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Der Lehrer* war da. Ich habe die ganze Zeit versucht ihm nicht direkt über den Weg zu laufen bzw. so zu tun, als würde ich ihn nicht sehen. Ich dachte ich würde wissen, wo er gerade ist. Aber irgendwann war das nicht mehr der Fall. Ich saß gerade mit einigen Kindern am Basteltisch hinter einem Regal. Hoffentlich habe ich mich nicht irgendwie dämlich umgesehen… Hoffentlich hatte er nicht den Eindruck, dass ich mich vor ihm verstecke.
Ich drehe mich jedenfalls irgendwann zufällig um – und BAAAM, er sitzt da und schaut mir voll in die Augen!!! Geschockt drehe ich mich wieder um. Dein Versteckspiel ist zu Ende Gedankenschmiedin!! Was machst du da bitte!? Du darfst jetzt nicht auffällig wirken! Erst nach ca. 3 Minuten kann ich mich dann überwinden, aufzustehen, zu ihm zu gehen, ihm die Hand zu geben und hallo zu sagen. Er so: „Hallo! … Na!?“ Er schaut mich an. Und ich dumme Kuh stehe da bestimmt mindestens 5-7 lange Sekunden wie versteinert da, weil ich denke, dass da noch was kommt. Was soll man auch sonst bei einem „na!?“ erwarten!? Arghhhh… Ich hasse solche peinlichen Momente und würde sie so gerne rückgängig machen. Dreh dich endlich um! Geh! Geh, bevor es noch peinlicher wird, da kommt nichts mehr! Wärst du bloß nicht aufgestanden!“ Ich stehe so verdattert da, bis ich mich wieder auf dem Absatz umdrehe, ein Bilderbuch das auf dem Boden liegt in das Regal lege und wieder zu den Kindern zurück gehe. Das mit dem unauffällig wirken ist dir ja dermaßen gelungen…!!!!!!! Du bekommst wirklich nichts gebacken! Ich kam bestimmt total verunsichert, schüchtern und dämlich rüber. Wieder einer dieser peinlichen Momente, die mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen… Und das obwohl ich nur ein einziges Wort gesagt habe. Meinen Namen wusste er glaube ich nicht mehr. Er hat noch bisschen zugeschaut, als ich gerade mit ein paar Kindern am Basteltisch war. Die Kinder haben meinen Vornamen gesagt. In den Mails habe ich bisher immer meinen Anfangsbuchstaben druntergesetzt. Naja… Auffälliger war wahrscheinlich, dass ich so verunsichert war. Aber vielleicht nicht einmal das. In seinem Unterricht war ich damals ja auch recht still… Bleibt die Frage, ob ich das heute vor Angst alles nur so empfunden habe, oder ob es tatsächlich so war… Ich hatte nen weiten Pullover angezogen. Damit sehe ich dünner aus. Ein Ärmel oben, der linke unten. Aber als ob da jemand darauf achtet… Einerseits will ich auffallen, weil ich sonst ohne Hilfe aus meinem Schlamassel niemals herauskommen werde. Und andererseits möchte ich es nicht. Weil die Angst davor viel zu groß ist. Und trotzdem werde ich ihm nachher wieder schreiben. Auch wenn es mich nach dem Tag heute vielleicht noch auffälliger machen wird. Und auch wenn diese Schreiberei mit ihm bald schon wieder zu Ende sein wird (weil er das auf Dauer nicht machen kann) und er erst im Februar wieder im Kindergarten auftauchen wird…