Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

„Da muss ich ja aufpassen, dass ich nicht die Liege schalle, statt Ihrem Bauch! So dünn wie Sie sind…“, meinte mein Arzt neulich bei der Ultraschall-Untersuchung…
Immer diese unnötigen Kommentare…
Okay, in letzter Zeit gibt es manchmal sogar Phasen, in denen ich das Gefühl habe, dass mein Bauch nicht dick ist. Aber eben nur manchmal. Dann, wenn ich noch nichts gegessen habe. Und wenn die Waage eine „zufriedenstellende“ Zahl anzeigt. Zugegeben, die Tatsache, dass ich der 3 vorne momentan wieder deutlich näher bin als einer (noch nie in meinem Leben dagewesenen) 5, beruhigt mich zutiefst.
Dennoch habe ich manchmal Angst. Nämlich dann, wenn ich bemerke, dass ich die Kontrolle über mich verliere… So hatte neulich zweimal Migräne. Das war noch nie so schlimm!!!! Fast 24 Stunden am Stück hatte ich jeweils das Gefühl, dass mein Kopf gleich explodiert. Ich habe ca. 8 Stunden nur noch erbrochen und gewürgt. Kein kleinster Schluck Wasser wollte mehr in meinem Magen bleiben. Ich war am Ende. Lag nur noch am Boden. Meinem Kreislauf ging es nicht gut. Mir war abwechselnd heiß und kalt. Ich war nur noch am Zittern. Mein Herz schlug viel zu schnell. Ich hatte körperlich absolut keine Kraft mehr und habe mich gefragt, wie ich das überstehen soll. Ich hatte solche Angst! Vor allem auch davor, dass ich das Bewusstsein verlieren könnte. Diese Angst vor Kontrollverlust ist wieder so groß geworden, seit mir im Oktober schwarz vor Augen geworden ist und ich die OPs mit Vollnarkosen hatte..
Meine Migräneanfälle wurden in den letzten Monaten immer stärker. Ich weiß, dass es zahlreiche Faktoren gibt (z.B. genug essen/ trinken/ schlafen usw.), die sie auslösen können. Doch bei mir ist es hormonell bedingt. Zumindest wusste ich die letzten Monate immer schon im Voraus fast auf den Tag genau, wann es etwa wieder so weit sein würde. Vielleicht hängt alles auch irgendwie mit meiner (hormonell bedingten) Erkrankung zusammen und dem ganzen Stress drumherum…

Die Angst vor die Tür zu gehen, ist wieder sehr groß geworden. Aber das war absehbar. Schließlich kenne ich das zu gut von Phasen, in denen ich auch nur ein paar Tage krank bin oder Urlaub habe und nur in meiner kleinen Wohnung im Bett liege. Sobald ich längere Zeit kaum Kontakt zu Menschen habe oder nicht einkaufen oder zur Arbeit gehe, verstärkt sich das so sehr!
Und so ist es zur Zeit auch bei den Arztbesuchen. Schon bei der Fahrt und im Wartezimmer geht es mir so schlecht. Die Anspannung geht erst langsam weg, wenn ich dann im Behandlungszimmer bin. Warum auch immer.
Dabei bin ich mir bis heute noch nicht sicher, ob er meine Narben am Bein gesehen bzw. richtig gedeutet hat. Die am Arm zumindest noch nicht. Ich versuche es immer auszublenden. Und zur Zeit untersucht er mich auch nicht mehr all zu oft, weil die Schmerzen zum Teil  viel zu stark sind.
Aber er nimmt mich mit meinen Schmerzen/ meiner Erkrankung ernst. Und dass das nicht selbstverständlich ist und unglaublich viel wert ist, durfte ich die letzten Monate über immer wieder erfahren!
Manchmal tut es mir schon sehr leid, dass ich so eine schwierige Patientin bin. Dann bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Schließlich mache ihm so viel Arbeit.
„Sie sind wirklich eine sehr starke Frau! Sie müssen so viel durchmachen!“, meinte er beim letzten Termin mal wieder.
Wenn er meint… Dabei kennt er nur meine körperlichen Beschwerden…
Ich merke, dass ich ihm leid tue. Eigentlich mag ich das nicht. Aber Hauptsache, er nimmt mich ernst.

