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Ich verstehe diese Welt nicht. Ich hasse sie. Ich verstehe mein Leben einfach nicht. Ich hasse es. Die Frage nach dem Warum. Reicht es nicht irgendwann mal, nach all den Jahren?? Wann ist es endlich zu Ende? Wann lässt der Schmerz endlich mal nach?

Am Freitag habe ich mal wieder 11 Stunden am Stück gearbeitet. Ohne Pause. Ohne Essen. Aber das ist kein Problem für mich, solange ich keine Kopfschmerzen bekomme.
Abends war ich bei meinen Eltern. Musste noch ein paar Unterlagen holen. Es war noch warm. Ich zog mir eine dünne hellblaue Jeans an. Nie wieder. Da war wieder dieses Fett überall…
Wie konntest du nur so draußen herumlaufen? Schau dich doch mal an! DU bist so unglaublich FETT! Da kannst du doch keine enganliegende helle Hose anziehen! Das macht dich noch dicker als du sowieso schon bist! Andere können das vielleicht tragen. Aber die sind auch nicht so fett wie du! Weißt du noch vor einem Jahr? Da hast du gute 3-5 Kg weniger gewogen! So viel hast du zugenommen! Ist dir das eigentlich bewusst? Ist dir bewusst, wie fett du bist? Schließlich warst du das letztes Jahr schon. Du kannst dich so wirklich nirgends blicken lassen…!!!
Plötzlich konnte ich wieder nicht mehr nachvollziehen, warum ich vor einiger Zeit ein paar neue Hosen gekauft habe. Wie schrecklich ich darin aussehe. Warum habe ich die nur gekauft??? Warum? So eine Verschwendung schon wieder…
Warum kann ich nicht normal aussehen… Warum muss ich so fett sein… Trotz Untergewicht. Ich hasse mich…

Gestern kam dann wieder der totale Absturz. Lag wie immer nur im Bett. Habe die Wand angestarrt. Die Angst war wieder da. Soooo stark. Die Angst zu versagen.
Alle gehen davon aus, dass ich bald meine Prüfung schaffen und meine Ausbildung erfolgreich abschließen werde. Alle. Nur ich nicht. Die haben alle keine Ahnung. Wissen nicht, wie verdammt schwierig es für mich teilweise ist, den Alltag einigermaßen zu bewältigen. Dass ich so vieles nicht auf die Reihe bekomme. Alles so schwierig ist. Ich mich nicht konzentrieren kann. Ich bei mündlichen Äußerungen bzw. Prüfungen Blackouts und Blockaden habe. Vor allem, wenn mir mehrere Menschen erwartungsvoll gegenübersitzen.
Dass der Lehrer* auch in meiner Prüfung anwesend sein könnte, versuche ich zu verdrängen. Aber die Angst ist sehr groß. Ich glaube, ich würde erst gar nicht zu Prüfung antreten. Denn dann wäre ich wirklich vollkommen blockiert und könnte nicht reden. Dann würde ich mich so sehr blamieren. Würde erst recht nicht bestehen…
Selbst falls ich doch bestehen sollte und in der Prüfung schlechter sein sollte als eine 2… Meinen Eltern wird dann die Enttäuschung wieder in’s Gesicht geschrieben sein. Verständnislosigkeit…
Das war letztes Jahr bei meiner mündlichen Prüfung so, als ich ein komplettes Blackout hatte und mein Mund total blockiert war (und ich warum auch immer trotzdem noch eine 3 bekam). Und die Jahre davor auch immer wieder bei Klassenarbeiten…
Ich hasse das. Es macht mich gleichzeitig wütend und auch traurig. Dass sie so verständnislos sein müssen. Immer nur die Noten zählen. Und nichts dahinter…
Deshalb kommt auch noch die Angst dazu, andere zu enttäuschen…

Ich habe immer noch nicht angefangen, mich auf die Prüfung vorzubereiten. Habe Bücher da, aber schau nicht hinein. Angst zu versagen. Angst, keine Konzentration zu haben. Angst vor der Prüfung.
Dabei sollte ich in etwa einer Woche den (kurzen) schriftlichen Teil fertig haben. Ich habe Angst, dass der schriftliche Teil meine Lehrerin nicht erreicht. Vor wenigen Tagen rief sie meine Anleiterin an. Meine Beurteilung meines Kindergartens kam nicht bei ihr an, obwohl sie schon vor mehreren Wochen verschickt wurde. Dieses Sekretariat meiner Schule ist ja sooo unfähig!!! Habe mich wirklich aufgeregt…

