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Gestern Abend habe ich natürlich mal wieder Migräne vom Feinsten bekommen. Die Mutter meines Freundes wollte unbedingt wissen, wo ich in die Klinik gehe. Und irgendwie hat mich das so mega fertig gemacht. Hab unter Druck ne Klinik in dem von mir vorher genannten Gebiet gesucht, die zu meiner Problematik passen könnte. Aber da war nichts. Und sie würden mich auch besuchen kommen, wenn ich möchte. Und mein Freund meinte am Telefon auch gleich, er kommt mich dann besuchen, dann gehen wir wandern (wozu ich allein körperlich null in der Lage bin). Meine Eltern kamen auch wieder mit besuchen wollen. Aber ich will nicht. Schließlich hatte ich dann die komplette Nacht Migräne mit starker Übelkeit und allem. War einfach alles zu viel.

Wenn ich Migräne bekomme, fange ich zur Zeit oft an zu zittern und mir wird kalt. Heute Morgen war ich dann immer noch total zittrig. Oder wieder? Sogar meine Mutter hat es bemerkt, vor der ich es auf die vergangene Nacht geschoben habe. Die Übelkeit war enorm. Dann noch die Schmerzen nach dem Essen (wie immer) und nach dem Stehen in der Dusche. Und natürlich die Angst. Die war unbeschreiblich groß.

Durch die Wärmflasche wurde es auf der Fahrt dann nach einiger Zeit etwas besser. Durch meine große Menge an Gepäck, musste ich meine Mutter wohl oder übel mit bis zu meinem Zimmer gehen lassen. Eine Pflegerin hat uns begleitet. Diese wollte dann noch einige Daten von mir. Als sie mich nach der Größe gefragt hat, hatte ich Angst, dass danach das Gewicht dran kommt. Habe mich genau an dieser Stelle von meiner Mutter verabschiedet. War bestimmt etwas unhöflich, aber war mir einfach zu „gefährlich“. Musste mich dann gezwungenermaßen von ihr umarmen lassen, was ich sonst nach Möglichkeit nicht zulasse. Fühlt sich falsch an.

Dann musste ich zum Arztgespräch. Das ging 40 min lang bei meiner langen Liste an Beschwerden. Ich habe u.a.  erwähnt, dass meine Beine manchmal kribbeln, jucken und schmerzen und rot/ blau werden. Sie fand es nicht so schlimm. Dass ich dabei schon mal halb umgekippt bin, habe ich nicht erwähnt. Ebensowenig die vermutliche schmerzhafte Verfärbung hinten am Bein (neben den Narben). Ich denk mir halt nur, Thrombosegefahr wäre bei mir momentan schon gegeben. OPs gehabt, danach fast nur gelegen und dann noch die Medikamente. Naja vielleicht ja wirklich Unsinn. Auf meine ganzen Beschwerden hat sie dann den Therapieplan angepasst. In’s Schwimmbad muss ich nicht! Ich bin so froh! Als Frau hat man da doch gute Gründe, vor allem wenn alles durcheinander ist, kann das unter Umständen mehrere Wochen gehen. Wenigstens ein Vorteil! 😉 Dann gibt es da noch so Bewegungsgruppen in verschiedene Schwierigkeitsstufen eingeteilt. Sie hat mich erst seltsam angeschaut, als ich in die leichteste wollte, weil da angeblich fast nur Parienten mir Herzbeschwerden sind. Jedenfalls hat sie dann noch ein paar wenige Sachen untersucht. Als ich zB. die Beine anheben musste und dabei gleich voll gezittert habe, hat sie es dann glaube ich auch eingesehen, dass ich momentan kaum Kraft habe. Natürlich war mein Herz wieder zu schnell. Und hätte ich mir keine Jacke drüber gezogen, deren Ärmel nach unten rutschen, wenn man die Beine hoch hält, so hätte sie meine Narben nicht mal bemerkt. Schrott aber auch. Toll gemacht, Gedankenschmiedin! Naja, sie hat nicht wirklich viel dazu gesagt. Zum Glück. Ansonsten war sie sehr nett und noch sehr jung.

Danach hatte ich das therapeutische Erstgespräch. Hatte so Angst davor. Musste wieder ganz nach unten laufen. Hab dann erfahren, dass die Dame im Urlaub ist. Wieder hoch gegangen. Im Schwesternzimmer die Zimmernummer meiner Vertretungstherapeutin bekommen. Wieder ganz nach unten. Total erschöpft war ich, wie schon die Minuten zuvor. Die Therapeutin war sehr jung und nett. War nicht schlimm. Musste erneut meine Beschwerden vortragen. Sie hat mich paar Dinge gefragt (nein, natürlich habe und hatte ich offiziell keine Suizidgedanken). Und hat mit mir geeignete Therapien herausgesucht. Kunst oder Ergotherapie bekomme ich (hab schon wieder voll Angst, weil mir seit Jahren so die Kreativität fehlt, vor allem wenn ich weiß, dass ich und mein Werk nachher bewertet wird!!! Keine Ahnung wie ich das überstehe). Dazu kommt noch Kunst in Verbindung mit Musik, Singen und Progressive Muskelentspannung.

Zwischendurch konnte ich dann ab und zu in mein Zimmer. Hab mit letzter Kraft meinen Koffer ausgeräumt. Musste mir zwischendurch zeigen lassen, wie ich meinen Blutdruck die nächsten Tage selbst messen soll. Heutige  Werte: 132:91 und Puls 111. Ja liebe Pflegerin, seit ich Schmerzen habe, habe ich öfter solche Werte. Habe ich tatsächlich. Aber natürlich nicht ganz so hoch. Die Angst ist da. Und die Anstrengung von Treppen laufen. Vielleicht blickt ja dann mal jemand, dass ich körperlich keine Kraft habe.

