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Während ich nun den dritten Tag in Folge den ganzen Tag vor meiner Ausarbeitung brüte, ohne auch nur ein einziges Wort geschrieben zu haben, lassen mich die Gedanken nicht los…
Alle sind überzeugt davon, dass ich im Sommer mein Anerkennungsjahr erfolgreich abschließen werde. Alle außer mir. Weil mich niemand wirklich kennt. Mich und meine Ängste und Probleme. Niemand weiß, wozu ich alles (nicht) „fähig“ bin. Keine Ahnung haben die Leute…
Meine Konzentration ist am A*sch. So richtig, richtig. Ich kann gerade nicht mehr klar denken. Null. Es geht einfach nicht mehr…
Die Angst vor Prüfungen, bzw. zu versagen wird immer schlimmer und schlimmer. Es erinnert mich an damals, als ich das Gymnasium vorzeitig abgebrochen habe. Vor Angst war ich zu blockiert und habe am Ende nichts mehr auf die Reihe bekommen. Und bei meiner letzten praktischen Prüfung im Kindergarten war es ja nicht anders. Die Angst stand mir wieder dermaßen im Weg, so dass ich nicht mehr reagieren konnte, bzw. einfach nicht mehr ich selbst war…
So kann es doch nicht weitergehen. Du kannst doch nicht zulassen, dass deine (Versagens-) Angst dir deine Ausbildung im letzten Jahr bzw. dein ganzes Leben verbaut! Du solltest das Angebot des Lehrers annehmen. Dich mit ihm zu einem Gespräch treffen!
Ja, das sollte ich wohl. Es erscheint mir momentan der einzige sinnvolle Weg zu sein, den ich evtl. irgendwie bereit sein könnte, zu gehen…
Wenn da nicht diese verdammte Angst wäre.
Wovor genau?
Ich glaube es ist hauptsächlich die Angst davor, mich öffnen zu müssen. Jemandem etwas so Großes aus meinem Inneren anzuvertrauen, das ich seit Jahren mit allen Mitteln versuche zu verstecken. Ich müsste die Maske fallen lassen. Dann wäre ich schutzlos „ausgeliefert“!! Ich habe Angst vor der Reaktion des anderen allgemein. Und dass mir dann jemand weh tun könnte. Mich nicht ernst nimmt oder mich einfach nicht versteht…
Die andere Angst ist vermutlich etwas sozialphobisch angehaucht. Angst dass ich mich peinlich verhalte und/ oder in Tränen ausbreche. Niemand darf meine Tränen sehen. Niemand. Das wäre ziemlich schlimm für mich. Dann kommt noch die Angst dazu, dass ich etwas peinliches sage, oder dass ich vor Angst, Scham usw. verstumme und nicht reden kann. Außerdem habe ich ihm jetzt schon so viele peinliche Mails die letzten Monate geschrieben. Ich würde mich in Grund und Boden schämen, für jedes Wort…

Und trotzdem ist der Drang, es mit einem Gespräch trotz meiner Angst zu versuchen, momentan sehr groß…
Tief in mir bin ich eine Kämpferin. Schon immer gewesen. Und wenn ich etwas wirklich, wirklich möchte, dann kann das zwar etwas lange dauern, aber letztendlich kämpfe ich dafür, bis ich es bekomme. Doch ob ich auch gegen meine Angst ankommen kann??
Eigentlich hat er mit seiner letzten Mail (von vor 2 Wochen) recht. Letztendlich liegt es an mir, ob ich ihn für so vertrauenswürdig halte, dass ich sein Gesprächsangebot annehme…
Aber was ist, wenn man nicht vertrauen kann? Wenn man einfach keiner Menschenseele richtig vertrauen kann?!!!????
Du musst jetzt eeeeendlich in die Gänge kommen Gedankenschmiedin, damit du überhaupt noch die Chance hast, deine Ausbildung irgendwie zu bestehen!!!!!!

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