Klinik 2.0 Tag 12-14: „Mit 25 ist man nicht so klein!“

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Das Wochenende war relativ langweilig. Während den Mahlzeiten habe ich mich gut mit der neuen Tischnachbarin unterhalten. Ansonsten war ich allein in meinem Zimmer, habe gelesen und mich zu Tode gelangweilt. Ich wäre gerne rausgegangen. Aber es hätte mich ja jemand sehen können. Ich kann einfach nicht ohne Grund, bzw. nur weil ich spazieren gehen möchte, einfach rausgehen. Zumindest nicht allein.

Ich hatte wieder viele Schmerzen, vor allem auch nachts. Keine Ahnung, wie das weitergehen soll. Leider hat mein Bezugsarzt gewechselt. Hatte eine junge, sehr nette Ärztin. Bin jetzt bei irgendeinem Arzt, der nicht hier im Gebäude ist. Grrr. Gar keine Lust. Keine Ahnung, wie der drauf ist…

Als ich gestern auf dem Weg zum Speisesaal war, ging plötzlich ein 8-jähriges Mädchen neben mir. Sie sah mich frech von der Seite an. „Na, alles klar?“, fragte ich. „Wie alt bist du?“, wollte sie wissen. „Was würdest du denn raten?“, entgegnete ich. „So 13 oder 11“, schätzte sie. „Oh, ich bin schon etwas älter“, meinte ich, was eher keine so gute Idee war. Die Kleine ließ nicht locker: „Wie alt denn?“ „25“, verriet ich ihr, und hoffte, dass sie nichts weiter dazu sagen würde. „Waaaas?“, das Mädchen riss die Augen auf. „Das kann gar nicht sein. Das stimmt nicht! Mein Bruder ist nämlich 18! Und mit 25 ist man nicht so klein!“ *Schluck*. Wäre ich klein und weniger „zierlich“ (wie zumindest immer alle sagen), dann hätte sie das bestimmt nicht gesagt. Immer seh ich so jung aus. Hat bei Kindern im Grundschulalter schon mal für Verwunderung gesorgt, als ich im Ferienlager Praktikum machen musste. Auch sie hatten mir nicht geglaubt, was mein Alter anging.
Wir waren mittlerweile schon im Speisesaal und hinter mir stand einer aus meiner Gruppentherapie von den „Oldies“. Ich meinte dann nur noch so zu ihr: „Es gibt eben auch kleine Leute“. Und dann gab sie zum Glück Ruhe, bzw. war damit beschäftigt zu schauen, was es zu essen gab…

Gestern Abend war mir ziemlich langweilig und auf Lesen oder Musik hören hatte ich keine Lust. Hatte dann aber eine recht gute Idee, wie ich finde. Habe mich zum ersten Mal in die Cafeteria getraut, einem von nur zwei Orten hier, an dem man WLAN hat. Habe mir eine App runtergeladen, mit der man Youtube-Inhalte später nach dem Laden offline anschauen kann. So konnte ich dann doch mal wieder nen Film schauen, wenn auch nur klein auf dem Smartphone. Aber immerhin ;).

Habe meine Medikamente heute zeitversetzt genommen. Ich glaube, dass das auch eine gute Idee war. Bis jetzt bin ich jedenfalls weniger müde, schwach und erschöpft als die letzten Tage. Bin zumindest heute nicht nach dem Frühstück gleich eingeschlafen, wie sonst.
Vom Fitness konnte ich mich zum Glück bei meiner Bezugstherapeutin abmelden, weil mir das zu viel gewesen wäre.
Vor Gymnastik hatte ich etwas Angst. Schließlich habe ich nicht viel Kraft. Nicht so viel wie die anderen. Und ich hatte Angst, dass mein Ärmel verrutschen könnte und dass jemand die Narben sieht. Klar, hier gehen viele damit offen um. Aber ich könnte das nicht. Nicht bei Leuten, die mich ohne Narben kennen gelernt haben… Doch da das heute irgendwie ein Tag mit guten Ideen zu sein scheint, kamen mir meine schwarzen Haargummis in Sichtweite, von denen ich mir einfach eins um den Ärmel meines schwarzen Cardigans gezogen habe.
Es war anstrengend dort und ich habe die Übungen kürzer gemacht als die anderen, aber insgesamt habe ich gemerkt, dass es mir doch sehr gut getan hat. Und es hat fast ein bisschen Spaß gemacht.

Beim Essen habe ich mich wieder gut mit Anja (41 Jahre), der Neuen am Tisch, unterhalten. Wir sind danach zu den Liegestühlen auf die Wiese und haben uns in die Sonne gelegt und ab und zu geplaudert. War gut. Allein hätte ich das wieder nicht gemacht. Aber vielleicht bekomme ich das ja die Tage mal hin…
Irgendwann kam eine die sich mit Anja angefreundet hat zu uns und hat ein bisschen geplaudert. Auch über eine der Patientinnen, mit Essstörungen. Sie hätte angeblich das ganze letzte Jahr nur Joghurt gegessen und wie schwierig es für sie ist, die Portionen hier zu schaffen. Und ihr BMI wäre ja so niedrig (0,6 niedriger als meiner übrigens, *hust*…).

Dann hatte ich Gruppentherapie. Heute habe ich nicht viel gesagt. Fand es schwierig, irgendwelche Worte zu finden. Komme mir dann blöd vor, wenn ich so schweigsam bin. Naja.

Einzeltherapie bei meiner Bezugstherapeutin war sehr kurz. Habe im Zeitstrahl vom letzten Mal noch meine Schmerzen ergänzt, die ich außer der Geschichte gerade schon hatte und immer wieder habe.
Ich soll jetzt Schmerztagebuch führen. Aber sehr genau. Was sehr schwierig ist, wenn man den ganzen Tag über Schmerzen hat…
Morgen soll ich zum Arzt gehen um mit ihm über die Bewegungstherapien zu sprechen, die ich gerne streichen bzw. ändern würde. Hoffentlich teilt der mich dann nicht in Wassergymnastik ein. Das kann er vergessen. Und hoffentlich ist das ein netter Arzt. Hab so viel schlechte Erfahrungen die letzten Monate gemacht. Bekomm sonst so die Krise…

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Klinik 2.0 Tag 11: Vertrauensspiel & plötzlicher Stimmungswechsel

