Keine Zukunft mehr…

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5 Monate habe ich hier keinen Beitrag mehr verfasst. Oh man… Meine längste Pause bisher. Irgendwie war mir nicht nach Schreiben zumute. Und heute? Heute habe ich eine neue Hiobsbotschaft erhalten, die mich sehr hart trifft…

Ich weiß gar nicht, was ich zu den letzten Monaten schreiben soll. Mein Gesundheitszustand hat sich nicht verbessert. Ich war bei sehr vielen Ärzten und in den verschiedenen Ambulanzen der Klinik. Jeder sagt irgendwas anderes…
Viele meiner Schmerzen sind wohl Nervenschmerzen durch meine Erkrankung. Entweder weil die Nerven verletzt wurden, oder weil sie auch von der Erkrankung betroffen sind. Dann kommt die Chronifizierung dazu (die bei Ängsten und Depressionen besonders leicht passiert – bin also das perfekte Beispiel). Momentan versuche ich verschiedene Antiepileptika, die bei Nervenschmerzen helfen können (was sie bisher nicht tun). Ein positiver Nebeneffekt für mich ist, dass diese Medikamente sich ein bisschen positiv auf Angststörungen auswirken. Denn ja, ich versuche auch weiterhin vor allen Ärzten die Fassade zu wahren und erzähle ihnen nichts von meiner kaputten Psyche.
Von der Schmerzambulanz wurde ein 4x 1-stündiger Kurs über chronische Schmerzen ausgerichtet, bei dem ich mich (nach ärztlichem Vorschlag) angemeldet hatte. Ich hatte furchtbare Angst vor diesen Treffen. In einer Runde mit fremden Menschen in einem Raum sitzen und evtl. auch noch selbst etwas sagen müssen. Die perfekte Situation um (wie im Unterricht früher usw.) Panikattacken zu bekommen. Doch ich bekam sie nicht. Stattdessen habe ich mich schnell sehr gut mit einer Frau verstanden, die die gleiche Erkrankung hat wie ich. Es tat so gut auf Gleichgesinnte zu stoßen, auch wenn es keine Selbsthilfegruppe war.
Ob die Panik wegen den Tabletten ausgeblieben ist? Bald werden sie wohl wieder abgesetzt, hoffentlich trifft mich dann nicht der Schlag! Denn auch beim Busfahren, Einkaufen usw. (was durch die Schmerzen nicht all zu oft vor kam), hatte ich das Gefühl, dass die Angst ein bisschen besser war als bisher.

Richtig schlimm für mich war, als ich von der Schmerzambulanz aus zu einer Ärztin für Psychosomatik sollte. Sie hat mich alles gefragt. Einfach ALLES. Dass ich mich mal selbst verletzt habe, musste ich ihr sagen, sonst hätte sie es bestimmt von einem anderen Bericht erfahren. Aber natürlich habe ich es wieder runtergespielt, dass das ewig her sei und nur ein Jahr lang war.
Als sie mein niedrigstes Gewicht (seit ich 18 bin) wissen wollte, habe ich 5 Kg mehr gesagt. Aber das hat ihr natürlich nicht in den Kram gepasst, weil das „klinisch relevantes Untergewicht“ sei. Schön für sie. Mein momentanes Gewicht ist aber ein ganz anderes. Denn seit Dezember bin ich durchgehend am Zunehmen. Einfach so. Und ja, dass ist ziemlich, ziemlich schlimm für mich. Wenn keine Hose mehr passt und ich sie an meine 12-Jährige Cousine (dünn/ normal) weitergeben kann, der sie passt. Wenn der Arzt sagt, dass mein Gesicht fülliger geworden wäre. ICH KÖNNTE KOT*EN!!! Nun habe ich also beinahe Normalgewicht. Ja, jetzt bist du so richtig fett!!!
Die Psychosomatik-Tante hätte mich gerne aufgrund meiner chronischem Schmerzen und Beschwerden in eine ambulante Therapie geschickt. Aber da wäre ich wieder nicht mit anderen Schmerzpatienten zusammen gewesen. Wie in der Reha, wo ich mich total unverstanden gefühlt habe mit meinen Schmerzen…
Der Hammer war dann das Schreiben dieser Ärztin, das zwei Monate oder so später bei mir ankam. Ich habe mich sooo vera*scht gefühlt! Hat die tatsächlich bei mehreren ihrer Fragen genau das Gegenteil reingeschrieben, von dem was ich ihr geantwortet habe! Z.B. dass ich innerlich unruhig wäre. Dabei war ich die letzten Monate innerlich sehr ruhig und das habe ich ihr so gesagt! Leider hat sie auch hineingeschrieben, dass ich möglicherweise eine A-typische Essstörung haben könnte. Ist doch praktisch, wenn sie reinschreibt, ich hätte als ich Kieferprobleme hatte, mein Essen klein geschnitten. Passt doch dann wunderbar zu einer Essstörung! Bloß schneide ich mein Essen normalerweise nie klein. Aber wenn man seinen Mund aufgrund einer Kieferklemme nicht mehr öffnen kann (so wie das damals eben war), hat man doch keine andere Option, wenn man nicht nur Brei essen möchte! Grrr, die hat mich genervt. Sie hat viele solch schöne Dinge geschrieben. Dass man die Dinge gerne in einem zweiwöchigen stationären Aufenthalt abklären könnte. Auch ob ich eine zwanghafte Persönlichkeitsakzentuierung habe (keine Ahnung, woran sie das schon wieder festgemacht hat, aber das kann man in meiner Familie ja nur bekommen…).
Bekommen hat den Bericht außer mir nur meine Hausärztin (die ich kurzfristig wechseln musste, weil die andere aufgehört hat). Und meine Hausärztin ist schwanger, das heißt, die werde ich vielleicht auch nicht mehr so schnell sehen. Die Schmerzambulanz könnte ihn sich noch anschauen, weil er bestimmt auf dem PC im Kliniksystem ist. Aber da sind mittlerweile so viele Berichte von mir, dass der auch untergehen könnte.

Mit chronischen Schmerzen sollte man sich eigentlich eine ambulante Psychotherapie machen. Dazu haben mir Schmerzambulanz und natürlich die Psychosomatik-Tante geraten. Aber das geht nicht. Ich kann da nicht hin und jemandem ein ganzes Leben vorspielen. Und jemandem alles erzählen geht auch nicht. Es geht einfach nicht…

Ich war im Kinderwunschzentrum, weil mir dazu geraten wurde um zu überprüfen, ob ich hormonell richtig eingestellt bin. Da war ich aber eindeutig falsch. Die Ärztin war erkältet und dermaßen genervt. Letztendlich wollte sie mir wahrscheinlich als Strafe noch ein bisschen Angst einjagen mit: „Vielleicht kommen sie ja schon in die Wechseljahre!“ oder: „Bei Krebs hat man Ihre Symptome auch!“. Am Ende dann noch ein „Und wann gehen Sie dann wieder arbeiten!????“ Dann, wenn ich weniger Schmerzen habe, gute Frau, und einen normalen Alltag führen kann!!!?? Ich hasse solche Sätze! Aber ich wusste von den anderen aus der Gruppe, dass auch sie als chronische Schmerzpatienten so viel Verständnislosigkeit begegnen und dass man es einem Menschen nicht unbedingt ansieht, dass er jeden Tag Schmerzen hat.

Ein anderer Arzt hat mir zu Kernspin der Wirbelsäule geraten, nur um sicher zu gehen, dass es da nicht noch irgendwelche Ursachen für meine Schmerzen gibt. Mein Arzt (der, der mich immer krankschreibt) findet das wiederum unnötig.
Dann wurde mir noch geraten, evtl. noch eine weitere Meinung in einer anderen Klinik einzuholen bzgl. meiner Erkrankung, ob evtl. nicht doch nochmals eine OP notwendig wäre. Mein Arzt wollte sich das nochmals durch den Kopf gehen lassen.
Die Schmerzambulanz ist gegen weitere Operationen. Und ich eigentlich auch. Das ist alles so bescheuert. Ich kann keine Ärzte und Kliniken mehr sehen…

Eine weitere Reha habe ich auch beantragt und nach der Ablehnung Widerspruch eingelegt. Es ist eine Reha, speziell mit Patienten, die die gleiche Erkrankung haben. Einerseits wäre das super, der ganze Austausch usw. Aber dort gibt es wieder Therapien die gemeinsam im Wasser stattfinden. Und ich weiß nicht, wie ich das überleben würde, wenn alle meine Narben sehen würden. Meinen fetten Körper an sich. Und dann auch noch die Panik vor tiefem Wasser. So wünsche ich mir insgeheim sogar, abgelehnt zu werden…

Mit meinem Freund war es immer wieder schwierig. Ständig schwimmt er im Selbstmitleid. Er hat mittlerweile gekündigt. Ich hoffe, dass er auch wirklich etwas Neues sucht und findet…

Wahrscheinlich fehlt noch einiges. Aber das war mal das wichtigste der letzten Monate. Nun kommt aber wohl das Allerwichtigste. Das, was mir heute das Herz gebrochen hat:
Es war die letzten Jahre mein Halt. Mein einziger konstanter Halt, wenn auch sonst alles den Bach hinunter ging…
Mein Arbeitgeber hat mich heute angerufen. Und dann kam das, wovor ich die letzten 1 1/2 Jahre so viel Angst hatte. Meine Kündigung………….
Es war mein Traumkindergarten. Die pädagogische Arbeitsweise gibt es sonst nicht oft in Deutschland und in meiner Gegend erst recht nicht. Der Vertrag war unbefristet. Die Kollegen waren nett. Ich habe mich dort fast wie zu Hause gefühlt. Und nun ist alles vorbei…
Ich verstehe es, dass sie mich nicht halten können. Schließlich bin ich nun seit fast 1,5 Jahren krank. Kündigung wegen meiner Erkrankung. Super. Ich hätte mich am liebsten sofort aufgeschnitten oder alles an Essen in mich hineingestopft, um es dann wieder loszuwerden.
Seit dem Telefonat stehe ich neben mir. Ich habe keine Zukunft mehr…

Schlimmer als im Kindergarten

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Schon wieder ist ein ganzer Monat vergangen, seit ich meinen letzten Beitrag getippt habe. Mir war einfach so gar nicht danach. Und irgendwie gab es auch nicht all zu viel zu berichten…

An Tagen, an denen ich schmerzfreie Minuten hatte, war mir plötzlich teilweise sehr langweilig und meine Stimmung war manchmal im Keller. Sonst konnte ich mich immer so gut beschäftigen, auch wenn ich nicht so viel gemacht habe. Und wenn die Schmerzen sehr stark waren, dann war an Langeweile gar nicht zu denken…
Meine Antidepressiva nehme ich nun seit viereinhalb Monaten. Merke aber absolut keinen Unterschied bei den Schmerzen und sonst auch nicht.
Nachts schlafe ich mittlerweile teilweise recht wenig. Vor lauter Schmerzen, Übelkeit, Hitze-/ Kälteschübe und Toilettengängen, bin ich da dann oft mehrere Stunden wach.
Nach den Mahlzeiten, die ich momentan sehr regelmäßig einnehme (schon allein meinem Magen zu Liebe), schlafe ich immer öfter ein. Meistens so ca. 1-2 Stunden danach.  Also morgens fast immer. Und es ist nicht dieses normale einschlafen, sondern dieses anfallsartige, das mittlerweile wirklich ein Problem darstellt. Ich bin dann gleichzeitig immer so verwirrt und benebelt und bekomme jedes Mal dabei einen trockenen Mund (obwohl ich ja mittlerweile seeehr viel trinke, weil ich sonst starke Schmerzen bekomme). Manchmal geht das dann mehrere Stunden so. Ich habe das ja schon seit Jahren immer wieder. Aber nie war es so häufig wie zur Zeit. Mein Arzt hatte die Vermutung, dass mein Blutdruck da runter geht. Aber ich habe ihn regelmäßig gemessen. Der ist immer normal bis leicht erhöht… Oft wache ich dann aber auf nach diesen „Schlafanfällen“ und denke sofort ans Essen. Vielleicht irgendwas mit dem Blutzucker? Es kommt mir einfach nicht mehr normal vor! Und um beim Hausarzt das Problem mal anzusprechen, bin ich schon wieder zu feige. Weil die Ärztin meine Narben noch nicht kennt… 😦

Manchmal frage ich mich schon, warum ausgerechnet ich. Und warum ich nichts haben kann, das irgendwie greifbarer ist. Etwas das die Leute ernster nehmen.
Und andererseits bin ich heimlich immer wieder froh, nicht arbeiten gehen zu müssen usw. Weil in der Welt da draußen so viele Herausforderungen auf mich warten, denen ich mich nicht gewachsen fühle. Ganz weit vorne stehen meine Versagensängste…

Nachdem meine letzte Untersuchung in Vollnarkose unauffällig war, folgt in wenigen Wochen die nächste Untersuchung. Und natürlich mache ich mir schon wieder die schlimmsten Gedanken, wegen meiner Narben.
Genauso bei dem Termin in der Schmerzklinik, der im Februar folgen wird. Ich habe Angst vor Vorurteilen wegen der Narben. Dass sie meine Schmerzen dann sofort psychosomatisch einordnen werden. Und davor, dass irgendwelche unsensiblen Ärzte bescheuerte Kommentare abgeben… Davon hatte ich die letzten Monate mehr als genug…

Wahrscheinlich habe ich mich heute an die Tastatur gesetzt, weil ich innerlich so am Brodeln bin. Alle realen Menschen um mich herum kotzen mich gerade nur noch an. Sie sind mir zu anstrengend.
Der Hauptgrund ist vermutlich, dass meine Mutter seit einer Woche in der Reha ist, mein Vater Urlaub hat und meine Schwester ebenfalls ein paar freie Tage hat. Bedeutet im Klartext: Mein komplizierter Vater, meine egoistische Schwester und ich 24 Stunden täglich unter einem Dach. Und ich fühle mich wie im Kindergarten. Nein schlimmer. Mein Vater ist so unselbständig. Ich muss ihm jeden Deckel suchen, weil er ihn nicht findet. Ich muss ihm jede Nudelpackung heraussuchen, weil er nicht weiß, welche nehmen. Ich muss ihn daran erinnern, dass er die nicht vegetarischen Dinge im Kühlschrank isst und welche Produkte als nächstes ablaufen. Ich muss sagen, was wir einkaufen sollen – aber immer mit der genauen Bezeichnung jeder Packung. Ich muss sagen, was wir kochen und womit kombinieren. Ich muss die Zubereitung Schritt für Schritt erklären, indem ich daneben sitze und teilweise mit starken Schmerzen mitkochen, weil er es nun mal nicht hinbekommt (ein Salatdressing zu machen, ist ja auch so schwierig). Ich muss ihm eine genaue Uhrzeit nennen, wann wir kochen werden – was ich nun mal vorher nicht sagen kann, weil ich nie weiß, ob ich da nicht gerade starke Schmerzen haben werde oder die halbe Zeit auf der Toilette verbringen muss. Ich muss sagen, um welche Uhrzeit ich genau essen möchte. Und ich muss die ganze Zeit seine Hektik ertragen, die auch meine Mutter schon so oft in die Verzweiflung geführt hat.
Für die Essensreste im Kühlschrank fühlt sich niemand verantwortlich außer mir (und sonst meiner Mutter). Und ich hasse es so sehr, Dinge wegzuwerfen.
Meine Schwester treibt mich ebenfalls in den Wahnsinn. Sie lässt jeden Tag ihr restliches Essen mit Teller, Besteck und jede Menge Müll liegen. Das Frühstück, das Mittagessen, das Abendessen. Nicht nur auf ihrem Platz am Esstisch, sondern gleichzeitig auch noch eine restliche Mahlzeit in der Küche. Und das liegt da dann 1 1/2 Tage. Und sie hat IMMER Reste. Die anderen Plätze am Esstisch im Wohnzimmer belegt sie dann mit ihren Lernsachen. Wenn ich etwas sage, nimmt mein Vater sie sofort in Schutz.
Ich bin gerade einfach nur noch sooo so sehr genervt. Weil mein Vater auf mich so unselbständig und meine Schwester so egoistisch wirkt. Und mir fehlt so die Kraft denen hinterher zu räumen und zu sagen, was gemacht werden sollte und was nicht. Keine Ahnung, wie ich das weiterhin ertragen soll…
Dazu kommt dann noch mein Freund der mich gestern so sehr angeekelt hat, dass mir immer noch augenblicklich schlecht wird, wenn ich nur daran denke. Wahrscheinlich hatte er noch Alkohol intus. Aber selbst das wäre keine Entschuldigung.

