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Eigentlich wollte ich die letzten Tage so viel aufschreiben. Meine ganzen Erlebnisse und Gefühle. Doch zumindest die Gefühlseindrücke sind weg. Und der Rest größten Teils auch. Dabei wollte ich alles festhalten und mir von der Seele schreiben.
Doch zu Hause bin ich heute direkt eingeschlafen. Die Uhrumstellung macht mir wohl zu schaffen. Ich bin so unglaublich müde.
Als ich vor einer halben Stunden aufgewacht bin, war ich zeitlich sehr desorientiert. Und seitdem bin ich wie benebelt. So richtig, richtig unkonzentriert. Als wären in meinem Gehirn überhaupt keine Denkleistungen mehr möglich.
Habe ich zu wenig getrunken? ca. 0,5-0,75 L Wasser müsste ich aber heute schon zu mir genommen haben. Dies bedeutet vergleichsweise viel für diese Uhrzeit.
Gegessen habe ich auch. Viel. Die ganzen letzten Tage. Und die Waage zeigt immer mehr und immer mehr an. Momentan noch Untergewicht, aber das spielt keine Rolle… Es ist so ekelhaft… Ich weiß nicht, wie ich mich so an wärmeren Tagen, nur mit einem Langarmshirt bekleidet, bald noch in die Arbeit trauen soll…
Ich stopfe momentan nur noch das Essen in mich hinein. Auch wenn ich merke, dass mein Magen voll ist. Dann muss ich erst recht nochmal etwas hineinquetschen!
Ich werde versuchen nie wieder an Tagen einkaufen zu gehen, an denen ich genau weiß, dass ich an Schokoladen, Keksen & Co. nicht vorbeigehen kann. Sonst stopfe ich mir daheim in Rekordzeit alles hinein. Und es wird keine Nuss-Nougat-Creme mehr geben, weil ich sie sowieso nur noch in Rekordzeit auslöffle. Zumindest sage ich mir das jetzt. Es darf nicht mehr passieren!
Daran kannst du dich ja sowieso nicht halten, du Schwächling!

Das Ziehen unter den Rippen besteht weiterhin ab und zu. Aber nicht stark. Dazu kam Juckreiz. Schon vor 1-2 Wochen fing es unter den Achseln an. Ich dachte mir nichts dabei. Seit ein paar Tagen habe ich es auch im Gesicht und auf dem Kopf.
Glückwunsch! So wie damals bei deinen Leber-Problemen…
Gestern war der Juckreiz besonders stark. Heute wieder schwach.
Die letzten zwei Tage hatte ich wieder irgendwelche Probleme mit der Durchblutung (?) oder so. Nämlich dass beim Stehen meine Beine und Füße anfangen zu kribbeln. Sie werden dann rot & etwas bläulich. Das hatte ich die letzten Jahre schon im Sommer, wenn ich stehen musste und meine Beine nicht genug bewegen konnte. Auch beim Sommerfest im Kindergarten vor drei Jahren. Da ging das dann auf meinen Kreislauf über, so dass ich mich nicht mehr auf den Beinen halten konnte…
Seit einigen Tagen merke ich wieder, dass ich vor allem morgens geschwollene Hände habe. Sie lassen sich dann nicht mehr so leicht zu einer Faust schließen. Vielleicht Wassereinlagerungen oder weil ich zu wenig getrunken habe oder so. Ich weiß es nicht…
Meine Mutter hat damit auch seit einigen Jahren Probleme. Aber ob es bei ihr „nur“ Wassereinlagerungen sind, weiß ich nicht…