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Bin morgens wieder früh mit Schmerzen aufgewacht. Es nervt so. Gefrühstückt hab ich allein am Tisch, die Neue war noch nicht da. Danach bin ich mehrmals durch die ganze Klinik gelatscht, um meine Bezugstherapeutin anzutreffen. Schon allein davon war ich am Ende. Irgendwann war sie glücklicherweise da und ich konnte mich von ihr für den Spaziergang entschuldigen lassen. Den hätte ich nicht gepackt. Hab mich dann hingelegt und ne Stunde geschlafen.
Dann hatte ich Gruppentherapie mit den „Oldies“ ;). Schon von weitem meinte einer: „Da kommt unser Herzchen!“ 🙈 Ich weiß, war nett gemeint. Aber mal sehen wie lange es dauert, bis ich genervt bin, die „Kleine“ zu sein… Okay, eigentlich bin ich es jetzt schon etwas…
Wie immer musste man erst mal sagen, wie es einem geht. Hab gemeint, dass ich mich geschwächt fühle wegen neuen Medikamenten und nachts jetzt auch wieder mehrere Stunden wach bin mit den Schmerzen, weil ich weniger Schmerzmittel bekomme. Dachte, wenn meine Bezugstherapeutin schon mal mit dabei ist heute (die ich eh nur einmal die Woche sonst sehe), lass ich sie das gleich noch wissen, vielleicht gibt sie es ja an die Ärztin weiter oder so. Es wurde gefragt, ob jemand ein Anliegen hätte. Tja und dann meinte einer der Herren, dass er gerne wissen würde, wie es der Gedankenschmiedin in der Gruppe geht, ob das für mich stimmig ist und so. Oh man. Hab dann irgendwas davon gelabert, dass ich es anfangs ein bisschen merkwürdig fand, mit großem Abstand die Jüngste zu sein. Aber dass ich sonst auch viel mit älteren Leuten hier rede und es eher ein bisschen schwierig finde, dass sonst niemand da ist mit chronischen Schmerzen. Aber dass ich mit der Gruppe trotzdem gut klar komme. Was hätte ich auch sonst sagen sollen. Meine Bezugstherapeutin sah glaube ich zufrieden aus bei meiner Antwort. Bei den anderen bin ich mir nicht sicher.
Dann verkündeten die Therapeutinnen, dass sie gerne ein Vertrauenspiel machen würden. Ich ich ahnte böses. Und tatsächlich, es war das Spiel, dass sich einer fallen lässt und der Partner einen auffängt und nachher tauscht man. Natürlich sollte man sich einen Partner suchen mit etwa dem gleichem Körperbau. Was natürlich bei meinem Anblick auf (nicht böse gemeintes) Gelächter stieß, da ich mich da doch sehr von den anderen abhebe. Voll peinlich. Meine Bezugstherapeutin meinte dann gleich, dass sie dann beim Auffangen für mich einspringen würde. Mein zugewiesener Partner, war der ca. 50-jährige Mann, der am Anfang gefragt hatte, wie es mir in der Gruppe ergehen würde. Er ist ganz nett. Aber zugegeben, bei den zwei 60- und 65-Jährigen hätte ich große Schwierigkeiten gehabt und am liebsten hätte ich eine Frau gehabt… Ging dann aber gut, was ich nicht gedacht hatte, da ich das in der Schule früher nie hinbekommen habe, mit dem Fallenlassen. Natürlich musste danach wieder jeder sagen, wie es ihm ergangen ist. Und bei der anschließenden Diskussion war ich dann still. Am Ende noch eine Abschlussrunde, wie es jedem ergangen ist, und die Stunde war überstanden. Und sie war irgendwie für mich positiver, als die vorherige, die mich eher ein bisschen runtergezogen hat.
Aber ich habe ein bisschen Angst davor, was da in den nächsten Stunden noch so kommen wird. Ob das dann wirklich noch so passt mit der Alterszusammenstellung. Gerade bei solchen Spiele oder so. Ich könnte nicht alles mit jedem machen.
Oder wenn es irgendwie um das eigene Aussehen/ Minderwertigkeitskomplexe gehen würde, da würde ich die Krise bekommen. Ich könnte ja zB. kaum sagen, dass ich mit mir zufrieden bin, wenn ich total hässlich bin… Oder ich tu dann so, als würde es mir nicht gut gehen und gehe eine Weile raus… Hoffentlich kommen solche Themen einfach nicht dran. Aber ich habe dieses Gruppengedöns dreimal in der Woche! Wie soll ich das überleben…?

Als ich meinen neuen Therapieplan für die kommende Woche bekommen habe, ging meine Stimmung nochmals richtig runter. Voll von vorne bis hinten. Das schaffe ich nicht. Schon allein körperlich. Kann nur hoffen, dass meine Bezugstherapeutin am Montagmorgen gleich da ist und mich für Fitness entschuldigen kann. Ich weiß, dass ich Sport machen sollte. Aber wenn ich so gar keine Kraft habe und mir selbst die Schritte von A nach B durch die Klinik schwer fallen? Außerdem habe ich danach zum ersten Mal Wirbelsäulengymnastik. Das wird dann schon anstrengend genug. Und die Spaziergänge versuche ich auch streichen zu lassen. Da bleibt dann aber immer noch viel zu viel übrig und ich habe schon wieder das Gefühl, dass mir das alles viel zu viel ist…

Nachmittags habe ich geschlafen und lag einfach nur da. Müde und erschlagen. Meine Stimmung hat sich seit dem Medikamentenwechsel am Mittwoch stark verändert. Sie wird immer gedrückter. Plötzlich ist mir langweilig, was sonst fast nie der Fall ist. Meine Gedanken werden immer finsterer und immer mehr. Sie drehen sich im Kreis. Ob das an diesem Antidepressivum liegt, dass ich seit drei Tagen nehme? Oder weil ich jetzt noch mehr Schmerzen habe? Oder an der Veringerung meiner Opioide, weil diese ja auch stimmungsaufhellend wirken? Letzteres wäre ziemlich bescheuert… Ich muss sagen, ich war in letzter Zeit schon noch irgendwie verhältnismäßig relativ zuversichtlich und positiv gestimmt, auch wenn ich davon eher weniger auf meinem Blog hinterlassen habe. Was wenn das alles nur durch die Schmerzmittel kam? Schrott man… Hab plötzlich keine Ahnung mehr, wie ich das Wochenende überstehen soll. Habe Kopfschmerzen, vor lauter Denken, es hört einfach nicht auf. Meine Gesichtsmuskeln verkrampfen sich auch schon wieder. Bald kommen die anderen Schmerzen wieder, wenn das nun geringer dosierte Schmerzmittel aufhört zu wirken. Das wird ein schreckliches Wochenende, wenn das alles so bleibt. In der Packungsbeilage des Antidepressivas steht, dass Suizidgedanken mehr/ stärker werden können. Natürlich habe ich hier am Anfang angegeben, keine solche Gedanken zu haben oder je gehabt zu haben… Ja, das hab ich jetzt davon…

Klinik 2.0 Tag 10: Wandelnde Leiche

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Gestern war der erste Tag, an dem ich die Hälfte meiner bisherigen Schmerzmitteldosis bekommen habe. Die größte Veränderung bemerkte ich abends: plötzlich wieder eine Art Muskelschmerzen in beiden Beinen bis zu den Füßen, die im Liegen unerträglich waren. Mit Wärmflasche und Schmerzmittel wurde es etwas besser und ich konnte nach längerer Zeit einschlafen. Um 1.30 Uhr bin ich aufgewacht, hatte plötzlich wieder schreckliche Gesichtsschmerzen, die dann irgendwann zu Muskelschmerzen im Mund wurden (wie früher, als niemand genau wusste, weshalb). Vielleicht hatte ich die Zähne aufeinander gepresst? Oder der Tag war einfach zu anstrengend? Irgendwann wurden auch die Bauchschmerzen stärker. War kurz davor Schmerzmittel zu holen. Aber ich wollte nicht mit Brille und hatte keine Lust erst Kontaktlinsen reinzumachen. Und wenn um die Zeit in meinem Stationszimmer niemand sein sollte (2 Stockwerke unter mir), hätte ich durch die halbe Klinik latschen müssen zum nächsten. Und ich wusste nicht, welche Bedarfsmedikation verordnet war. So habe ich dämliche Kuh 4 Stunden vor mich hingelitten, bis ich endlich wieder schlafen konnte, bis um 6 Uhr schon wieder mein Wecker klingelte…