Mir ist alles zu viel. Denke immer noch jeden Tag an den Lehrer. Seit zwei Jahren jetzt. Das ist so bescheuert…
Ich weiß nicht, wie ich mich momentan ablenken soll, von all der Scheiße in meinem Leben. Neulich habe ich es hinbekommen, mal wieder zu malen. Gleich dreimal sogar. Und dann ging es plötzlich nicht mehr. Hängt irgendwie wieder mit der Versagensangst zusammen. Ich weiß nicht, ob das kam, weil das letzte Bild nichts geworden und im Müll gelandet ist. Oder, weil meine Mutter neulich so Angst davor hatte, in ihrer Reha malen zu müssen – musste mir ewig wieder mal anhören, dass sie das nun mal nicht könne. Immer dieses „ich kann das nicht, ich kann das nicht“. Und ich muss dann sagen, dass sie das wohl kann und eben auf ihre Weise. Ich hab das Gefühl, dass ich da die Mutterrolle übernehmen muss. Obwohl mich mir doch selbst wünschen würde, dass mir mal jemand in verschiedenen Situationen Mut macht…

Passwort: Klinische Untersuchung – anders als geplant!

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Gestern war es also so weit… Die Untersuchung in der Klinik mit Vollnarkose fand statt. Dabei ging mal wieder so einiges drunter und drüber. Und ich musste wieder für mich neue Peinlichkeiten über mich ergehen lassen. Letztendlich lief dann auch noch alles etwas anders ab als geplant, was mich wohl direkt zum nächsten Klinikum katapultieren wird… 😦
Einen ausführlicheren Bericht dazu, findet ihr mit dem üblichen Passwort geschützt, hier.

Morgen ist es so weit… :(

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Mir ist übel. Die Angst breitet sich in meinem ganzen Körper aus. Nur noch ein paar Stunden. Dann muss ich in die Klinik.
Ich kann den ganzen Tag schon nur an eine Sache denken: meine Narben. Morgen werden sie wieder zig Leute sehen. Keine Ahnung, wie ich das ertragen soll… Wenigsten werde ich in Narkose sein und zumindest von der bescheuerten Untersuchung nichts mitbekommen. Aber wie soll ich das denn aushalten, wenn mir danach der Oberarzt vor die Augen treten wird!? Grrr, ich hasse es…
Ich weiß nicht, welches Untersuchungsergebnis ich mir wünsche. Wenn es keinen Befund gibt, wird es evtl. wieder auf eine neue OP hinauslaufen, weil dann bestimmte Nerven etwas haben könnten. Wenn meine Erkrankung auch in den beiden Organen zu erkennen ist, muss man abwägen zwischen OP mit eventuellen Risiken oder weiter Schmerzen haben. Und falls all das nicht zutrifft werden sie es bestimmt wieder auf meine Psyche schieben. Nur wegen den Narben. So wie der letzte Oberarzt im Juni in der anderen Klinik…

Vor zwei Wochen habe ich Tabletten bekommen gegen die Beschwerden, die ich mit einem Organ habe. Und langsam wirken sie tatsächlich ein bisschen. Die letzten zwei Tage konnte ich viel besser stehen. Also mal ausgenommen davon, dass ich nur wenig Kraft habe und meine Beine ständig anfangen zu zittern… Aber dass sie überhaupt wirken, deutet darauf hin, dass es sich nicht um meine Erkrankung in diesem Organ handelt…

Wegen der Narkose müssen mich morgen natürlich mal wieder meine Eltern abholen. 😦 Ich schiebe jetzt schon wieder Panik, weil ich mir immer die schlimmsten Vorstellungen ausmale, dass mich noch irgendjemand vor meinen Eltern untersuchen möchte und sie meine Narben sehen könnten… Deshalb werde ich es mal wieder so lange wie möglich hinauszögern, ihnen morgen zu schreiben, dass sie mich abholen kommen können… Das stresst mich jetzt schon wieder total…

Hoffentlich spielt mein Magen morgen mit. Die letzten Male war das leider nicht der Fall…

„Muttergefühle“, Kliniktermine und Angst wegen den Narben

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Vor zwei Monaten habe ich das letzte Mal gebloggt. Zumindest hier. Gedanklich tat ich das jeden Tag.
Erst hat sich nicht so viel getan. Meine Welt stand still, jeden Tag das gleiche Spiel. Nur die Welt um mich herum hat sich weitergedreht.
Eine Zeit lang habe ich plötzlich von mehreren Menschen mitbekommen, die schwanger sind. Eine ehemalige Mitschülerin, die Schwester meines Freundes und auch der Radiomensch* werden, bzw. sind mittlerweile Eltern. Ich weiß nicht, ob dass der Grund war, warum ich so viele Wochen dieses starke Verlangen hatte, ebenfalls ein kleines Kind in den Armen zu halten. Vielleicht kamen diese Muttergefühle aber auch durch meine hormonelle Umstellung…
Und dann ging das Ganze in eine andere, aber dennoch ähnliche Richtung. Plötzlich war und ist seit mehreren Wochen der Wunsch da, einen Hund zu haben. Ihn großzuziehen. Mich um ihn zu kümmern. Diesen Wunsch habe ich immer noch. Weil ich so gerne jemanden hätte, der einfach bei mir ist und mich so nimmt, wie ich bin… Momentan würde das sowieso nicht gehen. Allein gesundheitlich und mit meiner Wohnsituation. Und später? Die Stimmen in mir lachen mich aus. Dass andere ein Haustier haben scheint mir völlig normal zu sein. Aber ich habe es nicht verdient. Und würde das doch gar nicht hinbekommen. Wäre er nicht zu lange allein, wenn ich wieder arbeiten gehen würde? Noch mehr Kosten. Die ich für einen Vierbeiner gerne aufbringen würde und an anderer stelle einsparen würde, aber die Wohnungen in meiner Stadt sind so unglaublich teuer. Ich müsste jeden Tag mehrmals Gassi gehen. Total abwegig. Und eine andere Stimme sagt, dass ich dann gezwungen wäre, rauszugehen. Dass das vielleicht gut wäre für einen geregelten Tagesablauf. Dass ich endlich mal Bewegung hätte. Dass es mir vielleicht emotional helfen könnte, wenn da ein liebenswertes Wesen an meiner Seite wäre. Naja, wie gesagt, dass sind nur Gedanken. Spinnereien in meinem Kopf… Aber der Wunsch ist da.
Und gleichzeitig bemerke ich, dass ich mir gerade gar nicht mehr vorstellen könnte, Mutter zu sein. Dass ich Kleinkinder nicht mehr so niedlich finde, wie noch vor ein paar Wochen. Ob ich das Thema für mich irgendwie innerlich unbewusst abgehakt habe? Weil ich mögliche Enttäuschungen und Trauer usw. vermeiden möchte, die durch meine Erkrankung entstehen könnten? Möchte ich überhaupt noch Kinder irgendwann? Ich bin mir momentan nicht mehr sicher…

Mit meiner Krankheitssache hat sich nach der Reha erst mal viele Wochen nichts getan. Mein Arzt hat den Kontakt zu einem Arzt in einer Klinik hergestellt, der sich mit einem der betroffenen Organe und gleichzeitig ein bisschen mit meiner Erkrankung auskennt. Das hat aber wieder wochenlang gedauert. Das Warten auf den Termin dort ebenfalls.
Letzte Woche bin ich dann dort hingegangen. Meine Angst war wieder sooo riesig, weil ich nicht genau wusste, was auch mich zukommen wird. Vor allem hatte ich Angst, dass Kommentare zu meinen Narben fallen würden. Panische Angst. Letztendlich hat sie aber niemand zu Gesicht bekommen.
Ich musste mal wieder stundenlang warten. Zur Zeit fehlen mir da irgendwie die Geduld und auch die Nerven.
Der Oberarzt war zum Glück nett. Würde ihn auf etwa ende dreißig schätzen. Und dass er zwei Studenten mitgebracht hat, hab ich auch überlebt. Hatte am Vortag zwei DINA4-Seiten meine Beschwerden und den Krankheitsverlauf notiert. Sonst hätte ich glaube ich die Hälfte vergessen. Ich habe ihn dann tatsächlich eine halbe Ewigkeit damit zugetextet, aber das musste sein. Trotzdem hatte ich danach ein schlechtes Gewissen, weil so viele Menschen im Wartezimmer wegen mir warten mussten. Er wollte sich das dann auch gleich kopieren, sowie mein MRT von vor über nem halben Jahr. Die Untersuchung war zum Glück nicht schlimm, da er nur Ultraschall am Bauchbereich gemacht hat.
Letztendlich meinte er dann, dass meine Beschwerden verschiedenste Ursachen haben könnten. Zwei weitere Organe könnten von meiner Erkrankung betroffen sein, ebenso die Nerven. Möglicherweise wurden durch die letzten OPs aber auch Nerven gereizt, was wohl schwierig zu behandeln wäre. Und dann natürlich noch chronisches Schmerzsyndrom oder psychosomatische Ursachen. Er findet es aber zum Glück auch wichtig zu wissen, womit man es zu tun hat und nicht einfach zu sagen, dass es durch meine Erkrankung bedingt ist…
Deshalb werden ende nächster Woche zwei Untersuchungen in Vollnarkose folgen. Der Oberarzt wird nach dem einen Organ schauen und ein anderer nach dem anderen.
Ehrlich gesagt habe ich wieder die größte Angst davor, was die Leute wegen meinen Narben denken werden. Vor allem der Oberarzt, weil ich den nun schon vorher kennengelernt habe. Weil ich damit Leute „enttäuschen“ kann, bzw. weil ihr Eindruck von mir sich dadurch ändern kann. Und vor allem weil dann Fragen und Blicke kommen können, die ich nicht möchte, weil sie mich verletzen…
Ich hätte diese Untersuchungen auch mit einer Bauchspiegelung verbinden können. Weil ohne wird man glaube ich nicht sehen, ob Nerven betroffen sind. Aber nach den letzten OPs wurde es ja immer noch schlimmer und es war so extrem schmerzhaft. Außerdem würde es nur wieder neue Verwachsungen geben und mein Gefühl sagt mir, dass eine Bauchspiegelung mich nicht weiterbringt. Obwohl ich auch glaube, dass die Nerven etwas haben könnten. Neulich hatte ich einseitige Unterbauchschmerzen und habe gleichzeitig Schmerzen im Oberschenkel bekommen. Es waren dann aber mehr „Hautschmerzen“, die ich sonst nur bei Fieber kenne. Habe es fast nicht ausgehalten, dass meine Hose das Bein berührt hat. Nach ein paar Tagen war es vorbei. Habe das aber nicht erzählt, weil es an dem Bein mit den Narben war…

Der Oberarzt hat mich gleich in die Schmerzklinik überwiesen und konnte nicht verstehen, dass mich da mein Arzt nicht schon vorher hingeschickt hat, sondern ich stattdessen in einer Reha war, die für mich durch die vielen Schmerzen nicht das richtige war. Falls es psychosomatisch wäre (was der Arzt damals im Juni ja meinte, weil ich so viele Schmerzen hätte – wobei ich immer noch glaube, dass er das hauptsächlich dann auch wegen meinen Narben und dem Untergewicht gesagt hat) würde die Schmerzklinik  mich wieder weiterüberweisen. Scheiße. Ihr glaubt gar nicht, was sich seitdem wieder für ein Film in meinem Kopf abspielt.
Dann musst du wieder allen etwas vorspielen und so viel Kraft aufwenden, damit niemand hinter deine Maske schauen kann… Es geht nicht anders…
Bin schon wieder überfordert mit den 12 Seiten Fragebogen zu meinen Schmerzen, weil der Platz zum Schreiben nicht ausreicht und ich nicht so genau weiß, wieviel ich von meinen Kopf-/Gesichtsschmerzen usw. schreiben soll, die ich schon so viele Jahre habe, weil ich bei denen weiß, dass sie auch einen psychosomatischen Anteil haben…
Ich soll die Unterlagen schnell zurückschicken, damit ich möglichst bald einen Termin bekommen kann. Einen Termin den ich eigentlich gar nicht möchte. Und vor allem nicht schnell. Der erste Termin wird ca. zwei Stunden (!) gehen und es werden Untersuchungen gemacht… Keine Ahnung was für welche. Wenn die die Narben sehen ist doch eh alles aus. Dann steht für die doch gleich alles fest… Auch wenn selbst die in der psychosomatischen Abteilung meiner Reha meinten, dass das Schmerzprotokoll unüblich ist für psychosomatische Schmerzen. Und dass sie denken, dass es an meiner Erkrankung liegt…

Ich hatte übrigens großes Glück. Der Kurzbericht von der Reha für meinen Hausarzt war sehr knapp gehalten. Er enthielt kein Wort über meine Narben.
Der ausführliche Bericht, den nur die Rentenversicherung und ich erhalten haben, beinhaltete da schon einiges mehr.
Ich habe etwas Angst, weil ein paar meiner Angaben nicht gestimmt haben. Dass das Konsequenzen hat. Es war das Alter meiner Eltern, weil ich Dumpfbacke ich das auf die Schnelle in der Reha nicht parat hatte. Ich bin so schlimm, was Zahlen angeht. Total peinlich. Und dann stimmt das Jahr von meinem FSJ nicht. Weil das schon ein Jahr vorher war und ich danach ein Jahr nichts gemacht habe und nur mit Panik und Schmerzattacken im Bett lag, was ich aber niemandem erzählt habe…
Vielleicht werde ich das in der Schmerzklinik richtig angeben, falls danach gefragt wird. Ob die diese Angaben dann so genau vergleichen?
Auf der anderen Seite hat auch die Klinik ein paar Unwahrheiten in den Bericht geschrieben. Meinen BMI hat sie einfach mal falsch berechnet und um 2 verringert dargestellt!!! Die Stunden die ich an Therapien hatte, stimmen auch nicht, genauso wenig, dass ich gesagt hätte, dass ich daheim Physiotherapie anfangen würde!!!!!! Grrrrr…  Ich hasse das, wenn ärztliche Berichte so viele Fehler enthalten.
Zum restlichen Bericht will ich eigentlich gar nicht mehr so viel sagen. Das meiste war eher positiv. Auch würden keine Anzeichen für eine Essstörung bestehen, trotz deutlichem Untergewicht. Ha! Die Maske saß wohl doch recht gut. Okay, macht mich irgendwie auch traurig. Aber ich bin nun mal gefangen in der ganzen Sache, es geht nicht anders…
Mimik und Gestik wäre normal gewesen und meine Antworten seien spontan erfolgt. Haha, habe mir ja auch gar keine Gedanken vorher gemacht…
Mich hat gestört, dass sie alles reingeschrieben haben, wie ich meine Eltern beschrieben habe. Alles wurde vermerkt. Und auch, dass mein Denken bzgl. meiner Schmerzen irgendwie zu rational sei (hab mich bestimmt zu sehr davon distanziert, dass meine Beschwerden psychosomatisch sein könnten). Dass dadurch keine Besserung möglich gewesen wäre. Ahja… In den Gesprächen klang das irgendwie anders… Könnte ich mich schon wieder aufregen. Am meisten wohl über mich selbst, dass ich da wohl zu sehr reagiert habe…

Mein Gewicht bleibt momentan recht konstant. Und wenn es doch mal hoch geht, bekomme ich die Krise… Mein Bauch usw. wirken auf mich momentan wieder sehr fett. Das ist manchmal schwierig auszuhalten.
Seit einigen Wochen muss ich mich nachts mehrmals umziehen, weil ich komplett durchgeschwitzt bin.  Und danach wird mir dann nach einiger Zeit wieder so eiskalt, dass keine Wärmflasche, Jacke usw. mehr helfen. Tagsüber das gleiche Spiel, nur dass ich mich da nicht so nassschwitze. Scheiß Hormonumstellung!!! Das ist so anstrengend.
Und die Schmerzen und Beschwerden sind mal besser und mal schlimmer. Aber jeden Tag sind sie die meiste Zeit über da. Und gleichzeitig merke ich aber auch, dass die Angst davor, irgendwann wieder gesund sein und arbeiten zu gehen und Versagensängste zu haben, immer größer wird… Wo soll das bloß hinführen!??
Meine Antidepressiva (die ich wegen chronischen Schmerzen im August in der Reha bekommen habe), haben bisher weder an den Schmerzen, noch an der Stimmung oder der Angst etwas verändert. Wobei ich mir bei letzterem auch nicht sicher bin, ob das da überhaupt etwas ändern könnte.
Meine Schmerzmittel habe ich selbst nach und nach abgesetzt. Denn sie bringen nichts. Und ich habe mir jetzt lange genug das Zeug eingeworfen! Die ersten Tage hat es mir total auf die Stimmung geschlagen. Außerdem habe ich irgendwie das Gefühl, dass mir seitdem plötzlich so oft langweilig ist, ich nichts mit mir anzufangen weiß und mich vor allem wieder schlechter konzentrieren kann…

Meine Mutter geht nach Weihnachten in die Reha. Meinem Vater hat sie es erst vor kurzem gesagt – er war erstaunt.
Ich merke zur Zeit, wie sehr es mich nervt, wenn meine Mutter Stimmungsschwankungen hat, den ganzen Tag sagt „ich kann das nicht“, oder nicht für sich selbst sorgt. Ich weiß, bei mir ist das ja ähnlich, wenn auch vielleicht nach außen hin im Alltag weniger erkennbar. Aber es stört mich so! Dann habe ich das Gefühl, ihre Mutter sein zu müssen,  die ihr sagen muss, dass sie dies und jenes sehr wohl  kann oder dass sie sich krank melden soll, wenn sie es ist. Ich merke, dass sie sich besser fühlt als andere, wenn sie krank ist und trotzdem arbeiten geht. Weil sie sich ja nicht so „anstellt“ wie ihre Kollegen.  Das ist nur ein Beispiel von vielen, mehr fällt mir gerade nicht ein.