Hätte zwischendurch am liebsten geheult. Hatte wieder das Gefühl hier falsch zu sein. Es ist eine Reha und keine Akutklinik (wie die Klinik nebenan). Aber die anderen sind alle viel fitter. Die lagen vermutlich nicht die letzten Monate fast nur den ganzen Tag im Bett wie ich. Komme mir wieder so blöd vor. War immer wieder so am Ende mit meiner Kraft, allein nur von Treppensteigen (mein Zimmer liegt im 3. Stock). Ich werde so viel Treppen steigen müssen die nächsten Tage. Der Sprudelautomat ist ganz unten. Essen ist ganz unten. Die Therapien auch. Und nach dem Essen soll man jedes Mal zu seinem Postfach (für Infos und Therapiepläne usw.). Dazu werde ich bestimmt bei den Therapien viel sitzen müssen, wodurch ich noch mehr Schmerzen bekomme. Und zwischendurch muss ich hoch in mein Zimmer um mich mit Wärmflasche hinzulegen. Keine Ahnung wie ich das aushalten soll. Dazu noch die ganzen Therapien, die noch kommen werden. Bin heute körperlich so am Ende. Tut alles so weh. Medikamente musste ich auch abgeben und muss ich  mir dann immer (2 Stockwerke tiefer) holen gehen. Auch zur Nacht. So ein Schrott. Bin doch schon so müde. Lange wird mein Körper das hier nicht mitmachen. Sehe mich schon zusammenbrechen… 😦

Meine Matratze ist so hart. In der letzten Klinik hatte ich nach wenigen Tagen schon starke Rückenschhmerzen. Wie soll ich das bloß wieder machen? Hab mich sogar getraut zu fragen, ob die hier auch solche weichen Auflagen oder so haben. Aber kann ich vergessen. Hab versucht eine leichte Decke drauf zu legen. Aber bringt null. Mein Gewicht mag diese Matratze nun mal nicht. Bei mir gibt die da halt nirgends nach. So dass mein Hohlkreutz z.B null gestützt wird… Das geht keine vier Wochen gut! Seh schon vor mir, wie ich die Reha mit noch mehr Schmerzen als vorher wieder verlassen werde…

Morgen geht es zum Wiegen. Der einen Ärztin hab ich mein Gewicht schon gesagt und natürlich auch, dass ich schon immer so fett, äh dünn war und es keine großen Schwankungen gab. War damit dann glaube ich okay. Blutabenehmen muss ich morgen Früh auch. Bei Leuten, die ich noch nicht kenne. Ich sehe sie schon wieder in meinen Venen rumstochern 🙈. Hauptsache das läuft in einem geschützten Raum ab und niemand sieht meine Narben. Hoffe ich. Die Ärztin wollte u.a. meinen Eisenwert kontrollieren. Endlich mal jemand der das macht! Hoffentlich noch mehr solche Werte. Vielleicht finden sie ja noch irgendwelche Anhaltspunkte für meine Schmerzen. Außerdem habe ich morgen irgendwelche sinnlosen Info- und Begrüßungsveranstaltungen. Gespräch mit einem Teamleiter – vermutlich leitet der die Gruppentherapie, vor der ich extreme Angst habe, weil ich da garantiert Panik bekomme  (hoffentlich ist der schon älter, ich  möchte meine Beschwerden nicht irgendeinem jungen Heini erzählen🙈). Dann kommt noch die Pflegevisite vorbei und ich muss zum EKG (wieder Angst wegen den Narben).

Wenigsten habe ich ein Einzelzimmer. Wenn nur die Matratze anders wäre… 😦 Man ich kann nicht mal auf meinem Bett sitzen, weil das durch die Härte meine Schmerzen noch größer macht. Hätte ich genug warme Kleidung dabei, würde ich die darunter legen. Aber nein, Gedankenschmiedin musste sich mal wieder total verschätzen, weil es die letzten Tage manchmal viel zu warm war, was langärmlig wieder nicht all zu schön war…

Muss übrigens für meine Therapeutin nächste Woche jede Menge Zettel ausfüllen. Einmal eine Einverständniserklärung. Muss dabei die Ärzte und Therapeuten im Haus von Schweigepflicht befreien. Kann aber selbst entscheiden, ob ich Hausarzt oder so einweihen möchte (zB. ob er Entlassungsbrief bekommt) oder nicht!!!😳  Ja wäre jetzt eigentlich die Chance, ne? War schließlich meine größte Sorge, dass mein Arzt was erfährt. Aber ich kann einfach nichts von der Ess- und Angststörung sagen. Bin da zu blockiert. Meine Fassade lässt es nicht zu. Zumindest noch nicht… Muss da auch noch solche Fragebögen ausfüllen, mit vielen Fragen zu Ängsten, Sorgen, Beziehungen zu verschiedenen Leuten und vieles mehr. OMG. Zum Glück habe ich da bis nächste Woche Zeit…

Mir tut alles so weh man. 😦 Hoffentlich wird morgen nicht wieder so anstrengend (wer’s glaubt…). War grade noch Schmerzmittel holen. Nach mir kam ein Typ in meinem Alter. Hat mir sogar ne gute Nacht gewünscht (hab erst gedacht, ich hätte mich verhört) :P.  Die wünsche ich euch nun auch…🙋🏼

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