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Bin morgens wieder früh mit Schmerzen aufgewacht. Es nervt so. Gefrühstückt hab ich allein am Tisch, die Neue war noch nicht da. Danach bin ich mehrmals durch die ganze Klinik gelatscht, um meine Bezugstherapeutin anzutreffen. Schon allein davon war ich am Ende. Irgendwann war sie glücklicherweise da und ich konnte mich von ihr für den Spaziergang entschuldigen lassen. Den hätte ich nicht gepackt. Hab mich dann hingelegt und ne Stunde geschlafen.
Dann hatte ich Gruppentherapie mit den „Oldies“ ;). Schon von weitem meinte einer: „Da kommt unser Herzchen!“ 🙈 Ich weiß, war nett gemeint. Aber mal sehen wie lange es dauert, bis ich genervt bin, die „Kleine“ zu sein… Okay, eigentlich bin ich es jetzt schon etwas…
Wie immer musste man erst mal sagen, wie es einem geht. Hab gemeint, dass ich mich geschwächt fühle wegen neuen Medikamenten und nachts jetzt auch wieder mehrere Stunden wach bin mit den Schmerzen, weil ich weniger Schmerzmittel bekomme. Dachte, wenn meine Bezugstherapeutin schon mal mit dabei ist heute (die ich eh nur einmal die Woche sonst sehe), lass ich sie das gleich noch wissen, vielleicht gibt sie es ja an die Ärztin weiter oder so. Es wurde gefragt, ob jemand ein Anliegen hätte. Tja und dann meinte einer der Herren, dass er gerne wissen würde, wie es der Gedankenschmiedin in der Gruppe geht, ob das für mich stimmig ist und so. Oh man. Hab dann irgendwas davon gelabert, dass ich es anfangs ein bisschen merkwürdig fand, mit großem Abstand die Jüngste zu sein. Aber dass ich sonst auch viel mit älteren Leuten hier rede und es eher ein bisschen schwierig finde, dass sonst niemand da ist mit chronischen Schmerzen. Aber dass ich mit der Gruppe trotzdem gut klar komme. Was hätte ich auch sonst sagen sollen. Meine Bezugstherapeutin sah glaube ich zufrieden aus bei meiner Antwort. Bei den anderen bin ich mir nicht sicher.
Dann verkündeten die Therapeutinnen, dass sie gerne ein Vertrauenspiel machen würden. Ich ich ahnte böses. Und tatsächlich, es war das Spiel, dass sich einer fallen lässt und der Partner einen auffängt und nachher tauscht man. Natürlich sollte man sich einen Partner suchen mit etwa dem gleichem Körperbau. Was natürlich bei meinem Anblick auf (nicht böse gemeintes) Gelächter stieß, da ich mich da doch sehr von den anderen abhebe. Voll peinlich. Meine Bezugstherapeutin meinte dann gleich, dass sie dann beim Auffangen für mich einspringen würde. Mein zugewiesener Partner, war der ca. 50-jährige Mann, der am Anfang gefragt hatte, wie es mir in der Gruppe ergehen würde. Er ist ganz nett. Aber zugegeben, bei den zwei 60- und 65-Jährigen hätte ich große Schwierigkeiten gehabt und am liebsten hätte ich eine Frau gehabt… Ging dann aber gut, was ich nicht gedacht hatte, da ich das in der Schule früher nie hinbekommen habe, mit dem Fallenlassen. Natürlich musste danach wieder jeder sagen, wie es ihm ergangen ist. Und bei der anschließenden Diskussion war ich dann still. Am Ende noch eine Abschlussrunde, wie es jedem ergangen ist, und die Stunde war überstanden. Und sie war irgendwie für mich positiver, als die vorherige, die mich eher ein bisschen runtergezogen hat.
Aber ich habe ein bisschen Angst davor, was da in den nächsten Stunden noch so kommen wird. Ob das dann wirklich noch so passt mit der Alterszusammenstellung. Gerade bei solchen Spiele oder so. Ich könnte nicht alles mit jedem machen.
Oder wenn es irgendwie um das eigene Aussehen/ Minderwertigkeitskomplexe gehen würde, da würde ich die Krise bekommen. Ich könnte ja zB. kaum sagen, dass ich mit mir zufrieden bin, wenn ich total hässlich bin… Oder ich tu dann so, als würde es mir nicht gut gehen und gehe eine Weile raus… Hoffentlich kommen solche Themen einfach nicht dran. Aber ich habe dieses Gruppengedöns dreimal in der Woche! Wie soll ich das überleben…?

Als ich meinen neuen Therapieplan für die kommende Woche bekommen habe, ging meine Stimmung nochmals richtig runter. Voll von vorne bis hinten. Das schaffe ich nicht. Schon allein körperlich. Kann nur hoffen, dass meine Bezugstherapeutin am Montagmorgen gleich da ist und mich für Fitness entschuldigen kann. Ich weiß, dass ich Sport machen sollte. Aber wenn ich so gar keine Kraft habe und mir selbst die Schritte von A nach B durch die Klinik schwer fallen? Außerdem habe ich danach zum ersten Mal Wirbelsäulengymnastik. Das wird dann schon anstrengend genug. Und die Spaziergänge versuche ich auch streichen zu lassen. Da bleibt dann aber immer noch viel zu viel übrig und ich habe schon wieder das Gefühl, dass mir das alles viel zu viel ist…

Nachmittags habe ich geschlafen und lag einfach nur da. Müde und erschlagen. Meine Stimmung hat sich seit dem Medikamentenwechsel am Mittwoch stark verändert. Sie wird immer gedrückter. Plötzlich ist mir langweilig, was sonst fast nie der Fall ist. Meine Gedanken werden immer finsterer und immer mehr. Sie drehen sich im Kreis. Ob das an diesem Antidepressivum liegt, dass ich seit drei Tagen nehme? Oder weil ich jetzt noch mehr Schmerzen habe? Oder an der Veringerung meiner Opioide, weil diese ja auch stimmungsaufhellend wirken? Letzteres wäre ziemlich bescheuert… Ich muss sagen, ich war in letzter Zeit schon noch irgendwie verhältnismäßig relativ zuversichtlich und positiv gestimmt, auch wenn ich davon eher weniger auf meinem Blog hinterlassen habe. Was wenn das alles nur durch die Schmerzmittel kam? Schrott man… Hab plötzlich keine Ahnung mehr, wie ich das Wochenende überstehen soll. Habe Kopfschmerzen, vor lauter Denken, es hört einfach nicht auf. Meine Gesichtsmuskeln verkrampfen sich auch schon wieder. Bald kommen die anderen Schmerzen wieder, wenn das nun geringer dosierte Schmerzmittel aufhört zu wirken. Das wird ein schreckliches Wochenende, wenn das alles so bleibt. In der Packungsbeilage des Antidepressivas steht, dass Suizidgedanken mehr/ stärker werden können. Natürlich habe ich hier am Anfang angegeben, keine solche Gedanken zu haben oder je gehabt zu haben… Ja, das hab ich jetzt davon…

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