Wieder hat alles gestochen, diesmal an einer anderen Stelle. Dann brennende Bauchschmerzen, konnte kaum stehen. Mit Mühe hab ich mein Frühstück runtergezwungen, während es mir immer wieder in meinen Bauch gestochen hat. Immer die gleiche Stelle. Wie vor der OP. Bestimmt ist  eine der Sachen die entfernt wurden, nun wieder da. Bzw. dass es da ist hat mein Arzt schon mal gesagt, da war es bestimmt noch kleiner. Wächst einfach viel zu schnell….
So ging es den ganzen Tag. Ich war mehrmals kurz davor durchzudrehen. Dazu noch Übelkeit und eine leichte Würgerei wegen dem neuen Medikament. In Kunsttherapie war ich so müde (auch von meinem neuen Medikament, denke ich mal), dass fast gar nichts ging. Aber wenigstens ging es einigermaßen mit den Schmerzen. Nach dem Mittagessen habe ich geschlafen. Und mein Bauch hat erneut Theater gemacht. Hatte „Kunst mit Musik“ (Ausmalbilder anmalen / oder was anderes und im Hintergrund läuft Musik). Bin fast durchgedreht. Es hat so gestochen! Und diesmal wurde es eben nicht mehr durch Ablenkung besser! Nach der Schmerzmitteleinnahme kamen dann noch Schmerzen unter den Rippen dazu – ich hoffe, die haben meine Leberwerte gecheckt… Und ich war wieder so erschöpft, kam die Treppe noch schlechter rauf, als die letzten Tage. Konnte kaum noch einen Schritt vor den anderen setzen. Und dann war ich irgendwann deprimiert. Weil mein Zustand hier von Tag zu Tag schlechter wird. Klar, ich soll von den Opioiden runter. Aber ich hab so scheiß Schmerzen man! Und wenigstens das Stechen an der Stelle im Bauch war mit dem Zeug weg! Jetzt habe ich das auch wieder an der Backe… Und sowieso, ich fühle mich hier so fehl am Platz! Ich kann die Dinge nicht machen, die die anderen tun. Und in der Gruppentherapie bekomme ich die ganzen Probleme und Sorgen der anderen auch noch ab. Und die haben nun mal völlig andere Probleme als ich! Wenn es eine Gruppe wäre mit Menschen die chronische Schmerzen haben, wäre es vielleicht anders. Aber so!? Ich bekomme die ganze schlechte Energie ab, der ich sonst mittlerweile nach Möglichkeit aus dem Weg gehe, weil mir das zu viel ist und weil mich das runterzieht! Ist doch bescheuert. Morgen habe ich wieder Gruppentherapie. Kann ich mir jetzt schon überlegen, was ich sage, wenn die Dame wieder fragt, wie man sich fühlt… („Gut“ oder „schlecht“ zählt nicht…).

Das einzig Positive war dann beim Abendessen. Die zwei Damen haben ja mittlerweile den Tisch gewechselt und die andere setzt sich immer wieder einfach zu ihren Freunden. Heute Abend war dann eine neue Patientin da. Anja. Hat auch schon Kinder. Scheint ganz nett zu sein, konnte mich ein bisschen mit ihr unterhalten und ihr ein paar Dinge erklären. Die andere Erzieherin kam irgendwann auch an meinen Tisch. Wir hatten in letzter Zeit leider gar keine Therapien mehr zusammen. Sie wollte wissen wie es mir geht und meinte, dass man es voll sehen würde, dass es mir schlecht geht… Gestern haben auch schon alle gemeint, wie fertig ich aussehe. Und ja, ich finde es auch erschreckend. Blass und soolche Augenringe (die man vor allem abends sieht, wenn die Schminke nicht mehr 100%ig sitzt). Eine wandelnde Leiche eben…

Werde morgen das Angebot meiner Bezugstherapeutin annehmen, und mich für den 45-minütigen Spaziergang entschuldigen lassen. Packe es körperlich nicht noch einmal. Nur bin ich mir dummerweise nicht mehr sicher, wann ich sie am besten erreiche. Ob bis oder vor 8 Uhr… Muss morgen im Schwesternzimmer fragen, hoffentlich wissen die das und raten mir nicht, sie anzurufen…
Dann habe ich morgen nur Gruppentherapie – die Leute sagen mir jetzt übrigens immer überall hallo, wenn ich ihnen begegne^^). Und nachmittags ist theoretisch noch Kaffee und Kuchen, überprüft da aber niemand ob man kommt. Aber ich sollte fast gehen, kann momentan nicht viel essen. Nicht, dass das nächste Woche die nächste Katastrophe gibt beim Wiegen. Klar, ich könnte einen Gewichtverlust auf die Schmerzen schieben, die ich durch die Medikamentenumstellung gerade habe). Aber es würde bestimmt trotzdem Konsequenzen geben…

Habe nun vorhin doch mal Bedarfsschmerzmittel geholt. Das Stechen ist so nervig. Aber die Dosis ist halt leider lächerlich, zu dem was ich sonst immer genommen habe… So richtig gut wirkt es bisher nicht. Sticht immer noch. Dazu die Übelkeit. Bekomm echt noch die Krise. Ich könnte nen Arzttermin ausmachen. Aber das würde auch nichts bringen, die würden mich nur um Geduld bitten…