Meine Mutter betont immer wieder, wie geduldig ich doch wäre. Aber auch, dass sie es nicht versteht, warum diese Krankheit mit all ihren Schmerzen und Beschwerden zu diesem Zeitpunkt aus dem (fast) Nichts aufgetaucht ist.
Vielleicht um meine Psyche zu entlasten. Oder wegen der Angst, im Herbst eine 2,5-jährige Zusatzausbildung mit Unterricht (freitags, samstags), Prüfungen usw. beginnen zu müssen, weil meine Kollegen das so wollen. Oder einfach wegen dem Stress der ganzen letzten Jahre…
Meine Mutter gibt mir immer wieder zu verstehen, dass sie nicht glaubt, dass mein Kindergarten meine Arbeitsunfähigkeit noch lange mitmacht. Ich versuche es zu verdrängen und nicht in Panik zu verfallen. Schließlich war die Arbeit die letzten Jahre das einzige, das mir Halt und Struktur gegeben hat. Der erste Arbeitsplatz, an dem ich mich wohl gefühlt habe. Auch weil ich ich mich mit der Arbeitsweise dort identifizieren kann, die hier sonst in der Gegend nirgendwo praktiziert wird. Aber meine Mutter muss immer wieder die Pferde scheu machen und es mir unter die Nase reiben, dass ich bestimmt meinen Arbeitsplatz verlieren werde. Immer wieder. Bitte, WARUM!?????
Ich hasse es, wenn Menschen so wenig Einfühlungsvermögen haben. Irgendwie macht mich das immer noch mehr kaputt. Aber wahrscheinlich bin ich einfach zu empfindlich…

Die letzten Tage war mir nicht nach bloggen zu Mute. Meine Stimmung hatte mal wieder einen tiefen Punkt erreicht. Und alles schien mir wieder so sinnlos zu sein. Auch das Schreiben über mein bescheuertes Leben. Ich liege nur noch im Bett. Und selbst wenn es mir mal ein paar Minuten/ Stunden etwas besser geht, habe ich keine Lust etwas anderes zu machen. Alles entgleitet mir. Ich vegetiere einfach nur noch vor mich hin und es erinnert mich an das Jahr, in dem ich nach meinem Schulabbruch, von morgens bis abends nur noch im Bett lag (wenn ich nicht gerade gefressen, gekotzt oder mich geschnitten habe) und vor Angst kaum einen Fuß nach draußen setzen konnte…
Vor einiger Zeit habe ich dann doch mal wieder an zwei oder drei Tagen gelesen. Aber im Grunde genommen war das nur wieder irgendein selbstschädigendes Verhalten, da die Hauptperson in diesem Buch eigentlich nur durchgehend massiv misshandelt wurde. Solche Bücher tun mir nicht gut. Aber auf etwas anderes kann ich mich nicht konzentrieren. Das geht nur bei solchen Inhalten. Deshalb versuche ich momentan wieder, es ganz sein zu lassen und liege stattdessen nur da… Und denke an den Lehrer*…

