Oder egal sein sollte… Denn in ca. zwei Wochen bin ich hier eh wieder weg…

Morgen wieder Visite. Das Grauen der Woche steht mir noch bevor.

Und danach muss ich vier lange Tage in der Klinik überstehen…

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Das lange Einzeltherapie-Gespräch diese Woche war irgendwie für die Katz. Es kam mir heute so belanglos vor. Und wenn er fragt, ob ich aktuell ein Thema hab, sage ich immer nein. Eine Gedankenschmiedin darf kein Bedürfnis nach Gesprächen haben. Vermutlich darf sie überhaupt keine Bedürfnisse haben…

Morgen muss ich leider zum EKG. Und da das jemand von der Pflege machen wird, werden die das zuerst sehen mit den neuen Wunden am Arm. Mit denen werde ich mich darüber aber auf gar keinen Fall unterhalten. Bei denen verhalte ich mich eh immer so, als würde es mir gut gehen. Zumindest bei den Frauen von denen. Keine Ahnung, warum es mich immer zu Männern zieht mit meinen Problemen. Aber von der Pflege gibt’s hier eh nur einen Mann plus schusseliger Praktikant.

Erst gestern hatte die, die bei mir Bezugspflegegespräche macht, den Eindruck, dass es mir richtig gut geht. Hat sie so gesagt und ich hab mitgespielt…

Übermorgen muss ich zum Blutabnehmen. Hoffentlich wenigstens bei meinem Arzt. Wobei der bis dahin eh schon von den Wunden wissen wird…

Irgendwann hab ich bei der Einzeltherapie heute wieder die Anspannung erwähnt. Klar hat er am Ende wieder gemeint, dass ich mich melden kann, wenn es schlimmer wird. Aber eine Gedankenschmiedin macht nun mal alles mit sich allein aus, so wie sie es schon immer getan hat…

Die letzten Tage fühle ich mich immer depressiver. Alles was nicht läuft wie erhofft, verwandelt sich in Selbsthass. Anspannung ohne Ende. Gedrückte Stimmung. Isolation.

Vorhin vor der Physio hat auch ein Mitpatient von hier schon gewartet. Der ist ca. ein Jahr älter, ziemlich extrovertiert und bisher hatte ich so gut wie keinen Kontakt mit ihm.

Meinte der heute: „Du siehst immer so mega traurig aus. Bist du traurig?“ 🙈

Hat ehrlich gesagt schon seit Jahren niemand mehr gesagt…

Da hatte Gedankenschmiedin dann mal wieder einiges zu stottern… 🙈🙈🙈

Dann noch die Frage, ob ich schüchtern wäre… Aaarghh…

Doch Borderline?

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Am Tag der Visite bin ich schon nachts und morgens mit viel zu viel Anspannung aufgewacht. Und ja, hab nach all den Jahren wieder damit angefangen, mich zu schneiden… Ich will meinen Freund damit nicht verletzen, aber ich kann gerade nicht anders…

Die Visite war dann zum Glück nicht schlimm diesmal. Bekomme ab Montag ein weiteres Antidepressivum. Es soll stimmungsaufhellend wirken (vielleicht hab ich nach der Meinung der Ärzte doch ne Depression, obwohl das meiner Einschätzung nach alles schon sehr viel schlimmer war) und es wird auch bei chronischen Schmerzen eingesetzt.

Die letzten Tage ohne Einzeltherapie waren irgendwie schwer auszuhalten (hab ich leider nur 2x pro Woche mit insgesamt 75 min). Wahrscheinlich hab ich meinen Therapeuten idealisiert und spinn jetzt komplett herum…

Durch das neue Medikament ab Montag muss ich dann wohl leider wieder bald irgendwann zur Blutabnahme. Hoffentlich wenigstens bei meinem Arzt. Denn die Wunde sieht nicht so besonders gut aus…

Ich muss aber auch gestehen, dass es einen Teil in mir gibt, der möchte, dass er mich darauf anspricht… Doch Borderline?

„Ich frage mich, wie Sie das alles geschafft haben…“

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Tatsächlich bin ich seit ein paar Wochen in einer Klinik für Psychosomatik & Psychotherapie. Der Weg dort hin war schwer. Die letzten Monate kamen daher wieder sehr viel Ängste auf. Dadurch bekam ich auch sehr viel Migräne zu meinen restlichen Schmerzen.

Erst hatte ich letztes Jahr den Termin in der ambulanten Sprechstunde. Hatte mega Angst davor, aber dort ging es erstaunlich gut und die Frau war sehr nett. Dann sollte ich mir schon mal ambulant einen Platz für Psychotherapie suchen. Komplette Katastrophe bei mir wegen Telefonieren usw.. Saß dauernd handlungsunfähig da. Letztendlich habe ich nur zwei angefragt und das per Mail. Es waren die, die am meisten über sich auf ihrer Homepage preis gegeben hatten. Und ein Foto war mir irgendwie wichtig. Wobei der erste Eindruck ja total falsch sein kann…

Beim Erstgespräch war ich dann natürlich viel zu nervös und wusste nicht was alles erzählen. Letztendlich war sie nett, aber für Tiefenpsychologische Therapie sollte man – wenn ich den Wink mit dem Zaunpfahl richtig verstanden habe – sehr viel offener und gesprächiger sein, als ich es bin.
Danach war ich sehr frustriert, weil mir all die Angst und all das Öffnen und der ganze Stress ein Stück umsonst erschien.

Stationär in die Klinik bin ich nach langem Warten letztendlich zu einem wirklich blöden Zeitpunkt gekommen. Kaum war ich da, konnten keine Untersuchungen mehr aus den anderen medizinischen Bereichen gemacht werden, was die Ärzte ursprünglich geplant hatten. Denn was wurde natürlich wichtiger, so dass zig Abteilungen geschlossen wurden? Ja, Corona… Und seitdem sind hier alle mehr oder weniger eingesperrt…
Mit den Leuten verstehe ich mich soweit gut. Wobei ich wie immer keinen näher als nötig an mich ran lasse. Wie immer. Andere teilen ihre engsten Geheimnisse miteinander und werden beste Freunde. Aber so bin ich nicht. Da greift dann mein „Schutzmodus“…

Mein erster Therapeut war nicht einfach. Von Anfang an hatte er bei unseren Gesprächen immer eine junge Kollegin bei sich, die mich ursprünglich irgendwann übernehmen sollte. Somit hatte ich auch noch zwei Leute gegenüber, denen ich meine Probleme anvertrauen sollte. Ganz toll, wenn man eh seine Probleme damit hat, darüber zu sprechen… Doch dann kam es irgendwie anders. Weil ich mich zu wenig geöffnet habe, vermutlich…

Schnell haben sie bemerkt, dass ich in Gruppentherapien kein Wort spreche. Sie hätten mir vermutlich am liebsten eine Phobie vor Ärzten diagnostiziert. Ja, ich habe Ärzte eher vermieden die letzten Jahre. Aber wegen meinen Narben, wegen Essstörungen, Angststörungen, usw.. Damit niemand etwas davon erfährt…

Und ja, eigentlich war das schon immer so. Mein Problem mit Erwachsenen. Oder mit „höher gestellten (?)“ Menschen. Fehlen die, hab ich kaum ein Problem damit, in kleinen Gruppen zu sprechen…

Jedenfalls wusste ich dann oft nicht was sagen in der Einzeltherapie. Dass ich unter Anspannung leide, war sowieso durch zu hohe Blutdruck- und Pulswerte ersichtlich, bis ich Beta-Blocker bekommen habe.
Mein Schweigen bzw. meine knappen Antworten führten dann dazu, dass er neulich meinte, ob ich gerade ein Thema für die Therapie hätte. Weil sonst könnte ich auch gehen, wenn ich das lieber möchte. Wenn die Therapie nur eine Belastung ist. Den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr. Und er meinte, es sei die letzte Stunde bei ihm, weil er in ein paar Tagen geht.
Ich weiß nur, wie es bei mir ankam: „Ich hab kein wirkliches Interesse an dir und hab hier noch genug zu tun, du kannst gehen“.
Was Gedankenschmiedin dann natürlich auf ihre Unfähigkeit sich zu öffnen, zurückgeführt hat und in Selbsthass versunken ist…
Gleichzeitig hat mich das an meine Zeit in der Oberstufe zurückversetzt. Lehrer und Eltern die mein Schweigen und meinen Rückzug als Faulheit statt als Angst gesehen haben…
Doch dann kam vielleicht das Glück im Unglück.