Klinik 2.0 Tag 9: Wiegen & Gesprächstherapien

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Ich hatte wirklich ein bisschen Bammel vor dem Wiegen. Schließlich hatte die Psychologin neulich gemeint, dass sie bei Gewichtsabnahme nochmals schauen werden. Es dürfe gleich bleiben oder gerne mehr werden, aber nicht weniger. Ich hatte so keine Ahnung die letzten Tage, ob ich abgenommen hatte oder nicht. Bin heute Morgen dann vorsorglich nicht vorher auf Toilette und hab noch ca. 100 ml getrunken. Ergebnis auf der Waage war dann 200g mehr als letzte Woche. Ich war sehr froh. Aber wer weiß, wie es ohne Trinken und mit Toilettengang ausgegangen wäre. Vielleicht glauben sie mir jetzt noch mehr, dass ich immer ca. gleich viel wiege… Hoffentlich…
Ich war den ganzen Morgen total zittrig. Habe einfach keine Kraft. Musste dann zum 45-minütigen Spaziergang. Die eine Stillere von meinem Frühstückstisch war dabei. Aber die beachtet mich mittlerweile kaum noch. Vielleicht habe ich ihr zu viel mit den anderen geredet, die sie nicht ausstehen kann, kann ich dann auch nicht machen – Kindergarten hier. Eine aus der Kunsttherapie war auch dabei, mit der ich mich schon unterhalten hatte. Dann war noch die 21-Jährige dabei, bei der ich letzten Freitag beim Nachmittagskaffee saß. Mit der bin ich sind dann zusammen gegangen, auch wenn sie eigentlich falsch in der Gruppe war, weil sie körperlich fit ist. Ich sag euch, schon nach den ersten Metern hatte ich solche Schmerzen. Und körperlich war ich die ganze Zeit am Ende. Ich habe einfach keine Kraft. Aber wenn ich das hier sage, dann sagen sie, dass ich mehr essen muss… Am Ende des Spaziergangs – die Gruppe hatte sich gerade aufgelöst und ich war auf dem Weg in mein Zimmer – stellte sich plötzlich ein Mann vor mich. Ich würde ihn auf ca. 45-50 schätzen und ich glaube er ist gestern angereist. Er war davor ganz hinten mit einem der Fitnesstypen gegangen. Ich in der Mitte mit der anderen. Ich war dann irgendwie verdutzt, weil ich das Gefühl hatte, dass er mich abfangen wollte. Hat mich gefragt, wie ich den Spaziergang fand, wie ich es hier in der Klinik finde, wie lange ich da bin und woher ich komme. Ich war dann irgendwie so verdutzt, dass ich ihm alles brav beantwortet habe. Habe dann einen Schritt Richtung Treppenhaus gemacht, als müsse ich los und er meinte: „Also dann, man sieht sich!“… Ach ja?? Irgendwie kam mir das seltsam vor. Vor allem wenn ich mir überlege, dass man mich normalerweise 7-10 Jahre jünger schätzt… Also ich unterhalte mich hier oft mit älteren. Hätte er mich beim Spaziergang angesprochen, hätte ich mir vielleicht keine Gedanken gemacht. Aber dass er sich am Ende, als die anderen schon weg waren, sich mir dann so in den Weg gestellt hat… Vielleicht übertreibe ich aber auch total… Aber hoffentlich ist das kein zweiter Horst* oder so… 🙈
Ich schon ziemlich Angst vor der Gesprächstruppe. Und ihr glaubt gar nicht, wie bescheuert ich mich dort gefühlt hab. Außer mir waren dort 8 Patienten und alle im Alter zwischen 40-60 Jahren. Und niemand mit Schmerzen, sondern alle mit Probleme in Familie, Beruf und mit sich selbst. Die Therapeutin war verunsichert, weil ich gar nicht auf dem Plan eingetragen war. Grrr. Auf meinem stand aber die Gesprächstherapie in diesem Zimmer dran… Tja und dann saß ich da. Immerhin auf 20 hätte einer mich geschätzt. 25 klang dann doch etwas unglaubwürdig… Und weil ich ja Erzieherin bin sollte ich mich zu einem Thema auch äußern, grrrr, ich hab mit 3-6-Jährigen gearbeitet, man. Dabei bin ich dann noch fast eingeschlafen, weil ich so todmüde war. Eigentlich ging es nur um Probleme mit ihren Kindern. Die eine Tochter würde sich Arme und Beine aufschneiden und als Eltern wären sie da machtlos… Fühl mich so fehl in der Gruppe… Nein, in der ganzen Einrichtung. Am Ende haben sie mich dann ihre „Kleine“ genannt, danke… Ich finde das alles sinnlos in dieser Konstellation. Dann bin ich nur noch mehr mit den Problemen und schlechten Stimmungen der anderen beschäftigt. Probleme die ich zum Großteil ohne Kinder eben nicht habe, kann mich wenn dann in ihre Kinder hineinversetzen. Bestimmt fragen sie mich nächstes Mal wieder irgendwas wo ich als Erzieherin meinen Senf dazugeben soll. Dabei hab ich da doch selbst so wenig Erfahrung, grade bei Entwicklung oder Erziehungsfragen. So etwas lernt man in der Ausbildung nicht zumindest war es bei mir so… Und außerdem ist mir das alles viel zu viel. Das viele Sitzen war wieder schmerzhaft.
Danach direkt ohne Pause folgte das erste Einzelgespräch mit meiner Therapeutin. Ist zum Glück eine liebe, eher jüngere. Haben angefangen einen Zeitstrahl herzustellen, mit den wichtigsten Ereignissen mit Schmerzkurve usw. Sie hätte gerne noch eine Gewichtskurve gehabt, aber da gibt es keine wirkliche Kurve. Das war ja immer recht ähnlich und wenn dann war die Kurve nur kurz und leicht vorhanden. Ich glaube, sie fand es ziemlich schlimm, dass ich im Oktober zwei Tage mit stärksten Schmerzen liegen müsste, weil die Notärztin es nicht für nötig hielt, mich zu untersuchen. Ich ja auch…. Falls das Spazierengehen mal zu viel sein sollte, solle ich mich von ihr abmelden lassen. Das mache ich vielleicht wirklich am Freitag. Und während den Therapien soll ich rausgehen, wenn es nicht mehr geht mit dem Sitzen. Aber das kann ich nicht. Dann würde ich ja wieder aus der Masse hervorstechen. Und dann könnte ich aus jeder Therapie raus, weil immer Schmerzen da sind, das bringt’s doch nicht…
Bin so am Ende. Sooo müde, den ganzen Tag, so erschöpft. Ich sehe mich wirklich irgendwann zusammenbrechen, weil ich keine Kraft mehr habe. Aber irgendwie scheint das gerade niemand zu bemerken. Sie sehen nur meine schriftlichen Werte. Und Blutdruck ist mittlerweile fast eher normal… Bin seit heute Nachmittag manchmal kurz davor zu erbrechen. Entweder wegen dem Antidepressivum oder wegen meinem körperlichen Zustand. Als ich heute nachmittags die reduzierten Schmerzmittel nehmen wollte, war wieder die gleiche Frau von gestern da, die mir da das falsche Präparat geben wollte. Dann wollte sie mir heute tatsächlich zu viel geben, sie hatte sich verlesen. Hab nur zufällig mitgezählt. Was lernen wir daraus? Immer schön aufmerksam sein! *gähn*

Ich glaube, das war es für heute. Bin zu müde. Wo bleibt nur das Wochenende? Achja: soll mir überlegen, ob ich statt 4 nun doch  5 Wochen hierbleiben möchte. Ich weiß es nicht. Wenn das hier nichts bringt? Oder will die Rentenversicherung usw dann eher dass man es nochmals ne Woche zusätzlich probiert? Keine Ahnung. Was denkt ihr? Und wehe irgendein Arzt hält mich danach für arbeitsfähig, wenn es nicht so ist. Vor solchen Idioten habe ich so Angst. Musste heute die Einverständniserklärung wegen dem Datenschutz abgeben. Meine Therapeutin bestand darauf, meinem Arzt wenigstens einen Kurzbericht mit Diagnosen und Medikamenten zukommen zu lassen… Na toll… Hoffentlich steht da dann nichts mit den Narben… -.-

Morgen habe ich Kunst und Malen nach Musik. Das wird glaube ich ganz gut und letzteres hatte ich zwar noch nie, ist aber bei der gleichen Therapeutin wie Kunst und man malt einfach Mandalas an 🙂 (Bei denen fällt mir immer wieder ein, dass meine Mutter damals im Kindergarten überhaupt nicht begeistert war, wenn ich Mandalas anmalen wollte. Nur weil die einen buddhistischen Hintergrund haben. So übertrieben…).

So jetzt aber. Schon mal gute Nacht euch. Bin so am Ende für heute, trotz 8 h Schlaf letzte Nacht, kann nicht mehr… 

Klinik 2.0 Tag 8: Antidepressiva & Termin bei der Ärztin

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Ich war bei der Ärztin. Meine Blutwerte waren alle gut. Wobei die da glaube ich hier nicht all zu viel testen. Vielleicht lassen Sie mich ja dann jetzt mal mehr in Ruhe, bzgl. Essverhalten. Sie wollte mich heute jedenfalls wegen den Schmerzmitteln sprechen. Sie hätten sich mit dem Oberarzt (diesem unsympathischen Typ von meinem Gespräch neulich) unterhalten und sind zu dem Entschluss gekommen, dass sie mein Schmerzmittel gerne langsam absetzen möchten. Weil es abhängig machen kann, ich eigentlich zu jung dafür bin und weil es vor allem bei meinen chronischen Schmerzen weniger geeignet ist. Duloxetin soll ich dann bekommen, ein Antidepressivum, dass bei mir aber nicht wegen Depressionen, sondern wegen chronischer Schmerzen genommen werden sollte. Außerdem könne es psychosomatische Schmerzen lindern und stimmungsaufhellend wirken (damit ich aktiver sein kann oder so ähnlich, meinte sie!??). Hab gelesen, dass es auch gegen weitere körperliche Beschwerden helfen kann, die ich habe. Und vielleicht hilft es ja auch gegen meine Angststörungen, von denen niemand weiß. Hoffentlich. Wobei ich erstmal eine sehr geringe Dosis bekomme, wegen meinem Gewicht. Und gegen Krämpfe wirkt das Zeug leider auch nicht, da müsste ich es wieder mit Novalgin probieren. Die Ärztin meinte, dass sie zu dem Entschluss gekommen sind, dass meine ganzen Beschwerden durch die OPs und meine Erkrankung kommen könnten (Haha, das sollen sie mal dem Herrn Operateur erzählen, für den meine vielen Schmerzen sich deutlich psychosomatisch angehört haben…!!). Nur eine Sache können sie sich nicht erklären, nämlich warum es so in die Beine ausstrahlt… Aber wenigstens der Rest kann schon mal körperlich bedingt sein, bin ich froh… Oder auch nicht? Vielleicht ist es dann noch schwieriger die Schmerzen loszuwerden? Und die Rückenschmerzen wegen der harten Matratze werden auch von Tag zu Tag schlimmer. Bescheuert…!!!

