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Ich hatte wirklich ein bisschen Bammel vor dem Wiegen. Schließlich hatte die Psychologin neulich gemeint, dass sie bei Gewichtsabnahme nochmals schauen werden. Es dürfe gleich bleiben oder gerne mehr werden, aber nicht weniger. Ich hatte so keine Ahnung die letzten Tage, ob ich abgenommen hatte oder nicht. Bin heute Morgen dann vorsorglich nicht vorher auf Toilette und hab noch ca. 100 ml getrunken. Ergebnis auf der Waage war dann 200g mehr als letzte Woche. Ich war sehr froh. Aber wer weiß, wie es ohne Trinken und mit Toilettengang ausgegangen wäre. Vielleicht glauben sie mir jetzt noch mehr, dass ich immer ca. gleich viel wiege… Hoffentlich…
Ich war den ganzen Morgen total zittrig. Habe einfach keine Kraft. Musste dann zum 45-minütigen Spaziergang. Die eine Stillere von meinem Frühstückstisch war dabei. Aber die beachtet mich mittlerweile kaum noch. Vielleicht habe ich ihr zu viel mit den anderen geredet, die sie nicht ausstehen kann, kann ich dann auch nicht machen – Kindergarten hier. Eine aus der Kunsttherapie war auch dabei, mit der ich mich schon unterhalten hatte. Dann war noch die 21-Jährige dabei, bei der ich letzten Freitag beim Nachmittagskaffee saß. Mit der bin ich sind dann zusammen gegangen, auch wenn sie eigentlich falsch in der Gruppe war, weil sie körperlich fit ist. Ich sag euch, schon nach den ersten Metern hatte ich solche Schmerzen. Und körperlich war ich die ganze Zeit am Ende. Ich habe einfach keine Kraft. Aber wenn ich das hier sage, dann sagen sie, dass ich mehr essen muss… Am Ende des Spaziergangs – die Gruppe hatte sich gerade aufgelöst und ich war auf dem Weg in mein Zimmer – stellte sich plötzlich ein Mann vor mich. Ich würde ihn auf ca. 45-50 schätzen und ich glaube er ist gestern angereist. Er war davor ganz hinten mit einem der Fitnesstypen gegangen. Ich in der Mitte mit der anderen. Ich war dann irgendwie verdutzt, weil ich das Gefühl hatte, dass er mich abfangen wollte. Hat mich gefragt, wie ich den Spaziergang fand, wie ich es hier in der Klinik finde, wie lange ich da bin und woher ich komme. Ich war dann irgendwie so verdutzt, dass ich ihm alles brav beantwortet habe. Habe dann einen Schritt Richtung Treppenhaus gemacht, als müsse ich los und er meinte: „Also dann, man sieht sich!“… Ach ja?? Irgendwie kam mir das seltsam vor. Vor allem wenn ich mir überlege, dass man mich normalerweise 7-10 Jahre jünger schätzt… Also ich unterhalte mich hier oft mit älteren. Hätte er mich beim Spaziergang angesprochen, hätte ich mir vielleicht keine Gedanken gemacht. Aber dass er sich am Ende, als die anderen schon weg waren, sich mir dann so in den Weg gestellt hat… Vielleicht übertreibe ich aber auch total… Aber hoffentlich ist das kein zweiter Horst* oder so… 🙈
Ich schon ziemlich Angst vor der Gesprächstruppe. Und ihr glaubt gar nicht, wie bescheuert ich mich dort gefühlt hab. Außer mir waren dort 8 Patienten und alle im Alter zwischen 40-60 Jahren. Und niemand mit Schmerzen, sondern alle mit Probleme in Familie, Beruf und mit sich selbst. Die Therapeutin war verunsichert, weil ich gar nicht auf dem Plan eingetragen war. Grrr. Auf meinem stand aber die Gesprächstherapie in diesem Zimmer dran… Tja und dann saß ich da. Immerhin auf 20 hätte einer mich geschätzt. 25 klang dann doch etwas unglaubwürdig… Und weil ich ja Erzieherin bin sollte ich mich zu einem Thema auch äußern, grrrr, ich hab mit 3-6-Jährigen gearbeitet, man. Dabei bin ich dann noch fast eingeschlafen, weil ich so todmüde war. Eigentlich ging es nur um Probleme mit ihren Kindern. Die eine Tochter würde sich Arme und Beine aufschneiden und als Eltern wären sie da machtlos… Fühl mich so fehl in der Gruppe… Nein, in der ganzen Einrichtung. Am Ende haben sie mich dann ihre „Kleine“ genannt, danke… Ich finde das alles sinnlos in dieser Konstellation. Dann bin ich nur noch mehr mit den Problemen und schlechten Stimmungen der anderen beschäftigt. Probleme die ich zum Großteil ohne Kinder eben nicht habe, kann mich wenn dann in ihre Kinder hineinversetzen. Bestimmt fragen sie mich nächstes Mal wieder irgendwas wo ich als Erzieherin meinen Senf dazugeben soll. Dabei hab ich da doch selbst so wenig Erfahrung, grade bei Entwicklung oder Erziehungsfragen. So etwas lernt man in der Ausbildung nicht zumindest war es bei mir so… Und außerdem ist mir das alles viel zu viel. Das viele Sitzen war wieder schmerzhaft.
Danach direkt ohne Pause folgte das erste Einzelgespräch mit meiner Therapeutin. Ist zum Glück eine liebe, eher jüngere. Haben angefangen einen Zeitstrahl herzustellen, mit den wichtigsten Ereignissen mit Schmerzkurve usw. Sie hätte gerne noch eine Gewichtskurve gehabt, aber da gibt es keine wirkliche Kurve. Das war ja immer recht ähnlich und wenn dann war die Kurve nur kurz und leicht vorhanden. Ich glaube, sie fand es ziemlich schlimm, dass ich im Oktober zwei Tage mit stärksten Schmerzen liegen müsste, weil die Notärztin es nicht für nötig hielt, mich zu untersuchen. Ich ja auch…. Falls das Spazierengehen mal zu viel sein sollte, solle ich mich von ihr abmelden lassen. Das mache ich vielleicht wirklich am Freitag. Und während den Therapien soll ich rausgehen, wenn es nicht mehr geht mit dem Sitzen. Aber das kann ich nicht. Dann würde ich ja wieder aus der Masse hervorstechen. Und dann könnte ich aus jeder Therapie raus, weil immer Schmerzen da sind, das bringt’s doch nicht…
Bin so am Ende. Sooo müde, den ganzen Tag, so erschöpft. Ich sehe mich wirklich irgendwann zusammenbrechen, weil ich keine Kraft mehr habe. Aber irgendwie scheint das gerade niemand zu bemerken. Sie sehen nur meine schriftlichen Werte. Und Blutdruck ist mittlerweile fast eher normal… Bin seit heute Nachmittag manchmal kurz davor zu erbrechen. Entweder wegen dem Antidepressivum oder wegen meinem körperlichen Zustand. Als ich heute nachmittags die reduzierten Schmerzmittel nehmen wollte, war wieder die gleiche Frau von gestern da, die mir da das falsche Präparat geben wollte. Dann wollte sie mir heute tatsächlich zu viel geben, sie hatte sich verlesen. Hab nur zufällig mitgezählt. Was lernen wir daraus? Immer schön aufmerksam sein! *gähn*

