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Das schlechte Gewissen. Da ist es schon wieder. Schleicht sich in mein Innerstes und lässt mich nicht los…!!!

Auch gestern hatte ich starke Unterbauchschmerzen und Krämpfe (vor allem einseitig) sowie heute Morgen/ Mittag. Gestern bin ich gleich wieder von der Arbeit heim gegangen. Habe mit den Schmerzen gekämpft, bis endlich unser Aushilfsstudentin da war und ich nach Hause gehen konnte. Heute bin ich nach dem Okay meiner Kolleginnen dann gleich zu Hause geblieben. Doch nichts hat gegen die Schmerzen und Krämpfe geholfen. Trotz doppelter Schmerztabletten-Dosis… Ab Nachmittag war es dann plötzlich wieder gut.
„Jetzt geht es dir gerade wieder gut. Und deine armen Kolleginnen waren den ganzen Morgen unterbesetzt! Die müssen die Kinder mit weniger Personal betreuen, obwohl sie auch gesundheitlich angeschlagen sind!!! Das kannst du doch nicht bringen! Reiß dich doch mal zusammen! die haben dich schon letzte Woche nach nur wenigen Stunden Arbeit wieder nach Hause geschickt!“
Später eine Nachricht meiner Kollegin. Ob sie morgen mit mir rechnen könnten…
Habe ihr geschrieben, dass es mir heute Morgen nicht gut ging und ich es noch nicht sagen kann.
Sie würden dann mal nicht mit mir rechnen…
Dir geht es im Moment gerade gut! Das kannst du doch dann nicht bringen!
Wieder ein schlechtes Gewissen…

Die Schmerzen halten nun schon lange an, zwischendurch war ich wirklich verzweifelt. Seit sieben Tagen starke Schmerzen/ Krämpfe (schätzungsweise wegen Regel). Davor zwei Tage leichte Schmerzen, die ich mit Schmerzmitteln in den Griff bekommen habe. Und zwei Tage davor war mein Horror-Wochenende mit dem Zusammenbruch und den sehr schrecklichen Schmerzen…
Da ich nun aber schon so lange stärkere Schmerzen habe und nichts so richtig hilft, wollte meine Mutter unbedingt, dass ich heute nochmals einen Arzttermin ausmache.
Habe der Arzthelferin die Sache geschildert. Habe gemeint, dass ich vielleicht irgendetwas brauchen könnte, dass mir gegen akute Schmerzen hilft. Gleichzeitig kam das schlechte Gewissen…
Es geht dir gerade fast gut! Die Schmerzen waren heute Morgen/ heute Mittag! Du übertreibst total! Vielleicht kommen sie ja jetzt auch gar nicht mehr!!!??!
Nachdem die Arzthelferin sich mit meiner Gynäkologin abgesprochen hat, gab sie mir dann doch einen Termin für morgen Früh. *Schluck* Morgen Früh. Eigentlich will ich gar nicht hin. Ich komme mir so blöd vor. Denn gerade habe ich wieder keine Schmerzen mehr. Vielleicht kommen die gar nicht mehr.
Zufällig bin ich auf der Internetseite über die Sprechzeiten gestolpert.
Die macht erst um 9 ihr auf! Sie hat dir aber einen Termin um 8.30 Uhr gegeben. Merkst du etwas, Gedankenschmiedin!? Das liegt außerhalb der Praxiszeiten! Sie wird extra wegen dir antanzen! Und warum? Nur weil du die letzten Tage Schmerzen hattest!?? Morgen hast du bestimmt schon gar keine mehr. Du wirst dich total lächerlich machen! Die Ärztin wird auch denken, dass du nichts aushältst! Ein Waschlappen bist du!!!!!

Ja, das schlechte Gewissen quält mich nun ziemlich… 😦 😦
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Das zweite Beratungsgespräch mit meiner neuen Beraterin gestern lief glaube ich ganz gut.
Ich habe ihr von meiner Woche erzählt. Dass ich eigentlich nur mit den Schmerzen beschäftigt war. Ja, es kam mir vor wie ein einziges „Aushalten“…
Aber ganz ehrlich, ich habe durch diese Schmerzen usw. die letzten Tage total gemerkt, dass wenn ich abgelenkt bin von meinen Gedanken und alltäglichen Sorgen, ich weniger im Chaos versinke. Plötzlich sind da keine Suizidgedanken, Gedanken rund um’s Essen, SVV oder irgendwelche Angstgedanken.
Wahrscheinlich hat M. sogar recht und ich sollte mehr unternehmen und unter Leute gehen 😛 (Was sich für mich aber als sehr schwierig bis unmöglich gestalten würde…)
(Zum Glück bin ich ihm die letzten Tage nicht über den Weg gelaufen 😀 )

Danach haben wir in der Beratung angefangen aufzuschreiben und zu sortieren, wie ich zu welchen Themen in meinem Leben stehe. Dabei sollte ich das was mir zuerst einfällt auch zuerst aufschreiben.
Z.B. habe ich die Angst an erster Stelle genommen und die Beziehung zu ihr als sehr gestört markiert. Denn sie bestimmt mich und schränkt mich überall ein.
An zweiter Stelle habe ich meinen Arbeitsplatz gewählt. Das ist verlässlich, mich mir Struktur und Halt.
Den dritten Platz belegt mein Freund. Die Beziehung zu ihm ist zweigeteilt, mal positiv, mal negativ. In gewisser Weise ist er aber schon auch meine Bezugsperson. Die Beraterin meinte, dass sie ihn aber noch gar nicht einschätzen kann. Und mir fällt es immer sehr schwer, etwas über ihn/ uns zu erzählen, weil ich oft das Gefühl habe, dass es da gar nicht so viel gibt. Aber die letzten zwei Wochen über, kann ich eigentlich nur positives über ihn berichten. Er kümmert sich um mich, ist ür mich da, wir verstehen uns gut,…
Über die anderen Punkte werden wir nächstes Mal reden:
Als viertes habe ich mein Essverhalten notiert. Auch mit Problemen belastet.
Danach meine fehlende Tagesstruktur an freien Tagen.
Und schließlich noch meine Familie.

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Apropos Familie. Meine Mutter habe ich nun nach ihrer langen Nachfragerei doch mehr erzählt, als ich ursprünglich eigentlich wollte. Nachdem sie mir Vorwürfe machen wollte, dass ich vorletztes Wochenende nicht zum Arzt gegangen bin, habe ich dann doch erwähnt, dass ich meinen Freund und schließlich den Notarzt gerufen habe (was mir immer noch peinlich ist, auch wenn meine Mutter heute auch meinte, dass das gut war und dass sie diese Notärztin auch überhaupt nicht versteht…).
Habe ihr auch gesagt, dass ich immer noch Schmerzen habe usw. Daraufhin musste sie mir natürlich heute gleich einen Besuch abstatten, mir Essen vorbeibringen, usw…
Sie hat angeblich seit Tagen Alpträume wegen mir und der ganzen Sache…
Und da soll man kein schlechtes Gewissen bekommen?
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Irgendwie habe ich jetzt doch Angst vor morgen. Oder mehr ein schlechtes Gewissen? Wahrscheinlich beides. Komme mir so bescheuert vor…

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