Nach dem Duschen heute, war ich schon wieder körperlich am Ende, das Atmen war schwierig und ich kam kaum die Treppen hoch. Das ist doch nicht normal, man! Und nach dem Essen bin ich gerade nur noch todmüde, egal, was ich gegessen habe… Mittags war mein Bludruck niedriger als sonst. Falls der jetzt nicht mehr hoch geht, ist das bestimmt voll auffällig, dass ich auf Stress (Ankunft hier) total reagiere…

Singtherapie ist überstanden. Eine 18-Jährige war auch auf dem Weg zu Musik und hat mich angesprochen. Hab wieder so bemerkt, wie sie mich auch für eine in ihrem Alter hält. Also sie war lieb, keine Frage. Und für so Gespräche zwischendurch alles okay. Aber am besten verstehe ich mich doch mit Leuten, die älter sind als ich. Nur denken die immer, dass ich 10 Jahre jünger wäre oder so… Die eine Frau, die auch Erzieherin ist, war auch wieder da. Wir sind irgendwie voll auf einer Wellenlänge. Auch wenn sie natürlich schon ein Kind hat usw…

Als ich meine Schmerzmittel an meiner Station holen wollte, habe ich zum Glück aus den Augenwinkeln noch irgendwie hingeschaut. Zufällig. Hätte die mir tatsächlich das falsche Medikament gegeben! Auf alles muss man selbst aufpassen! Klar kann passieren. Aber man sollte echt immer mit ein Auge darauf werfen!

Wärmetherapie war total für die Katz. Diese Liege war so hart (oder ich zu empfindlich oder am Rücken zu dünn), dass es nur noch mehr weh getan hat, als dass die Wärme geholfen hätte. Da hab ich von meiner Wärmflasche mehr, auf die ich jeden Tag mehrmals drauf liege. Hab jetzt so dermaßen Rückenschmerzen man. Und das in Kombination mit meiner zu harten Matratze. Es wird jeden Tag mehr. Wie soll ich das bitte noch 3 Wochen oder so aushalten!?????

Beim Vortrag vom Chefarzt musste ich wieder sitzen, was sehr schmerzhaft war. Ich wäre fast eingeschlafen. Ich war sooo müde… Diesmal vermutlich vom Schmerzmittel und der viel zu warmen Temperatur. Wie soll das erst werden, wenn ich ab morgen noch dieses Antidepressivum bekomme!? Aber vielleicht schlägt das ja auch nicht so rein…

Morgen Früh muss ich zum Wiegen! Oh man. Hoffentlich nicht abgenommen, sondern gleich geblieben. Sonst gibt das ein Theater! Ich habe sehr regelmäßig gegessen. Und von der Menge her ähnlich wie die anderen am Tisch. Aber ich war die ganze Woche ohne Süßigkeiten. Daheim verschwindet da schon manchmal das ein oder andere. Deshalb kann ich es nur schwer einschätzen…

Den 45-minütigen Spaziergang habe ich morgen leider ohne die andere Erzieherin mitmachen. Hoffentlich ist sonst noch jemand dabei, den ich kenne. Aber vermutlich eher nicht, weil da hauptsächlich die Herzpatienten mitgehen.

Morgen habe ich das erste Mal Gruppentherapie. Habe sooo Angst, dass ich Panik bekomme oder sonst was ist. Und dann ist da noch das erste Gespräch mit meiner Bezugstherapeutin, die ich noch nicht kenne. Hoffentlich ist sie nett… Hoffentlich überstehe ich den Tag morgen!!!!

Klinik 2.0 Tag 7: Blutwerte nicht in Ordnung? und Therapie verpasst…

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Habe den Nachmittag genutzt und geschlafen und gelesen. Dachte, ich hätte keinen Therapietermin, da ich keinen aktualisierten Plan bekommen hatte. Hab nach jeder Mahlzeit (wie es hier erwünscht ist), brav in mein Postfach geschaut und heute zusätzlich morgens noch zweimal. Auch nach dem Mittagessen. Der neue Plan muss danach gekommen sein. Mit Termin „TKS“ bei einer Therapeutin um 14 Uhr. Super. Ersten Termin verpasst und gleich mal nen schlechten Eindruck hinterlassen. Ich weiß, eigentlich ist es nicht mein Fehler. Die haben mir den Plan zu spät in mein Fach gelegt. Und trotzdem habe ich das Gefühl versagt zu haben… Weiß zufällig von euch jemand, was „TKS“ bedeutet? Habe das glaube ich in der Gruppe, mindestens einer ist ein Gruppenraum. Wohl irgendeine Gruppentherapie. Davor graut es mir ziemlich. Und ich habe das am Mittwoch und Freitag wieder… Den ersten Termin bei meiner Bezugstherapeutin habe ich am Mittwoch. Und dann war da noch ein zweiter Zettel. Habe kurzfristig morgen  Früh einen Termin bei der Ärztin. Und irgendwie habe ich da schon wieder voll Angst. Eigentlich kann es nur um die Blutwerte gehen, weil ich heute Morgen nochmals zum Blutabnehmen musste (weil letztes Mal vermutlich Vakuum drin war). Wenn da jetzt irgendwelche Werte nicht stimmen, hängen sie mir bestimmt wieder irgendwas an. Aber vielleicht ist ja auch irgendwas nicht in Ordnung, was einen Teil meiner Schmerzen verursachen und behoben werden könnte. Hoffentlich… Bin nervös…

Die beiden Damen an unserem Esstisch, wollen sich nun umsetzen. Es habe nichts mit mir zu tun. Ich finde es trotzdem kindisch. Nur weil die anderen ihnen zu wenig redet und ihnen deren Aura nicht passt, muss man doch nicht gleich den Tisch wechseln!?? Hatte die letzten Tage schon mehr Kontakt zu ihnen. Ist deshalb irgendwie blöd. Naja. Mal sehen wer dann kommt…

Morgen habe ich volles Programm. Mit wenig Pausen. Das wird vermutlich sehr schmerzhaft und anstrengend. Und ich habe zwei neue Therapien und bin sehr nervös. Wärmetherapie geht eine halbe Stunde und da werde ich dann wohl zu spät zum Vortrag des Chefarztes kommen, weil ich da keine Minute Pause dazwischen habe! Ganz toll. Dann platze ich da auch noch mitten rein und lenke all die Aufmerksamkeit auf mich… 😦 Singtherapie habe ich auch das erste Mal. Bei zwei Männern. Mir fällt momentan doch sogar das Atmen schwer. Weiß noch nicht, ob das gut geht. Vor allem falls ich die ganze Zeit stehen muss, dann sehe ich mich jetzt schon fast losheulen vor Schmerzen und weil ich mir so blöd vorkomme…

Klinik 2.0 Tag 6&7: Geschwächt & Ernährungsberatung

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Kaum ist Montag und schon wieder ist es nicht mein Tag…
Das Wochenende war ruhig. Ab und zu war ich etwas traurig, weil alle anderen draußen das schöne Wetter genossen haben, es schon wieder zu warm war für Langarm, und ich mich unabhängig vom Wetter nicht einfach so vor die Tür traue. Die anderen haben gemeinsam Ausflüge gemacht oder Besuch bekommen. Ich saß allein in meinem Zimmer. War extrem müde nach jeder Mahlzeit mehrere Stunden lang. Habe viel geschlafen tagsüber. Hab gelesen, das war okay, doch das Buch hatte kein Happy End und das hasse ich…
Muss nochmals weitere drei Tage lang dreimal täglich Blutdruck und Puls messen. Heute Morgen 133:99; Puls 126… (Da muss ich mir bestimmt noch was anhören…).
Heute Morgen hatte ich eine Einführung im Fitnessraum mit fünf Leuten mittleren Alters. Erst mussten wir stehen und zuhören und schon da war ich halb am Ende, weil mein Bauch und alles so weh tat. Wir mussten dann fünf Geräte ausprobieren und uns bei jedem die passende Sitz- und Stufeneinstellung aufschreiben. Es war so frustrierend, zu bemerken, dass selbst die kleinste Stufe immer noch zu anstrengend ist für mich. Dass ich einfach keine Kraft habe. Dass alle anderen kein Problem damit haben und höhere Stufen nehmen können. Ich war so oft kurz davor loszuheulen… Der Typ meinte, ich solle dann einfach weniger machen und mehr Pausen machen, aber ich kam mir so blöd vor! Es ist so dermaßen frustrierend, wenn man feststellt, wie eingeschränkt man ist im Gegensatz zu den anderen. Und dann habe ich immer das Gefühl, hier einfach nicht richtig zu sein… 😦