Ich bin schließlich doch einem noch recht jungen Arzt zugeteilt worden. Der wirkt total schüchtern, extrem sensibel und redet recht leise. Davor hatte ich wirklich die Befürchtung, ich könnte bei dem unpassenderweise wegen seiner Art irgendwie loslachen. Aber in meinen bisherigen zwei Therapieterminen war er mir deutlich angenehmer, als der vorherige Arzt. Er ist jünger und vielleicht dadurch mehr auf meiner Augenhöhe als der andere. Er stellt mehr Fragen, wenn von mir nichts kommt, und interpretiert mein Schweigen nicht gleich als Desinteresse. Und er ist einfühlsamer. Ich fange thematisch wieder am Anfang an. Aber diesmal ausführlicher, was glaube ich in meinem Fall besser ist. Die letzte Anamnese beim anderen Arzt war dagegen ein Witz…

In der ersten halben Stunde ging es um meine Schmerzen und die Schmerzentwicklung. Das war noch relativ einfach zu erzählen. Aber dann ging es die letzte Stunde um meine Biografie. Und das war dann schwieriger. Hab die Streitigkeiten meiner Eltern erwähnt. Dass ich mir als Kind gewünscht habe, dass sie sich trennen. Hab von meinem Vater berichtet, der sehr spezielle Glaubensansichten entwickelt hat und damit die ganze Familie drangsaliert hat. Sonst saß er nur im Büro und hat programmiert…
Meine Mutter wurde psychisch krank. Laut ihr aufgrund von meinem Vater, in dessen Augen jedes Verhalten nur noch falsch war. Jeder ist seinen eigenen Weg gegangen.
Schule wurde schwieriger bei mir.

Und alles richtig unangenehme hab ich dann nach ganz hinten verschoben… Er hat mir zwar mehrmals gesagt, dass ich die Kontrolle hätte, was ich erzähle und wie viel. Aber es muss ja irgendwann mal voran gehen… Also: Essstörungen, SVV, Angst & Panik. Kurz angesprochen – was, wann, warum. Keine Ahnung mehr, was er alles dazu gesagt hat. Ab dem Zeitpunkt konnte ich ihm dann wirklich nimmer in die Augen schauen (mehr sieht man wegen dem tollen Mundschutz dank Corona ja zur Zeit eh nicht von denen 😜).

Er wollte mein niedrigstes Gewicht wissen. Das hatte ich mit 21/22…
Ob ich dann in ärztlicher Behandlung war. Nein…
Ob das Schnei*en immer geholfen hätte. Nein…
Was ich dann getan hätte.
Erbrochen…

Und ja, als ihm klar wurde, dass ich das bulimische Verhalten als eine Art Selbstverletzung eingesetzt habe, sind in meinem Hirn gleich wieder die Alarmglocken losgegangen: „Denkt er jetzt an Borderline? Aber eigentlich kann ich das nicht haben… Oder nicht mehr. Aber was, wenn doch?? Dann bin ich bestimmt erst recht schwer zu therapieren…“

Nein, ich konnte damals mit niemandem darüber reden…
Nein, niemand wusste damals Bescheid…
Dann war die Stunde so gut wie zu Ende.
Ob ich mich schon mal so ausführlich mit jemandem über meine Biografie unterhalten hätte. Eher nicht…
Wie es mit Suizidgedanken wäre. Nein, seit Prüfungsende ist das aktuell kein Thema mehr. Wie es früher damit war. Ja, gab es. Wie weit es ging. So, dass der Drang sehr groß war.
Wie es mir jetzt geht. Okay.
Dass nach solchen Gesprächen wieder vieles hochkommen könnte. Ob ich in der Lage wäre, mir dann hier Hilfe zu suchen, wenn das der Fall wäre. Eher nicht. Ob ich ihm versprechen könnte, blablabla. Und er wollte ein deutliches Ja. Ja. Er würde dann vermutlich ab und zu erneut fragen…
Und dass wir das Gespräch nächstes Mal, also morgen, fortsetzen würden…
Meine Anspannung wächst ins Unermessliche.

Hab’s schon vor dem Gespräch am Wochenende kaum ausgehalten und mir den linken Arm leicht aufgekratzt. Hat aber kaum etwas gebracht. Wieder neue Schnit*e auf die alten Narben, nach all den Jahren, da schrecke ich dann doch noch zurück. Möchte meinen Freund nicht enttäuschen oder verletzen.

Bloß dumm, dass ich morgen zum Blutabnehmen muss. Und keine Ahnung bei welchem Arzt. Hoffentlich ist es wenigstens meiner. Und hoffentlich reicht der rechte Arm…

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Ein Tag später…

Blutabnahmezeit hat auf meinem Zettel nicht gestimmt. Also hat der Arzt mich spontan noch früher zum Blutabnehmen an meinem Zimmer abgeholt. Dadurch war ich noch mehr überrumpelt. Wenigstens hat er es gemacht und keiner seiner Kollegen.
Natürlich ging am rechten Arm nichts und er wollte den linken sehen. Hat ihn kurz gedreht und genauer angeschaut. Und Gedankenschmiedin wäre gerne im Erdboden versunken. Letztendlich war der Arm auch nichts zum Blutabnehmen. Also hat sie ihren Ärmel wieder runtergezogen. „Verstecken Sie sich?“ Gedankenschmiedin hätte kot*en können und zuckt mit der Schulter. Sagt nichts und schaut ihn auch nicht mehr an. „Und sonst, wie ist die Lage?“ „Okay…“, murmelt Gedankenschmiedin. Dabei ist es nicht okay. Die Anspannung in ihr steigt und steigt.
Blut will nirgends kommen. Der Arzt ist kurz davor aufzugeben, will es ein anderes Mal versuchen, als es doch noch klappt.

Später beim Bio-Feedback, die übliche Frage, wie es ihr geht. Wie immer faselt sie was von Schmerzen. Doch der Pfleger scheint diesmal auf etwas anderes hinaus zu wollen. „Sie haben ja auch in der letzten Therapiestunde angefangen Ihre Biografie aufzuarbeiten…“ Danke. Der Arzt scheint es schon wieder alles weitergegeben zu haben und es alles auf die biografische Aufarbeitung zu schieben. Dabei war meine Anspannung schon am Wochenende so hoch.
Kein Wunder, dass anschließend der Hautleitwert (Messen von u.a. Stress) um das 3,5-fache erhöht war. Entspannen ging nicht, die Anspannung war zu hoch.
Da freuen sich morgen die Ärzte wieder in der Visite, wenn sie sich wieder Ewigkeiten bei mir besprechen, sich meine Bio-Feedback-Werte anschauen. Das wird vermutlich ne ziemliche Zumutung. Letztes Mal waren es 7 Ärzte und Pfleger bei mir. Da ging es um meine Schmerzen. Schätzungsweise wird es diesmal um etwas anderes gehen… Vielleicht sollte ich einfach den Mund halten, wenn sie mir unangenehme Fragen stellen. Es gibt Dinge, die ich garantiert nicht in dieser großen Runde besprechen werde…
Das nächste kurze Therapiegespräch folgte wenige Stunden danach:

War mega nervös vor dem nächsten Gespräch, so dass das Mittagessen wieder (wegen Spannungsabbau ) draußen gelandet ist.
Er hat mich nicht auf die neuen Wunden am Arm angesprochen (wahrscheinlich ist weniger Fokus darauf auch sinnvoller). Vielleicht hat ihm aber auch gereicht, dass ich gesagt hab, dass ich wieder zu viel Anspannung hab. Die ich seit mein Hausarzt mich hierherschicken wollte, wieder regelmäßig hab.

Hoffentlich werde ich morgen nicht in der Visite vor versammelter Mannschaft bloßgestellt. Hoffentlich können sie sich denken, dass ich dann dicht machen werde…

Jedenfalls haben wir weiter an meiner Biografie gemacht. Weit gekommen sind wir natürlich nicht bei meinen langsamen und knappen Antworten und dem Schweigen ab und an.
Die Krönung für ihn war vermutlich, dass mein Freund auch noch ne Macke hat (Drogen, Alkohol, Gewalt, Depressionen,…).
Hat immer wieder gefragt, ob ich damals mit niemandem gesprochen hätte und ob wirklich niemand etwas bemerkt hätte (den Lehrer habe ich nicht erwähnt, der kam eh später). Hat festgestellt, dass ich mich und wie es mir wirklich geht, wohl gut verstecken kann.
„Ich frage mich, wie Sie das alles geschafft haben…“
Tja… Muss(te) ja irgendwie…

Morgen…

Morgen steht der Termin an. Seit ich ihn vor 3 Wochen gemacht habe, packt mich immer wieder die große Angst. Das Zähne-aufeinander-pressen wird wieder schlimmer. Tagsüber und nachts. Dadurch werden die Kopf – und Gesichtsschmerzen auch wieder mehr. Schöner Kreislauf. Wie früher. Die Aufbissschiene die ich damals vor ca. 12 Jahren erhalten hab, hielt nicht lange. Zu schnell durchgebissen…

Morgen Vormittag also der Termin, der ca. 2 Stunden in Anspruch nehmen wird. Hoffentlich bekomme ich ein empathisches und freundliches Gegenüber. Und wehe die von vor 2 Jahren, die ich nicht leiden kann und der ich so viele Unwahrheiten erzählt habe… Ich habe nämlich vor, diesmal alles zu erzählen, wenn es irgendwie geht. Hoffentlich muss ich bei dem Fragebogen davor schon mal möglichst viel angeben. Dann wird es vielleicht einfacher…

