Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Heute war ich ja bei der Beratungsstelle. Ich denke schon, dass es mir ein kleeeines bisschen hilft. Wenn auch nur für den Moment, den ich dort bin. Zu kurz. Nicht nachhaltig genug.
Zumindest mache ich mir auch danach immer sehr viele Gedanken. Vielleicht zu viele.
Heute haben wir über die Prüfung geredet. Alle finden das wohl positiv. Weil ich bestanden habe. Obwohl ich nur gerade so bestanden habe. Also fast versagt habe. Okay, wenigstens auf den Lehrer* könnte ich ja hören 😛 Er meinte ja auch, dass es die Hauptsache wäre, dass ich bestanden habe…
Ansonsten haben wir noch ein bisschen über mein Essverhalten gesprochen, wann sich das wie verändert. Welche Auslöser es gibt. Die Angst. Aber auch sonstige Herausforderungen oder Stressfaktoren in meinem Leben, denke ich.
Über meinen Freund haben wir gesprochen. Dass wir am Anfang der Beziehung uns gegenseitig Halt gegeben haben, als wir zuvor beide ziemlich am Boden und fertig mit der Welt waren. Uns mittlerweile viel Kraft gegenseitig rauben. Dass wir zu wenig miteinander reden. Die Dinge mehr mit uns selbst ausmachen.
Habe ihr erzählt, dass ich manchmal in Schweigen verfalle, wenn ich verärgert oder enttäuscht bin, wegen meinem Freund. Dass ich dann manchmal lache. Automatisch. Vermutlich um es zu überspielen. So gaaaaanz hat sie es glaube ich nicht verstanden. Nicht egal…

Auf die Frage, wie ich mich beschreiben würde und welche Eigenschaften ich an mir mag, konnte ich ihr keine Auskunft geben. Ich konnte das noch nie… Nur ein bisschen, wie andere mich sehen und was sie so von mir sagen. Dass ich zuverlässig bin. Etwas verschlossen vielleicht, weil ich wenig von mir preis gebe (was zum Großteil bestimmt an meiner sozialen Isolation durch meine ganzen Probleme liegt, die ich versuche zu verstecken). Dass sie mich für sehr lieb halten und mir nichts böses zutrauen würden.
Letzteres meinte die Beraterin nach einiger Zeit, würde sie so langsam verstehen. Es ging um die schwierige Situation zwischen meinem Freund und mir. Dass wir so unterschiedlich ticken. Er zu viel trinkt, Leute zusammenschlägt, mit irgendwelchen kriminellen Dingen zu tun hat, mich beschimpft und im Selbstmitleid versinkt. Er will sich immer gleich an den anderen rächen, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt.
Und ich… Ich mache das mehr mit mir aus, wenn ich mich über andere ärgere. Oder ich verfalle in Schweigen, z.B. wenn ich von meinem Freund enttäuscht bin oder mich ärgere. Aber ich könnte mich niemals an jemandem wegen etwas so rächen.  Ich versuche es dann zu akzeptieren, dass das was andere Leute gemacht haben, evtl. scheiße von ihnen war. Ich denke mir dann, sollen sie doch glücklich damit werden.
Ich trinke nicht. Keinen Tropfen. Bekomme es nicht hinunter.
Ich könnte nicht einmal schwarz fahren in den öffentlichen Verkehrsmitteln, weil mein schlechtes Gewissen viel zu groß wäre.
Ich erzähle meinem Freund nichts von meinen Problemen. Weil ich die Befürchtung habe, dass ich ihn dann noch mehr damit belasten könnte. Er sich noch mehr Vorwürfe machen würde. Und mir dann seine Probleme noch mehr verheimlichen würde.
Die Beraterin meinte, dass ich meine Bedürfnisse in den Hintergrund stellen würde, womit sie ja auch recht hat. Dass wir daran ja nächstes Mal anknüpfen könnten, was mir glaube ich extrem schwer fallen wird… Keine Ahnung, welche Bedürfnisse ich habe…

Zwischendurch hatten wir es auch mal von meinen Eltern. Und ich meinte, dass die Beziehung zwischen uns eher kühl und distanziert wäre. Besonders von meiner Seite aus. Dass ich bei ihnen jeglichen Körperkontakt abwehre. Das einfach bei ihnen nicht kann. Aber nicht weiß warum…
Insgesamt war das Gespräch okay. Über die Sache mit meinem Freund kann ich gut reden. Das mit dem Essen geht einigermaßen. Aber was gar nicht geht, sind solche Dinge, wie ich mich selbst sehe oder so… Zu schlecht, um es auszusprechen…