Als kürzlich meine Schwester da war, hat mich vieles wieder so angekotzt. Meine Eltern, die dauernd darauf aus sind, dass meine Schwester ja gute Noten schreibt. Meine Schwester die in ihrer freien Woche den ganzen Tag lernt und lernt, keine Freunde und keine Hobbys hat, dafür immer mehr körperliche Schmerzen bekommt.
Sie kommt mir so egoistisch vor teilweise. Tut mir leid, das Schreiben zu müssen. Dass sind immer so Kleinigkeiten. Zum Beispiel, dass sie im Badezimmer ihren Müll liegen lässt, weil sie den Mülleimer nicht anfassen möchte – hat sie wirklich so gesagt! Oder dass sie einfach um die Essenszeit herum den kompletten Esszimmertisch inklusive Boden mit ihrem Lernzeug und Müll besetzt, ohne dass meine Eltern etwas sagen. So dass niemand einen Platz am Tisch hat und sich in sein Zimmer verkriechen muss. Solche Dinge würden mir irgendwie  nicht mal im Traum einfallen… Naja, ich habe dafür andere Macken. Aber es macht mich nun mal immer so wütend!
Aber vermutlich kann sie gar nicht so viel dafür, dass sie so geworden ist. Wenn man sich mal unsere „Familie“ genauer anschaut…

Das war’s jetzt mal für heute. Habe immer noch keinen neuen Laptop. Kann mich einfach nicht dazu überwinden, mir einen zu gönnen. Deshalb zögere ich es auch weiterhin hinaus und deshalb zieht es mich momentan auch immer seltener hierher… 😦

Mit Essstörungen „experimentiert“ man nicht, lieber Herr Jenke!!

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Ich habe lange überlegt, ob ich mich dazu äußern soll, aber jetzt möchte ich doch ein paar Worte dazu sagen…
Es geht um die heutige RTL-Sendung „Das Jenke-Experiment“ zum Thema Essstörungen. Der Journalist Jenke wollte den Selbstversuch wagen um am eigenen Körper zu erleben wie es ist, eine Essstörung zu haben. Als ich das Thema gelesen habe, kam mir das alles sehr unpassend vor. Für mich passt Essstörung und Experiment einfach nicht zusammen. Das kann man doch nicht ausprobieren. Eine Essstörung nachstellen – wie soll das denn funktionieren!??

Verschiedenste Gründe können zur einer Essstörung führen (Mobbing, Hänseleien, Missbrauch, Gewalterfahrungen und viiiieeles mehr). Das Selbstwertgefühl ist meistens ziemlich weit unten. Das kann man meiner Meinung nicht nachstellen, das wird also evtl. schon mal fehlen… Und eine Essstörung besteht auch nicht nur aus Hungern, Fressen oder Kotzen, wie so viele es denken. Es ist psychisch bedingt und es steckt so viel mehr dahinter. Man richtet sein Leben danach aus und alle Gedanken drehen sich um das Thema Essen und Figur. Viele kapseln sich von ihrem sozialen Umfeld komplett ab und haben keine Freunde mehr, können vielleicht irgendwann nicht mal mehr ihr Haus verlassen. Das Leben erscheint vielleicht sinnlos, Depressionen und Suizidgedanken können an der Tagesordnung stehen. Gesundheitliche Probleme kommen hinzu, im schlimmsten Fall endet es tödlich.

Jenke hat 4 Wochen gehungert, dadurch natürlich abgenommen und auch ein paar körperliche Symptome zu spüren bekommen.
Gleichzeitig hat er Interviews mit essgestörten Menschen geführt. Ein Mensch mit Essstörung jedoch hat womöglich nach langer Krankheitszeit keine Kontakte mehr und lebt isoliert, u.a. weil der Magersüchtige irgendwann jede Essenssituation meidet und ihm die anderen Menschen evtl. zu viel sind. Das wurde hierbei gar nicht bedacht und spielt meiner Meinung nach eine große Rolle für das psychische Befinden.
Jenke hat angebotenes Essen lachend abgelehnt mit den Worten, dass er nicht darf. So dass für alle ersichtlich war, dass er nichts isst. Für mich hatte das mehr „Diät“-Charakter. Denn ein anorektischer Mensch „hat schon gegessen“ und hat nach außen möglichst keinen Hunger (Hunger = „Schwäche“). Auch hat er sich sicherlich nicht geschämt, als er vor seiner Frau gegessen hat, da er sich allgemein für Essen nicht schämen wird, da es für Menschen mit normalem Essverhalten ganz normal ist und zum Leben dazu gehört.
Zwischendurch zeigt Jenke zwar Tendenzen, die denen einer Essstörung ähnlich sind (z.B. dass er sich z.B. gut fühlt ohne schweren Magen, oder dass ihm im Spiegel gefällt was er sieht, nachdem er abgenommen hat). Aber am Ende meint er selbst, als er sich dann auch schon körperlich schlecht fühlt, dass er dringend zunehmen sollte – er hat vermutlich keine verzerrte Körperwahrnehmung, wie anorektische Personen und sieht sich nicht als dick an.
Nach 4 Wochen Hungern hat er dann zum ersten Mal eine größere Menge Nahrung vor sich stehen, (wovon er 1/4 gegessen hat, falls ich das richtig gesehen habe!?). „Das ist ja so ein Moment, wo Bulimiker sich den Finger in den Hals stecken, um das wieder los zu werden. Ich glaube, das mach ich jetzt mal…“, meint Jenke, steht auf und geht in’s Badezimmer. Sorry, aber die Szene fand ich sehr unpassend für das Fernsehen. Erstens war sein Bespiel (nach langer Zeit wieder ein bisschen essen und es dann wieder loswerden wollen) nicht typisch bulimisch, sondern eher dem Typ der Magersucht zuzuordnen, der auch manchmal kleine oder normale Mahlzeiten erbricht. Zweitens fand ich die Idee, das jetzt einfach mal auszuprobieren, daneben. Drittens muss man sich nicht vor laufender Kamera den Finger in den Hals stecken und dann noch erwähnen, wie es letztendlich doch noch geklappt hat (als ob das nicht manche zur Nachahmung antreibt…)… Und viertens kann man nach einmal Kotzen meiner Meinung nach nicht von einer „Bulimieerfahrung“ reden. Sorry, aber journalistisch fand ich die Selbsterfahrung als Experiment irgendwie daneben. Ja, er hat gehungert und sich einmal erbrochen und seine Erfahrungen dabei mit uns geteilt. Aber musste das wirklich sein? Hätten nicht die Interviews mit den von Essstörungen betroffenen Leuten genügt? Die Erfahrungen und die Eindrücke, die durch diese Menschen bei dem Zuschauer entstanden sind, fand ich gar nicht mal so schlecht. Und vor allem authentisch. Doch es war alles irgendwie so komplett durcheinander, weil immer zwischendurch Jenke mit seinem „Experiment“ zu sehen war. Aber klar, das ist das, was vermutlich die Quoten in die Höhe treibt. Ein Mensch, der an seine Grenzen geht und vor laufender Kamera seine Gesundheit auf’s Spiel setzt. Ist es das denn wert? Dafür, dass die Zuschauer nun wissen, wie ungesund Hungern und wie schwierig und kräfteraubend das Erbrechen sein kann!?? Meiner Meinung nach nicht. Was ist mit Selbstfürsorge, Herr Jenke!? Da hätten doch auch die Interviews gereicht, mit Menschen, die wirklich an einer Essstörung erkrankt sind und diese hätte man noch ausführlicher führen können oder vielleicht mal einen Menschen im Alltag begleiten. Ach stimmt, das wäre dann ja doch zu viel der Aufklärung und zu wenig Unterhaltungswert für’s deutsche Fernsehen gewesen…

Eine Essstörung ist kein Experiment, sondern ein Prozess, der meiner Meinung nach nicht innerhalb von vier Wochen hungern oder einmal erbrechen, nachempfunden werden kann. Allein schon die Idee finde ich absurd und auch ein bisschen geschmacklos… Essstörungen sind ernstzunehmende Erkrankungen, mit denen man nicht „experimentiert“…

Schlechtes Gewissen nach Arztbesuch

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Ich kann nicht schlafen. Seit meinem Arztbesuch heute habe ich so ein schlechtes Gewissen. Und das mal wieder eigentlich unberechtigt. Ein eigentlich banaler Grund. Ich und mein schlechtes Gewissen. Warum ist das bei mir so ausgeprägt? Weil ich in den Augen meiner Eltern immer so viele Dinge falsch mache? Vielleicht…

Ich habe im Wartezimmer gewartet. Vor mir war ein Mädchen mit ihrer Betreuerin. Habe nur mitbekommen, dass sie schon eine Viertelstunde länger als ich gewartet haben. Und weil dem Arzt die Mappe der anderen Patientin nicht herausgelegt wurde (weil diese nicht gefunden wurde), hat er mich vorher dran genommen. Und ich kam mir blöd vor, weil die anderen schon länger gewartet haben. Seitdem plagt mich seit Stunden ein schlechtes Gewissen. Ja ich weiß, ich bin schon ein seltsames Wesen, aber wenn ich dieses Gefühl einmal in mir habe, werde ich es kaum wieder los.

Beim Arzt gab es auch keine neuen Erkenntnisse. Er konnte es nicht glauben, das meine Reha nichts körperlich bewirkt hat und die Therapien teilweise kaum auf mich und meine Schmerzen eingestellt wurden. Und langsam ist er ratlos. Er hält nicht so viel von Schmerztherapie oder einer ärztlichen Untersuchung bei Spezialisten (zu der mir der Arzt in der Reha geraten hat, weil ich seit der OP mit einem Organ Probleme habe und man abklären sollte, warum). Mein Arzt sieht das anders. Meint, dass das Organ eben auch von meiner Erkrankung betroffen ist und die dann gleich zur OP übergehen würden, was er vermeiden möchte. Jeder sagt etwas anderes. Aber langsam bin ich mir nicht sicher, ob er für meinen Geschmack nicht zu sehr der Schulmedizin den Rücken kehrt… Habe dann aber gesagt, dass ich es trotzdem gerne ärztlich abklären lassen möchte und er wird sich in einer Klinik erkundigen, ob die sich auch mit meinem Krankheitsbild in dem betroffenen Organ auskennen. Er wird sich dann irgendwann (ggrrr) telefonisch bei mir melden. Grrr wie ich das hasse… Aber lieb dass er da nachfragt. Vielleicht habe ich auch mit deshalb ein schlechtes Gewissen, weil er sich da extra wegen mir in der Klinik erkundigt!?? Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass mich das Gefühl nicht los lässt…

Habe zur Zeit jeden Tag auch Kopfschmerzen und habe das Gefühl, dass es auch von den Medikamenten kommt. Überall Schmerzen, Verspannungen und viele andere Beschwerden. Eigentlich ist ja fast mein ganzer Körper von irgendwas betroffen. Keine Ahnung wie das jetzt alles weitergeht…

Morgen sehe ich meinen Freund. Nach zwei Monaten mal wieder… Ja ich weiß, ich bin eine schlechte Freundin. Aber anders bekomme ich es einfach nicht hin…

Klinik 2.0 Tag 33-35: Immer am Lächeln? & wieder daheim

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Tag 33-35:

Morgen geht es zurück zu meinen Eltern, ich kann es gar nicht glauben. Ich habe mich hier so eingelebt. Vor allem mit den 3 Frauen um die 40 habe ich in letzter Zeit täglich viele Stunden gemeinsam verbracht. Wir haben uns so gut verstanden. Sie haben mir sogar ein Abschiedsgeschenk gemacht, über dass ich mich so sehr freue. Leider habe ich nichts für sie, weil ich hier nicht weg komme -.-. Ach man, ich werde die gemeinsamen Abende mit denen so vermissen. Oder wie wir zusammen auf der Liegewiese waren. Irgendwie macht mich gerade alles sehr traurig und ich möchte gar nicht gehen. Denn daheim wartet mein kaputtes Leben auf mich, von dem niemand etwas ahnt und in dem ich wieder gnadenlos versinken werde!!!

Dass meine Maske recht gut sitzt, habe ich auch heute wieder bestätigt bekommen. In der Gruppentherapie wurde mir von den anderen rückgemeldet, wie sie mich empfunden haben. Natürlich fielen auch Worte wie „zurückhaltend“ oder „etwas stiller“. Aber auch „angenehm“, „lieb“, „nett“, „sympathisch“ wurde gesagt. Oder: „Wenn sie lacht, ist sie wunderschön!“ Vielen habe ich leid getan, weil ich jeden Tag Schmerzen habe und sie haben mir gute Besserung gewünscht. Gleichzeitig wurde gesagt, dass ich trotzdem immer am Lächeln und Lachen und anscheinend gut drauf bin… Das hat mich dann schon ein bisschen gewundert, dass ich so wirke. Und meine Therapeutin hat es danach im Einzelgespräch aufgegriffen. Dass das vielleicht mein Problem wäre, dass ich so viel lächle (was ich selbst ja gar nicht so wahrnehme). Und dass da meine Schmerzen niemand sieht und mich manche Leute damit vielleicht auch nicht ernst nehmen… Sie wollte wissen, ob ich mir vorstellen könnte, warum das so bei mir ist. Ich habe dann gemeint, dass ich ja schon so lange Schmerzen habe, seit vielen Jahren, und im Alltag trotzdem immer einigermaßen funktionieren musste… Innerlich habe ich natürlich viel eher an meine Maske gedacht. Wenn mir Menschen nicht mal stärkere Schmerzen zutrauen würden, dann den Rest erst recht nicht… Meine Therapeutin meinte dann natürlich dass ja vielleicht auch der Aspekt mitgespielt hat, dass ich anderen nicht zur Last fallen wollte… Garantiert wegen meiner Mutter und ihrer Erkrankung. Soll sie das ruhig glauben, dann hat sie wenigstens einen Grund. Zum Schluss meinte sie dann noch, dass sie hier ja leider nicht wirklich was für mich tun konnten. Ja, so ist es leider. In Sachen Schmerzen bin ich nicht wirklich weiter gekommen. Trotzdem bin ich aber natürlich froh, dass ich die anderen Frauen hier kennenlernen durfte und viele schöne Stunden mit ihnen verbringen konnte! 🙂 Doch für die Schmerzen war es eher verschwendete Zeit!?

„Die anderen Frauen“. Nein, das passt schon wieder nicht für mich. Ich kann mich selbst einfach nicht als Frau bezeichnen, weil die anderen mich viel jünger einschätzen. Heute hat auch eine neue Patientin gemeint, als eine andere und ich in der Gruppe verabschiedet wurden: „und ich wünsche Ihnen und DIR alles Gute!“… Jaja… Ich seh schon wieder mehr als 8 Jahre jünger aus… 🙈.