Nachmittags gehts auch noch zum Hausarzt. Hoffentlich bevor der den Bericht aus der Klinik bekommt und weiß, was Sache ist. Aber normalerweise dauert das ja und geht immer noch per Post. Hoffe ich doch… Soll morgen nochmals vorbeikommen wegen meinen Kopfschmerzen. Hoffentlich möchte er keinen neuen Termin. Weil bis zu dem hat er den Bericht aus der Klinik bestimmt…

Hoffentlich überstehe ich die Nacht irgendwie, ohne mir die Zähne komplett auszubeißen…

Der Termin steht…

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Der Termin zur Vorstellung in der Klinik steht. Übernächsten Montag schon. Normalerweise muss man länger warten…
Bedeutet, ich sollte für Ende nächster Woche schon wieder nen Hausarzttermin ausmachen. Sollte da ja nochmals vorbeikommen wegen den Kopfschmerzen, meinte der letztes Mal. Und ich muss unbedingt hingehen, bevor ihn der Bericht aus der Klinik erreicht (sonst traue ich mich erst recht nimmer hin)…
Der Klinik Termin in der Ambulanz wird schlimm genug. Dauert ca. 2 Stunden, ich denke mal, bei meinem Beschwerdebild etwas länger. Bekomme erst einen Fragebogen. Keine Ahnung, ob ich es hinbekomme auch die psychischen Beschwerden wahrheitsgemäß anzugeben.
Und meine ganzen anderen Beschwerden & Schmerzen – am besten tippe ich die vorher ab und drucke sie aus. Sonst vergesse ich die Hälfte.
Ich kann nur hoffen, dass ich eine einfühlsame Person antreffe. Die Frau vom letzten Mal, konnte ich absolut nicht leiden. Aber die hatten wohl nicht mal im System, dass ich schon mal da war, vermutlich, weil das damals über die Schmerzambulanz gelaufen ist. Soll mir Recht sein.
Alle ärztlichen Unterlagen von den Unikliniken muss ich nicht mitbringen, weil sie da eh Zugriff darauf haben. Dann hoffe ich einfach, dass sie den einen von damals übersehen…

Bei meiner Schwester ging das vom Vorstellungstermin bis zur stationären Aufnahme sehr schnell, obwohl man sonst bis zu einem halben Jahr warten muss. Bei ihr waren es nur wenige Tage…
Fakt ist, solange sie in genau dieser Klinik stationär ist, werde ich da nicht hingehen. Ich hoffe, dass die Ärzte dafür Verständnis haben werden.
Und wenn ich dort aufgenommen werde, muss ich irgendwie klarstellen, dass ich auf keinen Fall Wassergymnastik in der Gruppe mitmachen werde. Vorher würde ich alles komplett abbrechen. Es geht nicht anders. Die Narben, die Angst vor tiefem Wasser und dann noch weitere körperliche Beschwerden. Da muss ich mich falls notwendig wirklich komplett verweigern…

Meine Schwester hat fast nur Gruppentherapien. Die werden schon schlimm genug für mich sein. Und über Dinge wie Angststörungen, Essstörungen & SVV werde ich dort auch garantiert nicht sprechen. Ist ja hoffentlich auch freiwillig…
Auch körperlich werde ich an meine Grenzen kommen, da ich schon immer schwächer war als andere.
Ich kann nur hoffen, dass die Ärzte usw. dort empathisch sind. Sonst mache ich nämlich zu…

 

 

Ratternde Gedanken…

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Tatsächlich ist mein Kopf leider wieder pausenlos am Rattern, seitdem einer meiner Hausärzte mich in die Psychosomatik schicken möchte.
Seitdem versuche ich die Angst wieder mit zu wenig Essen zu kompensieren. Ich fange wieder an, mich mit diesen ganzen Themen zu befassen, die mir nicht gut tun. Frage mich erneut, ob ich auch eine Borderline-Diagnose bekommen würde, vor der ich irgendwie Angst habe. Angst, weil viele Ärzte bestimmt viele Vorurteile haben. Und auf der anderen Seite hätte ich vielleicht endlich eine Erklärung und einen Grund mehr, das Gefühl zu haben, dass es okay ist, mich in Behandlung zu begeben… Aber meiner Meinung nach treffen zu wenige Kriterien auf mich zu (auf meinen Freund dagegen viel mehr… ).
Ich kann mich nicht mehr konzentrieren, nicht mehr lesen und es kommt viel Angst-Übelkeit in mir hoch. Aber die ganzen körperlichen Schmerzen & Beschwerden müssen irgendwie abgeklärt werden.
Durch meine Ängste haben sich die Schmerzen sicherlich erst recht chronifiziert. Und eigentlich sollte ich mich nach all den Jahren endlich auch um den ganzen Rest anfangen zu kümmern. Es wird lange genug dauern…
Ich habe alles mehrmals gedanklich durchgespielt (Gedankenschmiedin eben :P). Es wird nicht einfach. Aber vielleicht sollte ich es als Chance sehen, dass ich angefangen habe, zwei meiner Hausärzte (besonders einen davon) zu idealisieren, wozu es bestimmt nur gekommen ist, da sie neulich sozusagen als meine „Retter“ tätig waren. War trotzdem peinlich genug. Und wird auch noch alles viel peinlicher werden, falls ich tatsächlich einen Vorstellungstermin in der Klinik ausmachen und diesmal alles erzählen sollte. Denn dann gelangen diese ganze tollen Berichte zu meinem Hausarzt (und hoffentlich nicht noch weiter, sonst muss ich mir da neue Ärzte suchen…).
Ich weiß nur nicht, ob es so eine gute Idee ist, weil dieser eine Hausarzt der Nachbar von meinem Freund und seinen Eltern ist. Die kennen sich. Hoffentlich wird mir das nicht zum Verhängnis… Selbst meine Osteopathin kennt ihn persönlich, wie ich neulich zufällig erfahren habe. Auf der anderen Seite hat der so viele Patienten, dass der sich eh nicht alles merken kann…
Also eigentlich habe ich mir vorgenommen, nächste Woche einen Termin in dieser Klinik auszumachen. Dauert danach bestimm eh noch Wochen bis es soweit ist. Eine lange Zeit der Angst. Aber da die in der Hausarztpraxis seit meinem Zusammenbruch neulich, leider eh von meinem letzten Vorstellungstermin in der Klinik wissen (der jüngere Arzt hat sich den Bericht angeschaut und sich bestimmt danach für nächstes Mal notiert, dass die als Verdachtsdiagnose atypische Essstörung aufgeführt haben und mein Selbstverletzendes Verhalten dokumentiert haben), ist mir das alles ein bisschen mehr egal geworden…

Ein Jahr später…

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Mein letzter Blog-Eintrag ist nun über ein Jahr her. Es ist nicht viel passiert seitdem. Mit chronischer Krankheit geht man in unserem Gesundheitssystem schnell unter.
Meine Ersparnisse, mit denen ich mich nun nach Krankengeld und Arbeitslosengeld 1 finanziell über Wasser halten konnte, neigen sich bald dem Ende. Beim Antrag auf  Erwerbsminderungsrente hat auch der Widerspruch nichts geholfen. Jeden Tag Schmerzen von Kopf bis Fuß, ständig nicht sitzen oder stehen können, ohne wirksame Schmerzmittel sein, und lediglich gutartige Erkrankungen zu haben (die einem die Organe zerstören können und immer wieder OPs benötigen), reichen der Rentenversicherung nun mal nicht aus. Nach deren Einschätzung gibt es keine gesundheitlichen Gründe, die für eine Erwerbsminderung sprechen. Heißt, laut denen kann ich mindestens täglich 6 Stunden arbeiten… Wie ich es manchmal hasse, dass man mir meine Schmerzen nicht ansieht. Die psychische Verfassung habe ich natürlich mal wieder verschwiegen und schön geredet…
Ich weiß nicht, was ich machen soll, wenn ich Hartz4 beantragen muss, und die mich für arbeitsfähig halten. Denn ich würde es mit den Schmerzen und all den Beschwerden definitiv nicht aushalten…

Mittlerweile hat meine komplette Familie psychische Beschwerden. Und nein, es wundert mich überhaupt nicht, im Gegenteil, ich habe es kommen sehen…

Da ich es vor ein paar Tagen nicht mehr ausgehalten mit Schmerzen und Übelkeit, bin ich zum Hausarzt gegangen. Netterweise bin ich dort während der Untersuchung umgekippt (ja, es ist mir immer noch endlos peinlich!!!). Kurz davor hat er mir empfohlen, mich nochmals psychosomatisch in der Klinik vorzustellen, weil ich einfach viel zu viele Schmerzen und Beschwerden habe…
Und jetzt schiebe ich schon wieder Panik. Bzw. eigentlich schon davor. Aber ich werde noch einen Passwort-geschützten Beitrag dazu hochladen… Muss irgendwie meine Gedanken sortieren.

