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Tja, was soll ich sagen. Gestern Nachmittag kam der Oberarzt zu mir. Er meinte, dass sie nichts mehr für mich tun könnten. Die Schmerztherapie hätte nicht so angeschlagen, wie sie es sich erhofft hatten. Es hat sich im Grunde genommen nichts geändert. Er meinte, dass sie mittlerweile davon ausgehen würden, dass meine Beschwerden durch die OP’s kommen würden. Und dass ich mich wieder an die Chirurgen wenden sollte, diesmal mit meinen MRT-Bildern in der Hand.
Ja, es ging mir danach nicht gut. Allein bei dem Gedanken daran, wieder eine Fuß in diese Klinik setzen zu müssen. Wieder von einem unsensiblen Arzt nicht ernst genommen und wieder heimgeschickt zu werden. Davor habe ich so Angst… 😦 Und ich habe Angst, dass das alles einfach kein Ende mehr nimmt…

So wurde ich also heute Morgen entlassen…
Mein Arztbrief ist ziemlich ausführlich. Was da alles drin steht, man!
Zum Beispiel beschreiben sie meinen Allgemeinzustand anfangs als geschwächt und am Ende als gut. Meiner Meinung nach hat sich da aber überhaupt nichts geändert! Bestimmt nur für die Krankenkasse…
Mein Ernährungszustand wird als „hager“ beschrieben… *Hust*. Hätten die mich morgen gewogen, hätten sie bemerkt, dass ich innerhalb der letzten Woche wieder 1-1,5 Kg abgenommen habe und seit meinem Aufenthalt insgesamt dann also 3,5-4 Kg. Da wäre was los gewesen!!! Aber ganz ehrlich, ohne Süßigkeiten geht das bei mir in der Klinik von ganz allein. Hier bei meinen Eltern werde ich garantiert wieder ziemlich schnell an Gewicht zunehmen, was mir so gar nicht in den Kram passen wird…
Zurück zum Brief. Diese blöde Psychiaterin. Ja, ich dachte, dass Gespräch wäre gut verlaufen! Aber ich glaube ich habe viel zu viel auf den Inhalt geachtet, also was ich sage. Und ich war extrem müde an jenem Abend und es fiel mir schwer, die Augen offen zu halten – von den Schmerzmitteln und weil ich zuletzt dran kam. Jedenfalls steht nun in diesem Bericht, der mindestens 873423 (Rechtschreib-)Fehler beinhaltet, u.a. „erschöpft, aber effektiv (=affektiv?) reduzierte Schwigungsfähigkeit (=Schwingungsfähigkeit?). (…) Von Suizidalität distanziert.“ Möchte die mir jetzt also ne Depression unterjubeln?? Oder kann das auch irgendeine Vorstufe oder so sein, wenn das so formuliert wurde? Ich blick‘ das nicht… So ein Schrott… Jetzt denke ich immer, dass ich darauf hätte mehr achten müssen. Auf Mimik und Tonfall…
Des Weiteren kann ich den Unterlagen einen äußerst ausgeprägten VitaminD3-Mangel entnehmen. Da ist wirklich fast gaaar nichts da! Ob die starken Schmerzen in den Muskeln auch davon kommen könnten? Ob der Wert durch Medikamente/ irgendeine Erkrankung so schlecht geworden ist?
Einer der Leberwerte hat sich sehr verschlechtert. Aber kein Wunder bei all den Schmerzmitteln…
Und ich habe evtl. eine Schilddrüsenunterfunktion, was auch näher untersucht werden sollte…
Bei den Entzündungswerten gibt es auch immer wieder Auffälligkeiten, was vermutlich durch den Zustand nach der OP bedingt ist.
Klar denke ich immer wieder, ob manche Dinge nicht irgendwie mit meinem Essverhalten zu tun haben könnten. Aber keine Ahnung…
Zum Glück steht nichts wegen den Narben in diesem Brief. Vielleicht wussten es die anderen Ärzte aber ja auch gar nicht und nur der Arzt, der diese Woche im Urlaub war…
Und auf der anderen Seite hätte ich gerne mit jemandem über meine eigentlichen Probleme gesprochen. Aber das wäre einfach nicht gegangen. Ich muss zuvor Zeit mit einer Person verbringen/ sie näher kennen lernen, bevor ich ihr mein Leben anvertraue. Und das geht nicht in einmaligen 10- oder 20-minütigen Gesprächen!!!

Ich muss sagen, dass ich mit N. gestern und heute dann doch ganz gut klar gekommen bin. Sie war nicht mehr so aufgedreht. Meinte, dass sie nun wieder Ritalin bekommen hätte. Keine Ahnung ob das stimmt. Sie hat übrigens doch keine Schizophrenie, sondern ihre beste Freundin. Das hatte ich wohl falsch verstanden. Sie selbst hat u.a. Asperger Autismus, hat sie zumindest gemeint. Aber sie hat so einiges gesagt wenn der Tag lang war. Sie meinte ja auch, dass sie zu 93% schwerhörig wäre. Aber ich hab mehrmals mit ihr geflüstert und sie hat mich problemlos verstanden… Naja, wie auch immer.
Anfangs fand ich sie so anstrengend. Meine andere Bettnachbarin hat mehrmals gesagt, dass sie denkt, dass N. Borderline hätte. Wegen den Narben.
Und die Kommentare von N., die manchmal selbstschädigende Züge hatten und ihre Foto-Knipserei von besonders „schlimmen“ medizinischen Maßnahmen an ihr, ärgerten mich schon ein wenig… Aber vielleicht ärgerte ich mich auch mehr über mich selbst. Weil ich mir diese Aufmerksamkeit nicht hole(n kann)…!?
Irgendwie mochte N. mich aber von Anfang an. Hat mir gleich zu Beginn gesagt, dass ich so schöne Haare hätte. Dass ich ja so hübsch wäre.
In der Klinik hat sie eine Frau kennen gelernt, die sie total mochte. Von ihr bekam sie einen Schmetterling, den sie neulich den halben Tag in der Hand trug, weil sie sich so über das Geschenk gefreut hatte. Und als ich dann gestern die Nachricht bekommen hatte, dass es trotz Schmerzen wieder nach Hause geht und ich ihr einen Briefumschlag für ihren Brief geschenkt hatte, kam sie plötzlich zu mir an’s Bett. Sie überreichte mir den Schmetterling: „Den schenke ich dir. Als Glücksbringer!“, meinte sie lächelnd. Mich hat das so berührt. Weil ich wusste, dass der Schmetterling ihr ja eigentlich so wichtig war. Und da wurde mir so richtig bewusst, dass sie im Herzen ein sehr guter Mensch sein muss… ❤

Die Heimfahrt war schmerzhaft.
Und seit ich hier bin, muss ich wieder öfter an den Lehrer* denken. Das war die letzten Wochen in der Klinik irgendwie besser. Und jetzt versinke ich hier wieder…
Am Montag bekomme ich hoffentlich einen Arzttermin. Und hoffentlich kann mein Arzt irgendwas drehen. Mir irgendwas in dieser Klinik klarmachen. Oder in einer anderen. So, dass ich nicht wieder bei null anfangen muss…

Ich bin hundemüde und wünsche euch eine gute Nacht!