Wieder „daheim“ (bei meinen Eltern):
Dienstagmorgen wurde ich dann also nach fünf Wochen Kur als arbeitsunfähig entlassen. Meine Mutter hat mich abgeholt. Wollte mich wieder umarmen, was ich nicht zugelassen habe – bei meinem Vater später das gleiche. Es würde sich nicht richtig anfühlen… Die Heimfahrt war sehr schmerzhaft und dadurch sehr anstrengend. Danach war ich erledigt.
Ich habe ziemlich schnell bemerkt, dass meine Mutter davon ausgeht, dass es mir jetzt besser gehen muss (obwohl ich ihr meinen Zustand beschrieben hatte), schließlich geht man nach einer Kur eigentlich wieder arbeiten. Ständig erwähnt sie seitdem meine Wohnung. Dass ich doch dort hin zurück möchte. Dass sie ja bemerken würde, dass mein Vater mir hier auf den Geist geht (schon wenige Minuten nach meiner Ankunft, weil er schon wieder jede Menge Scheiße gelabert hat und wieder null bemerkt hat, dass ich mich nicht mit ihm unterhalten möchte, weil es mir zu viel ist). Ich habe das Gefühl, dass mich hier niemand versteht. Meine Mutter redet dauernd davon, dass ich doch mal wieder in meiner Wohnung übernachten könnte. Sie würde auch ab und zu meine Wäsche waschen und für mich anfangs einkaufen gehen. Es geht mir nicht besser verdammt noch mal! Auch wenn ich nicht dauernd rumjammer, habe ich 24h am Tag Schmerzen und ich habe ständig das Problem, dass ich einfach nicht stehen kann, weil die Schmerzen da viel zu stark und immer stärker werden. Mein Ruhepuls ist immer zwischen 90 und 130. Ich habe kaum Kraft. Ich kann mich so nicht in meine Küche stellen, den Müll runterbringen, putzen, oder im überfüllten Bus stehen. Aber das versteht meine Mutter nicht. Schließlich war ich ja in Kur. Es muss jetzt bergauf gehen… Und ich bin am Heulen, weil mich hier niemand versteht. Weil meine Eltern mir so empathielos vorkommen. Aber wenn ich an meine Therapeutin denke – wahrscheinlich ist es ja eh wieder meine Schuld. Vielleicht sehen meine Eltern mir die Schmerzen zu wenig an… Aber ich kann doch nicht noch mehr rumjammern!? Es reicht mir doch schon, wenn meine Eltern das tun…

Klinik 2.0 Tag 28-32: Neue Klinik?

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Vor einigen Tagen hatte ich das vorletzte Gespräch mit meiner Bezugstherapeutin. Irgendwie hatte ich erwartet, dass sie nochmals auf meine familiäre Situation hinausgehen würde. Oder dass sie in mein Schmerztagebuch zu viel hineininterpretieren würde. Doch letztendlich lief es anders als gedacht. Sie meinte, sie hätte sich mit den anderen Ärzten usw. ausgetauscht und mein Schmerztagebuch ausgewertet und sie vermuten, dass meine Schmerzen körperlich bedingt sind. Sie würden mich als arbeitsunfähig hier entlassen. In die Unterlagen haben sie geschrieben, dass eine weitere Behandlung notwendig ist. Meine Therapeutin meinte, dass ich danach trotzdem Psychotherapie in Anspruch nehmen sollte, um zu lernen, mit den Schmerzen umzugehen. Sie wollte wissen, was ich davon halte. Daraufhin antwortete ich ihr, dass ich es mir schwierig vorstelle, solange ich momentan so abseits von Ärzten bei meinen Eltern wohne, weil die Fahrten so schmerzhaft und schwierig für mich sind. Sie meinte, dass ich aber bei meinen Eltern vermutlich nicht gesund werden würde. Wir sind dann zu dem Entschluss gekommen, dass eine stationäre Schmerztherapie vielleicht passender wäre. Auch wenn ich ja eigentlich null Bock auf weitere Klinikaufenthalte habe… Und dann muss ich noch zu nem anderen Arzt, wegen den Beschwerden, die ich seit der OP hab. Letzteres empfinde ich als wichtigen nächsten Schritt, weil viele Schmerzen und Beschwerden damit zu tun haben könnten. Ich bin so froh, dass sie mir glauben, dass es körperlich bedingt ist. Und dass sie mir meine Schmerzen glauben und mich arbeitsunfähig entlassen. Ich hatte wirklich Angst, dass irgendjemand das Gegenteil behaupten würde. Allerdings hat meine Therapeutin dann noch gemeint, dass man mir die Schmerzen/ bzw. wenn ich mich über die Schmerzen ärgere, dass man mir das nicht ansehen würde. Ich würde nach außen zu gelassen wirken… Okay… (Die Mitpatienten sehen mir starke Schmerzen aber oft an!). Wenn sie meint… Zumindest würde es erklären, warum die Notärztin mich damals nicht untersucht hat, als ich zwei Tage meine schlimmsten Schmerzen überhaupt hatte… Und es würde erklären, warum manche Ärzte in den letzten Monaten meine Schmerzen nicht so ernst genommen haben. Und es gehört bestimmt unbewusst zu meiner Fassade. Vielleicht bin ich ja so gefühlskalt wie mein Vater. Die Therapeutin vermutet bestimmt wieder, dass ich meine Mutter schützen möchte und deshalb keine Schmerzen usw. zeige… Sie hat mich auch gefragt, wo ich es im Körper spüre, wenn ich wütend bin wegen der Schmerzen. Ich habe keine Ahnung. Habe gemeint, dass ich es mal beobachten werde. Muss ich mal googeln, was welche Antworten bedeuten würden… Und sie meinte, dass das eben den Schmerz verstärken kann… Des Weiteren hat meine Therapeutin mittlerweile selbst erkannt, dass mir die Gruppentherapien mit den „Oldies“ nichts bringen. Meine Themen werden da weniger behandelt…. Die Gruppe ändert sich gerade am laufenden Band, was ich sehr schwierig finde. Dadurch könnte ich mich da auch nicht richtig öffnen, weil immer neue Gesichter dabei sind, die ich nicht oder kaum kenne. So schweige ich dort immer, oft als einzige…

Heute Morgen ist mir mal wieder etwas peinliches passiert. Ich bin wirklich Weltmeisterin darin, unauffällig zu sein. So sehr, dass ich schon häufig Menschen unabsichtlich erschreckt habe, weil sie mich nicht bemerkt haben. Wie jeden Morgen (und Mittag und Abend und zwischendurch), habe ich vor dem Stationszimmer zwei Stockwerke unter mir gewartet. 4 Leute waren vor mir. Die Frühstückszeit hatte schon begonnen. Aber das zieht sich dort manchmal sehr in die Länge, wenn immer nur eine Person reingehen kann. Nach ca 15 min war ich endlich an der Reihe. Eigentlich wollte ich nur mein Schmerzmittel nehmen. Die Dame die vor mir drin war, hob mir die Tür auf und ich trat ein. Die Schwester war noch dabei, etwas in die Akte der vorherigen Patientin zu schreiben. Deshalb verhielt ich mich leise. Sie schrieb und schrieb. Dann holte sie ein Blatt heraus, dass sie sich durchlas. Normalerweise beeilen sich die Pflegekräfte immer. Als sie dann weiter in der Akte blätterte und Worte hineinschrieb, war ich mir nicht mehr so sicher, ob sie mich überhaupt bemerkt hatte. Der nächste Patient wartete draußen schon ungeduldig und auch die andere Schwester schaute einmal von draußen kurz verwundert zur Scheibe rein und meinte zu dem anderenvor dem Zimmer, ob er immer noch warten würde. Also fing ich an mich zu räuspern. Ich klapperte mit meinem Schlüssel. Ging zwei Schritte nach rechts und wieder nach links. Ich öffnete meine Flasche und schloss sie wieder. Sie musste mich doch bemerkt haben!??? Aber vielleicht hat sie ja einfach noch zu tun!?? Ich wollte sie aber auch nicht erschrecken. Dann kam die andere Schwester wieder draußen vorbei und kam mit verwundertem Blick herein. „Die Frau Gedankenschmiedin?“, fing sie an und blickte ihre Kollegin fragend an, die mir immer noch schräg gegenüber saß und in ihrer Akte blätterte. Diese blickte auf und wünschte mir einen guten Morgen. Sie hatte mich nicht gesehen. Und ich stand da 5-7 min drin und habe mich nicht getraut etwas zu sagen!!! Komme mir so dämlich vor…

Tobi habe ich heute im Fahrstuhl getroffen. Er musste ein Stockwerk früher raus als ich. Kurz bevor er hinaus ging, drückte er grinsend einmal alle Knöpfe, der verschiedenen Stockwerke. „Mal sehen, wo er zuerst hinfährt!“, meinte er. Eh, wenn der erst die anderen Etagen angefahren hätte, wär ich echt wieder ausgestiegen und hätte ihm was erzählt! 😛 Unmöglich… Aber ich hatte Glück.

Beim Arzt kam neulich nichts Neues heraus, außer, dass er mich aus Fitness herausgenommen hat, weil es zu anstrengend für mich ist. Bei Gymnastik habe ich mich neulich zum ersten Mal getraut, mich gegen Ende auf die Bank zu setzen, als ich nicht mehr stehen konnte vor Schmerzen. Die junge Frau kam dann fragend auf mich zu. War dann aber gar kein Problem, dass ich die letzten Minuten zugeschaut habe. Hätte ich schon früher machen sollen, statt mich zu quälen. Trotzdem kam ich mir ein bisschen doof vor, weil die anderen sonst alle mitgemacht haben und die ja auch nicht wegen Schmerzen da sind, was die aber ja nicht wissen. Die Physiotherapeutin hat mich dann aber noch zweimal gefragt, ob mit meinem Kreislauf aber alles in Ordnung wäre. Grr, bestimmt wieder wegen meiner Figur..

Hier nebenan befindet sich eine Kinder- und Jugendpsychiatrie. Ein Mädchen tut mir leid. Immer wenn ich es sehe, hat es seine Hände miteinander verbunden… Heute ist eine Mitarbeiterin von dort vor meinen Augen hingefallen. Bzw. ich hab nur gesehen, wie sie sich wieder aufgerichtet hat. Da dachte ich noch, dass sie eben gestolpert wäre. Dann hielt sie sich die Hand vor die Nase und ich dachte, sie hätte Nasenbluten. Als sie dann die Tür zu meiner Klinik geöffnet hat, habe ich aus der Ferne ihre rote Hand gesehen. Da kamen ihr dann aber schon Leute entgegen. Kurz danach habe ich auf der Liegewiese ein Handy gefunden, dass ich an die Rezeption bringen wollte. Dort angekommen, wurde ein Krankentransport bestellt. Und ich habe gehört, dass die Zähne der Frau rausgegangen wären. Die Arme…

Gestern hatte ich das letzte Mal Kunsttherapie. Voll schade, das hat wirklich Spaß gemacht! Ölpastellkreiden habe ich in letzter Zeit für mich entdeckt. Ich hab mir solche sogar vor vielen Jahren mal gekauft, ohne zu wissen, dass man sie mit Öl verwischen kann, ich Dumpfbacke :P. Die muss ich auf jeden Fall dann mal aus meiner Wohnung holen, wenn ich hier draußen bin. Mit der Collage von neulich bin ich auch sehr zufrieden. Es zeigt hauptsächlich das ausdrucksvolle Gesicht einer Frau in schwarz-weiß. Um sie herum sind überall bläuliche Wolken und fliegende Vögel (in blau). Sie selbst steckt ansatzweise mit dem Hals in einem Gewand aus Wolken… Ich bin froh, dass ich in Kunst immer nach einiger Zeit und manchmal auch ziemlich schnell, eine zündende Idee hatte. Ich konnte kreativ sein, obwohl ich gedacht habe, das in den letzten Jahren verlernt zu haben, bzw. von der Angst (was die anderen über mich denken/ in das Bild interpretieren) viel zu eingeschränkt zu sein!! 🙂 Als ich mich gestern in meinem Zimmer mit Stiften und Papier  hingesetzt habe, ging es mir dabei irgendwie weniger gut. Mir war zuvor sehr langweilig gewesen,  weil ich kaum Therapien hatte. Und irgendwie konnte ich beim Zeichnen nicht abschalten. Ich habe viel zu viel nachgedacht. Über mich und meine Probleme. Dass hier niemand von meiner Essstörung, der Angststörungen und der problematischen Beziehung zu meinem Freund sowie der nicht vorhandenen sozialen Beziehungen (im Alltag), weiß. Dass ich da nicht raus komme. Dass ich mich einfach nicht öffnen kann… Es ist bescheuert. Anschließend habe ich solche Kopfschmerzen bekommen… War mal wieder alles zu viel…

Heute habe ich wenig Schmerzen bisher. Vielleicht weil ich weniger Therapien habe und dadurch mehr liege… Etwas langweilig ist mir schon wieder. Am Wochenende ist hier auch nichts los. Naja, am Dienstag habe ich das hier dann endlich hinter mir… Einerseits bin ich froh. Andererseits habe ich die Befürchtung, dass meine Eltern wieder so anstrengend sein werden. Und die drei Mädels und die Kunsttherapie werde ich schon ein bisschen vermissen…

Klinik 2.0 Tag 22-27: Abgenommen & geschwächt

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Dienstag:
Heute Morgen hatte ich Einzeltherapie. Ich musste mit Bauklötzen eine Konstellation meiner Familie nachstellen. Habe mich zu meinem Freund gestellt, in etwas Entfernung zu mir habe ich meine Mutter platziert, kurz danach meine Schwester und einiges dahinter meinen Vater. Um mich herum Schmerzen, die natürlich etwas schützendes haben können. Bei der Wunschvorstellung habe ich mich dann noch näher zu meinem Freund gestellt und meinen Vater noch weiter nach hinten gestellt…
Meine Therapeutin hat einige Fragen gestellt. Und ich habe irgendwas gesagt von wegen, dass meine Eltern immer viel gestritten haben, dass ich mir als Kind oft gewünscht habe, dass sie sich scheiden lassen. Dass sie das aber wegen ihrem Glauben nicht machen würden. Dass es meiner Mutter psychisch nicht gut geht. Usw., das meiste habe ich schon wieder vergessen… Habe immer Bedenken, dass die Therapeutin etwas fehlinterpretiert. Sie hat die Schmerzen dann so gebaut, dass sie eine Brücke zu meiner Familie sind. Weil ich durch sie ja wieder bei meinen Eltern leben muss. Ich hoff einfach, dass die nicht denkt, dass die Schmerzen aufrecht erhalten werden, weil ich durch sie mehr Kontakt zu meinen Eltern habe oder so. Das bedeutet dort schon Stress. Aber allein leben ohne Tagesstruktur, mit Angst und Essstörung ist auch nicht so einfach, bloß weiß sie das nicht. Ich soll mir als Hausaufgabe überlegen, was an den Schmerzen positiv ist. Ich hab keine Ahnung, außer dass sie mich natürlich vor negativen Einflüssen von außen schützen… Und sie war noch der Meinung, dass ich meine Mutter schütze, wegen ihrer Erkrankung. Aber ganz ehrlich, die weiß so wenig von mir und ich seh die nur einmal die Woche für einige Minuten. Das einzige, was mich im Nachhinein noch etwas beschäftigt hat, war, dass ich meinen Vater so weit von mir und den anderen entfernt hingestellt habe. Wahrscheinlich weil er so überhaupt kein Einfühlungsvermögen hat und nie richtiges Interesse an mir gezeigt hat. Und dann seine strengen Ansichten, dass Weihnachten, Fußballschauen oder Leichen in Büchern, böse sind und dass wir anderen alles falsch machen…

Gestern Abend war wieder ein netter Mädelsabend, war ganz lustig :).