Warum ich hier so lange nicht mehr geschrieben habe? Ich hatte den Eindruck, dass ich mich hier zu viel mit den negativen Dingen im Leben beschäftige, zu viele Blogs gelesen habe, in denen Menschen von ihrem traurigen Alltag berichten mit psychischen Problemen.
Mit meinen chronischen Schmerzen jeden Tag, habe ich schnell gemerkt, dass ich das Leben nur aushalten kann, wenn ich mich davon fern halte. Wenn ich versuche, mich mehr auf die positiven Dinge zu konzentrieren, auch wenn es schwer fällt.
Als Ausgleich habe ich eine andere Möglichkeit gefunden. Mittlerweile lese ich wieder recht viele Bücher und schreibe darüber. Dafür bekomme ich diese dann meistens kostenlos. Hab mich anfangs gar nicht getraut, die Verlage anzuschreiben. Und noch immer rechne ich bei jeder Mail fest mit einer Absage. Dabei lesen die Leute meine Beiträge und die Verlage stellen mir tatsächlich fast immer die gewünschten Bücher zur Verfügung. Eigentlich ein schönes Hobby.
Hoffentlich geht meine Konzentration dafür nicht in nächster Zeit flöten. Denn die letzten Tage waren nicht so gut und ich habe das Gefühl, so langsam holt mich alles wieder ein…

Keine Ahnung, wie das hier mit dem Blog weitergeht. Wenn ich hier schreibe, dann ja doch meistens über die negativen Dinge. Ob das dann so viel Sinn macht?
Zumindest werde ich leider vielen Blogs zukünftig hier nicht mehr folgen können, so leid es mir tut! Sonst beschäftige ich mich einfach noch mehr mit Themen, die mir nicht gut tun… 😦 Ich hoffe, ihr habt Verständnis!

 

Chronische Krankheit = Untergang?

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Lange ist es her, dass ich hier geschrieben habe… Das soll nur ein kurzes Update werden…

Mittlerweile habe ich eine erneute OP hinter mir. Wieder war alles voll von meiner Erkrankung und musste entfernt werden. Diesmal nicht Stadium IV, aber III macht es auch nicht viel besser, zumal das ja seit der letzten Sanierung nur 2,5 Jahre her ist. Ich muss also davon ausgehen, dass das bei mir sehr schnell wächst und meine Medikamente es bisher nicht aufhalten können.

Bei den Schmerzen hat sich nicht viel getan. Auch nach der letzten OP waren sie wieder stärker, durch die Nervenreizungen. Und jetzt sind sie wieder ähnlich, mal mehr mal weniger.

Ich hatte einen Antrag auf Erwerbsminderung gestellt. 3 Stunden lang hat die Ärztin meine 4-seitige Beschreibung meiner Beschwerden und Einschränkungen im Alltag, in ihr Diktiergerät gesprochen. Sie fand meine Aufzeichnungen so toll. Tja, das hilft alles nichts, der Antrag wurde nun abgelehnt. Ich erfülle anscheinend die medizinischen Voraussetzungen nicht. Wahrscheinlich sind die nur gegeben, bei schlimmen Diagnosen, oder Entfernung von Organen. Aber wer nur Schmerzen hat und weder gut sitzen noch stehen kann, scheint keinen Anspruch zu haben. Eigentlich wünsche ich keinem Menschen etwas schlechtes. Aber wer auch immer das beurteilt, dem würde ich so gerne mal mit meinen Schmerzen arbeiten lassen… Zudem fehlt ein (!) Monat Beitragszahlung, weshalb ich nicht glaube, dass ein Widerspruch da helfen könnte…

Bin grade nur am Heulen. Weiß nicht, wie es weiter gehen soll. Anspruch auf Arbeitslosengeld habe ich nicht, weil ich die letzten Jahre so sparsam war, seit 11 Jahren nicht mehr im Urlaub war und mir für die Zukunft (vllt eine Wohnung) das zur Seite legen wollte. Dann musste ich mich freiwillig krankenversichern. Eigentlich kann ich meine Wohnung so nicht halten. Sie aufzugeben würde aber auch bedeuten, meinen letzten Freiraum aufzugeben. Meine Selbständigkeit aufzugeben (bei meinen Eltern fahren kaum öffentliche Verkehrsmittel und Führerschein hab ich wegen der Angst nie gemacht). Und meinen Freund würde ich wohl fast gar nicht mehr sehen, was nicht lange gut gehen würde. Keine Ahnung, wie ich mit den Schmerzen arbeiten gehen soll. Die letzten zwei Wochen waren sie etwas besser. Aber ich hatte ne starke Grippe mit Fieber und allem und bin deshalb viel gelegen, wobei ich immer weniger Schmerzen habe. Weiterhin kann ich nach dem Essen nicht lange sitzen bleiben. Das Stehen geht manchmal keine 10 Sekunden und ich krümme mich vor Schmerzen…

Es macht mich unglaublich wütend und traurig, wie mit chronischer Krankheit in unserer Gesellschaft umgegangen wird!!!

Keine Privatsphäre

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Heute könnte ich mal wieder heulen. Bin am Heulen. Eine vielleicht kleinliche Sache wirft mich gerade so aus der Bahn…
Mein Vater hat am Wochenende bei einem Seminar durch einen blöden Zufall jemanden getroffen, dem wohl der Nachname meines Vaters ein Begriff war. Und schwupps haben sie herausgefunden, dass ich in dem Kindergarten gearbeitet habe, in dem der Mann seinen Sohn hatte. Und weil ich ja wegen Krankheit damals gekündigt wurde, wollte er wissen wie es mir geht. Und mein Vater musste ihm natürlich brühwarm erzählen, was ich habe…
Danke, für so viel Feingefühl. Muss man jedem die gynäkologische Erkrankung seiner Tochter auf die Nase binden? Meiner Meinung nach nicht!!! Und schon gar nicht den Eltern, die mit ihren Kindern bei mir im Kindergarten waren!
Aber meine Eltern sehen das wieder anders. Wenn ich mich beschwere und sage, dass ich das nicht möchte und dass sie ihre Antwort in solchen Fällen doch bitte darauf beschränken sollen, dass ich krank bin, bekomme ich jedes Mal nur zu hören: „Aber wenn die doch wissen wollen, was du hast!!“
Wieder wollen sie über meine Privatsphäre bestimmen. Ich habe darüber keine Kontrolle. Und das kotzt mich soooo unglaublich an!

Auch sonst geht es mir gerade nicht gut. Ich habe mittlerweile auf die Ärzte gehört und einen neuen OP-Termin ausgemacht, auch wenn ich wahnsinnige Angst habe, dass die Schmerzen durch neue Nervenreizungen, wieder so unaushaltbar werden. Natürlich habe ich wieder 4 Monate Wartezeit bis zu dem Termin.

Kurz danach läuft dann mein Arbeitslosengeld (1) aus. Und danach bleibt mir nichts anderes übrig, als mich über all meine Ersparnisse zu finanzieren. Es fühlt sich scheiße an, dafür bestraft zu werden, dass ich all die letzten Jahre mir so wenig gekauft/ gegönnt habe und z.B. seit 10 Jahren nicht mehr im Urlaub war, noch keine eigenen Möbel habe, usw.. Aber klar, solange ich Geld habe, benötige ich ja keine Unterstützung…

Zwar werde ich probieren, einen Antrag auf Erwerbsminderung zu stellen, aber ich glaube nicht, dass der genehmigt wird. Schließlich habe ich ja „nur“ Schmerzen und ein paar Beschwerden und viel arbeiten konnte ich auch noch nicht.
Für den Antrag muss ich noch so viel zusammenstellen, kopieren und schreiben. Seit ich das mache, ist die Versagensangst wieder sehr präsent und es ist schwierig, überhaupt etwas auf die Reihe zu bekommen…

 

