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Eines der letzten Therapiegespräche in der Klinik liegt nun hinter mir. Gedankenschmiedin hat sich mal wieder von ihrer besten Seite gezeigt und die 50 Minuten meistens geschwiegen wie verrückt und den Therapeuten damit verrückt gemacht, bloß um ihm nicht zu sagen, dass sie gerade endlos überfordert ist und das Gefühl hat wieder in alte Muster zu fallen. Die letzten Tage war ich nach dem Essen wieder viel am Erbrechen, war tagsüber total müde und geschwächt. Würde alles in mich reinstopfen, wenn ich etwas da hätte. Den Unterarm zieren auch schon wieder neue Schn*tte. Ein Hilfeschrei. Aber niemand hört ihn…

Ich weiß nicht, was nach der Klinik kommt. Bzw. für mich geht es weiter wie bisher. Kämpfen steht auf dem Plan, wie schon mein Leben lang.

Als ich heute in der Therapie wieder so lange geschwiegen habe, wollte er meine Anspannung wissen. 8-9. Vor dem Gespräch bei 7. Aber wenn man dauernd auf meinem Schweigen herumtrampelt, muss man sich nicht wundern, dass eine Gedankenschmiedin immer stiller wird.

Was ich tun könnte um die Anspannung zu reduzieren. Meint der echt, dass ich mit den alltäglichen Ablenkungen da heraus komme? Nein verdammt, das reicht einfach nicht… Ich soll zur Pflege gehen, wenn es so bleibt oder mehr wird, ich müsse das nicht mit mir allein ausmachen.

Bestimmt nicht…

Ob ich lebensmüde Gedanken hätte, ob er sich Sorgen machen müsse. Nein.

Er meinte, ob ich neulich nach der Visite wütend war. War ich nicht. Ob ich manchmal wütend werde. Wenn dann auf mich. Ein Beispiel konnte ich ihm in dem Moment nicht geben.

Wenn er morgen fragt, wie es mir nach dem Gespräch ging, sollte ich vielleicht sagen, dass viel Selbsthass aufkam. Und wenn er fragt warum, dann sage ich, weil ich das Gefühl habe, nichts auf die Reihe zu bekommen… Aber vielleicht fragt er eh nicht…

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Wenige Stunden später…

War beim EKG. Die stellvertretende Stationsleitung hat es gemacht und wollte unbedingt nen Aufkleber am Innenarm anbringen und hat meinen Arm gedreht. Hat die zwei Wunden gesehen, meinen Arm wieder umgedreht. „Dann machen wir es hier.“ Und hat es außen angebracht. Wenigstens kam kein blöder Spruch, was ich bei ihr nämlich wirklich befürchtet hatte, weil sie immer alles mögliche anspricht und eine große Klappe hat.

Wenigstens kann ich jetzt sicher sein, dass es jemand gesehen hat und dass es mein Arzt/ Therapeut hier spätestens morgen auch wirklich wissen wird. Aber ich bin ja eh bald weg hier. Und morgen ist schon der letzte oder vorletzte Einzeltherapie-Termin vor dem kurzen Entlassungsgespräch nächste Woche…

Das ist das blöde an stationärer Therapie. Kaum fängt man an sich an den Gegenüber zu gewöhnen, muss man wieder gehen. Und ich brauche nun mal mehr Zeit als andere, um mich zu öffnen…