Apropos meine Mutter. Der fällt zu Hause glaube ich die Decke auf den Kopf, seit meine Schwester vor ein paar Tagen nun auch ausgezogen ist. Ich weiß nicht, wie sie damit umgeht. Schon vor ein paar Jahren habe ich bei ihr Bücher gesehen bzgl. dem Thema Verlustangst. Sie wollte eigentlich nicht, dass ich mir eine eigene Wohnung suche. Nun wohnt sie nur noch mit meinem Vater unter einem Dach. Die beiden sind sich viel aus dem Weg gegangen. Die letzten Jahre hatte ich immer das Gefühl, dass die zwei sich nur noch nicht getrennt haben, wegen meiner Schwester und mir. Und weil man das ja nicht macht. Bibel und so (ich kann mich noch daran erinnern, als sie vor ca. 15 Jahren meiner Tante ausreden wollten, sich zu trennen…).
Neulich kam mir der Gedanke auf, dass ich meine Eltern niemals fragen könnte/ würde, wie es ihnen geht. Hat ja wieder mit Gefühlen zu tun. Und mit Gefühlen kann Gedankenschmiedin nicht umgehen. Zumindest nicht in ihrer Familie, zu der ihre Beziehung ihrerseits immer kühl und distanziert war. Bloß nicht anmerken lassen, dass man so etwas wie Gefühle überhaupt besitzt…
Naja. Kaum war meine Schwester nun ausgezogen, flatterte schon wieder eine Mail in mein Postfach. Ich wäre ja schon soo lange nicht mehr bei ihnen gewesen. War ich das nicht erst?? Und es wäre ja sooo still bei ihnen daheim. Ob ich komme an Ostern.
Muss ich ja, als pflichtbewusste Tochter. Auch wenn ich weiß, dass es mir nach diesen Besuchen meistens wieder schlechter geht, warum auch immer.
Ich habe nicht viele Tage frei um Ostern herum. Und meine freie Zeit muss ich eigentlich uuuunbedingt für meine schulischen Dinge nutzen. Diesmal wirklich. Sonst schaffe ich das nicht…

Ich merke, wie sich mit dem Schreiben meine Konzentration langsam wieder bessert. Ich fühle mich nicht mehr so „betrunken“. Zumindest wenn es meiner Vorstellung nach geht, wie es sich anfühlen könnte, wenn man zu viel getrunken hat. Habe ich ja noch nie.
Noch nie habe ich Alkohol herunterbekommen. Gut, als ca. 16-Jährige habe ich einmal gezwungenermaßen ca. 1/3 Glas Sekt hinuntergewürgt. Wollte kein umcooler Außenseiter sein. Danach bin ich auf der Toilette verschwunden. Von da an war es mir egal, was die anderen gesagt haben. Ich habe keinen Schluck mehr zu mir genommen. Habe es einfach nicht hinuntergekommen. Auch nicht mit Saft verdünnt. Es ging nicht. Ich habe mich davor geekelt. Und mein Körper wollte es auch nicht.
Heute denke ich, dass ein anderer Aspekt auch noch mitwirkt. Die liebe Kontrolle mal wieder. Man könnte ja die Kontrolle über sich und seinen Körper verlieren, wenn man zu viel trinkt…

Dass ich einen Freund habe der alkoholsüchtig ist, macht es mir besonders schwierig.
Ich hasse es so sehr, wenn er getrunken hat. Ich hasse den Geruch. Ich ekel mich so. Und ich hasse es, wenn er neben sich steht.
Er versucht vieles vor mir zu verstecken, denke ich. Küsst mich dann nicht auf den Mund, damit ich es ja nicht merke, dass er wieder etwas intus hat. Doch ich merke es oft. Man riecht es im Atem. Wenn er viel hatte, sehe ich es an seinen Augen. Oder ich merke es, wenn er plötzlich so ehrlich ist, weniger Hemmungen hat, am Telefon zeitlich desorientiert ist oder plötzlich total anhänglich wird.
Aber ich telefoniere nicht jeden Tag mit ihm. Abends ist er sowieso oftmals nicht erreichbar. Sitzt vermutlich bei seinen tollen Freunden, die trinken, Drogen nehmen oder Erfahrungen mit dem Knast  haben.
Und wir sehen uns momentan etwa nur einmal die Woche.
So auch gestern mal wieder. Er wollte nach der Arbeit zu mir kommen. Schrieb mir diesmal wenigstens, dass es später wird. Kam noch später als er geschrieben hatte, aber das ist noch irgendwie akzeptabel.
Doch dann kam raus, dass er gar nicht arbeiten war. Er hatte angeblich schlecht geschlafen. Wenige Tage zuvor ist er früher nach Hause, wegen Übelkeit. Übelkeit bringe ich bei ihm fast nur noch in Verbindung mit zu viel Alkohol.
Er roch nach Alkohol, das habe ich gleich bemerkt. Ziemlich stark (= noch nicht lange her, dass er getrunken hat). Er musste wieder bei seinen tollen Freunden gewesen sein, die ganz in der Nähe von mir wohnen.
Ich war enttäuscht. Da sehen wir uns einmal in der Woche und er muss sich gleich wieder eine Ladung reinkippen, bevor er zu mir kommt. Aber was hatte ich erwartet? Schließlich weiß ich seit ein paar Wochen, dass er alkoholabhängig ist. Dass er doch keine Therapie machen möchte. Warum wundere ich mich also? Warum rede ich mir alles schön? Seit Jahren?
Manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken, wie mein Leben in ein paar Jahren aussehen könnte, wenn ich weiterhin mit ihm zusammenbleiben würde.
Ich würde keine Kinder mit ihm wollen, weil ich keinen alkoholabhängigen und gewalttätigen Vater für meine Kinder haben wollen würde. Obwohl ich immer Kinder wollte. Aber dazu einen liebevollen und zuverlässigen Partner.
Würde er irgendwann auch auf mich einprügeln? Unsere Wohnung zerlegen, so wie er heute immer wieder sein Zimmer demoliert?
Würde ich ihn im Knast besuchen kommen müssen, weil er sich wieder auf irgendwelche kriminellen Sachen einlassen würde, oder zu oft gewalttätig gegenüber anderen Leute gewesen war?
ICH WILL DAS ALLES NICHT!
Gestern wollte ich eigentlich nur noch, dass er endlich wieder geht. So sehr habe ich mich vor diesem Alkohol geekelt. Und so sehr war ich enttäuscht und irgendwie auch wütend auf ihn. Vielleicht unberechtigt, aber ich war es nun mal und dadurch mal wieder sehr still…