Dann war ich kurz bei der Ernährungsberaterin. Ging nicht lange und sie saß dann in voller Küchenmontur vor mir. Da ich ja keine (oder kaum mehr) Milchprodukte essen soll, hätte sie mir gerne morgens Sojaprodukte aufgezwungen. Ich hasse Soja! Daheim habe ich meine Reis-, Mandel- oder Hafermilch. Aber Soja bekomme ich nicht runter. Hab morgens eh oft Probleme, überhaupt etwas zu essen. Die Dame kam mir dann auch gleich damit, ja, aber ich müsse ja was essen und auch schauen wegen dem Gewicht und blabla. Die kann mich mal. Ich werde mir morgens ganz sicher kein Sojazeugs reinstopfen, wenn ich mich davor ekel. Außerdem gibt es Brot, Marmelade, Honig, Obst, usw… Mittags bekomme ich ab sofort dann ohne Milch und mit Soja. Da wird man das hoffentlich im gekochtem Zustand nicht mehr so schmecken. Nachtisch auch mit Soja. Na lecker! Sie wollte wissen, ob ich denn auf die vorgegebenen Portionen kommen würde, ich hätte doch ein Gespräch mit der Frau Diplom-Psychologin (mit Schwerpunkt Essstörungen) gehabt. Ja hatte ich. Und wir haben ausgemacht, dass wir erst mal schauen, so lange ich nicht abnehme, man! Und dass ich es versuche, so gut es geht mit den Schmerzen. Und den Zettel mit den Richtwerten von Portionen habe ich freiwillig mitgenommen (musste ja Engagement zeigen)… Sie wollte mein Gewicht wissen und ob ich zunehmen möchte („natürlich“). Hat dann noch in irgend einem Zusammenhang den Tisch hinten in der Ecke mit den „Esspatienten“ erwähnt… Grrr… Wollte wissen, wer meine Therapeutin ist… Will gar nicht wissen, was sie der jetzt wieder erzählt…
Heute müsste meine Therapeutin aus dem Urlaub kommen. Habe deshalb auch noch keine eingetragenen Termine bei ihr. Die könnten aber noch sehr kurzfristig mal folgen. Ich hoffe so so sehr, dass sie nett und sympathisch ist. Sonst bekomme ich hier noch so die Krise! Und mit der werde ich noch einiges zu tun haben…

Habe gestern die vielen Fragebögen ausgefüllt. Habe Stunden gebraucht, war voll überfordert. Die Beziehung zu meinen Eltern, sowie deren Charaktereigenschaften und die meines Freundes aufzuzählen, war schwierig… Bei meinem Vater hätte ich am liebsten irgendwas aufgeschrieben, in die Richtung, dass er absolut keine soziale Intelligenz besitzt (zB. keine Stimmungen/ Gefühle/etc. von anderen wahrnimmt), habe ich dann aber doch gelassen. Habe ihm eher weniger schöne Eigenschaften zugeordnet. Meiner Mutter mehr positive. Heutige Beziehung zu meinem Vater habe ich als kalt und distanziert beschrieben und bei meiner Mutter kühler und distanzierter. Mehr ist mir da nicht eingefallen. Und wie es zu meiner Mutter früher war, weiß ich nicht mehr. Habe bei den Erkrankungen auch die Depressionen und Angststörungen meiner Mutter erwähnt (hoffentlich schließen Sie daraus nicht in Verbindung mit meinen Blutdruckwerten, dass ich auch größer Angst ausgesetzt bin…). Habe irgendwo erwähnt, dass sich daraufhin alle Familienmitglieder eher etwas zurück gezogen haben und sich meine Eltern viel gestritten haben (muss ja irgendwelche Gründe für mein SVV nennen…)…
Mein Vater hat diese Woche noch Urlaub und hat gefragt, ob er mich besuchen soll. Nein danke. Er will ständig wissen, ob es etwas Neues von den Ärzten gibt. Der kann mich mal, einen Scheiß werde ich dem erzählen! Sorry, aber es interessiert ihn sonst auch nicht, wie es mir geht!!!
Mit meinem Freund habe ich seit neulich nicht mehr richtig geschrieben. Er sieht es nicht mal ein, sich für irgendwas zu entschuldigen oder sich zu erklären. Es ist so traurig alles. Und er ist doch die einzige Person die ich habe (im realen Leben – und ja es ist was anderes, als irgendwelche Kontakte im Www.) und die mir eigentlich wichtig ist. Wenn bloß nicht alles so kompliziert wäre…

Beim Mittagessen habe ich wieder reingestopft mehr als ich konnte. Mir ist so zum Kotzen zu Mute. Nur weil ich Angst habe hier abzunehmen, weil sie mir dann diese Extramahlzeiten usw. aufzwingen. Wahrscheinlich habe ich schon jetzt zugenommen. Aber ich kann es nicht einschätzen. Eigentlich will ich nur, dass es gleich bleibt. Und selbst wenn ich zunehme, nehme ich auch wieder ab. Ich werde hier nicht fetter rausgehen, als ich angekommen bin…
Puls einige Minuten nach dem Essen ist bei 120. Bin so kurzatmig. Das ist so anstrengend.

Wie es scheint, habe ich heute einen freien Nachmittag, was die nächsten Tage nicht mehr der Fall sein wird. Mal sehen, vielleicht lese ich. Oder ich schlafe bald wieder ein. Wenn nur das Atmen nicht so anstrengend wäre…

Klinik 2.0 Tag 5: Allein und Vorwürfe an mich

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Bis gerade war der Tag wenigstens noch einigermaßen okay. Am Wochenende gibt es hier kein Pflichtprogramm. Und ich war heute sehr müde vom Essen und von den Schmerzmitteln, so dass ich mich viel ausgeruht und immer wieder geschlafen habe. Ein wenig blöd kam ich mir vor. Alle anderen haben längst zusammen mit anderen Dinge unternommen. Sie treffen sich jeden Tag. Aber ich gehöre nirgends dazu und kann auch nirgends mit, weil ich körperlich nicht in der Lage dazu bin, wie die anderen und jede Pause mit Ausruhen verbringen muss. Hat mich heute dann schon ein bisschen runtergezogen. Und alleine wollte ich auch nicht nach draußen gehen…

