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Gestern war der erste Tag, an dem ich die Hälfte meiner bisherigen Schmerzmitteldosis bekommen habe. Die größte Veränderung bemerkte ich abends: plötzlich wieder eine Art Muskelschmerzen in beiden Beinen bis zu den Füßen, die im Liegen unerträglich waren. Mit Wärmflasche und Schmerzmittel wurde es etwas besser und ich konnte nach längerer Zeit einschlafen. Um 1.30 Uhr bin ich aufgewacht, hatte plötzlich wieder schreckliche Gesichtsschmerzen, die dann irgendwann zu Muskelschmerzen im Mund wurden (wie früher, als niemand genau wusste, weshalb). Vielleicht hatte ich die Zähne aufeinander gepresst? Oder der Tag war einfach zu anstrengend? Irgendwann wurden auch die Bauchschmerzen stärker. War kurz davor Schmerzmittel zu holen. Aber ich wollte nicht mit Brille und hatte keine Lust erst Kontaktlinsen reinzumachen. Und wenn um die Zeit in meinem Stationszimmer niemand sein sollte (2 Stockwerke unter mir), hätte ich durch die halbe Klinik latschen müssen zum nächsten. Und ich wusste nicht, welche Bedarfsmedikation verordnet war. So habe ich dämliche Kuh 4 Stunden vor mich hingelitten, bis ich endlich wieder schlafen konnte, bis um 6 Uhr schon wieder mein Wecker klingelte…

Wieder hat alles gestochen, diesmal an einer anderen Stelle. Dann brennende Bauchschmerzen, konnte kaum stehen. Mit Mühe hab ich mein Frühstück runtergezwungen, während es mir immer wieder in meinen Bauch gestochen hat. Immer die gleiche Stelle. Wie vor der OP. Bestimmt ist  eine der Sachen die entfernt wurden, nun wieder da. Bzw. dass es da ist hat mein Arzt schon mal gesagt, da war es bestimmt noch kleiner. Wächst einfach viel zu schnell….
So ging es den ganzen Tag. Ich war mehrmals kurz davor durchzudrehen. Dazu noch Übelkeit und eine leichte Würgerei wegen dem neuen Medikament. In Kunsttherapie war ich so müde (auch von meinem neuen Medikament, denke ich mal), dass fast gar nichts ging. Aber wenigstens ging es einigermaßen mit den Schmerzen. Nach dem Mittagessen habe ich geschlafen. Und mein Bauch hat erneut Theater gemacht. Hatte „Kunst mit Musik“ (Ausmalbilder anmalen / oder was anderes und im Hintergrund läuft Musik). Bin fast durchgedreht. Es hat so gestochen! Und diesmal wurde es eben nicht mehr durch Ablenkung besser! Nach der Schmerzmitteleinnahme kamen dann noch Schmerzen unter den Rippen dazu – ich hoffe, die haben meine Leberwerte gecheckt… Und ich war wieder so erschöpft, kam die Treppe noch schlechter rauf, als die letzten Tage. Konnte kaum noch einen Schritt vor den anderen setzen. Und dann war ich irgendwann deprimiert. Weil mein Zustand hier von Tag zu Tag schlechter wird. Klar, ich soll von den Opioiden runter. Aber ich hab so scheiß Schmerzen man! Und wenigstens das Stechen an der Stelle im Bauch war mit dem Zeug weg! Jetzt habe ich das auch wieder an der Backe… Und sowieso, ich fühle mich hier so fehl am Platz! Ich kann die Dinge nicht machen, die die anderen tun. Und in der Gruppentherapie bekomme ich die ganzen Probleme und Sorgen der anderen auch noch ab. Und die haben nun mal völlig andere Probleme als ich! Wenn es eine Gruppe wäre mit Menschen die chronische Schmerzen haben, wäre es vielleicht anders. Aber so!? Ich bekomme die ganze schlechte Energie ab, der ich sonst mittlerweile nach Möglichkeit aus dem Weg gehe, weil mir das zu viel ist und weil mich das runterzieht! Ist doch bescheuert. Morgen habe ich wieder Gruppentherapie. Kann ich mir jetzt schon überlegen, was ich sage, wenn die Dame wieder fragt, wie man sich fühlt… („Gut“ oder „schlecht“ zählt nicht…).

Das einzig Positive war dann beim Abendessen. Die zwei Damen haben ja mittlerweile den Tisch gewechselt und die andere setzt sich immer wieder einfach zu ihren Freunden. Heute Abend war dann eine neue Patientin da. Anja. Hat auch schon Kinder. Scheint ganz nett zu sein, konnte mich ein bisschen mit ihr unterhalten und ihr ein paar Dinge erklären. Die andere Erzieherin kam irgendwann auch an meinen Tisch. Wir hatten in letzter Zeit leider gar keine Therapien mehr zusammen. Sie wollte wissen wie es mir geht und meinte, dass man es voll sehen würde, dass es mir schlecht geht… Gestern haben auch schon alle gemeint, wie fertig ich aussehe. Und ja, ich finde es auch erschreckend. Blass und soolche Augenringe (die man vor allem abends sieht, wenn die Schminke nicht mehr 100%ig sitzt). Eine wandelnde Leiche eben…

Werde morgen das Angebot meiner Bezugstherapeutin annehmen, und mich für den 45-minütigen Spaziergang entschuldigen lassen. Packe es körperlich nicht noch einmal. Nur bin ich mir dummerweise nicht mehr sicher, wann ich sie am besten erreiche. Ob bis oder vor 8 Uhr… Muss morgen im Schwesternzimmer fragen, hoffentlich wissen die das und raten mir nicht, sie anzurufen…
Dann habe ich morgen nur Gruppentherapie – die Leute sagen mir jetzt übrigens immer überall hallo, wenn ich ihnen begegne^^). Und nachmittags ist theoretisch noch Kaffee und Kuchen, überprüft da aber niemand ob man kommt. Aber ich sollte fast gehen, kann momentan nicht viel essen. Nicht, dass das nächste Woche die nächste Katastrophe gibt beim Wiegen. Klar, ich könnte einen Gewichtverlust auf die Schmerzen schieben, die ich durch die Medikamentenumstellung gerade habe). Aber es würde bestimmt trotzdem Konsequenzen geben…

Habe nun vorhin doch mal Bedarfsschmerzmittel geholt. Das Stechen ist so nervig. Aber die Dosis ist halt leider lächerlich, zu dem was ich sonst immer genommen habe… So richtig gut wirkt es bisher nicht. Sticht immer noch. Dazu die Übelkeit. Bekomm echt noch die Krise. Ich könnte nen Arzttermin ausmachen. Aber das würde auch nichts bringen, die würden mich nur um Geduld bitten…

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