Mittwoch: Immer wieder treffe ich mal Tobi. Bzw. er setzt sich dann oft zu mir, wenn er mich irgendwo sieht und wir plaudern und lachen ein bisschen (außer im Speisesaal, da ist er plötzlich schüchtern :P). Er verarscht mich immer wieder und ich ihn. Er wollte mich auf Facebook hinzufügen. Aber dann bekommt mein Freund bestimmt die Krise. Mal schauen, vielleicht kann ich es ja noch verhindern. Bisher hat er mich dort noch nicht gefunden…

Als ich heute Morgen beim Wiegen war, hat mich fast der Schlag getroffen. Ich war so sicher gewesen, dass ich zugenommen hatte. Schließlich habe ich am Tisch immer so viel mehr als die anderen gegessen. Ich habe keine Mahlzeit ausgelassen, im Gegensatz zu den anderen. Ich habe die letzten 5 Tage 11 Hanutas und fast eine Tafel Schokolade gegessen. Am Freitag ein Stück Kuchen und zwei am Sonntag. Und was hat die Waage heute Morgen ausgespuckt? 800g weniger als vor einer Woche. Noch 300g mehr abgenommen, als die Woche davor, in der ich keine Süßigkeiten hatte. Ich verstehe es nicht. Und die anderen an meinem Tisch auch nicht. Ich bewege mich auch kaum, liege viel. Muss aber eben von einer Therapie zur nächsten gehen, was ein paar Minuten in Anspruch nimmt und für mich manchmal anstrengend ist. Eigentlich sollte ich ja mehr Sport machen. Soll spazieren gehen, hatte der Arzt ja gemeint. Als ob ich mich jetzt noch traue spazieren zu gehen. Ich seh mich doch jetzt schon mit Zwischenmahlzeiten und am Tisch der Menschen mit Essstörungen sitzen. Schließlich hatte die Dame am Anfang gemeint, dass falls ich abnehme, wir nochmals reden müssten. Ich warte schon auf eine Nachricht von ihr, aber bisher ist nichts in meinem Briefkasten gelandet. Aber ich verstehe es gerade nicht, warum nehme ich plötzlich so schnell ab??? Oder sollte ich doch mal noch keine Schilddrüse untersuchen lassen, wegen diesem Hashimoto-Dings? Wurde mir in der letzten Klinik empfohlen…

Die Tage danach:
Die letzten Tage ist nicht so viel aufregendes passiert. Ein ca. 50-Jähriger aus meiner Gruppentherapie hat es sich irgendwie zur Aufgabe gemacht, mir vom Nachbartisch aus, bei den Mahlzeiten ab und zu auf den Teller zu schauen. Der ist sonst immer recht freundlich, aber das hat mich wieder so gestört! So hieß es das eine Mal: „Du musst mehr essen, Gedankenschmiedin!“. Und als ich einmal noch Salat auf dem Teller hatte (weil ich danach mit den Mädels noch zum Mc Donalds wollte): „Aufessen, Gedankenschmiedin!“… Grrrrr…

Keine Ahnung wieviele Jahre das her ist, das ich das letzte Mal in einem Fastfood-Restaurant war. Ist mir eigentlich viel zu ungesund. Aber da ich das Essen hier (genau wie die anderen) langsam einfach nicht mehr sehen kann, und sowieso nur am Abnehmen bin, hat es mir nichts ausgemacht. War nur körperlich nicht so ganz einfach, wegen den Schmerzen und Beschwerden. Genauso, als wir noch kurz zum Einkaufen gefahren sind. Das Stehen ging kaum und auch wegen anderen körperlichen Beschwerden, habe ich mich recht schnell wieder nach meinem Zimmer gesehnt…

Neulich hat meine Therapeutin mein neu angefangenes Schmerztagebuch kurz angeschaut (bevor sie es mitgenommen hat). Sie wollte immer einen Zusammenhang finden, zwischen meiner Stimmung/ meinen Gefühlen und den Schmerzen. Dabei habe ich durch das Tagebuch so sehr die letzten Wochen bemerkt, dass die Schmerzen so viel von der körperlichen Belastung usw. abhängen. Kann sein, im Liegen geht es ganz gut und dann gehe ich ein paar Schritte und zaaaack hab ich solche Schmerzen. Wenn sie das nach ihrer Auswertung irgendwie anders sieht, kriege ich glaube ich wirklich die Krise, weil es schon sehr deutlich ist…

Bisher kam niemand der Ärzte oder Therapeuten nochmals auf mich zu wegen der Gewichtsabnahme. Am Mittwoch muss ich wieder zum Wiegen. Wenn ich dann schon wieder weniger Gewicht habe, kann irgendwas nicht stimmen. Und dann gibt es bestimmt Ärger, wegen meinem BMI…

Freitag war richtig schlimm für mich. Ich hatte mit dem Arzt ja abgesprochen, dass ich es nochmals probieren würde, in Fitness zu gehen, nachdem ich bei der Einführung damals so erschöpft war und dann mehrmals pausiert habe. Schon bevor es los ging, habe ich mich sehr unwohl gefühlt. Mit mir hatten lauter sportlich aktive Menschen Fitness, die sich noch darüber beschwerten, dass das ihnen hier alles viel zu wenig und zu kurz wäre. Schon da habe ich mich fehl am Platz gefühlt, weil die anderen keine körperlichen Einschränkungen hatten. Habe mich dann auf den Ergometer gesetzt, weil ich da schon mal saß und bei anderen Geräten noch unsicherer war. Ich sage euch, dass ist so deprimierend, wenn einem Stufe 1 schon viel zu schwer ist und man dann so langsam fahren muss, dass das Gerät dauernd aus und an geht!!! Als die Physiotherapeutin dann bei mir vorbei kam, habe ich ihr gleich gesagt, dass ich momentan sehr geschwächt bin und Pausen machen muss. Hatte nämlich schon das Gefühl gehabt, dass sie mich besonders lange beobachtet hatte. Ich war noch recht am Anfang und hatte dauernd Pausen gemacht, meine Herzfrequenz von über 140 stand sie glaube ich trotzdem etwas skeptisch gegenüber und meinte, dass ich höchstens noch 10 min an dem Gerät bleiben soll. Da mir das dann zu blöd war, dass das Gerät dauernd an und aus gegangen ist, habe ich mich irgendwann zusammengerissen und bin eine konstante Geschwindigkeit gefahren. Meine Herzfrequenz war dann eigentlich nur noch bei 180… Ist das zu viel? Ich kenne mich da nicht aus, aber für mich hört sich das hoch an und wenn diese Therapeutin schon bei 140 so angeschaut hat… Danach war mir dann übel und ich war schon etwas zittrig. Habe dann nur noch was für den Oberkörper gemacht und dann war die Zeit auch schon vorbei. Zu dem Zeitpunkt war ich erschöpft und es war körperlich wieder sehr an der Grenze. Meine Schmerzen waren danach wieder stärker. Bei meinem Pech haben wir eine Stunde später von der Gruppentherapie einen Spaziergang gemacht. Eine Stunde lang. Erst bergauf dann bergab. Wir sollten uns auf unsere Sinneswahrnehmung konzentrieren. Ich muss sagen, dass ich eigentlich schon nach den ersten 50 Metern am Ende war. Die Schmerzen wurden immer schlimmer und ich hatte kaum Kraft um zu gehen. Ich war die ganze Zeit damit beschäftigt, nicht loszuheulen, weil ich körperlich einfach am Ende war. Vor allem als wir sagen mussten, wie es uns geht, war es schwierig meine Tränen zurückzuhalten. Hoffentlich meldet die Therapeutin das meiner Bezugstherapeutin zurück, dass es mir da mit den Schmerzen gar nicht gut ging… Am Nachmittag und Abend haben mich dann wieder verschiedenste Mitpatienten darauf angesprochen, ob ich Schmerzen hätte, man würde es mir nämlich sehr deutlich ansehen. Und ich war auch am Ende. Habe mich hingelegt und geschlafen. Im Liegen war es besser. Aber seitdem habe ich wieder stärkere Schmerzen beim Gehen, Stehen, Sitzen und danach auch einige Zeit im Liegen. Und ich bin seit Freitag so geschwächt. Gestern war ganz schlimm, obwohl ich viel geschlafen und gelesen habe und keine Therapie hatte. Ich konnte kaum einen Fuß vor den anderen setzen.

Vorhin habe ich mal wider die Treppe statt den Aufzug genommen. Ging fast nicht. Das Atmen war danach wieder schwieriger. Und ich habe wieder ziemliche Schmerzen, seit ich diese paar Schritte gegangen bin. Es ist so ätzend. Ich bin nur noch etwas über eine Woche hier und ich habe das Gefühl, mein Zustand wird eher schlechter als besser. Vielleicht nehme ich doch deshalb plötzlich so viel ab. Weil alles für mich körperlich so anstrengend ist. Doch die anderen verstehen das nicht. Überhaupt nicht, außer die Mädels, mit denen ich mich immer wieder treffe. Ständig stoße ich auf Unverständnis, wenn ich sage, dass ich nicht abends auf das Fest hier gehe, oder sonst irgendwo hin. Sogar beim Pflegepersonal. Alle gehen davon aus, dass man körperlich doch dazu in der Lage ist. Das macht mich fertig…

Nachher gehe ich mit den Mädels irgendwo essen. Hoffentlich geht das gut mit den Schmerzen und den anderen Beschwerden.

Morgen habe ich wieder einen Arzttermin, um mich für das morgige Fitness zu entschuldigen, dass direkt vor Gymnastik stattfindet(!). Vielleicht ergibt sich ja da noch irgendwas, aber ich bezweifle es…

Klinik 2.0 Tag 19-21

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Das Wochenende war ruhig. Ich habe mich die letzten Tage viel mit Anja und den anderen Mädels getroffen. Wir haben Filme geschaut, gequatscht, Beruferaten bei Mitpatienten im Flur gemacht und viel zusammen gelacht.

Einzelgespräche habe ich kaum mit  meiner Therapeutin. Letzte Woche z.B. nur einmal für 20 min. Wegen meinem Gewicht hat sonst auch niemand mehr etwas gesagt. Habe mir extra Schokolade von den Mädels aus dem Supermarkt mitbringen lassen. Damit die Ärzte hier ja kein Theater mehr anfangen und ich nicht weiter abnehme. Habe aber gleich bemerkt, dass es mir nicht so gut tut. Wie bei dem Kuchen, den es hier freitags gibt. Garantiert weil wieder Milch oder so drin war…

Körperlich geht es mir weiterhin nicht gut. War heute beim Arzt und habe ihm nochmals genauer von den aktuellen Beschwerden speziell  an einem Organ berichtet. Er hat mir zugestimmt, dass es seltsam ist, dass die Beschwerden direkt am Tag nach der OP angefangen haben.  Und dass es eben sehr viel sein kann, weil an und um das Organ viel operiert wurde. Man sollte aber wissen, woran man ist. Und er ist zum Glück der Meinung, dass ich das körperlich(!) auf jeden Fall untersuchen lassen sollte… Nur muss ich da leider bis nach der Reha warten…

Teilweise kommt mir das hier also vor wie ein unnötiges Zeitabsitzen. Okay nicht ganz, manche Therapien wie Kunst oder Gymnastik sind sinnvoll. Aber sinnvoller wäre für mich momentan, die Schmerzursache zu kennen…

Heute Nachmittag bin ich kurz spazieren gegangen (mehr als 10 min schaffe ich kaum). Danach habe ich mich auf die Liegewiese gelegt. Es war etwas kühl ohne Sonne. Irgendwann hat mich Tobi entdeckt, den ich bereits gesehen hatte. Grinsend hat er sich dann mit nem Liegestuhl neben mich gelegt und wir haben (viel sinnloses) gequatscht. Aber viel gelacht und das ist glaube ich viel wert. Muss immer grinsen, wenn ich den seh, weil der auch immer so grinst. Bin da ganz schlimm ansteckend 🙈 (Und jetzt bitte nichts falsches denken, der ist nett, aber mehr nicht und außerdem 6 Jahre jünger als ich 😜)…

Ich bin erledigt. Dabei war ich das schon heute morgen beim Aufstehen. Und müde bin ich. Muss immer etwas früher ins Bett als die anderen… Morgen habe ich u.a. Einzeltherapie. Mal sehen wie das wird…

Klinik 2.0 Tag 17 & 18: Mädelsabend, Tobi & Co.

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Zur Zeit verbringe ich teilweise viel Zeit mit Anja, meiner Tischnachbarin. Oft liegen wir in unserer freien Zeit auf der Liegewiese und plaudern oder schweigen. Manchmal ist noch eine Bekanntschaft von ihr mit dabei. Sie ist Jugend- und Heimerzieherin und arbeitet mit Kindern und Jugendlichen in einer Wohngruppe und hat auch schon mit essgestörten Menschen gearbeitet. Vorgestern haben sie sich dann mal wieder um eine gemeinsame Bekannte von hier unterhalten, die magersüchtig ist (angeblich einen BMI von ca. 0,6 weniger hat als ich. Was ich nicht so ganz verstehen kann. Weil sie sooo dürr ist im Gegensatz zu mir… Ich weiß, ich weiß, verzerrte Körperwahrnehmung und so, aber trotzdem…). Jedenfalls sitzt sie auch hinten am Tisch in der Ecke. Sie hat wohl nur leicht abgenommen. Als Strafe muss sie am Wochenende im Zimmer bleiben (die tun mir so leid, da wird man doch noch depressiver…!!?!). Die müssen alle eine bestimmte Menge an Essen innerhalb einer Stunde gemeinsam einnehmen. Alles ist genau vorgeschrieben. Die tun mir so leid. Meine andere Tischnachbarin, die oft kaum etwas isst und auch recht dünn ist, hatte gestern auch ein Gespräch mit der Ernährungsberaterin, mit der ich neulich gesprochen hatte. Sie hat zu ihr gesagt, dass sie schnell satt ist. Und die Tante meinte dann, dann müsse sie eben reinstopfen, auch wenn sie satt ist. Ich weiß, der Magen verkleinert sich mit der Zeit und gewöhnt sich an kleine Mengen. Trotzdem ist das total widerlich, wenn man das Essen nur so reinstopfen soll…
Anja meinte dann vorgestern noch zu mir, sie hätte die Magersüchtige getroffen. Hätte sie gefragt, ob sie gegessen hätte. Und danach, ob sie es auch drin behalten hätte. Und ihr Gegenüber wäre geschockt gewesen. Anja entgegnete mir gegenübersie wisse einfach gar nicht, wie sie mit so jemandem umgehen solle. Und dass sie glaubt, dass die Frau mit Magersucht eben andere Methoden hätte um ihr Gewicht nicht ansteigen zu lassen… Habe nicht so viel dazu gesagt, nur dass die mir leid tun würden…

Der Knaller kam dann vorgestern beim Mittagessen. Für mein gewähltes Menü gab es als Vorspeise Salat. Alles schön und gut. Doch dann bekam ich die Hauptspeise: Salat. Bin nach langem Zögern in die Küche gegangen, um mich zu erkundigen, was es damit auf sich hat. Sie meinten, das heutige Essen wäre mit Milchprodukten, die ich ja meiden soll. Tja, und dann musste ich Salat essen, bis er mir aus den Ohren herauskam. Ohne Brot oder so. Und da soll man hier nicht abnehmen!??? So ein Witz… Bisher lag noch kein „böser“ Zettel in meinem Fach, als Auswirkung auf meinen Gewichtsverlust. Ich warte immer noch darauf. Glaube nicht, dass es beim nächsten Wiegen nicht wieder weniger auf der Waage sein wird.