Ich verzweifle fast wegen morgen. Äääh mittlerweile heute. Abschlussfeier in der Schule. Ich krieg sowas von die Krise…
Ich weiß nicht, wie das morgen genau ablaufen wird. Ich weiß, dass wir die Zeugnisse in unseren Kleingruppen bekommen werden, je nachdem, welchen Praxislehrer wir hatten. Aber wie das mit dem Essen abläuft, keine Ahnung. Meine ehemalige Nebensitzerin meinte, dass sich alle auf dem Gang treffen würden und man das gemeinsam machen würde. Nicht in den Gruppen. Aber ich bin mir nicht sicher. Es beunruhigt mich total. Ich muss doch um die Essenssituation Bescheid wissen. In der Kleingruppe fällt es mehr auf, ob und was jemand isst oder nicht. Dafür, würde ich dort dem Lehrer* nicht über den Weg laufen. Aber ich müsste etwas zu Essen mitbringen. Es würde sonst eher auffallen, wenn jemand nichts mitbringen.
Findet das ganze Theater allerdings wirklich auf dem Schulflur statt (dass die uns nicht mal die Aula zu Verfügung stellen, typisch mal wieder…), dann wäre ich erst recht nicht sicher vor dem Lehrer*. Aber es würde nicht so auffallen, wenn ich nichts essen würde. Könnte mich mit ehemaligen Mitschülern unterhalten usw. Und ich müssten kein Essen mitbringen.
Ich merke, wie verdammt wichtig es mir schon wieder ist, ja nicht aufzufallen. Ja nicht im Mittelpunkt zu stehen (scheiß Soziale Phobie oder was auch immer!!!).
Habe bis gerade eben (1.15 Uhr) noch gebacken. Es könnte ja in den Kleingruppen stattfinden. Ich könnte ja auffallen, wenn ich nichts dabei hätte. Und ich bin schon wieder so unzufrieden. Ich kannte das bisher nicht so extrem von mir. Wie genau und perfekt beim Backen für andere alles sein muss. Doch ich und perfekt backen, passt nun mal nicht zusammen…
Diese blöden Muffins sind für meinen Geschmack schon wieder zu dunkel geworden. Habe Angst, dass sie zu dunkel sind. Die anderen könnten ja sonstwas denken. Werde nur die helleren nehmen. Aber selbst die sind mir ja zu dunkel. Oben sind sie viel zu trocken geworden. Innen sind Kirschen, deshalb geht es da besser. Aber oben geht gar nicht!!! 😦 Vom Geschmack her sind sie auch nicht so gut. Schmecken nach kaum etwas. Obwohl ich so viel Zucker reingetan habe, wie im Rezept stand. Sind ja nicht für mich gedacht… Ich möchte die morgen nicht so mitbringen. Spiele mit dem Gedanken, doch nichts mitzubringen… Ich könnte negativ auffallen. Aber wenn ich gar nichts mitbringe auch… Und jetzt!????????????? Ich bin soooo ratlos… 😦

Das gleiche Theater mit der Kleidung. Weiß immer noch nicht, was anziehen, muss ich morgen spontan entscheiden. Ganz schlecht. Habe nach der Arbeit nicht so viel Zeit…
Ich könnte ja auffallen mit der Kleidung. Möchte nicht auffallen. Möchte nicht aus dem Rahmen fallen. Auf keinen Fall!!! Die anderen werden sich vermutlich eher schick anziehen. Kleider und so. Geht bei mir ja nicht. Muss lang sein. Muss ich also schwarze Hose und irgendein Oberteil anziehen. Aber wenn ich als einzige mit Hose komme, ist das auch bescheuert. Dann falle ich wieder auf. Wenn ich als einzige lange Kleidung habe, falle ich auch auf.
Meine Auswahl an Schuhen ist auch begrenzt. Habe kaum hohe Schuhe. Meine Füße sind zu schmal und unterschiedlich groß, weshalb ich viele Schuhe absolut nicht anziehen kann. Benötige aber glaube ich für morgen schwarze Schuhe – je nachdem was ich anziehen werde. Flache Schuhe also, weil ich momentan keine schwarzen höheren habe. Was wenn ich die einzige bin mit flachen Schuhen???
Ich möchte nicht auffallen. Und alles muss perfekt sein (ich mag diese Eigenschaft ja selbst nicht so an mir, kann sie aber nicht ablegen). Und ich bin sehr unzufrieden mit mir. Irgendwie ist das momentan alles sehr extrem…

Ich weiß nicht, wie ich reagieren werde, falls ich dem Lehrer morgen, ääh heute ein letztes Mal über den Weg laufen werde. Ich habe wirklich Angst davor. Muss dann nämlich meine Fassade wahren. Darf nicht zu auffällig sein. Die anderen könnten es ja bemerken und sich wundern.
Falls ich ihn sehe und er mich… Ich glaube ich werde wirklich im Erdboden versinken. Es ist mir alles so peinlich… Das Gespräch von neulich… Und was wenn er sich die ganzen Mail der letzten Monate nochmals durchgelesen hat, jetzt nachdem er weiß, wer ich bin!???
Selbst wenn nicht, er weiß noch viel zu viel. Er weiß viel zu viel davon, wie ich denke und ticke…
Was wenn er mich anspricht? Okay, wird er nicht. Zumindest meinte er ja neulich bei unserem Gespräch, dass er mich nicht im Schulhaus ansprechen wird so nach dem Motto: Wie geht’s denn so?…
Aber vielleicht werde ich ihn auch gar nicht sehen. Vielleicht nie wieder. Und das… Das beunruhigt mich ehrlich gesagt noch viel mehr… 😦