Heute an der Bushaltestelle kam mir ein Herr entgegen, dessen Fahne ich schon von Weitem gerochen habe. Kurz dachte ich daran, auf der Bank näher an ein etwa 3-jähriges Mädchen zu rutschen. Irgendwie weckte die Situation meinen Beschützerinstinkt. Ich wollte nicht, dass die Kleine neben ihm sitzen muss. Aber zu rutschen, wäre ja zu auffällig gewesen…
Als er sich dann neben mich setzte und auch noch zu mir aufrutschte, um andere auf die Bank zu lassen, hielt ich es nicht mehr länger aus. Erstens war ich so angeekelt von diesem widerlichen Geruch und zweitens saß er nun direkt neben mir ohne wirklichen Abstand. Da eine ältere Frau kam, fiel es nicht weiter auf, dass ich aufgestanden bin.
Ich weiß, ich bin total empfindlich. Aber das ist nun mal so bei mir…
Schon als kleines Kind war meine Empfindlichkeit (vermutlich Hochsensibilität) u.a. gegenüber  Gerüchen und beim Geschmack sehr auffällig. So habe ich z.B. den „Kaffee-Vogel“ entwickelt, wie meine Eltern es nannten. Zu Hause habe ich ständig darauf geachtet, dass die Küchentüre zu ist, bzw. habe die Luft angehalten, wenn es in der Küche nach Kaffee roch. Der Geruch war mir viel zu stark. Bis heute bekomme ich übrigens keinen Schluck Kaffee hinunter…
Oder als ich in der 5. Klasse Erdkunde lernen musste und es im ganzen Haus nach dem Backen von Weihnachtsstollen roch. Ich mag keine getrockneten Früchte. Die Konsistenz widert mich an. Zu klitschig. Und bei dem intensiven Geruch danach, bin fast an die Decke gegangen vor Ekel.
Verstanden hat das natürlich niemand. Im Gegenteil. Ich war einfach die komplizierte und trotzige Tochter…

Auch wenn dieser Beitrag nicht mehr enden mag, muss ich doch noch etwas Positives loswerden.
Gestern habe ich im Kindergarten mit den Kindern Brei gekocht. Heute den ganzen Tag Eier gefärbt. Beides hat geklappt. Bei beiden Dingen hatte ich Bedenken, weil ich absolut kein Küchenprofi bin. Bin eigentlich davon ausgegangen, dass es schief läuft. Und doch ging alles gut. Die Eier wurden bunt, kein Kind hat sich verbrannt, der Brei war im Nu weg und Nachschub war erwünscht. 😀
Ich merke, dass mir das gut tut, wenn ich etwas schaffe, von dem ich überzeugt war, es nicht auf die Reihe zu bekommen. Wenn ich Selbstwirksamkeitserfahrungen mache (= zu erkennen, dass ich mit meinem Tun etwas erreichen kann) und merke, dass ich in vielen Dingen viel selbständiger bin, als ich es immer denke. Das tut gut. Und irgendwie habe ich das Gefühl, diese Erfahrungen die ganzen letzten Jahre viel zu wenig gemacht zu haben…!!!
Heute war ich seit Langem weniger depressiv, bzw. eigentlich gar nicht, wenn ich es mir genau überlege. Obwohl wir durch die Ferien momentan nur sehr wenige Kinder im Kindergarten haben und ich weniger abgelenkt bin. Okay, vielleicht lag es u.a. an den gefühlten 98239871294 Eiern, die heute auch meine Aufmerksamkeit benötigten 😛
Zumindest im Kindergarten kann Ostern nun kommen… 😉