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An Schlafen war vergangene Nacht nicht zu denken. Hatte ununterbrochen Schmerzen, trotz hoher Schmerzmitteldosis. Ich sehe mich schon das Wochenende auch noch hier verbringen🙈.
Außerdem schnarcht die neue Bettnachbarin ununterbrochen und Ă€ußerst laut. Und ich bin da Ă€ußerst empfindlich. Die Ohropax haben auch nicht ausgereicht bei der LautstĂ€rke. Außerdem kann ich die Dinge einfach nicht in den Ohren gebrauchen.
Meine andere Bettnachbarin hat heute Nacht sogar das Zimmer verlassen und sich im Physiotherapie-Bereich zum Schlafen gelegt.
Unser Blutdruck war heute Morgen bei uns beiden höher als sonst…

Die Neue, ich nenne sie mal N., 22 Jahre, lebt sonst in einer psychiatrischen Einrichtung. Was sie alles genau hat, weiß ich nicht. Mir ist nur bekannt, dass sie Schizophrenie hat, was sie stolz als Aufschrift auf ihrem zu kurzem T-Shirt prĂ€sentiert. Aber deshalb ist sie nicht hier. Ich denke, dass sie unter Narkolepsie oder so leidet. Kaum lĂ€uft sie ein paar Schritte, kippt sie immer wieder um. Meistens auf ihr Gesicht. Es dauert kurz. Dann wacht sie auf und ist erst mal ein bisschen mĂŒde.
Alles ist so unglaublich anstrengend seit sie hier ist. Das finde nicht nur ich, sondern auch meine andere Bettnachbarin.
Eigentlich sollte sich hier jeder auf sich konzentrieren um gesund zu werden. N. telefoniert hier stĂ€ndig unerlaubterweise. Beschreibt die Klinik am Telefon als eine Art „Luxushotel“, weil sie sonst selten aus ihrer Einrichtung im Nirgendwo herauskommt.
Sie starrt mich immer wieder so durchdringend an und dann weiß ich nicht, was in ihr vorgeht.
Ihren Computer hat sie mitgebracht und schaut stĂ€ndig Filme, was die Leute hier auch nicht so gerne sehen. „Der ist voll cool mein Laptop! Touchscreen!“, meinte sie gestern zu mir und betonte mehrmals, dass sie gerade an ihrem neuen Buch schreiben wĂŒrde.
Sie raucht sehr viel am Tag, trinkt stĂ€ndig Energydrinks. Anfangs wollte einer der Schwestern, dass meine andere Bettnachbarin (Nichtraucherin) mit ihr raus geht, damit sie qualmen und telefonieren kann. Sie hat sich aber geweigert. Und ganz ehrlich, ich wĂŒrde es auch nicht einsehen. Dann hat man noch mehr Verantwortung und kann hier einfach nicht zur Ruhe kommen.
Im aber von N. liegt ein 1m langer Teddy, den sie immer wieder um sich schlingt. Sie scheint eine Vorliebe dafĂŒr zu haben. Daheim hat sie anscheinend noch grĂ¶ĂŸere von den BĂ€ren.
Gestern Abend ist sie wieder vor meinen Augen umgekippt und zum GlĂŒck weich gelandet. Seitdem habe ich stĂ€ndig die BefĂŒrchtung, dass sie vor meinen Augen zusammenklappt. Habe da ein VerantwortungsgefĂŒhl, dass ich dann was tun muss. Und das strengt so an, weil ich hier ja eigentlich nach mir schauen sollte…
Der Schwester haben wir dann in Abwesenheit der neuen Patientin, heute Morgen unser Leid geklagt. Diese meinte dann anscheinend beim FrĂŒhstĂŒck zu den Ärzten, dass die Lösung mit ihr hier nicht ideal wĂ€re…

Gestern war dann der sympathische Oberarzt mit einer anderen Ärztin im Schlepptau da. Er hat meine Zimmergenossin auch auf „das Muster auf ihren Armen“ angesprochen… Ob sie sich das selbst zugefĂŒgt hat. Ob es frische gibt und so. Eigentlich hat er das ganz lieb gemacht. Und ja, vielleicht habe ich mir auch ein bisschen gewĂŒnscht, dass er mich das mal gefragt hĂ€tte. Ich kam mir bescheuert vor, weil ich mit ihm Raum war. Und auch „Muster“ auf der Haut habe. Ich nehm mal schon an, dass der Stationsarzt das neulich weitergetratscht hat. Vielleicht wollten sie mich auch bewusst nicht direkt darauf ansprechen, weil ich die Narben nicht offen trage, wie andere…

Eigentlich wollte gestern ja die GesprĂ€chstherapeutin nochmals kommen, die aber glĂŒcklicherweise dann nicht mehr erschienen ist.
FĂŒr heute hatten die Ärzte ja neulich ein GesprĂ€ch mit dieser Psychologin angekĂŒndigt. Bitte nicht. Hoffentlich habe ich so viel Therapien, dass sie mich einfach immer verpasst!!!

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