Gespräch mit meiner Mutter; Update

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Heute hatte ich ein langes Gespräch mit meiner Mutter, das mich ein bisschen aufgewühlt hat.
Angefangen hatte es damit, dass ich erwähnt hatte, in letzter Zeit die Harry Potter Bücher gelesen zu haben. Wäre mir als die damals herauskamen ja niemals eingefallen. Medien mit Fantasy/ Zauberei usw. wurde und wird teilweise immer noch von meinen Eltern total verteufelt. Oder als ich in den Kindergarten kam, wollte meine Mutter nicht, dass ich Mandalas anmale, weil sie es als schädlich angesehen hatte, da sie aus dem Buddhismus kommen.
Ich weiß, dass meine Mutter teilweise auch von ihrer frommen Familie in vielen Dingen so geprägt wurde. Und dann hat sich ja damals mein Vater immer tiefer in eine religiöse Ideologie verrannt. Hauptsächlich um letzteres ging es in unserem Gespräch. Weil ich als Kind vieles vielleicht weniger mitbekommen und teilweise auch nicht so verstanden habe…
Verstanden habe ich heute aber, dass mein Vater meine Mutter damals richtig kaputt gemacht hat. Mit seiner Glaubensrichtung die er da gelebt hat. Weil die Bibelübersetzung von Luther seiner Meinung nach so falsch war. Weil die Kirche falsch war und alles was meine Mutter getan und gesagt hat. Dass meine Mutter daran verzweifelt ist, weil sie nichts richtig machen konnte und schließlich ihre Angst- und Panikstörungen usw. entwickelt hat. Und mein Vater ist verzweifelt, weil selbst er es nicht geschafft hat, perfekt zu sein. Immer sein Drang nach Perfektion auf allen Ebenen…
Meine Mutter meinte, dass er auch ein Stück weit nur Macht ausüben wollte.
Jahrelang haben sie sich regelmäßig über die Dinge gestritten. Und als meine Mutter heute meinte, dass sie meiner Schwester und mir das nicht antun wollte, dass sie sich trennen und die Familie sich auflöst und sie damals auch total abhängig von meinem Vater war (ohne Job, ohne Auto, usw.), habe ich heute mal allen Mut zusammengenommen und ihr gesagt, dass ich mir das als Kind immer gewünscht habe, dass sie sich trennen. Damit die Streitereien endlich aufhören…
Ich denke, ich habe einige Dinge von damals vergessen oder nicht richtig mitbekommen. Ich wusste nicht mehr, wie groß das Theater meines Vaters war, als ich Konfirmation hatte. Oder dass mein Vater bei den Streitereien mit meiner Mutter manchmal „ausgetickt“ ist.
Meine Mutter meinte heute auch, dass das doch kein Leben sein kann, das mein Vater da führt. Den ganzen Tag am PC und Tablet zu verbringen und das seit Jahren. Ohne sozialen Kontakt…
Was ich besonders einprägsam fand, war wie sie diese Glaubensideologie beschrieben hat, die mein Vater gelebt hat. Dass das ein Glaube ohne Herz ist, der nur im Kopf stattfindet und an dem man nur verzweifeln kann, weil man alles falsch macht…

Und da soll sich mal noch jemand wundern, warum ich tagtäglich in allen Bereichen Angst habe, Fehler zu machen…

Es gibt nicht so viel Neues bei mir. Habe weiterhin Schmerzen und viele andere Beschwerden. Habe die starken Schmerzmittel alle abgesetzt, weil sie nicht angeschlagen haben bzw. ich die geringste Dosis oft schon nicht vertragen habe. Neulich kam ich mal auf die „tolle Idee“ mein Antidepressiva (offiziell gegen chronische Schmerzen) abzusetzen. Ich bin jedoch gar nicht mehr klar gekommen ohne. Hatte nur noch Übelkeit vor Angst und war total unfähig. SCHRECKLICH! Hab plötzlich starke Gliederschmerzen bekommen. Hab es dann wieder genommen. Die Übelkeit ging nach einigen Tagen wieder weg. Aber die Gliederschmerzen nur manchmal.
Die Schmerzambulanz ist soweit fertig mit mir, kann nichts mehr für mich tun. Die Ärztin wollte mich auf die Warteliste für ne psychosomatische Tagesklinik setzen. Hab bisher nichts mehr davon gehört. Will da auch eigentlich absolut nicht hin, weil ich denen so viele Märchen erzählen müsste, weil ich nicht anders kann. Und das schlimmste wäre, wenn ich sowas wie Wassergymnastik in der Gruppe machen müsste. Mit den ganzen Narben, mit denen ich nie offen umgehe. Und mit meinem fetten Körper, der jetzt tatsächlich im unteren Normalgewichts-Bereich ist und mit dem ich überhaupt nicht klar komme.
Mit meinem Freund komme ich zur Zeit gut zurecht. Von der Stimmung her geht es mir soweit recht gut. Zum Glück. Aber ich glaube, wenn ich wirklich in die Tagesklinik muss, dann wird mich das sehr aus der Bahn werfen…
In einer anderen Klinik wurde eines meiner Medikamente (Hormone bzgl. meiner Erkrankung) verändert. Ich bin mir nicht sicher, aber ich hatte die letzten Wochen das Gefühl, dass ein Teil der Schmerzen besser ist. Aber ist schwer zu sagen, da ich zusätzlich noch so viele Nervenschmerzen usw. habe… Sollte das ganze nichts bringen, hat man mir in der Klinik zu einer neuen OP geraten. Davon halte ich aber nichts, weil nach der letzten die Nervenschmerzen kamen und unaushaltbar waren…

Wenn ich an meine Zukunft denke, wird mir einfach nur schlecht…

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Wenn ich hier bin, lese ich automatisch über die Schicksale anderer Menschen. Meistens Menschen, mit ähnlichen Problemen. Und wenn ich hier tippe, dann doch meistens über die negativen Dinge in meinem Leben.
Ich schreibe zwar immer noch gerne. Aber wenn man seit zwei Jahren durchgängig nur noch Schmerzen und so viele andere Beschwerden hat, dann muss man schauen, was man mit seinem mickrigen Rest an Energie anstellt, um zu überleben.
Das soll jetzt bestimmt keine Anschuldigung an meine Leser sein – lediglich ein Erklärungsversuch, warum ich mich hier kaum noch aufhalte…
Die letzten Monate habe ich mich von WordPress ferngehalten. Und eigentlich tat mir das ganz gut. Ich wollte mich einfach nicht mehr mit diesen ganzen negativen Dingen befassen. So handhabe ich es auch bei meinen Eltern. Wenn sie von Streit und Stress auf der Arbeit berichten, dann muss ich mich meistens zurückziehen. Denn meine Ressourcen sind begrenzt…

Ich weiß noch nicht, wie es mit meinem Blog weiter geht. Vielleicht werde ich gar nicht mehr schreiben. Ein anderer Gedanke, der mir immer wieder im Kopf herumgeistert: Sollte ich nicht meine Reichweite nutzen, um über meine (körperliche) Erkrankung aufzuklären? Schließlich sind so viele Menschen davon betroffen, ohne es zu wissen… Und auf Youtube & Co. geht so ein blöder Trend herum, der zur Folge haben kann, dass diese Erkrankung sich erst Recht stark weiterentwickeln kann. Eigentlich fühle ich mich dazu gezwungen, hier Aufklärungsarbeit zu leisten. Aber das müsste warten. wahrscheinlich Jahre. Denn da wäre die Angst zu groß, von irgendjemandem erkannt zu werden…

UPDATE:

Meine gesundheitliche Lage hat sich nicht wirklich verbessert. Die psychische glaube ich teilweise schon etwas. Wobei die Angst sich vermutlich nur deshalb zum Teil in Grenzen hält, weil ich zB. nicht mehr arbeite und somit auch weniger Versagensängste habe. Vielleicht hat auch das Antidepressivum, dass ich wegen Schmerzen ein Jahr genommen habe, etwas geholfen – keine Ahnung.
Die letzten Monate waren sehr schwierig, weil ich so viele Beschwerden (v.a. auch wegen Nebenwirkungen von Medikamenten) hatte und weiterhin habe. Viele davon kann ich nicht (immer) richtig einordnen. ZB. die Schweißausbrüche, das Frieren und die Hitzewallungen: kein Mensch kann mir sagen, warum ich das habe.
Dann die Übelkeit, die ich jetzt seit zwei Monaten habe, teilweise mit Lagerungsschwindel. Oft nach dem Essen. Nach dem Trinken. Oder auch einfach so. Kommen die nun von meinem Schmerzpflaster (starkes Opiat, das ich vor ein paar Tage deshalb absetzen durfte)? Oder, weil ich das Antidepressivum abgesetzt habe und es eigentlich die Angst ist, die sich wieder meldet/ bzw. die Essstörung?
Immer wieder habe ich Angst, dass manches aus psychosomatisch sein könnte. Schließlich erstrecken sich die Schmerzen und Beschwerden von Kopf bis Fuß. Und irgendwie muss es sich ja äußern, wenn man seit vielen Jahren psychisch nicht ganz stabil ist und sich noch nie deshalb in Therapie begeben hat…