Seit ich durchgängig Schmerzen habe, hat mein Freund sich wirklich einigermaßen zusammengerissen, und es kamen plötzlich keine Nachrichten mehr mit Vorwürfen und seinen Selbstmitleidsanfällen. Davor war das ja fast jede Woche der Fall und das über Jahre. Und jetzt ist es mal wieder soweit. Immer wartet er den besten Zeitpunkt ab, wann es am meisten weh tut. Er hat Urlaub. Wollte auf die Streetparade, zelten und wandern. Das alles mit einem Kunpel, von dem ich meinte, bereits weniger gute Dinge gehört zu haben. Ich hatte kein gutes Gefühl. Vor allem bzgl. Alkohol, der dort bestimmt wieder fließen würde und dem er einfach nicht widerstehen kann. Gestern ist er hingefahren. Und jetzt ist er schon wieder auf der Heimfahrt und ist extrem geladen. Irgendwas ist schief gelaufen. Was, will er mir nicht sagen. Stattdessen fängt er wieder damit an, wie scheiße sein Leben ist, dass er immer nur allein ist, alle Menschen scheiße sind, dass ich immer noch nicht mit ihm zusammen wohnen möchte und ihm meine Eltern noch immer nicht vorgestellt habe. Es macht mich wieder so fertig. Weil irgendwas nicht so gelaufen ist, wie er wollte, lässt er seine Laune in alkoholisiertem Zustand jetzt wieder an mir raus. Bestimmt hat er sich wieder irgendwo nicht an die Regeln gehalten oder ist mit irgendwem aneinander geraten. Und gleichzeitig weiß ich natürlich, dass er recht hat. Dass es total bescheuert ist, dass ich ihn wegen meiner Angst, meinen Eltern noch nicht vorgestellt habe. Und dass ich noch nicht mit ihm zusammenwohnen möchte. Aber wie soll ich mich denn abgrenzen, wenn er dann wieder Scheiße baut, trinkt oder aggressiv ist? Er schreibt mir natürlich wieder, dass wir vielleicht Schluss machen sollten, wenn wir uns nur gegenseitig weh tun. Habe ihm geschrieben, dass er das machen soll, wenn er eine andere Freundin will, aber bitte vorher seinen Rausch ausschlafen soll. Und dass ich glaube, dass er niemals mit einer Frau glücklich sein wird, solange er so unglücklich mit sich selbst ist… Trotzdem. Macht mich alles fertig. Und wenn ich daran denke, dass ich dieses Wochenende noch die Fragebögen zu Beziehungen zu bestimmten Personen usw. angeben muss, könnte ich heulen. Kann ich nächste Woche hier allen vorspielen, dass ich eine gute Beziehung zu meinem Freund hätte und er meine Bezugsperson ist…

Der Fragebogen ist eh so schwierig zu beantworten! Der ist so lange. Muss mich da auch selbst beschreiben, Sätze über mich ergänzen usw.. Und eigentlich fehlt mir die Kraft. Schauspielerei ist anstrengend… Geht aber nicht anders…

Klinik 2.0 Tag 4: Doppeltes Spiel?

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Der Tag begann mit ziemlichen Bauchschmerzen und Krämpfen. Aber aus zwei Gründen. Fraulich bedingt und weil ich einfach keine Milch vertrage. Habe es schon lange vermutet und Ersatzmilch genommen und kaum Joghurt usw. gegessen. Hier bekommt man halt die volle Ladung ab. Und bei der Milch vom Kartoffelbrei gestern war dann schluss. Heute Nacht und heute Morgen war es dann recht deutlich, dass ich es einfach nicht vertrage. Bin dann heute Morgen zur Ärztin, die auch gemeint hat, dass ich Milchprodukte komplett meiden sollte. Hab daraufhin einen Zettel von der Ernährungsberaterin bekommen, bei der ich am Montag einen Termin haben werde. Keine Ahnung wie das mittags und abends funktionieren soll. Fängt ja schon bei der Salatsoße am Buffet an, das ist glaub das schlimmste, wenn die auch wegfallen sollte. Dann gab es gerade Kräuterquark, geht auch nicht. Was ist bei Kuchen freitags (den ich ja auch in mich reinstopfen sollte, damit ich hier nicht wieder wie im Affenkäfig Zusatzprodukte allein im verlassenen Speisesaal essen muss)? Und Mittagessen wird dann bestimmt nur noch aus Soja bestehen, ich hasse Soja. Deshalb kommt auch morgens keine Sojamilch oder Sojajoghurt in Frage. Dazu noch mein  Vegetarismus, werde dort nur noch die Leute überfordern… Mal sehen, was die Dame am Montag meint… 

Mein Blutdruck war heute um einiges niedriger als die letzten Tage. Trotz sehr starker Schmerzen. Shit man. Jetzt merken die dadurch bestimmt, dass ich auf Stress zu extrem reagiere oder so…

Die Schmerzen heute waren stark. Und ich musste damit 45 min mit einer Gruppe durch die Gegend latschen. Es war ja die erste Stufe der Belastungsstufen hier. Die, die mir die Ärztin eigentlich anfangs ausreden wollte, weil sie dachte, dass ich fitter wäre. In der ersten würden die mit Herzbeschwerden usw. gehen. Habe mich ja trotzdem für die erste Stufe entschieden. Und ich muss sagen, ich war froh. War total am Ende. Bin ja schon seit bestimmt 8 Monaten nicht mehr so weit durch die Gegend marschiert. Die anderen in der Gruppe waren glaube ich alle fitter als ich. Und ich hatte noch voll die Schmerzen dabei, hab fast die Krise bekommen. Wenigstens war die nette Frau von neulich wieder da, die auch Erzieherin ist (wenn auch über 15 Jahre älter als ich). Wir haben uns den ganzen Weg lang unterhalten. Und danach hatten wir sogar zusammen Kunsttherapie. War voll gut, hätte ich nicht gedacht. Hatte wirklich umsonst Bedenken. Die sehr junge Dame hat uns Neuen kurz den Raum gezeigt (was sehr schmerzhaft war wegen dem Stehen). Danach konnten wir uns irgendwas selbständig nehmen und loslegen. Ohne irgendwelche Kommentare und ohne am Ende über das Ergebnis zu reden. Hat Spaß gemacht. Aber nach dem Mittagessen dann mussten die Neuen sich eine Stunde lang wieder einen unnötigen Einführungsvortrag anhören. Hab fast die Krise bekommen. Ich hatte so Schmerzen, wusst dauernd nicht, wie ich sie ertragen soll. Hätte fast angefangen zu heulen, weil ich so am Ende war und doch einfach nicht mehr sitzen konnte. Und weil die anderen all keine Probleme mit dem Sitzen hatten. Weil die meisten hier keine körperlichen Schmerzen haben. Und wenn doch, dann können sie trotzdem ohne Probleme an den Therapien und Sachen teilnehmen. Zumindest habe ich das Gefühl. Den Eindruck, hier einfach falsch zu sein… Und wenn ich mich dann noch daran erinner, dass die Ärztin heute Morgen meinte, dass sie die Schmerzmittel dann irgendwann niedriger dosieren wollen – gute Nacht. Ich halte es doch mit schon kaum aus… Und die Blutabnahme muss wiederholt werden. Die Werte waren zu seltsam. Viel zu viel Eisen und noch irgendetwas seltsames. Vermutlich durch Vakuum beim Blutabnehmen, meinte die Ärztin. Hoffe ich mal, dass das stimmt…

Nachmittags war so ein Kaffeeklatsch. Dass der freiwillig war, hatte ich nicht gewusst. Es gab keine festen Plätze. Und von den Leuten, mit denen ich sonst schon Kontakt hatte, war niemand da. Habe mich dann zu zwei Mädels an den Tisch gesetzt. Sie waren nett, keine Frage. Haben mich auch eingeladen, heute Abend mit ihnen wegzugehen (wozu ich sowieso zu müde bin und zu starke Schmerzen hab). Aber ich habe den Altersunterschied von 4 bzw. 6 Jahren schon bemerkt. Sie waren mir einfach ein bisschen zu kindisch, ohne es böse zu meinen.

