Schlagwörter

, , , , , , , , , , , ,

Es geht mir nicht gut. Ich zwinge mich jeden Tag aufzustehen. Weil ich weiß, dass sich meine Krankheitstage sonst häufen. Und ich möchte keine Attestpflicht bekommen. Ich gehe nicht zum Arzt.
Jeden Tag dieser Kampf. Irgendwie werde ich immer depressiver. In der Schule geht das erstaunlicherweise. Sobald ich von meinen Mitschülern umgeben bin, ist keine Depressivität mehr da. Was aber nicht die Angst- und Panikattacken verschwinden lässt.
Das Schlimmste ist für mich jetzt aber wieder diese ungewisse Zukunft. Ich finde keinen Platz für mein Anerkennungsjahr der Ausbildung. Bei Einrichtungen, bei denen steht, dass die Kinder schwimmen gehen, will ich mich nicht bewerben. Das geht nicht wegen den Narben. Niemals. Zwei Einrichtungen habe ich abgesagt: die eine so weit weg und bei der anderen mit den ganz jungen Kindern war ich so depressiv. Eine Einrichtung hat mir abgesagt. Und bei zwei Einrichtungen bin ich auf der Warteliste, was aber auch nichts Gutes heißt. Ich habe Angst, keinen Platz zu bekommen. Und selbst wenn ich eine Stelle bekommen sollte: Vor dem Antritt muss man zur betriebsärztlichen Untersuchung! Um zu schauen ob man für den Beruf geeignet ist. Bin ich das? Mit Narben am Körper, Untergewicht, zu hohem Blutdruck (bei Ärzten wegen der Angst vor der Reaktion auf die Narben), Ängstlichkeit und insgesamt einer leichten körperlichen Schwäche. Ich werde meine Narben erklären müssen. Mein Untergewicht. Und das kann ich nicht. Ich werde sagen, dass es mir gut geht. Was denn auch sonst. Ich muss doch endlich mal Geld verdienen um ausziehen zu können und mein eigenes Leben leben zu können.
Aber würden die mich so als arbeitsfähig anerkennen?