Ein neues MRT hat nur wieder eine neue Wucherung (durch meine Erkrankung) ergeben. Aber ich hab an der Stelle nicht mehr Schmerzen als sonst wo. Mein Arzt möchte mittlerweile doch nochmals eine OP (die seiner Meinung nach sehr groß ausfallen würde), weil mein Leben so nicht weitergehen könne. Die Schmerzambulanz, die ich regelmäßig besuche, rät mir stark von einer neuen OP ab. Schließlich kamen nach den letzten OPs durch Nervenschädigungen/Reizungen extrem starke Nervenschmerzen und Beschwerden dazu. Diese sind zwar teilweise besser/ schwächer, aber nochmal schaffe ich es nicht, diese durchzustehen, wenn es kein Medikament gibt, das mir da hilft!
In zwei Wochen habe ich wieder einen Termin bei dem unfreundlichen Chirurgen, der mich damals operiert hat. Der soll das ganze auch nochmals beurteilen… Mir wird schlecht wenn ich nur daran denke. Letztes Mal hat er nur x-Mal wiederholte, dass er bei der OP aber alles entfernt hätte. Schön für ihn. Ich war dort weil ich Schmerzen hatte. Er muss sich sehr angegriffen gefühlt haben. Und für ihn war gleich klar, dass alles psychosomatisch sein muss – schließlich habe ich ja auch noch Migräne.
Die Schmerzambulanz sieht es anders, manche Schmerzen lassen sich schon zuordnen. Aber auch die wissen langsam nicht mehr weiter. Die haben dort keine extra Station für Schmerzpatienten, so dass ich dort stationär dann in die Psychosomatik müsste, wenn sich nicht bald etwas ändert. Nur über meine Leiche! Dort sollte ich mich ja schon mal vorstellen für eine Einschätzung. Und die blöde Kuh hat anschließend mindestens 10 Fehler in den Bericht gehauen – stets genau das Gegenteil, von dem was ich gesagt hatte. Sie hätte mir dann gerne noch eine Essstörung diagnostiziert, da ich die letzten Jahre so viel Untergewicht hatte… (Mittlerweile bin ich nur noch minimal im Untergewicht, bzw. fast im Normalgewicht, was nicht einfach für mich ist. Aber momentan geht mein Magen vor…).
Ich will nicht wieder wie in meiner Reha letztes Jahr, die einzige Schmerzpatientin sein in irgendwelchen Gruppentherapien. Ich bin körperlich total eingeschränkt und geschwächt, möchte nicht dauernd gefragt werden, warum ich dies und das nicht mitmachen kann, habe durch die Schmerzen ganz andere Probleme und habe momentan keine Kraft um mir die Sorgen der Nicht-Schmerzpatienten anzuhören, so leid es mir auch tut…
Dann werde ich lieber der Schmerzambulanz vorschlagen, stationär in irgendeine Schmerzklinik zu gehen. Dann wäre ich wenigstens unter Gleichgesinnten. Aber auch das möchte ich eigentlich vermeiden, weil mir schlecht wird, wenn ich nur daran denke, was ich den Leuten dann wieder alles vorspielen müsste…

Finanziell muss ich mir bis Juni eigentlich keine Sorgen machen, aber ich habe große Angst, was danach kommt…
Der Lehrer* geht mir seltsamerweise immer noch nicht aus dem Kopf. Mittlerweile hat er ja Zwillinge und betreut Praktikanten im Anerkennungsjahr. Ich habe schon jetzt panische Angst davor, ihm als Lehrer oder Vater irgendwo in einer Kindertageseinrichtung zu begegnen, sollte ich irgendwann wieder als Erzieherin arbeiten können. Das schlimmste wäre, wenn ich selbst eine Praktikantin betreuen müsste, mit der ich dann mit dem Lehrer gemeinsam nach dem Praxisbesuch ein Gespräch hätte…

Mein Freund hat seine Arbeitsstelle gekündigt – die Arbeitsbedingungen waren aber auch schlecht. Momentan ist er krankgeschrieben, weil dieser Idiot mal wieder so schnell mit dem Fahrrad unterwegs war, dass er ein Hindernis übersehen hat. Grrrrrrrr. Natürlich hat er sich wieder einen Bruch zugezogen und hat seit Wochen geschwollene Fingergelenke, die er nicht bewegen kann. Keine Ahnung wo er landen wird, wenn er einen neuen Arbeitsplatz hat.
Am liebsten würde ich mit ihm zusammen weg aus dieser Stadt. Aber er lässt sich mit 30 Jahren weiterhin von Mutti betütteln, allein wohnen ist ihm zu teuer und zusammenziehen kann ich nicht, obwohl ich es eigentlich wollen würde. Doch davor müsste so viel passieren!!!!! 😦 😦
Ich kann mich nicht gegenüber meiner konservativen Familie und Verwandten behaupten. Ich müsste vor dem Zusammenziehen heiraten. Heiraten wären aber mit meinen Angststörungen undenkbar (im Mittelpunkt stehen, Kleid anziehen mit Narben, zeigen, dass ich kein gefühlloses Wesen bin,…). Ich stecke also regelrecht in meinem Leben fest.
Wenn ich an meine Zukunft denke, wird mir einfach nur schlecht…

 

Alles zu viel…

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Momentan tut einfach wieder alles so scheiße weh. Und damit meine ich nicht einmal meine körperlichen Schmerzen, die mich weiterhin jeden Tag plagen. Es ist der ganze verdammte Rest…
Aber eins nach dem anderen…

Erst kam die Kündigung. Dann musste ich mich ewig mit meinem Arbeitgeber herumschlagen, damit diese mir die Unterlagen für die Arbeitsagentur ausgefüllt hat. Kam ewig nicht. War schließlich fehlerhaft. Dann meinten sie, dass das mit dem Kündigungsdatum nicht geht und haben mir eine neue Kündigung geschickt, mit einem Kündigungsdatum von 1,5 Monate früher. Natürlich haben sie ein falsches Datum drauf geschrieben, damit niemand sagen kann, sie hätten die Kündigungsfrist nicht eingehalten. Hoffentlich bekomme ich da jetzt keine Probleme, wenn ich das neue Kündigungsdatum an die Arbeitsagentur weiterleite…

Bei letzterer habe ich die nächsten Tage auch noch meinen Termin, um endlich den Antrag für das Arbeitslosengeld abzugeben. Dann kommt noch irgendwann ein ärztliches Gespräch auf mich zu. Hoffentlich sind das verständnisvolle Leute…
Da ich noch nicht lange gearbeitet habe, werde ich vermutlich nicht lange Arbeitslosengeld 1 bekommen. Und wenn der Zeitraum vorbei ist, bekomme ich wahrscheinlich gar keine Unterstützung mehr. Weil ich zu viel angespart habe. Sehr mühsam über viele Jahre. War seit 10 Jahren nicht mehr im Urlaub und habe noch keine eigene Möbel usw.. Jetzt geht das Geld also alles für meine Krankheit drauf. Aber das interessiert eh niemanden…

In zwei Wochen habe ich nochmal ein MRT. Selbst dafür musste ich kämpfen, trotz der Überweisung meines Arztes. Erst meinten sie, dass ich da ein paar Monate Wartezeit haben würde und evtl. ja auch ein CT reichen würde. Nachdem ich ihnen eine lange Liste mit meinen Beschwerden und Untersuchungen geschickt hatte, ging es dann plötzlich doch und viel früher…
Dass es bei dem MRT etwas auffälliges geben wird, ist unwahrscheinlich, weil man meine Erkrankung da meistens nicht sieht. Aber besser als mir den Bauch aufzuschneiden…

Seit 1,5-2 Monaten nehme ich wieder neue Medikamente. Ein noch stärkeres Opioid. In anderen Kliniken würden sie mir dafür wieder den Kopf abreißen und alles absetzen, nach dem Motto „wie kann man nur!!??“. Aber wenn man seit bald 2 Jahren dauernd solche Schmerzen hat und keinen normalen Alltag führen kann, probiert man wahrscheinlich so einiges.
Meinem Magen gefällt das gar nicht. Zwischendurch war ich nur noch am Erbrechen.
Das schlimmste aber sind die Hitzewallungen, schließlich ist der Sommer auch schon so schlimm genug mit langer Kleidung…
Eine positive Veränderung merke ich bisher nicht. Nächste Woche habe ich wieder einen Termin. Und wehe, die kommen mir dann wieder mit Arbeiten. Aber wahrscheinlich sieht man mir die Schmerzen mal wieder zu wenig an. Wie damals, als die Notärztin mich mit sehr starken Schmerzen hat liegen lassen…

Und jetzt zu den Dingen, die mich gerade am meisten beschäftigen:

Mein Freund hat auch dieses Jahr meinen Geburtstag vergessen. Wie letztes Jahr. Nur hat er diesmal auch die Tage danach nicht daran gedacht. Und ja, es tut weh. Ich versuche mir einzureden, dass ich mich nicht so anstellen soll. Schließlich weiß ich, dass er sich Geburtstage schlecht merken kann. Ich sag mir dauernd, dass ich ihm nicht böse sein darf. Und eine andere Stimme in meinem Kopf sagt: So wichtig kannst du ihm dann aber nicht sein…

Und dann ist da noch die andere Sache. Ich hatte es vermutet. Und heute konnte ich es ergoogeln…
ER ist mittlerweile Vater geworden. Hat Anfang des Jahres zwei Söhne bekommen. Auch noch Zwillinge… Auch noch zwei Kinder, auf die ich neidisch bin, dass sie IHN zum Vater haben…
Das ist so bescheuert… Aber ich bekomme ihn einfach nicht aus meinem Kopf…

 

