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Ich habe mich gerade mit meiner Mutter gestritten. Habe ihr gesagt, dass ich während meinem Krankenhausaufenthalt keinen Besuch von ihr möchte.
Sie akzeptiert es nicht. Ich könne es nicht von ihr verlangen. Ich würde doch spinnen. Sie könne das definitiv nicht so lange aushalten (Immer muss es um sie gehen. Wie es ihr damit geht! Obwohl ich die Patientin bin). Ich wäre ihre Tochter. Wie ich mir das bitte vorstellen würde. Wann ich mir das in meinem Kopf denn zusammengesponnen hätte. Dass das so nicht funktionieren würde.
Habe ihr gesagt, dass ich ihr schreiben kann, wenn ich aufgewacht bin. Aber das reicht ihr nicht. Außerdem, was wenn ich nicht in der Lage dazu wäre?
Und am Montag würde sie mich in die Klinik fahren. Oder mein Freund macht das. Weil ich da nüchtern bin und am Tag zuvor abführen muss. Ich dürfe da nicht allein hingehen.

Sie akzeptiert meine Grenzen nicht! Sie will sich mal wieder gegen meinen Willen durchsetzen. Es ist egal, was ich möchte. So unglaublich egal.
Sie bestimmt. Sie möchte über mein Leben bestimmen. So war das schon immer.
Und jetzt sitze ich da und heule. Bin total verzweifelt. Weiß nicht mehr weiter.
Die ganzen letzten Jahre wende ich so unglaublich viel Kraft auf, damit niemand hinter meine Maske blicken kann.
Die Angst, dass sie wirklich in der Klinik auftaucht und meine Narben sehen könnte, ist einfach zu groß. Diese Angst ist jetzt noch viel, viel größer als die vor der OP. Ich bin total überfordert und verzweifelt jetzt. Ich halte das nicht aus. Möchte am liebsten die OP absagen. Einen anderen Termin machen und ihr nichts davon sagen. Aber das ist eigentlich auch keine Lösung.
Natürlich ist es für eine Mutter vielleicht schwierig, wenn das Kind operiert wird. Aber ich sehe es einfach nicht ein, dass sie meine Grenzen übergeht! Sie darf das nicht. Sie darf das doch nicht!
Und auch so, selbst wenn ich keine Narben hätte, würde ich ihren Besuch nicht wollen. Es ist mir alles zu nah. Zu intim, mich so zu sehen. Das Vertrauen fehlt einfach. Ich will das alles nicht!!!!!!!!

Mein erster Impuls nach dem Streit war der Gedanke, dass ich am Montag gerade aus Trotz allein in die Klinik gehen werde. Mein Freund (ohne Führerschein und arbeitend) muss mich da auch nicht hinbringen. Das bekomme ich schon selbst hin. Die kann mich mal…
Und diese Reaktion gibt mir zu denken. Das ist bestimmt das, was meine Mutter bei mir immer als „trotzig“ bezeichnet hat, als ich noch klein war.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass es die letzten Jahre noch viel mehr solcher Grenzverletzungen gab. Auf die ich vielleicht „trotzig“ reagiert habe. Vielleicht hängt die Sache mit dem Essen auch damit zusammen….

Was mache ich denn jetzt?
Sie ist dann einfach gegangen. So nach dem Motto, ich soll mich nicht so anstellen, sie wird mich einfach besuchen kommen und da gibt es auch gar keine Diskussion!! Alles geht nach ihrer Nase. Bei Diskussionen muss sie immer die Oberhand behalten.
Kann man in der Klinik auch den Eltern Besuche (wenn man volljährig ist) verbieten? Ich weiß gar nicht, ob ich mich das trauen würde. Zu wem muss man das sagen? Bei der Anmeldung am Eingang? Oder auf der Station?
Ich traue mich das eigentlich nicht. Aber ich will keinen Besuch von ihnen. Ich will es einfach nicht!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Kann sein, dass ich mit allem wieder übertreibe. Aber ich kann das da einfach nicht anders…

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