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Heute hatte ich ein langes Gespräch mit meiner Mutter, das mich ein bisschen aufgewühlt hat.
Angefangen hatte es damit, dass ich erwähnt hatte, in letzter Zeit die Harry Potter Bücher gelesen zu haben. Wäre mir als die damals herauskamen ja niemals eingefallen. Medien mit Fantasy/ Zauberei usw. wurde und wird teilweise immer noch von meinen Eltern total verteufelt. Oder als ich in den Kindergarten kam, wollte meine Mutter nicht, dass ich Mandalas anmale, weil sie es als schädlich angesehen hatte, da sie aus dem Buddhismus kommen.
Ich weiß, dass meine Mutter teilweise auch von ihrer frommen Familie in vielen Dingen so geprägt wurde. Und dann hat sich ja damals mein Vater immer tiefer in eine religiöse Ideologie verrannt. Hauptsächlich um letzteres ging es in unserem Gespräch. Weil ich als Kind vieles vielleicht weniger mitbekommen und teilweise auch nicht so verstanden habe…
Verstanden habe ich heute aber, dass mein Vater meine Mutter damals richtig kaputt gemacht hat. Mit seiner Glaubensrichtung die er da gelebt hat. Weil die Bibelübersetzung von Luther seiner Meinung nach so falsch war. Weil die Kirche falsch war und alles was meine Mutter getan und gesagt hat. Dass meine Mutter daran verzweifelt ist, weil sie nichts richtig machen konnte und schließlich ihre Angst- und Panikstörungen usw. entwickelt hat. Und mein Vater ist verzweifelt, weil selbst er es nicht geschafft hat, perfekt zu sein. Immer sein Drang nach Perfektion auf allen Ebenen…
Meine Mutter meinte, dass er auch ein Stück weit nur Macht ausüben wollte.
Jahrelang haben sie sich regelmäßig über die Dinge gestritten. Und als meine Mutter heute meinte, dass sie meiner Schwester und mir das nicht antun wollte, dass sie sich trennen und die Familie sich auflöst und sie damals auch total abhängig von meinem Vater war (ohne Job, ohne Auto, usw.), habe ich heute mal allen Mut zusammengenommen und ihr gesagt, dass ich mir das als Kind immer gewünscht habe, dass sie sich trennen. Damit die Streitereien endlich aufhören…
Ich denke, ich habe einige Dinge von damals vergessen oder nicht richtig mitbekommen. Ich wusste nicht mehr, wie groß das Theater meines Vaters war, als ich Konfirmation hatte. Oder dass mein Vater bei den Streitereien mit meiner Mutter manchmal „ausgetickt“ ist.
Meine Mutter meinte heute auch, dass das doch kein Leben sein kann, das mein Vater da führt. Den ganzen Tag am PC und Tablet zu verbringen und das seit Jahren. Ohne sozialen Kontakt…
Was ich besonders einprägsam fand, war wie sie diese Glaubensideologie beschrieben hat, die mein Vater gelebt hat. Dass das ein Glaube ohne Herz ist, der nur im Kopf stattfindet und an dem man nur verzweifeln kann, weil man alles falsch macht…

Und da soll sich mal noch jemand wundern, warum ich tagtäglich in allen Bereichen Angst habe, Fehler zu machen…

Es gibt nicht so viel Neues bei mir. Habe weiterhin Schmerzen und viele andere Beschwerden. Habe die starken Schmerzmittel alle abgesetzt, weil sie nicht angeschlagen haben bzw. ich die geringste Dosis oft schon nicht vertragen habe. Neulich kam ich mal auf die „tolle Idee“ mein Antidepressiva (offiziell gegen chronische Schmerzen) abzusetzen. Ich bin jedoch gar nicht mehr klar gekommen ohne. Hatte nur noch Übelkeit vor Angst und war total unfähig. SCHRECKLICH! Hab plötzlich starke Gliederschmerzen bekommen. Hab es dann wieder genommen. Die Übelkeit ging nach einigen Tagen wieder weg. Aber die Gliederschmerzen nur manchmal.
Die Schmerzambulanz ist soweit fertig mit mir, kann nichts mehr für mich tun. Die Ärztin wollte mich auf die Warteliste für ne psychosomatische Tagesklinik setzen. Hab bisher nichts mehr davon gehört. Will da auch eigentlich absolut nicht hin, weil ich denen so viele Märchen erzählen müsste, weil ich nicht anders kann. Und das schlimmste wäre, wenn ich sowas wie Wassergymnastik in der Gruppe machen müsste. Mit den ganzen Narben, mit denen ich nie offen umgehe. Und mit meinem fetten Körper, der jetzt tatsächlich im unteren Normalgewichts-Bereich ist und mit dem ich überhaupt nicht klar komme.
Mit meinem Freund komme ich zur Zeit gut zurecht. Von der Stimmung her geht es mir soweit recht gut. Zum Glück. Aber ich glaube, wenn ich wirklich in die Tagesklinik muss, dann wird mich das sehr aus der Bahn werfen…
In einer anderen Klinik wurde eines meiner Medikamente (Hormone bzgl. meiner Erkrankung) verändert. Ich bin mir nicht sicher, aber ich hatte die letzten Wochen das Gefühl, dass ein Teil der Schmerzen besser ist. Aber ist schwer zu sagen, da ich zusätzlich noch so viele Nervenschmerzen usw. habe… Sollte das ganze nichts bringen, hat man mir in der Klinik zu einer neuen OP geraten. Davon halte ich aber nichts, weil nach der letzten die Nervenschmerzen kamen und unaushaltbar waren…