Keine Zukunft mehr…

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5 Monate habe ich hier keinen Beitrag mehr verfasst. Oh man… Meine längste Pause bisher. Irgendwie war mir nicht nach Schreiben zumute. Und heute? Heute habe ich eine neue Hiobsbotschaft erhalten, die mich sehr hart trifft…

Ich weiß gar nicht, was ich zu den letzten Monaten schreiben soll. Mein Gesundheitszustand hat sich nicht verbessert. Ich war bei sehr vielen Ärzten und in den verschiedenen Ambulanzen der Klinik. Jeder sagt irgendwas anderes…
Viele meiner Schmerzen sind wohl Nervenschmerzen durch meine Erkrankung. Entweder weil die Nerven verletzt wurden, oder weil sie auch von der Erkrankung betroffen sind. Dann kommt die Chronifizierung dazu (die bei Ängsten und Depressionen besonders leicht passiert – bin also das perfekte Beispiel). Momentan versuche ich verschiedene Antiepileptika, die bei Nervenschmerzen helfen können (was sie bisher nicht tun). Ein positiver Nebeneffekt für mich ist, dass diese Medikamente sich ein bisschen positiv auf Angststörungen auswirken. Denn ja, ich versuche auch weiterhin vor allen Ärzten die Fassade zu wahren und erzähle ihnen nichts von meiner kaputten Psyche.
Von der Schmerzambulanz wurde ein 4x 1-stündiger Kurs über chronische Schmerzen ausgerichtet, bei dem ich mich (nach ärztlichem Vorschlag) angemeldet hatte. Ich hatte furchtbare Angst vor diesen Treffen. In einer Runde mit fremden Menschen in einem Raum sitzen und evtl. auch noch selbst etwas sagen müssen. Die perfekte Situation um (wie im Unterricht früher usw.) Panikattacken zu bekommen. Doch ich bekam sie nicht. Stattdessen habe ich mich schnell sehr gut mit einer Frau verstanden, die die gleiche Erkrankung hat wie ich. Es tat so gut auf Gleichgesinnte zu stoßen, auch wenn es keine Selbsthilfegruppe war.
Ob die Panik wegen den Tabletten ausgeblieben ist? Bald werden sie wohl wieder abgesetzt, hoffentlich trifft mich dann nicht der Schlag! Denn auch beim Busfahren, Einkaufen usw. (was durch die Schmerzen nicht all zu oft vor kam), hatte ich das Gefühl, dass die Angst ein bisschen besser war als bisher.

Richtig schlimm für mich war, als ich von der Schmerzambulanz aus zu einer Ärztin für Psychosomatik sollte. Sie hat mich alles gefragt. Einfach ALLES. Dass ich mich mal selbst verletzt habe, musste ich ihr sagen, sonst hätte sie es bestimmt von einem anderen Bericht erfahren. Aber natürlich habe ich es wieder runtergespielt, dass das ewig her sei und nur ein Jahr lang war.
Als sie mein niedrigstes Gewicht (seit ich 18 bin) wissen wollte, habe ich 5 Kg mehr gesagt. Aber das hat ihr natürlich nicht in den Kram gepasst, weil das „klinisch relevantes Untergewicht“ sei. Schön für sie. Mein momentanes Gewicht ist aber ein ganz anderes. Denn seit Dezember bin ich durchgehend am Zunehmen. Einfach so. Und ja, dass ist ziemlich, ziemlich schlimm für mich. Wenn keine Hose mehr passt und ich sie an meine 12-Jährige Cousine (dünn/ normal) weitergeben kann, der sie passt. Wenn der Arzt sagt, dass mein Gesicht fülliger geworden wäre. ICH KÖNNTE KOT*EN!!! Nun habe ich also beinahe Normalgewicht. Ja, jetzt bist du so richtig fett!!!
Die Psychosomatik-Tante hätte mich gerne aufgrund meiner chronischem Schmerzen und Beschwerden in eine ambulante Therapie geschickt. Aber da wäre ich wieder nicht mit anderen Schmerzpatienten zusammen gewesen. Wie in der Reha, wo ich mich total unverstanden gefühlt habe mit meinen Schmerzen…
Der Hammer war dann das Schreiben dieser Ärztin, das zwei Monate oder so später bei mir ankam. Ich habe mich sooo vera*scht gefühlt! Hat die tatsächlich bei mehreren ihrer Fragen genau das Gegenteil reingeschrieben, von dem was ich ihr geantwortet habe! Z.B. dass ich innerlich unruhig wäre. Dabei war ich die letzten Monate innerlich sehr ruhig und das habe ich ihr so gesagt! Leider hat sie auch hineingeschrieben, dass ich möglicherweise eine A-typische Essstörung haben könnte. Ist doch praktisch, wenn sie reinschreibt, ich hätte als ich Kieferprobleme hatte, mein Essen klein geschnitten. Passt doch dann wunderbar zu einer Essstörung! Bloß schneide ich mein Essen normalerweise nie klein. Aber wenn man seinen Mund aufgrund einer Kieferklemme nicht mehr öffnen kann (so wie das damals eben war), hat man doch keine andere Option, wenn man nicht nur Brei essen möchte! Grrr, die hat mich genervt. Sie hat viele solch schöne Dinge geschrieben. Dass man die Dinge gerne in einem zweiwöchigen stationären Aufenthalt abklären könnte. Auch ob ich eine zwanghafte Persönlichkeitsakzentuierung habe (keine Ahnung, woran sie das schon wieder festgemacht hat, aber das kann man in meiner Familie ja nur bekommen…).
Bekommen hat den Bericht außer mir nur meine Hausärztin (die ich kurzfristig wechseln musste, weil die andere aufgehört hat). Und meine Hausärztin ist schwanger, das heißt, die werde ich vielleicht auch nicht mehr so schnell sehen. Die Schmerzambulanz könnte ihn sich noch anschauen, weil er bestimmt auf dem PC im Kliniksystem ist. Aber da sind mittlerweile so viele Berichte von mir, dass der auch untergehen könnte.

Mit chronischen Schmerzen sollte man sich eigentlich eine ambulante Psychotherapie machen. Dazu haben mir Schmerzambulanz und natürlich die Psychosomatik-Tante geraten. Aber das geht nicht. Ich kann da nicht hin und jemandem ein ganzes Leben vorspielen. Und jemandem alles erzählen geht auch nicht. Es geht einfach nicht…

Ich war im Kinderwunschzentrum, weil mir dazu geraten wurde um zu überprüfen, ob ich hormonell richtig eingestellt bin. Da war ich aber eindeutig falsch. Die Ärztin war erkältet und dermaßen genervt. Letztendlich wollte sie mir wahrscheinlich als Strafe noch ein bisschen Angst einjagen mit: „Vielleicht kommen sie ja schon in die Wechseljahre!“ oder: „Bei Krebs hat man Ihre Symptome auch!“. Am Ende dann noch ein „Und wann gehen Sie dann wieder arbeiten!????“ Dann, wenn ich weniger Schmerzen habe, gute Frau, und einen normalen Alltag führen kann!!!?? Ich hasse solche Sätze! Aber ich wusste von den anderen aus der Gruppe, dass auch sie als chronische Schmerzpatienten so viel Verständnislosigkeit begegnen und dass man es einem Menschen nicht unbedingt ansieht, dass er jeden Tag Schmerzen hat.

Ein anderer Arzt hat mir zu Kernspin der Wirbelsäule geraten, nur um sicher zu gehen, dass es da nicht noch irgendwelche Ursachen für meine Schmerzen gibt. Mein Arzt (der, der mich immer krankschreibt) findet das wiederum unnötig.
Dann wurde mir noch geraten, evtl. noch eine weitere Meinung in einer anderen Klinik einzuholen bzgl. meiner Erkrankung, ob evtl. nicht doch nochmals eine OP notwendig wäre. Mein Arzt wollte sich das nochmals durch den Kopf gehen lassen.
Die Schmerzambulanz ist gegen weitere Operationen. Und ich eigentlich auch. Das ist alles so bescheuert. Ich kann keine Ärzte und Kliniken mehr sehen…

Eine weitere Reha habe ich auch beantragt und nach der Ablehnung Widerspruch eingelegt. Es ist eine Reha, speziell mit Patienten, die die gleiche Erkrankung haben. Einerseits wäre das super, der ganze Austausch usw. Aber dort gibt es wieder Therapien die gemeinsam im Wasser stattfinden. Und ich weiß nicht, wie ich das überleben würde, wenn alle meine Narben sehen würden. Meinen fetten Körper an sich. Und dann auch noch die Panik vor tiefem Wasser. So wünsche ich mir insgeheim sogar, abgelehnt zu werden…

Mit meinem Freund war es immer wieder schwierig. Ständig schwimmt er im Selbstmitleid. Er hat mittlerweile gekündigt. Ich hoffe, dass er auch wirklich etwas Neues sucht und findet…