Kunsttherapie mag ich zur Zeit sehr gerne. Kann gar nicht verstehen, dass ich am Anfang so viel Angst davor hatte. Habe tatsächlich mittlerweile immer wieder ein paar kreative Geistesblitze, worüber ich sehr froh bin. Werde bei meiner momentanen Collage das Gesicht einer Frau in schwarz-weiß mit Wolken und fliegenden Vögeln in blau kombinieren, alles auf weißem Hintergrund…
Bei einer anderen Therapie habe ich mich dann vorgestern endlich mal getraut zu sagen, dass ich Schmerzen im Stehen bekomme und mich evtl. hinsetzen muss. War kein Thema für den Therapeuten. Aber mir war es trotzdem unangenehm in der Gruppe dann einfach nur dazusitzen… Naja…

Das mit dem Alter regt mich schon wieder etwas auf. Vorgestern Abend lag ich mit Anja draußen auf der Liegewiese. Da kam eine ältere Frau auf uns zu. Sie kam mir etwas wirr vor. Sie erzählte, dass niemand mit ihr spazieren gehen wolle und hat von ihrer Tochter erzählt, die keine Zeit für sie hätte und blabla. „Wo kommen Sie her?“, hat sie dann gefragt und Anja angeschaut, die ihr antwortete. Irgendwann wanderte dann ihr Blick zu mir: „Und das MÄDCHEN auch?“ Schnell richtete ich mich ein bisschen auf, in der Hoffnung etwas größer zu wirken und nannte ihr meinen Wohnort. Vielleicht hat sie wirklich gedacht, dass ich Anjas Tochter wäre. Man eh, das fühlt sich einfach immer so bescheuert an…
Und gestern Morgen ging es dann gleich weiter. Wir haben eine vierte am Tisch, die vorgestern neu angekommen ist. Sie ist 18, spielt in einer Rockband und ist dementsprechend gekleidet. Heute Morgen hat sie mich dann nach meinem Alter gefragt und war sehr verblüfft: „Ich hätte gedacht, du wärst so in meinem Alter!“ Nein. Ich bin sieben Jahre älter. Immer das Gleiche, sobald ich jemand Neues kennen lerne… Es ist so anstrengend (Und bitte lasst die Sprüche weg von wegen in ein paar Jahren werde ich froh darüber sein usw. Wenn man da ständig darauf angesprochen wird und immer wieder in blöde Situationen gerät, ist das alles andere als schön…).

Gestern Nachmittag war ich dann noch mutig und habe mich erst draußen und dann drinnen in der Cafeteria aufgehalten. Drinnen war nicht viel los. Irgendwann hat sich ein Kerl einige Meter von mir entfernt auf die Bank gesetzt. Als wir allein waren, hat er dann ein Gespräch mit mir angefangen. Wir haben uns ganz gut unterhalten und vor allem viel gelacht (und er hat mich die ganze Zeit verarscht 😛  Und warum eigentlich sieht man mir an, dass ich Nichtraucherin bin?…). Bestimmt hat er gedacht, dass ich jünger wäre. Er selbst ist 19 und heißt Tobi. Ist wegen Depressionen seit gestern hier und hat jetzt schon Langeweile…

Anja ist dieses Wochenende leider weniger da, weil ihre Familie seit gestern Abend zu Besuch ist. So schade. Aber ich hab mich mittlerweile mit ihren zwei Bekanntschaften ein wenig angefreundet. Mit der Jugend- und Heimerzieherin und noch einer weiteren anfang 40-Jährigen. Wir haben gestern zusammen gequatscht und dann zu dritt einen Film geschaut und einen netten Mädelsabend gemacht und vor allem sehr viel gelacht. Trotzdem frage ich mich schon wieder, ist das normal, dass ich mich hier nur mit deutlich älteren Frauen anfreunde (ausgenommen jetzt mal das Gespräch mit Tobi gestern)? Die Frauen haben alle Kinder und ich bin Erzieherin. Vielleicht liegt es mit daran, dass ich mich so gut mit ihnen verstehe…?

Gerade befinde ich mich auf der Liegewiese. Vor einigen Minuten hat sich Tobi einige Meter vor mir auf nen Liegestuhl gelegt (nachdem er mich entdeckt hatte. Davor hat er erst ne andere Richtung angepeilt, wenn ich das richtig interpretiert habe…:P). Das kann noch was werden… 🙈

Klinik 2.0 Tag 16: Abgenommen! Und jetzt?

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Heute Morgen stand also das wöchentliche Wiegen an. War vorher auf Toilette, weil es nicht anders ging. Habe sicherheitshalber 300ml getrunken. Das hat dann aber auch nicht mehr geholfen. Letztendlich zeigte die Waage ein halbes Kilo weniger an, als vor einer Woche… Die Worte der Psychologin die hier für Essstörungen zuständig ist, habe ich nicht vergessen. Sollte ich abnehmen, müsste sie sich nochmals mit mir unterhalten, weil sie hier die Verantwortung für mich haben und dann müsste man schauen, was man macht… *Schluck*. Zu meinem Anfangsgewicht hier sind es ja nur 300g weniger. Zu letzter Woche aber 500. Keine Ahnung, ob das Theater dann jetzt schon wieder losgehen wird… Habe es am Frühstück erwähnt. Die anderen beiden sind ja auch sehr dünn. Die eine, die meistens kaum etwas isst, konnte es kaum fassen, dass ich obwohl ich so viel mehr als sie esse, so viel in einer Woche abgenommen habe. Geht bei mir halt schnell, wenn ich keine Süßigkeiten um mich herum habe… Finde ein halbes Kilo jetzt nicht sooo viel. Hatte da schon mehr auf einmal weg… Ich habe große Angst davor, dass sie mich irgendwann an den Tisch mit den „Esspatienten“ setzen werden. Alle würden es sehen. Alle. Das wäre mein Ende… Für vergangene Woche werde ich es einfach auf das neue Medikament schieben. Schließlich war mir ja auch leicht übel davon. Ob das allerdings an den Konsequenzen etwas ändern wird, bezweifle ich.

Bin heute Morgen wieder mit starken Kopfschmerzen aufgewacht. Einseitig, richtung Kiefer. Mit dem habe ich ja schon seit vielen Jahren große Probleme. Bestimmt presse ich nachts wieder meine Zähne aufeinander. Meine Aufbissschiene die ich mal kurze Zeit hatte vor mehreren Jahren, hatte schon nach kurzer Zeit Löcher. Aber ich traue mich ja schon seit Jahren nicht mehr zum Zahnarzt wegen meiner Zähne, denen man die Schäden durch Magensäure schon ein bisschen ansehen könnte…

Die Schmerzen heute waren nervig. Aber wenigstens beim Kopf hat eines der Schmerzmittel nach Stunden mal gewirkt.

Gymnastik war anstrengend. Wir haben so viele Übungen im Stehen gemacht. Und ich bekomme Schmerzen im Stehen und zwar ziemlich schnell. Eigentlich sollte man dann da die Übung weglassen oder weniger machen. Aber ich will nicht, dass mich andere anstarren, weil das würden sie tun, wenn ich mich einfach so hinsetzen würde. Keine Ahnung, was ich machen soll (morgen wird es in einer anderen Therapie das gleiche sein. Muss die ganze Zeit stehen. Und das geht eigentlich gar nicht. Grrrrr… Und dann wird es da auch noch so heiß sein und ich werde als einzige langärmlig sein…). Gruppentherapie habe ich heute auch überlebt. Bin oft die einzige, die zu einer Sache nichts sagt, dann komme ich mir blöd vor. Habe heute immerhin das erste Mal von mir aus freiwillig was gesagt, sogar zweimal. Aber nur da, als sonst niemand die Antwort auf die Fragen der Therapeutin wusste…

Sonst habe ich versucht meine Schmerzen auszuhalten und bin auf der Liegewiese gelegen. Erst allein und später mit meiner Tischnachbarin. Mit der bin ich nach dem Abendessen auch das erste Mal in den Außenbereich der Caféteria. Vielleicht traue ich mich dann da jetzt bald auch mal allein hin.

Sonst gab es nichts aufregendes. Außer dass ich dauernd voller Angst in meinen Briefkasten schaue, ob ich Post bzgl. Zusatzmahlzeiten oder einem Gespräch habe. Vielleicht dauert das aber auch noch, bis meine Therapeutin wieder gesund ist. Hoffentlich kommt davon nichts morgen und mich zu. Habe morgen volles Programm, wird wieder anstrengend…

Klinik 2.0 Tag 15: „10 Kg mehr würden dir echt gut tun!“

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Gestern Abend bin ich mit meiner Tischnachbarin nochmals zur Liegewiese gegangen. Und wir haben die letzten Sonnenstrahlen gemeinsam genossen und ein bisschen geplaudert. Das war sehr schön :).
Aber irgendwie fand ich es auch sonderbar. Mir wurde so bewusst, dass ich mich zur Zeit am besten mit deutlich älteren Menschen verstehe. Die Gleichaltrigen sind mir irgendwie zu „jugendlich“, zu kindisch (benehmen sich hier wie im Schullandheim).Aber vielleicht denken die älteren das auch von mir… 😛

Letzte Nacht bin ich mehrmals mit leichten Schmerzen aufgewacht. Bin mir aber gerade gar nicht immer so ganz sicher, was Muskelkater ist und was nicht :P. Als dann morgens mein Wecker geklingelt hat, ging es mir nicht gut. Einseitige Kopfschmerzen und leichte Übelkeit, körperliche Schwäche und leichtes Zittern. Nicht schon wieder Migräne, bitte! Normalerweise hätte ich mir direkt ne Schmerztablette eingeworfen. Aber bin ja in der Klinik und ich wollte erst duschen und mich fertig machen und dann meine Schmerzmittel unten abholen. Der einzige Vorteil an meinen Schmerzen war dann, dass ich auf diese Weise erfahren habe, dass ich doch bei einem anderen Arzt eingeteilt bin und der gestern bekommene Arzttermin somit falsch ist. Hatte dann bei einem anderen Arzt nen Termin. Habe ihm nur grob meine Beschwerden geschildert. Hatte keine Lust, das schon wieder so im Detail zu erzählen. Er war zum Glück soweit in Ordnung. Mein Bedarfsschmerzmittel hat er geändert, weil ich das auch bei Migräne nehmen kann. Aber da sind nur zwei Tabletten am Tag möglich. So ein Schrott. Grade bei Migräne. Außerdem hat er mir das Antidepressivum für ab morgen verdoppelt. Bestimmt schlaf ich dann schon am Frühstückstisch ein und bin noch schwächer… Außerdem hat er mir dazu geraten, dass ich mir daheim einen Schmerztherapeuten suchen sollte. Untersucht oder so hat er mich nicht. Aber er möchte mich am Montag nochmals sehen, warum auch immer… Aus der Walkinggruppe hat er mich auf meinen Wunsch hin herausgenommen. Und Fitness soll ich nur diese Woche pausieren und es dann nochmals versuchen :(. Und ich soll viel spazierengehen, am besten im Wald (statt auf Asphalt). Ahja… Leider nicht so einfach…

Meine Kopfschmerzen haben sich über den ganzen Tag gezogen. Kunsttherapie war aber gut. Da konnte ich irgendwie abschalten. Habe eine Collage angefangen. Habe ein Gesicht einer Frau in schwarz-weiß gefunden, das mich irgendwie angesprochen hat. War voll in meinem Element. Am liebsten hätte ich ihr eine Hand vor den Mund geklebt, die ich gefunden hatte. Aber das wäre viel zu aussagekräftig gewesen…!!! Habe so nur mal noch ein paar andere Dinge ausgeschnitten. Mal sehen, was ich daraus noch mache…
Physiotherapie war sehr kurz. Die Therapeutin wollte am Anfang meine Schmerzen wissen, die ich ihr grob geschildert habe, sowie meine momentanen Schmerzmittel. Sie war dann ein wenig fassungslos (glaub eher wegen der Schmerzmittel als über all die vielen Schmerzen, vielleicht aber auch beides) und hat mich gefragt, wie alt ich denn überhaupt wäre… 😩 Und einen Satz fand ich dann mal wieder sehr daneben. Als wir bei den Schmerzen waren, wollte sie wissen, ob ich deshalb zu wenig essen und trinken würde… Letzteres ist ja nicht einmal der Fall!! Fand das irgendwie bescheuert, wie sie das gesagt hat…. Naja. Wer weiß, was die anderen der in meine Akte geschrieben haben… Wegen meiner migränenahen Kopfschmerzen hat sie dann heute eher den Nackenbereich bearbeitet. Will ihr ja auch eigentlich gar nicht sagen, falls nächstes Mal meine Beine weh tun. Möchte nicht, dass sie meine Narben berührt oder mich danach fragt…

Zwischendurch habe ich auf dem Weg die Erzieherin getroffen (Anfang 40), mit der ich mich schon oft gut unterhalten habe. Sie meinte sie würde es mir zur Zeit so ansehen, dass es mir schlecht geht. Vor allem wenn sie mich morgens sieht, wie ich da so entlang gehe. Weil ich ja so dünn wäre. „Ich glaube 10 Kg mehr würden dir echt gut tun!“, meinte sie u.a… Die denkt glaube ich, dass ich wegen meiner Erkrankung so viel abgenommen habe. Vielleicht auch besser so…

Das Mittagessen war mir wieder zu stark gewürzt. Die Sonne war mir heute Mittag natürlich viel zu hell. War also vermutlich doch wirklich Migräne, wenn auch nur leicht. Habe mich dann trotzdem wieder noch eine Weile mit der neuen Tischnachbarin auf die Liegewiese gelegt und gequatscht. War schön. Aber mein Kopf fand das nicht so toll.
Dann hatte ich Qi Gong, eine „fernöstliche Bewehrungslehre“. Da ging es mir nicht so gut. Es wurde im Stehen gemacht, obwohl es das auch im Sitzen gibt und die Vertretungstherapeutin mich für letzteres anmelden wollte. Grr. Hatte dauernd Schmerzen. Aber ich wollte nicht in der kleinen Gruppe einfach abbrechen und zuschauen, ich wäre mir so blöd vorgekommen… Nächstes Mal versuche ich es…
Danach hatte ich einen Vortrag zum Thema Ernährung. Schon als ich nur gesehen habe, dass diesen diese (mir unsympathische) Ernährungsberaterin von neulich hält, war ich genervt. Wir haben uns dann zusammen die Ernährungspyramide angeschaut. *Gähn*. Als ob ich die nicht kenne. Wieder mal nix gelernt. Obwohl doch, eines: Dosenobst zählt zu den Portionen Obst am Tag, die man zu sich nehmen soll. Die hat echt so getan, als wäre das Zeug gesund. Kein Wunder ist es das einzige Obst, das es hier morgens zum Frühstück gibt. Nur selten gibt es dann mittags als Nachtisch eine Banane. Und das war es hier auch schon in dieser Klinik mit Obst. Ich sage dazu mal nichts weiter… 🙈

Der Tag war sehr anstrengend, so viel Programm und dann die Kopfschmerzen noch zu den anderen Schmerzen dazu. Habe mich wenigstens dann doch mal noch vor dem Abendessen allein auf die Liegewiese getraut, da war es dann auch nicht mehr ganz so heiß. Hab schon Angst vor den nächsten Tagen, wenn es noch wärmer wird. Dann wird es einfach wieder so auffällig, langärmlig zu sein…
Morgen muss ich zum Wiegen. Ich will nicht. Hoffentlich habe ich nicht zu viel abgenommen. Ich will keine Zusatzmahlzeiten allein im „Affenkäfig“ einnehmen!! Aber von dem normalen Essen hier kann man nicht zunehmen, wenn dann abnehmen!! Zumindest ist das bei mir so…
Hoffentlich packe ich Gymnastik morgen. Sonst habe ich nur Gruppentherapie, also mal ein Tag mit weniger Programm. Was ich persönlich mag, wenn es nicht so vollgestopft ist, aber ich merke zur Zeit auch deutlich, wie gut mir Kontakte zu anderen tun…

Klinik 2.0 Tag 12-14: „Mit 25 ist man nicht so klein!“

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Das Wochenende war relativ langweilig. Während den Mahlzeiten habe ich mich gut mit der neuen Tischnachbarin unterhalten. Ansonsten war ich allein in meinem Zimmer, habe gelesen und mich zu Tode gelangweilt. Ich wäre gerne rausgegangen. Aber es hätte mich ja jemand sehen können. Ich kann einfach nicht ohne Grund, bzw. nur weil ich spazieren gehen möchte, einfach rausgehen. Zumindest nicht allein.

