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Wie ihr wisst wohne ich ja seit einigen Wochen bei meinen Eltern. Es geht nicht anders. Ich könnte mit meinen Schmerzen nicht einkaufen gehen oder mich in die Küche stellen, Wäsche waschen oder putzen.
Im Großen und Ganzen ist auch recht erträglich. Manchmal schaue ich mit meinen Eltern gemeinsam TV oder esse ich mit ihnen. Morgens wache ich früh beim kleinsten Geräusch auf, so „empfindlich“ wie ich nun mal bin. Dadurch gehe ich auch abends nicht all zu spät in’s Bett. Irgendwie habe ich dadurch sogar wieder so etwas wie einen Tagesablauf, was für mich immer enorm wichtig ist.

Trotzdem versuche ich viel in meinem Zimmer zu sein. Möglichst wenig herumzujammern. Mir möglichst wenig Schmerzen anmerken zu lassen und ab und zu wenn es auch nur annähernd mit den Schmerzen geht, mit meiner Mutter im Dunkeln (sehr) kleine Strecken spazieren zu gehen. Denn wenn ich das nicht mache, muss ich mir von meiner Mutter wieder anhören, dass sie es langsam nicht mehr aushält, mich so zu sehen, wenn ich immer nur Schmerzen habe. Dass sie das nicht kann. Dass sie sich bald ausklinken muss, wenn es so weiter geht…
Als es mir schlecht ging und ich mir VON IHR meinen Blutdruck NICHT messen lassen wollte, hat sie ein ewiges Theater gemacht. „Dann kann man dir auch nicht helfen!“, meinte sie schließlich.
Erst als ich mir dann selbst mehrmals den Blutdruck gemessen und ihr die (sehr guten) Ergebnisse gezeigt habe, war sie plötzlich wieder still.
Sie hätte gerne, dass ich meinem Gynäkologen sage, dass ich vor einigen Jahren mal lange Kieferschmerzen hatte. Dass mein Körper schon Erfahrung hat mit langen Schmerzen. Was ich nicht tun werde. Weil es meiner Meinung nach vor allem psychisch bedingt war und das geht meinen Arzt nichts an…
Wenn ich es nicht mache, würde sie mit zum Gyn kommen, meinte meine Mutter.
Aber die kann mich mal! Sie meint immer, sie muss sich überall einmischen und ihren Kopf durchsetzen. Aber das kann sie in manchen Punkten einfach vergessen! Zumindest mittlerweile. Weil ich nun mal volljährig bin und eigene Entscheidungen treffen darf. Das passt ihr gar nicht in den Kram. Viel lieber würde sie über mich bestimmen. Am laufenden Band.
Doch das darf sie nicht. Sie nicht und auch sonst niemand…
Egal wer im Wohnzimmer auf dem Sofa liegt oder nachmittags mal ne halbe Stunde schläft – ob mein Vater oder ich – bekommt die unfreundlichen Kommentare meiner Mutter an den Kopf geworfen. Vor allem wenn sie gerade von einem ihrer täglichen Spaziergänge kommt. Wenn sie dagegen sonntags mal nur rumliegt oder täglich ihren Mittagsschlaf abhält, sagt niemand etwas. Klar, das ist ja auch etwas gaaaaanz „anderes“…
Sie stichelt sehr gerne. Besonders bei meinem Vater. Meckert immer an ihm rum. Zählt auf, was er wieder nicht gemacht hat oder falsch gemacht hat. Provoziert ihn am laufenden Band. Bis sie sich zoffen. Wenn auch nicht mehr so stark wie früher…

Neulich war ich einen Tag in meiner Wohnung. Das war auch höchste Eisenbahn gewesen. Mein Briefkasten war dank unerwünschter Werbung komplett überfüllt.
Zusätzlich war 3x ein Herr da gewesen, der irgendwelche Wählerstände von Wasser und Heizung ablesen wollte. Als ich anrief wurde mir mitgeteilt, dass der Fall schon abgeschlossen wäre und er und der Hausmeister auch leider keinen aktuellen Ersatzschlüssel gehabt hätten. Sonst wären sie mit diesem in meine Privatsphäre eingedrungen die Wohnung gegangen!? Das hat mich dann alles schon wieder ziemlich geärgert. Auch dass jetzt wieder irgendwelche Zusatzkosten auf mich zukommen, nur weil ich in der Klinik/ bei meinen Eltern war…
Am liebsten hätte ich auch plötzlich wieder alles in mich hineingestopft und ausgekotzt. Irgendwie ist das oft so, wenn ich von meinen Eltern komme. Vielleicht weil ich dann wieder allein bin? Weil mir das möglicherweise doch nicht so egal ist, wie ich immer denke? Keine Ahnung. Vielleicht habe ich mich auch einfach nur über die Sache mit dem Typen geärgert…
Zum Glück hatte ich fast nichts zu Essen in meiner Wohnung.
Später habe ich meinen Freund mal wieder gesehen, der bei mir übernachten wollte und am nächsten Morgen zur Arbeit musste.
Danach habe ich schon wieder bemerkt, wie mir der Tagesablauf fehlt. Lag nur da. Essen ging nicht. Viele negative Gedanken flogen in meinem Kopf herum. Bis ich irgendwann wieder extrem starke Schmerzen und Krämpfe bekam.Diesmal mit Zittern, Übelkeit und Schweißausbrüchen…