Ich glaube, das war es für heute. Bin zu müde. Wo bleibt nur das Wochenende? Achja: soll mir überlegen, ob ich statt 4 nun doch  5 Wochen hierbleiben möchte. Ich weiß es nicht. Wenn das hier nichts bringt? Oder will die Rentenversicherung usw dann eher dass man es nochmals ne Woche zusätzlich probiert? Keine Ahnung. Was denkt ihr? Und wehe irgendein Arzt hält mich danach für arbeitsfähig, wenn es nicht so ist. Vor solchen Idioten habe ich so Angst. Musste heute die Einverständniserklärung wegen dem Datenschutz abgeben. Meine Therapeutin bestand darauf, meinem Arzt wenigstens einen Kurzbericht mit Diagnosen und Medikamenten zukommen zu lassen… Na toll… Hoffentlich steht da dann nichts mit den Narben… -.-

Morgen habe ich Kunst und Malen nach Musik. Das wird glaube ich ganz gut und letzteres hatte ich zwar noch nie, ist aber bei der gleichen Therapeutin wie Kunst und man malt einfach Mandalas an 🙂 (Bei denen fällt mir immer wieder ein, dass meine Mutter damals im Kindergarten überhaupt nicht begeistert war, wenn ich Mandalas anmalen wollte. Nur weil die einen buddhistischen Hintergrund haben. So übertrieben…).

So jetzt aber. Schon mal gute Nacht euch. Bin so am Ende für heute, trotz 8 h Schlaf letzte Nacht, kann nicht mehr… 

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