Ich hatte wieder viele Schmerzen, vor allem auch nachts. Keine Ahnung, wie das weitergehen soll. Leider hat mein Bezugsarzt gewechselt. Hatte eine junge, sehr nette Ärztin. Bin jetzt bei irgendeinem Arzt, der nicht hier im Gebäude ist. Grrr. Gar keine Lust. Keine Ahnung, wie der drauf ist…

Als ich gestern auf dem Weg zum Speisesaal war, ging plötzlich ein 8-jähriges Mädchen neben mir. Sie sah mich frech von der Seite an. „Na, alles klar?“, fragte ich. „Wie alt bist du?“, wollte sie wissen. „Was würdest du denn raten?“, entgegnete ich. „So 13 oder 11“, schätzte sie. „Oh, ich bin schon etwas älter“, meinte ich, was eher keine so gute Idee war. Die Kleine ließ nicht locker: „Wie alt denn?“ „25“, verriet ich ihr, und hoffte, dass sie nichts weiter dazu sagen würde. „Waaaas?“, das Mädchen riss die Augen auf. „Das kann gar nicht sein. Das stimmt nicht! Mein Bruder ist nämlich 18! Und mit 25 ist man nicht so klein!“ *Schluck*. Wäre ich klein und weniger „zierlich“ (wie zumindest immer alle sagen), dann hätte sie das bestimmt nicht gesagt. Immer seh ich so jung aus. Hat bei Kindern im Grundschulalter schon mal für Verwunderung gesorgt, als ich im Ferienlager Praktikum machen musste. Auch sie hatten mir nicht geglaubt, was mein Alter anging.
Wir waren mittlerweile schon im Speisesaal und hinter mir stand einer aus meiner Gruppentherapie von den „Oldies“. Ich meinte dann nur noch so zu ihr: „Es gibt eben auch kleine Leute“. Und dann gab sie zum Glück Ruhe, bzw. war damit beschäftigt zu schauen, was es zu essen gab…

Gestern Abend war mir ziemlich langweilig und auf Lesen oder Musik hören hatte ich keine Lust. Hatte dann aber eine recht gute Idee, wie ich finde. Habe mich zum ersten Mal in die Cafeteria getraut, einem von nur zwei Orten hier, an dem man WLAN hat. Habe mir eine App runtergeladen, mit der man Youtube-Inhalte später nach dem Laden offline anschauen kann. So konnte ich dann doch mal wieder nen Film schauen, wenn auch nur klein auf dem Smartphone. Aber immerhin ;).

Habe meine Medikamente heute zeitversetzt genommen. Ich glaube, dass das auch eine gute Idee war. Bis jetzt bin ich jedenfalls weniger müde, schwach und erschöpft als die letzten Tage. Bin zumindest heute nicht nach dem Frühstück gleich eingeschlafen, wie sonst.
Vom Fitness konnte ich mich zum Glück bei meiner Bezugstherapeutin abmelden, weil mir das zu viel gewesen wäre.
Vor Gymnastik hatte ich etwas Angst. Schließlich habe ich nicht viel Kraft. Nicht so viel wie die anderen. Und ich hatte Angst, dass mein Ärmel verrutschen könnte und dass jemand die Narben sieht. Klar, hier gehen viele damit offen um. Aber ich könnte das nicht. Nicht bei Leuten, die mich ohne Narben kennen gelernt haben… Doch da das heute irgendwie ein Tag mit guten Ideen zu sein scheint, kamen mir meine schwarzen Haargummis in Sichtweite, von denen ich mir einfach eins um den Ärmel meines schwarzen Cardigans gezogen habe.
Es war anstrengend dort und ich habe die Übungen kürzer gemacht als die anderen, aber insgesamt habe ich gemerkt, dass es mir doch sehr gut getan hat. Und es hat fast ein bisschen Spaß gemacht.

Beim Essen habe ich mich wieder gut mit Anja (41 Jahre), der Neuen am Tisch, unterhalten. Wir sind danach zu den Liegestühlen auf die Wiese und haben uns in die Sonne gelegt und ab und zu geplaudert. War gut. Allein hätte ich das wieder nicht gemacht. Aber vielleicht bekomme ich das ja die Tage mal hin…
Irgendwann kam eine die sich mit Anja angefreundet hat zu uns und hat ein bisschen geplaudert. Auch über eine der Patientinnen, mit Essstörungen. Sie hätte angeblich das ganze letzte Jahr nur Joghurt gegessen und wie schwierig es für sie ist, die Portionen hier zu schaffen. Und ihr BMI wäre ja so niedrig (0,6 niedriger als meiner übrigens, *hust*…).

Dann hatte ich Gruppentherapie. Heute habe ich nicht viel gesagt. Fand es schwierig, irgendwelche Worte zu finden. Komme mir dann blöd vor, wenn ich so schweigsam bin. Naja.

Einzeltherapie bei meiner Bezugstherapeutin war sehr kurz. Habe im Zeitstrahl vom letzten Mal noch meine Schmerzen ergänzt, die ich außer der Geschichte gerade schon hatte und immer wieder habe.
Ich soll jetzt Schmerztagebuch führen. Aber sehr genau. Was sehr schwierig ist, wenn man den ganzen Tag über Schmerzen hat…
Morgen soll ich zum Arzt gehen um mit ihm über die Bewegungstherapien zu sprechen, die ich gerne streichen bzw. ändern würde. Hoffentlich teilt der mich dann nicht in Wassergymnastik ein. Das kann er vergessen. Und hoffentlich ist das ein netter Arzt. Hab so viel schlechte Erfahrungen die letzten Monate gemacht. Bekomm sonst so die Krise…

Klinik 2.0 Tag 11: Vertrauensspiel & plötzlicher Stimmungswechsel

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Bin morgens wieder früh mit Schmerzen aufgewacht. Es nervt so. Gefrühstückt hab ich allein am Tisch, die Neue war noch nicht da. Danach bin ich mehrmals durch die ganze Klinik gelatscht, um meine Bezugstherapeutin anzutreffen. Schon allein davon war ich am Ende. Irgendwann war sie glücklicherweise da und ich konnte mich von ihr für den Spaziergang entschuldigen lassen. Den hätte ich nicht gepackt. Hab mich dann hingelegt und ne Stunde geschlafen.
Dann hatte ich Gruppentherapie mit den „Oldies“ ;). Schon von weitem meinte einer: „Da kommt unser Herzchen!“ 🙈 Ich weiß, war nett gemeint. Aber mal sehen wie lange es dauert, bis ich genervt bin, die „Kleine“ zu sein… Okay, eigentlich bin ich es jetzt schon etwas…
Wie immer musste man erst mal sagen, wie es einem geht. Hab gemeint, dass ich mich geschwächt fühle wegen neuen Medikamenten und nachts jetzt auch wieder mehrere Stunden wach bin mit den Schmerzen, weil ich weniger Schmerzmittel bekomme. Dachte, wenn meine Bezugstherapeutin schon mal mit dabei ist heute (die ich eh nur einmal die Woche sonst sehe), lass ich sie das gleich noch wissen, vielleicht gibt sie es ja an die Ärztin weiter oder so. Es wurde gefragt, ob jemand ein Anliegen hätte. Tja und dann meinte einer der Herren, dass er gerne wissen würde, wie es der Gedankenschmiedin in der Gruppe geht, ob das für mich stimmig ist und so. Oh man. Hab dann irgendwas davon gelabert, dass ich es anfangs ein bisschen merkwürdig fand, mit großem Abstand die Jüngste zu sein. Aber dass ich sonst auch viel mit älteren Leuten hier rede und es eher ein bisschen schwierig finde, dass sonst niemand da ist mit chronischen Schmerzen. Aber dass ich mit der Gruppe trotzdem gut klar komme. Was hätte ich auch sonst sagen sollen. Meine Bezugstherapeutin sah glaube ich zufrieden aus bei meiner Antwort. Bei den anderen bin ich mir nicht sicher.
Dann verkündeten die Therapeutinnen, dass sie gerne ein Vertrauenspiel machen würden. Ich ich ahnte böses. Und tatsächlich, es war das Spiel, dass sich einer fallen lässt und der Partner einen auffängt und nachher tauscht man. Natürlich sollte man sich einen Partner suchen mit etwa dem gleichem Körperbau. Was natürlich bei meinem Anblick auf (nicht böse gemeintes) Gelächter stieß, da ich mich da doch sehr von den anderen abhebe. Voll peinlich. Meine Bezugstherapeutin meinte dann gleich, dass sie dann beim Auffangen für mich einspringen würde. Mein zugewiesener Partner, war der ca. 50-jährige Mann, der am Anfang gefragt hatte, wie es mir in der Gruppe ergehen würde. Er ist ganz nett. Aber zugegeben, bei den zwei 60- und 65-Jährigen hätte ich große Schwierigkeiten gehabt und am liebsten hätte ich eine Frau gehabt… Ging dann aber gut, was ich nicht gedacht hatte, da ich das in der Schule früher nie hinbekommen habe, mit dem Fallenlassen. Natürlich musste danach wieder jeder sagen, wie es ihm ergangen ist. Und bei der anschließenden Diskussion war ich dann still. Am Ende noch eine Abschlussrunde, wie es jedem ergangen ist, und die Stunde war überstanden. Und sie war irgendwie für mich positiver, als die vorherige, die mich eher ein bisschen runtergezogen hat.
Aber ich habe ein bisschen Angst davor, was da in den nächsten Stunden noch so kommen wird. Ob das dann wirklich noch so passt mit der Alterszusammenstellung. Gerade bei solchen Spiele oder so. Ich könnte nicht alles mit jedem machen.
Oder wenn es irgendwie um das eigene Aussehen/ Minderwertigkeitskomplexe gehen würde, da würde ich die Krise bekommen. Ich könnte ja zB. kaum sagen, dass ich mit mir zufrieden bin, wenn ich total hässlich bin… Oder ich tu dann so, als würde es mir nicht gut gehen und gehe eine Weile raus… Hoffentlich kommen solche Themen einfach nicht dran. Aber ich habe dieses Gruppengedöns dreimal in der Woche! Wie soll ich das überleben…?

Als ich meinen neuen Therapieplan für die kommende Woche bekommen habe, ging meine Stimmung nochmals richtig runter. Voll von vorne bis hinten. Das schaffe ich nicht. Schon allein körperlich. Kann nur hoffen, dass meine Bezugstherapeutin am Montagmorgen gleich da ist und mich für Fitness entschuldigen kann. Ich weiß, dass ich Sport machen sollte. Aber wenn ich so gar keine Kraft habe und mir selbst die Schritte von A nach B durch die Klinik schwer fallen? Außerdem habe ich danach zum ersten Mal Wirbelsäulengymnastik. Das wird dann schon anstrengend genug. Und die Spaziergänge versuche ich auch streichen zu lassen. Da bleibt dann aber immer noch viel zu viel übrig und ich habe schon wieder das Gefühl, dass mir das alles viel zu viel ist…

Nachmittags habe ich geschlafen und lag einfach nur da. Müde und erschlagen. Meine Stimmung hat sich seit dem Medikamentenwechsel am Mittwoch stark verändert. Sie wird immer gedrückter. Plötzlich ist mir langweilig, was sonst fast nie der Fall ist. Meine Gedanken werden immer finsterer und immer mehr. Sie drehen sich im Kreis. Ob das an diesem Antidepressivum liegt, dass ich seit drei Tagen nehme? Oder weil ich jetzt noch mehr Schmerzen habe? Oder an der Veringerung meiner Opioide, weil diese ja auch stimmungsaufhellend wirken? Letzteres wäre ziemlich bescheuert… Ich muss sagen, ich war in letzter Zeit schon noch irgendwie verhältnismäßig relativ zuversichtlich und positiv gestimmt, auch wenn ich davon eher weniger auf meinem Blog hinterlassen habe. Was wenn das alles nur durch die Schmerzmittel kam? Schrott man… Hab plötzlich keine Ahnung mehr, wie ich das Wochenende überstehen soll. Habe Kopfschmerzen, vor lauter Denken, es hört einfach nicht auf. Meine Gesichtsmuskeln verkrampfen sich auch schon wieder. Bald kommen die anderen Schmerzen wieder, wenn das nun geringer dosierte Schmerzmittel aufhört zu wirken. Das wird ein schreckliches Wochenende, wenn das alles so bleibt. In der Packungsbeilage des Antidepressivas steht, dass Suizidgedanken mehr/ stärker werden können. Natürlich habe ich hier am Anfang angegeben, keine solche Gedanken zu haben oder je gehabt zu haben… Ja, das hab ich jetzt davon…

Klinik 2.0 Tag 10: Wandelnde Leiche

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Gestern war der erste Tag, an dem ich die Hälfte meiner bisherigen Schmerzmitteldosis bekommen habe. Die größte Veränderung bemerkte ich abends: plötzlich wieder eine Art Muskelschmerzen in beiden Beinen bis zu den Füßen, die im Liegen unerträglich waren. Mit Wärmflasche und Schmerzmittel wurde es etwas besser und ich konnte nach längerer Zeit einschlafen. Um 1.30 Uhr bin ich aufgewacht, hatte plötzlich wieder schreckliche Gesichtsschmerzen, die dann irgendwann zu Muskelschmerzen im Mund wurden (wie früher, als niemand genau wusste, weshalb). Vielleicht hatte ich die Zähne aufeinander gepresst? Oder der Tag war einfach zu anstrengend? Irgendwann wurden auch die Bauchschmerzen stärker. War kurz davor Schmerzmittel zu holen. Aber ich wollte nicht mit Brille und hatte keine Lust erst Kontaktlinsen reinzumachen. Und wenn um die Zeit in meinem Stationszimmer niemand sein sollte (2 Stockwerke unter mir), hätte ich durch die halbe Klinik latschen müssen zum nächsten. Und ich wusste nicht, welche Bedarfsmedikation verordnet war. So habe ich dämliche Kuh 4 Stunden vor mich hingelitten, bis ich endlich wieder schlafen konnte, bis um 6 Uhr schon wieder mein Wecker klingelte…

Wieder hat alles gestochen, diesmal an einer anderen Stelle. Dann brennende Bauchschmerzen, konnte kaum stehen. Mit Mühe hab ich mein Frühstück runtergezwungen, während es mir immer wieder in meinen Bauch gestochen hat. Immer die gleiche Stelle. Wie vor der OP. Bestimmt ist  eine der Sachen die entfernt wurden, nun wieder da. Bzw. dass es da ist hat mein Arzt schon mal gesagt, da war es bestimmt noch kleiner. Wächst einfach viel zu schnell….
So ging es den ganzen Tag. Ich war mehrmals kurz davor durchzudrehen. Dazu noch Übelkeit und eine leichte Würgerei wegen dem neuen Medikament. In Kunsttherapie war ich so müde (auch von meinem neuen Medikament, denke ich mal), dass fast gar nichts ging. Aber wenigstens ging es einigermaßen mit den Schmerzen. Nach dem Mittagessen habe ich geschlafen. Und mein Bauch hat erneut Theater gemacht. Hatte „Kunst mit Musik“ (Ausmalbilder anmalen / oder was anderes und im Hintergrund läuft Musik). Bin fast durchgedreht. Es hat so gestochen! Und diesmal wurde es eben nicht mehr durch Ablenkung besser! Nach der Schmerzmitteleinnahme kamen dann noch Schmerzen unter den Rippen dazu – ich hoffe, die haben meine Leberwerte gecheckt… Und ich war wieder so erschöpft, kam die Treppe noch schlechter rauf, als die letzten Tage. Konnte kaum noch einen Schritt vor den anderen setzen. Und dann war ich irgendwann deprimiert. Weil mein Zustand hier von Tag zu Tag schlechter wird. Klar, ich soll von den Opioiden runter. Aber ich hab so scheiß Schmerzen man! Und wenigstens das Stechen an der Stelle im Bauch war mit dem Zeug weg! Jetzt habe ich das auch wieder an der Backe… Und sowieso, ich fühle mich hier so fehl am Platz! Ich kann die Dinge nicht machen, die die anderen tun. Und in der Gruppentherapie bekomme ich die ganzen Probleme und Sorgen der anderen auch noch ab. Und die haben nun mal völlig andere Probleme als ich! Wenn es eine Gruppe wäre mit Menschen die chronische Schmerzen haben, wäre es vielleicht anders. Aber so!? Ich bekomme die ganze schlechte Energie ab, der ich sonst mittlerweile nach Möglichkeit aus dem Weg gehe, weil mir das zu viel ist und weil mich das runterzieht! Ist doch bescheuert. Morgen habe ich wieder Gruppentherapie. Kann ich mir jetzt schon überlegen, was ich sage, wenn die Dame wieder fragt, wie man sich fühlt… („Gut“ oder „schlecht“ zählt nicht…).