Meine Schmerzen und Beschwerden sind immer noch die gleichen. Diese Woche war es besonders schlimm. Heftigste Krämpfe überall an den betreffenden Stellen. Schlimme Schmerzen den kompletten Tag über allein vom Stehen beim Duschen.
Gestern heftige Schmerzen den ganzen Tag über vom Sitzen im Wartezimmer und Auto und von der groben, sehr schmerzhaften Untersuchung. Der Arzt in der Klinik meinte, es könnten noch Wundheilungsschmerzen sein. Die wären 4-6 Wochen nach der OP möglich.
Vielleicht ist es so. Aber ich kann es mir irgendwie nicht richtig vorstellen. Die 6. Woche steht schon bevor und es ist fast schlimmer wie vor der Op…
Meine Beschwerden wollte er nicht hören. Er hatte ja schließlich ein paar (sehr ungenaue) Stichworte von den vorherigen Ärzten. Lediglich die Dinge die seit der OP noch hinzugekommen sind, durfte ich ihm nennen.
Ich soll mich weiterhin mit den Schmerzmitteln zuschütten, die zur Zeit nicht so richtig wirken und langsam davon weniger nehmen. Lächerlich! Hat er eine Ahnung davon, welche Schmerzen ich habe!? NEIN!!!!
Wenn es in 4 Wochen nicht besser ist, soll ich einen neuen Termin ausmachen.
Auf den ich dann wieder 4-6 Wochen warten kann!? Danke aber auch!!

Zum Glück hat mein neuer Gyn mehr Verständnis, ist einfühlsamer und auch nicht so grob bei den Untersuchungen. Mal sehen, was er nächste Woche sagt…
Er hatte neulich mal einen Vorschlag. Naturheilverfahren. Etwas das eigentlich nur bei Krebspatienten angewendet wird. Da müsste mich allerdings mehrmals die Woche jemand spritzen. Und da würde es in meiner Umgebung nur meine Mutter geben, die das könnte… -.- Und das kann ich nicht!!! Ich kann das einfach nicht zulassen. Das ist zu nahe…
Ich höre schon, was man nun über mich denken mag…
„Da kann man dir dann aber wirklich auch nicht mehr helfen!“
Ja vielleicht bin ich dann einfach selbst schuld, wenn ich lieber an meinen Schmerzen verzweifle…!!!

Mal noch was ganz anderes.
Ich war neulich bei uns auf dem Dachboden und hab im Bücherregal etwas herumgestöbert. Wir haben da alle irgendwelche alten Bücher von uns. Und eines meiner Mutter ist mir dann in das Auge gesprungen. Es war etwas weiter hinten versteckt. Ein Buch über Borderline…!
Ich habe es nur durchgeblättert. Dabei fiel mir ein beschriebenes Blatt entgegen mit der Schrift meiner Mutter.
Es trug ein Datum vom Sommer 2004. Es war die Zeit, als meine Mutter damals nach ihrer Fehlgeburt Depressionen, Angstzustände und Panikattacken bekommen hatte und erste therapeutischen Schritte gegangen war…
Auf jeden Fall waren auf diesem Blatt die möglichen Symptome von Borderline zusammengefasst. Und sie hatte ein paar Antworten auf die Fragen eines Fragebogens im Buch notiert.
Bei den Ursachen von Borderline hatte sie diese aufgeschrieben, bei denen sie  wahrscheinlich dachte, dass sie auf sie zutreffend sein könnten:
„Traumatisierung in der Kindheit, Familienkonstellation, Gehäufte Verluste in der Kindheit und erbliche/ biologische Anlagen“.
Tja… Und wie soll ich das alles jetzt deuten? Hat sie sich dieses Buch nach einer Diagnose gekauft? Oder auf den Verdacht hin?
Wie auch immer. Das alles gibt mir irgendwie in viele Richtungen zu denken. Zumal ich vor ein paar Jahren schon mal zufällig im Wohnzimmer auf einen Zettel gestoßen bin, auf dem Skills notiert waren……………………………………………………………

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