Wahrscheinlich fehlt noch einiges. Aber das war mal das wichtigste der letzten Monate. Nun kommt aber wohl das Allerwichtigste. Das, was mir heute das Herz gebrochen hat:
Es war die letzten Jahre mein Halt. Mein einziger konstanter Halt, wenn auch sonst alles den Bach hinunter ging…
Mein Arbeitgeber hat mich heute angerufen. Und dann kam das, wovor ich die letzten 1 1/2 Jahre so viel Angst hatte. Meine Kündigung………….
Es war mein Traumkindergarten. Die pädagogische Arbeitsweise gibt es sonst nicht oft in Deutschland und in meiner Gegend erst recht nicht. Der Vertrag war unbefristet. Die Kollegen waren nett. Ich habe mich dort fast wie zu Hause gefühlt. Und nun ist alles vorbei…
Ich verstehe es, dass sie mich nicht halten können. Schließlich bin ich nun seit fast 1,5 Jahren krank. Kündigung wegen meiner Erkrankung. Super. Ich hätte mich am liebsten sofort aufgeschnitten oder alles an Essen in mich hineingestopft, um es dann wieder loszuwerden.
Seit dem Telefonat stehe ich neben mir. Ich habe keine Zukunft mehr…

Schlimmer als im Kindergarten

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Schon wieder ist ein ganzer Monat vergangen, seit ich meinen letzten Beitrag getippt habe. Mir war einfach so gar nicht danach. Und irgendwie gab es auch nicht all zu viel zu berichten…

An Tagen, an denen ich schmerzfreie Minuten hatte, war mir plötzlich teilweise sehr langweilig und meine Stimmung war manchmal im Keller. Sonst konnte ich mich immer so gut beschäftigen, auch wenn ich nicht so viel gemacht habe. Und wenn die Schmerzen sehr stark waren, dann war an Langeweile gar nicht zu denken…
Meine Antidepressiva nehme ich nun seit viereinhalb Monaten. Merke aber absolut keinen Unterschied bei den Schmerzen und sonst auch nicht.
Nachts schlafe ich mittlerweile teilweise recht wenig. Vor lauter Schmerzen, Übelkeit, Hitze-/ Kälteschübe und Toilettengängen, bin ich da dann oft mehrere Stunden wach.
Nach den Mahlzeiten, die ich momentan sehr regelmäßig einnehme (schon allein meinem Magen zu Liebe), schlafe ich immer öfter ein. Meistens so ca. 1-2 Stunden danach.  Also morgens fast immer. Und es ist nicht dieses normale einschlafen, sondern dieses anfallsartige, das mittlerweile wirklich ein Problem darstellt. Ich bin dann gleichzeitig immer so verwirrt und benebelt und bekomme jedes Mal dabei einen trockenen Mund (obwohl ich ja mittlerweile seeehr viel trinke, weil ich sonst starke Schmerzen bekomme). Manchmal geht das dann mehrere Stunden so. Ich habe das ja schon seit Jahren immer wieder. Aber nie war es so häufig wie zur Zeit. Mein Arzt hatte die Vermutung, dass mein Blutdruck da runter geht. Aber ich habe ihn regelmäßig gemessen. Der ist immer normal bis leicht erhöht… Oft wache ich dann aber auf nach diesen „Schlafanfällen“ und denke sofort ans Essen. Vielleicht irgendwas mit dem Blutzucker? Es kommt mir einfach nicht mehr normal vor! Und um beim Hausarzt das Problem mal anzusprechen, bin ich schon wieder zu feige. Weil die Ärztin meine Narben noch nicht kennt… 😦

Manchmal frage ich mich schon, warum ausgerechnet ich. Und warum ich nichts haben kann, das irgendwie greifbarer ist. Etwas das die Leute ernster nehmen.
Und andererseits bin ich heimlich immer wieder froh, nicht arbeiten gehen zu müssen usw. Weil in der Welt da draußen so viele Herausforderungen auf mich warten, denen ich mich nicht gewachsen fühle. Ganz weit vorne stehen meine Versagensängste…

Nachdem meine letzte Untersuchung in Vollnarkose unauffällig war, folgt in wenigen Wochen die nächste Untersuchung. Und natürlich mache ich mir schon wieder die schlimmsten Gedanken, wegen meiner Narben.
Genauso bei dem Termin in der Schmerzklinik, der im Februar folgen wird. Ich habe Angst vor Vorurteilen wegen der Narben. Dass sie meine Schmerzen dann sofort psychosomatisch einordnen werden. Und davor, dass irgendwelche unsensiblen Ärzte bescheuerte Kommentare abgeben… Davon hatte ich die letzten Monate mehr als genug…

Wahrscheinlich habe ich mich heute an die Tastatur gesetzt, weil ich innerlich so am Brodeln bin. Alle realen Menschen um mich herum kotzen mich gerade nur noch an. Sie sind mir zu anstrengend.
Der Hauptgrund ist vermutlich, dass meine Mutter seit einer Woche in der Reha ist, mein Vater Urlaub hat und meine Schwester ebenfalls ein paar freie Tage hat. Bedeutet im Klartext: Mein komplizierter Vater, meine egoistische Schwester und ich 24 Stunden täglich unter einem Dach. Und ich fühle mich wie im Kindergarten. Nein schlimmer. Mein Vater ist so unselbständig. Ich muss ihm jeden Deckel suchen, weil er ihn nicht findet. Ich muss ihm jede Nudelpackung heraussuchen, weil er nicht weiß, welche nehmen. Ich muss ihn daran erinnern, dass er die nicht vegetarischen Dinge im Kühlschrank isst und welche Produkte als nächstes ablaufen. Ich muss sagen, was wir einkaufen sollen – aber immer mit der genauen Bezeichnung jeder Packung. Ich muss sagen, was wir kochen und womit kombinieren. Ich muss die Zubereitung Schritt für Schritt erklären, indem ich daneben sitze und teilweise mit starken Schmerzen mitkochen, weil er es nun mal nicht hinbekommt (ein Salatdressing zu machen, ist ja auch so schwierig). Ich muss ihm eine genaue Uhrzeit nennen, wann wir kochen werden – was ich nun mal vorher nicht sagen kann, weil ich nie weiß, ob ich da nicht gerade starke Schmerzen haben werde oder die halbe Zeit auf der Toilette verbringen muss. Ich muss sagen, um welche Uhrzeit ich genau essen möchte. Und ich muss die ganze Zeit seine Hektik ertragen, die auch meine Mutter schon so oft in die Verzweiflung geführt hat.
Für die Essensreste im Kühlschrank fühlt sich niemand verantwortlich außer mir (und sonst meiner Mutter). Und ich hasse es so sehr, Dinge wegzuwerfen.
Meine Schwester treibt mich ebenfalls in den Wahnsinn. Sie lässt jeden Tag ihr restliches Essen mit Teller, Besteck und jede Menge Müll liegen. Das Frühstück, das Mittagessen, das Abendessen. Nicht nur auf ihrem Platz am Esstisch, sondern gleichzeitig auch noch eine restliche Mahlzeit in der Küche. Und das liegt da dann 1 1/2 Tage. Und sie hat IMMER Reste. Die anderen Plätze am Esstisch im Wohnzimmer belegt sie dann mit ihren Lernsachen. Wenn ich etwas sage, nimmt mein Vater sie sofort in Schutz.
Ich bin gerade einfach nur noch sooo so sehr genervt. Weil mein Vater auf mich so unselbständig und meine Schwester so egoistisch wirkt. Und mir fehlt so die Kraft denen hinterher zu räumen und zu sagen, was gemacht werden sollte und was nicht. Keine Ahnung, wie ich das weiterhin ertragen soll…
Dazu kommt dann noch mein Freund der mich gestern so sehr angeekelt hat, dass mir immer noch augenblicklich schlecht wird, wenn ich nur daran denke. Wahrscheinlich hatte er noch Alkohol intus. Aber selbst das wäre keine Entschuldigung.

Mir ist alles zu viel. Denke immer noch jeden Tag an den Lehrer. Seit zwei Jahren jetzt. Das ist so bescheuert…
Ich weiß nicht, wie ich mich momentan ablenken soll, von all der Scheiße in meinem Leben. Neulich habe ich es hinbekommen, mal wieder zu malen. Gleich dreimal sogar. Und dann ging es plötzlich nicht mehr. Hängt irgendwie wieder mit der Versagensangst zusammen. Ich weiß nicht, ob das kam, weil das letzte Bild nichts geworden und im Müll gelandet ist. Oder, weil meine Mutter neulich so Angst davor hatte, in ihrer Reha malen zu müssen – musste mir ewig wieder mal anhören, dass sie das nun mal nicht könne. Immer dieses „ich kann das nicht, ich kann das nicht“. Und ich muss dann sagen, dass sie das wohl kann und eben auf ihre Weise. Ich hab das Gefühl, dass ich da die Mutterrolle übernehmen muss. Obwohl mich mir doch selbst wünschen würde, dass mir mal jemand in verschiedenen Situationen Mut macht…