Das einzig Positive war dann beim Abendessen. Die zwei Damen haben ja mittlerweile den Tisch gewechselt und die andere setzt sich immer wieder einfach zu ihren Freunden. Heute Abend war dann eine neue Patientin da. Anja. Hat auch schon Kinder. Scheint ganz nett zu sein, konnte mich ein bisschen mit ihr unterhalten und ihr ein paar Dinge erklären. Die andere Erzieherin kam irgendwann auch an meinen Tisch. Wir hatten in letzter Zeit leider gar keine Therapien mehr zusammen. Sie wollte wissen wie es mir geht und meinte, dass man es voll sehen würde, dass es mir schlecht geht… Gestern haben auch schon alle gemeint, wie fertig ich aussehe. Und ja, ich finde es auch erschreckend. Blass und soolche Augenringe (die man vor allem abends sieht, wenn die Schminke nicht mehr 100%ig sitzt). Eine wandelnde Leiche eben…

Werde morgen das Angebot meiner Bezugstherapeutin annehmen, und mich für den 45-minütigen Spaziergang entschuldigen lassen. Packe es körperlich nicht noch einmal. Nur bin ich mir dummerweise nicht mehr sicher, wann ich sie am besten erreiche. Ob bis oder vor 8 Uhr… Muss morgen im Schwesternzimmer fragen, hoffentlich wissen die das und raten mir nicht, sie anzurufen…
Dann habe ich morgen nur Gruppentherapie – die Leute sagen mir jetzt übrigens immer überall hallo, wenn ich ihnen begegne^^). Und nachmittags ist theoretisch noch Kaffee und Kuchen, überprüft da aber niemand ob man kommt. Aber ich sollte fast gehen, kann momentan nicht viel essen. Nicht, dass das nächste Woche die nächste Katastrophe gibt beim Wiegen. Klar, ich könnte einen Gewichtverlust auf die Schmerzen schieben, die ich durch die Medikamentenumstellung gerade habe). Aber es würde bestimmt trotzdem Konsequenzen geben…

Habe nun vorhin doch mal Bedarfsschmerzmittel geholt. Das Stechen ist so nervig. Aber die Dosis ist halt leider lächerlich, zu dem was ich sonst immer genommen habe… So richtig gut wirkt es bisher nicht. Sticht immer noch. Dazu die Übelkeit. Bekomm echt noch die Krise. Ich könnte nen Arzttermin ausmachen. Aber das würde auch nichts bringen, die würden mich nur um Geduld bitten…

Klinik 2.0 Tag 9: Wiegen & Gesprächstherapien

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Ich hatte wirklich ein bisschen Bammel vor dem Wiegen. Schließlich hatte die Psychologin neulich gemeint, dass sie bei Gewichtsabnahme nochmals schauen werden. Es dürfe gleich bleiben oder gerne mehr werden, aber nicht weniger. Ich hatte so keine Ahnung die letzten Tage, ob ich abgenommen hatte oder nicht. Bin heute Morgen dann vorsorglich nicht vorher auf Toilette und hab noch ca. 100 ml getrunken. Ergebnis auf der Waage war dann 200g mehr als letzte Woche. Ich war sehr froh. Aber wer weiß, wie es ohne Trinken und mit Toilettengang ausgegangen wäre. Vielleicht glauben sie mir jetzt noch mehr, dass ich immer ca. gleich viel wiege… Hoffentlich…
Ich war den ganzen Morgen total zittrig. Habe einfach keine Kraft. Musste dann zum 45-minütigen Spaziergang. Die eine Stillere von meinem Frühstückstisch war dabei. Aber die beachtet mich mittlerweile kaum noch. Vielleicht habe ich ihr zu viel mit den anderen geredet, die sie nicht ausstehen kann, kann ich dann auch nicht machen – Kindergarten hier. Eine aus der Kunsttherapie war auch dabei, mit der ich mich schon unterhalten hatte. Dann war noch die 21-Jährige dabei, bei der ich letzten Freitag beim Nachmittagskaffee saß. Mit der bin ich sind dann zusammen gegangen, auch wenn sie eigentlich falsch in der Gruppe war, weil sie körperlich fit ist. Ich sag euch, schon nach den ersten Metern hatte ich solche Schmerzen. Und körperlich war ich die ganze Zeit am Ende. Ich habe einfach keine Kraft. Aber wenn ich das hier sage, dann sagen sie, dass ich mehr essen muss… Am Ende des Spaziergangs – die Gruppe hatte sich gerade aufgelöst und ich war auf dem Weg in mein Zimmer – stellte sich plötzlich ein Mann vor mich. Ich würde ihn auf ca. 45-50 schätzen und ich glaube er ist gestern angereist. Er war davor ganz hinten mit einem der Fitnesstypen gegangen. Ich in der Mitte mit der anderen. Ich war dann irgendwie verdutzt, weil ich das Gefühl hatte, dass er mich abfangen wollte. Hat mich gefragt, wie ich den Spaziergang fand, wie ich es hier in der Klinik finde, wie lange ich da bin und woher ich komme. Ich war dann irgendwie so verdutzt, dass ich ihm alles brav beantwortet habe. Habe dann einen Schritt Richtung Treppenhaus gemacht, als müsse ich los und er meinte: „Also dann, man sieht sich!“… Ach ja?? Irgendwie kam mir das seltsam vor. Vor allem wenn ich mir überlege, dass man mich normalerweise 7-10 Jahre jünger schätzt… Also ich unterhalte mich hier oft mit älteren. Hätte er mich beim Spaziergang angesprochen, hätte ich mir vielleicht keine Gedanken gemacht. Aber dass er sich am Ende, als die anderen schon weg waren, sich mir dann so in den Weg gestellt hat… Vielleicht übertreibe ich aber auch total… Aber hoffentlich ist das kein zweiter Horst* oder so… 🙈
Ich schon ziemlich Angst vor der Gesprächstruppe. Und ihr glaubt gar nicht, wie bescheuert ich mich dort gefühlt hab. Außer mir waren dort 8 Patienten und alle im Alter zwischen 40-60 Jahren. Und niemand mit Schmerzen, sondern alle mit Probleme in Familie, Beruf und mit sich selbst. Die Therapeutin war verunsichert, weil ich gar nicht auf dem Plan eingetragen war. Grrr. Auf meinem stand aber die Gesprächstherapie in diesem Zimmer dran… Tja und dann saß ich da. Immerhin auf 20 hätte einer mich geschätzt. 25 klang dann doch etwas unglaubwürdig… Und weil ich ja Erzieherin bin sollte ich mich zu einem Thema auch äußern, grrrr, ich hab mit 3-6-Jährigen gearbeitet, man. Dabei bin ich dann noch fast eingeschlafen, weil ich so todmüde war. Eigentlich ging es nur um Probleme mit ihren Kindern. Die eine Tochter würde sich Arme und Beine aufschneiden und als Eltern wären sie da machtlos… Fühl mich so fehl in der Gruppe… Nein, in der ganzen Einrichtung. Am Ende haben sie mich dann ihre „Kleine“ genannt, danke… Ich finde das alles sinnlos in dieser Konstellation. Dann bin ich nur noch mehr mit den Problemen und schlechten Stimmungen der anderen beschäftigt. Probleme die ich zum Großteil ohne Kinder eben nicht habe, kann mich wenn dann in ihre Kinder hineinversetzen. Bestimmt fragen sie mich nächstes Mal wieder irgendwas wo ich als Erzieherin meinen Senf dazugeben soll. Dabei hab ich da doch selbst so wenig Erfahrung, grade bei Entwicklung oder Erziehungsfragen. So etwas lernt man in der Ausbildung nicht zumindest war es bei mir so… Und außerdem ist mir das alles viel zu viel. Das viele Sitzen war wieder schmerzhaft.
Danach direkt ohne Pause folgte das erste Einzelgespräch mit meiner Therapeutin. Ist zum Glück eine liebe, eher jüngere. Haben angefangen einen Zeitstrahl herzustellen, mit den wichtigsten Ereignissen mit Schmerzkurve usw. Sie hätte gerne noch eine Gewichtskurve gehabt, aber da gibt es keine wirkliche Kurve. Das war ja immer recht ähnlich und wenn dann war die Kurve nur kurz und leicht vorhanden. Ich glaube, sie fand es ziemlich schlimm, dass ich im Oktober zwei Tage mit stärksten Schmerzen liegen müsste, weil die Notärztin es nicht für nötig hielt, mich zu untersuchen. Ich ja auch…. Falls das Spazierengehen mal zu viel sein sollte, solle ich mich von ihr abmelden lassen. Das mache ich vielleicht wirklich am Freitag. Und während den Therapien soll ich rausgehen, wenn es nicht mehr geht mit dem Sitzen. Aber das kann ich nicht. Dann würde ich ja wieder aus der Masse hervorstechen. Und dann könnte ich aus jeder Therapie raus, weil immer Schmerzen da sind, das bringt’s doch nicht…
Bin so am Ende. Sooo müde, den ganzen Tag, so erschöpft. Ich sehe mich wirklich irgendwann zusammenbrechen, weil ich keine Kraft mehr habe. Aber irgendwie scheint das gerade niemand zu bemerken. Sie sehen nur meine schriftlichen Werte. Und Blutdruck ist mittlerweile fast eher normal… Bin seit heute Nachmittag manchmal kurz davor zu erbrechen. Entweder wegen dem Antidepressivum oder wegen meinem körperlichen Zustand. Als ich heute nachmittags die reduzierten Schmerzmittel nehmen wollte, war wieder die gleiche Frau von gestern da, die mir da das falsche Präparat geben wollte. Dann wollte sie mir heute tatsächlich zu viel geben, sie hatte sich verlesen. Hab nur zufällig mitgezählt. Was lernen wir daraus? Immer schön aufmerksam sein! *gähn*

Ich glaube, das war es für heute. Bin zu müde. Wo bleibt nur das Wochenende? Achja: soll mir überlegen, ob ich statt 4 nun doch  5 Wochen hierbleiben möchte. Ich weiß es nicht. Wenn das hier nichts bringt? Oder will die Rentenversicherung usw dann eher dass man es nochmals ne Woche zusätzlich probiert? Keine Ahnung. Was denkt ihr? Und wehe irgendein Arzt hält mich danach für arbeitsfähig, wenn es nicht so ist. Vor solchen Idioten habe ich so Angst. Musste heute die Einverständniserklärung wegen dem Datenschutz abgeben. Meine Therapeutin bestand darauf, meinem Arzt wenigstens einen Kurzbericht mit Diagnosen und Medikamenten zukommen zu lassen… Na toll… Hoffentlich steht da dann nichts mit den Narben… -.-

Morgen habe ich Kunst und Malen nach Musik. Das wird glaube ich ganz gut und letzteres hatte ich zwar noch nie, ist aber bei der gleichen Therapeutin wie Kunst und man malt einfach Mandalas an 🙂 (Bei denen fällt mir immer wieder ein, dass meine Mutter damals im Kindergarten überhaupt nicht begeistert war, wenn ich Mandalas anmalen wollte. Nur weil die einen buddhistischen Hintergrund haben. So übertrieben…).

So jetzt aber. Schon mal gute Nacht euch. Bin so am Ende für heute, trotz 8 h Schlaf letzte Nacht, kann nicht mehr… 

Klinik 2.0 Tag 8: Antidepressiva & Termin bei der Ärztin

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Ich war bei der Ärztin. Meine Blutwerte waren alle gut. Wobei die da glaube ich hier nicht all zu viel testen. Vielleicht lassen Sie mich ja dann jetzt mal mehr in Ruhe, bzgl. Essverhalten. Sie wollte mich heute jedenfalls wegen den Schmerzmitteln sprechen. Sie hätten sich mit dem Oberarzt (diesem unsympathischen Typ von meinem Gespräch neulich) unterhalten und sind zu dem Entschluss gekommen, dass sie mein Schmerzmittel gerne langsam absetzen möchten. Weil es abhängig machen kann, ich eigentlich zu jung dafür bin und weil es vor allem bei meinen chronischen Schmerzen weniger geeignet ist. Duloxetin soll ich dann bekommen, ein Antidepressivum, dass bei mir aber nicht wegen Depressionen, sondern wegen chronischer Schmerzen genommen werden sollte. Außerdem könne es psychosomatische Schmerzen lindern und stimmungsaufhellend wirken (damit ich aktiver sein kann oder so ähnlich, meinte sie!??). Hab gelesen, dass es auch gegen weitere körperliche Beschwerden helfen kann, die ich habe. Und vielleicht hilft es ja auch gegen meine Angststörungen, von denen niemand weiß. Hoffentlich. Wobei ich erstmal eine sehr geringe Dosis bekomme, wegen meinem Gewicht. Und gegen Krämpfe wirkt das Zeug leider auch nicht, da müsste ich es wieder mit Novalgin probieren. Die Ärztin meinte, dass sie zu dem Entschluss gekommen sind, dass meine ganzen Beschwerden durch die OPs und meine Erkrankung kommen könnten (Haha, das sollen sie mal dem Herrn Operateur erzählen, für den meine vielen Schmerzen sich deutlich psychosomatisch angehört haben…!!). Nur eine Sache können sie sich nicht erklären, nämlich warum es so in die Beine ausstrahlt… Aber wenigstens der Rest kann schon mal körperlich bedingt sein, bin ich froh… Oder auch nicht? Vielleicht ist es dann noch schwieriger die Schmerzen loszuwerden? Und die Rückenschmerzen wegen der harten Matratze werden auch von Tag zu Tag schlimmer. Bescheuert…!!!

Nach dem Duschen heute, war ich schon wieder körperlich am Ende, das Atmen war schwierig und ich kam kaum die Treppen hoch. Das ist doch nicht normal, man! Und nach dem Essen bin ich gerade nur noch todmüde, egal, was ich gegessen habe… Mittags war mein Bludruck niedriger als sonst. Falls der jetzt nicht mehr hoch geht, ist das bestimmt voll auffällig, dass ich auf Stress (Ankunft hier) total reagiere…

Singtherapie ist überstanden. Eine 18-Jährige war auch auf dem Weg zu Musik und hat mich angesprochen. Hab wieder so bemerkt, wie sie mich auch für eine in ihrem Alter hält. Also sie war lieb, keine Frage. Und für so Gespräche zwischendurch alles okay. Aber am besten verstehe ich mich doch mit Leuten, die älter sind als ich. Nur denken die immer, dass ich 10 Jahre jünger wäre oder so… Die eine Frau, die auch Erzieherin ist, war auch wieder da. Wir sind irgendwie voll auf einer Wellenlänge. Auch wenn sie natürlich schon ein Kind hat usw…

Als ich meine Schmerzmittel an meiner Station holen wollte, habe ich zum Glück aus den Augenwinkeln noch irgendwie hingeschaut. Zufällig. Hätte die mir tatsächlich das falsche Medikament gegeben! Auf alles muss man selbst aufpassen! Klar kann passieren. Aber man sollte echt immer mit ein Auge darauf werfen!

Wärmetherapie war total für die Katz. Diese Liege war so hart (oder ich zu empfindlich oder am Rücken zu dünn), dass es nur noch mehr weh getan hat, als dass die Wärme geholfen hätte. Da hab ich von meiner Wärmflasche mehr, auf die ich jeden Tag mehrmals drauf liege. Hab jetzt so dermaßen Rückenschmerzen man. Und das in Kombination mit meiner zu harten Matratze. Es wird jeden Tag mehr. Wie soll ich das bitte noch 3 Wochen oder so aushalten!?????

Beim Vortrag vom Chefarzt musste ich wieder sitzen, was sehr schmerzhaft war. Ich wäre fast eingeschlafen. Ich war sooo müde… Diesmal vermutlich vom Schmerzmittel und der viel zu warmen Temperatur. Wie soll das erst werden, wenn ich ab morgen noch dieses Antidepressivum bekomme!? Aber vielleicht schlägt das ja auch nicht so rein…

Morgen Früh muss ich zum Wiegen! Oh man. Hoffentlich nicht abgenommen, sondern gleich geblieben. Sonst gibt das ein Theater! Ich habe sehr regelmäßig gegessen. Und von der Menge her ähnlich wie die anderen am Tisch. Aber ich war die ganze Woche ohne Süßigkeiten. Daheim verschwindet da schon manchmal das ein oder andere. Deshalb kann ich es nur schwer einschätzen…

Den 45-minütigen Spaziergang habe ich morgen leider ohne die andere Erzieherin mitmachen. Hoffentlich ist sonst noch jemand dabei, den ich kenne. Aber vermutlich eher nicht, weil da hauptsächlich die Herzpatienten mitgehen.

Morgen habe ich das erste Mal Gruppentherapie. Habe sooo Angst, dass ich Panik bekomme oder sonst was ist. Und dann ist da noch das erste Gespräch mit meiner Bezugstherapeutin, die ich noch nicht kenne. Hoffentlich ist sie nett… Hoffentlich überstehe ich den Tag morgen!!!!