Die Schmerzen sind zur Zeit besonders schlimm beim und nach dem Essen, nach dem Trinken und wenn meine Blase leer oder voll ist. Es ist sehr selten geworden, dass ich noch im Sitzen essen kann. Eigentlich geht das meistens nur noch im Liegen, weil die Schmerzen sonst so stark werden. Manchmal sind die Schmerzen den ganzen Tag sehr stark und dann bin ich schon immer wieder ziemlich verzweifelt…
Mein Arzt war neulich sogar bei einer Veranstaltung des Klinikums, in dem ich operiert wurde. Nur wegen mir, um meinen Operateur aufzusuchen und endlich mit ihm über mich reden zu können. Aber dieser hatte wohl auch da genauso wenig Zeit wie telefonisch. Wo sind wir denn eigentlich!?!!??? Wenn Ärzte NICHT in der Lage sind, sich innerhalb von WOCHEN  auch nur einmal mit einem Arzt zu unterhalten oder ne Mail zu schreiben, weil eine  Patientin seit über einem halben Jahr täglich starke Schmerzen hat!??? Da könnte ich wirklich wieder auf die Palme gehen!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Mein Arzt hat mir nun eine Überweisung für die Klinik gegeben für eine OP. Aber ich kenne die Arbeitsweise dort mittlerweile! Die werden mich jetzt wieder von einem Arzt zum nächsten schicken, wobei ich jedes Mal einen neuen Termin bekommen werde, auf den ich jeweils wochenlang warten muss! Da könnte ich so an die Decke gehen!!!!!!! Aber das sind eben die einzigen hier weit und breit, die darauf spezialisiert sind.
Im Juni habe ich einen Termin, aber das war klar, dass das noch ewig dauert, trotz der Schmerzen. Diesmal gehe ich nicht in den Bereich der Klinik, der sich für meine Erkrankung spezialisiert hat. Ich sehe es nämlich nicht ein, dass ich wieder bei so einem Vollpfosten an Assistenzarzt lande, wie letztes Mal, der meine Schmerzen nicht ernst nimmt und mich nur belächelt wenn ich sage, dass die Schmerzmittel nicht wirken! Diesmal habe ich nen Termin in der Sprechstunde von dem besagten Oberarzt gemacht, der mich auch operiert hat. Dem soll ich ja sowieso meine MRT-Bilder von Anfang April aus der anderen Klinik zeigen, weil die Ärzte dort ihn schon nicht erreicht haben. Das würde sonst auch nicht gehen. Ich hoffe, das war jetzt richtig mit dem Termin. Aber mein Arzt meinte auch, dass ich den Operateur persönlich aufsuchen sollte…
Meine Krankenkasse meldet sich auch dauernd, weil sie wissen möchte, ob und wann ich denn nun operiert werde oder nicht. Woher soll ich das denn wissen!? Die können mich alle mal…
Mit Ausnahme von meinem Arzt. Der gibt sich ja schon wirklich Mühe… Letztes Mal meinte er, dass die OP vermutlich schon sehr groß ausfallen würde. Und dass das alles für mein Alter schon sehr schwierig und sehr einschneidend sein kann…
Ich versuche mir nicht so viele Sorgen zu machen. Ich versuche, auszublenden, dass diese Erkrankung mir meine ganzen Zukunft zerstören könnte. Ich versuche nicht so viele Beiträge im Internet zu lesen, in denen den Leuten mit dieser Erkrankung teilweise mehrere Organe/ Organteile entfernt wurden. Aber es ist schwierig… Denn langsam habe ich nichts mehr, an das ich mich klammern kann…

Ende der Woche werde ich nachmittags versuchen in meine Wohnung zu gehen und dort bis zum nächsten Morgen allein klarzukommen. Ich brauche einige Sachen von dort, die ich dann wieder mit zu meinen Eltern nehmen werde. Mein Briefkasten dürfte auch mal wieder überquellen.
Außerdem ist es jetzt mittlerweile glaube ich schon bald 1,5 Monate her, dass ich meinen Freund gesehen habe, den ich dann auch mal wieder sehen möchte und muss!!! Ja, das klingt wahrscheinlich bescheuert. Ist es vermutlich auch. Aber ich kann ihn einfach immer noch nicht meinen Eltern vorstellen. Es geht nicht. Denn da lauert irgendwo eine innere Stimme in mir: „Du darfst keinen Freund haben!“…

Advertisements