Noch mehr rege ich mich über meinen Freund auf. Eigentlich verfasse ich nur deshalb gerade diesen Artikel. Weil in mir alles schmerzt!!! Ich bin kurz davor zu platzen…
Heute Mittag war noch alles gut. Ich habe mich dazu überwunden mein Badezimmer zu putzen. Uuund danach meinen Balkon. Trotz der Nachbarn, die gegenüber wohnen und mich ja sehen könnten (vermutliche soziale Phobie lässt an dieser Stelle mal wieder ganz herzlich grüßen)… Sogar im T-Shirt mit Bandana (auch wenn ich das optisch bei mir nicht gaaanz so passend finde). So habe ich auch den Müll runtergebracht. Zum ersten Mal seit über sieben Jahren habe ich meine Wohnung/ mein Zimmer für einen kurzen Moment mit T-Shirt und Bandana verlassen. Mich ein bisschen weniger gefangen gefühlt. Ein Stück Freiheit geschnuppert. FREIHEIT!!!
Es ging mir richtig gut. Es hat sich so gut angefühlt… Wie frei muss man sich erst fühlen, wenn man keine Narben hat, bzw. abziehen kann was man möchte…

Als mein Freund mir schrieb, ob wir uns noch treffen sollten, haben wir beschlossen „nachher“ nochmals miteinander zu schreiben. Denn ich wusste noch nicht genau, wann ich fertig wäre mit meinem Kram.
„Nachher“… Das ist nun seit über neun Stunden vorbei! Habe ihm geschrieben. Mir den Nachmittag und Abend frei gehalten. Nichts gemacht. Ihm geschrieben. Keine Antwort bekommen.
Das kann nur eins bedeuten… Er ist schon wieder bei seinen Kumpels. So wie fast jeden Tag. Hat sich schon wieder betrunken. Alles vergessen… Unsere Verabredung vergessen. Mich vergessen. Nach seiner letzten Eskapade vergessen, was er mir versprochen hat (versuchen, nichts mehr zu trinken – lächerlich als Suchtkranker, ich weiß…). Und ich kann mir dann wieder anhören, dass ich keine Zeit für ihn hätte, dass er mir egal wäre, usw. und bekomme dann ein schlechtes Gewissen…
Warum habe ich mir bitte den halben Tag für ihn frei gehalten? Wi haben uns eine Woche lang nicht gesehen. Und die nächsten Tage kann ich nicht, da wartet dann wirklich mein Prüfungsstoff auf mich… Warum habe ich ihm überhaupt schon wieder ein bisschen Vertrauen geschenkt? Ist somit erneut zerstört worden, Glückwunsch!
Eigentlich war es ja klar. Nachdem er kürzlich wieder so viel Mist fabriziert hatte, habe ich mich die letzten Tage schon gewundert, weil es plötzlich so still um ihn war… Zu still. Verdächtig!
Habe eigentlich nur darauf gewartet, dass wieder etwas passiert. Dass er mich wieder enttäuscht. Das mein Vertrauen zu ihm immer weiter in Bruch geht… Aber vermutlich verheimlicht er mir nun wieder seine Ausrastet und Probleme, nachdem ich ihm letztes Mal gesagt habe, dass mir momentan das Vertrauen fehlt…
Und jetzt bin ich traurig, enttäuscht, wütend und verletzt gleichzeitig…
Ich kann nicht mehr. Ich kann einfach nicht mehr… Diese Beziehung kostet mich so unendlich viel Kraft. Kraft die ich nicht habe. Meine Schultern können das nicht tragen… Aber aufgeben kann und möchte ich sie auch nicht. Weil wir uns doch lieben… Und weil ich doch nur ihn habe…
Ich verzweifle schon wieder… Habe schon wieder Trinkschokoladen-Pulver gelöffelt. Würde mal wieder am liebsten dem Lehrer schreiben. Geht aber ja nicht mehr. Müsste ich sein Gesprächs-Angebot annehmen. Und das geht nicht…
Ich hasse mein Leben gerade so so sehr…