Beim Abendessen habe ich mich wieder mit den beiden Lästertanten unterhalten. Eigentlich verstehe ich mich gut mit ihnen. Sie hätten mir sogar was vom Einkaufen mitgebracht und haben mich zum Spielen eingeladen. Dann kam die stillere 28-Jährige, über die sie immer ablästern, weil sie angeblich so schlechte Laune verbreiten würde und nie spricht. Sie sind dann bald gegangen. Hab mich dann mit der anderen gut unterhalten, die ja so still ist, weil sie von den Lästereien der beiden genervt ist. Und jetzt habe ich voll das schlechte Gewissen. Weil ich mich eigentlich mit all denen gut verstehe. Sollte ich mich jetzt mal vor den anderen mit einer anderen von denen unterhalten, bin ich bestimmt bei denen unten durch. Was ich aber eigentlich total kindisch finde… Ich sollte mich nicht so anstellen, aber ich fühle mich wie zwischen zwei Stühlen… Und ich merke, wie ich jede Einladung ausschlage. Weil ich immer Angst habe, weil ich nicht weiß, was dann auf mich zukommt. Und weil da dann noch mehr Leute dabei sind, die ich noch gar nicht kenne. Und Ärger natürlich auch, weil ich wirklich Schmerzen habe und total müde bin…

Auf dem Weg vom Speisesaal zu meinem Zimmer ist mir dann noch was seltsames passiert. Kam mir da eine neue Patientin entgegen, vielleicht ein paar wenige Jahre älter als ich. Sie ist mir heute Nachmittag beim Vortrag schräg gegenüber gesessen. Ich war fast an ihr vorbei, da blieb sie stehen und meinte sie: „Sie sind soo hübsch!“ Gedankenschmiedin war kurz verblüfft, murmelte ein höfliches Danke und dachte sich nur: Welche Wahrnehmungsstörungen hat die denn??

Klinik 2.0 Tag 3: Gespräch über mein Essverhalten

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9.30 Uhr: Dass mich alle vollstopfen wollen und sie mich heute Morgen nochmals zusätzlich gewogen haben, ist mir ordentlich auf den Magen geschlagen. Jetzt wird wieder alles schwieriger. Weil ich Angst habe, dass mir jemand auf die Schliche kommt. Und wenn ich Angst habe, kann ich nicht essen. Ist wie in der letzten Klinik, als sie mir Gespräche aufdrücken wollten, oder wie vor der Prüfung, vor der ich so große Versagensangst hatte. Es wird dazu führen, dass ich weiter abnehme. Und darauf warten die Leute hier doch nur. Weil sie dann denken, dass ich dauerhaft am Abnehmen bin und sie mir durch meinen momentanen BMI die Diagnose Magersucht stellen werden… Letztendlich war es heute Morgen in Unterwäsche (und vorherigem Toilettengang) dann 1 Kg weniger als gestern mit Kleidung. Wenn das mal keine Konsequenzen hat. Muss jetzt bestimmt jeden Tag zum Wiegen und irgendwann an den Tisch der Menschen mit Essstörung wechseln. An unserem Esstisch ist eine junge Frau, die nicht besonders viel isst und immer das gleiche. Die Blicke der beiden anderen vom Tisch, entgehen mir nicht. Diese Blicke, die sie sich zuwerfen, wenn sie sich über das Essen beschwert. Oder heute, da haben sie sie gefragt, ob sie auch schon mal Joghurt mit Kaba gegessen hätte (so wie eine der beiden das gerade gemacht hat). War wieder so eine typische „Testfrage“: und danach die Blicke, nachdem sie „nein“ gesagt hatte… Ich habe natürlich gesagt, dass ich das auch schon mal gegessen habe. Stimmt auch. Nur eben einige Jahre her…

Werde schon wieder so müde nach dem Essen + Schmerzmitteleinnahme. Aber das werde ich denen hier nicht sagen. Die denken dann nur, dass es am Essverhalten liegt… Kurz nach dem Essen hatte ich dann einen ähnlichen Blutdruck wie gestern, und einen Puls von 121 (mein höchster bisher hier)… 

11.00 Uhr: Habe den Vortrag des Chefarztes überlebt. Ohne Panikattacke. Obwohl er von schwierigen Beziehungen zu Mitmenschen und deren Konsequenzen auf unsere seelische Gesundheit handelte, was mir sehr bekannt vor kam… 

12.00 Uhr: OMG! Hatte gerade das Gespräch mit dieser Diplom-Psychologin. Sie ist natürlich für Essstörungen zuständig. Dieser unsympathische Stationspsychologe von gestern hat sie natürlich auf mich angesetzt. War so klar. Er hat sie gebeten nochmals bei mir nachzuhaken, meinte sie, da er eine zweite Meinung wolle (heißt das, er war sich da dann gestern doch nicht so sicher!??). Es war eine noch recht junge, freundliche Frau. Genau das Muster, dem eine Gedankenschmiedin fast alles glaubhaft vermitteln kann… Es waren die typischen Fragen, die Menschen mit Essstörungen gestellt werden und die Gedankenschmiedin all die Jahre genauestens studiert hat. Sie hat auf ihre Fragen geantwortet. ZB. dass sie sich nicht sonderlich viel mit Essen beschäftigt oder mit Wiegen. Dass sie sich ja selbst zu dünn findet und genervt ist, dass die Leute sie immer auf ihre Figur ansprechen, wenn sie irgendwo neu ist. Nein, Hausarzt oder Lehrer haben sie noch nie auf ihr Gewicht angesprochen (ist ja tatsächlich so, wenn dann andersrum :P), weil sie das Gewicht ja normalerweise hält und das dann so hingenommen wird, dass sie eben dünn ist. Dass sie leicht abnimmt, besonders in Krankenhäusern und ja auch Schmerzen beim Essen und Sitzen hat und es deshalb schwierig ist. Dass sie vor der OP ja 2 Kg mehr hatte und das eher das normalere ist. Dass ihre Schwester auch so dünn ist und ihre Mutter es auch war. Dass sie sich dünn im Spiegel sieht und es keine Stellen gibt die irgendwie fett herausstechen. Aber dass sie trotzdem irgendwann mal noch mit Sport anfangen möchte, was sie bisher nicht so gemacht hat. Dass sie regelmäßige Mahlzeiten einnimmt, 4-5 mal täglich, vielleicht etwas kleinere Portionen als andere. Dass sie alles isst, nur vegetarisch und möglichst keine Milchprodukte wegen ihrer Erkrankung. Usw… Und Gedankenschmiedin wirkte wohl sehr überzeugend. So sehr, dass die Dame ihr sogar die gestern angesetzte Zwischenmahlzeiten gestrichen hat, nachdem Gedankenschmiedin ihr geklagt hatte, dass diese aus Milchprodukten bestehen würden die ihr nicht gut tun… Die Psychologin wollte dann herausfinden, wer die Zwischenmahlzeiten angesetzt hatte. Weil sie verwundert war. Weil man das eigentlich nur ansetzen würde, bei Leuten die abnehmen. Und dass sie es bei Gedankenschmiedin erst mal so probieren möchte. Sie hatte aber keinen Erfolg herauszufinden, wer das in Auftrag gegeben hatte und hat es dann selbst abgesetzt und wollte es auf ihre Kappe nehmen…

Die Sache ist jetzt glaube ich für’s erste gegessen. Muss mich aber wöchentlich wiegen lassen, weil sie die Verantwortung für mich haben. Und falls ich abnehmen sollte, folgt ein neues Gespräch, weil man dann nochmal schauen sollte und man müsste dann doch nochmal wegen Zwischenmahlzeiten überlegen … Wie soll ich in der Klinik, in der ich voller Angst bin, nicht abnehmen? Vor allem habe ich keine Waage und kann es dann nicht einschätzen. Nächste Woche gibt das bestimmt Ärger. Oder schon früher, weil dieser Stationspsychologe ihr und mir nicht glaubt… Und ja, ihr müsst nichts sagen. Natürlich war dieses Schauspiel nicht förderlich, weil sich so nichts ändern kann. Aber dieses Fassade-aufrecht-erhalten gehört nun mal zu manchen Krankheitsbildern dazu…

13.00 Uhr: Beim Mittagessen habe ich vorsichtshalber alles in mich hineingestopft. Sogar den Quark am Ende. Jetzt habe ich Bauchkrämpfe. Ich sage ja, Milchprodukte sind keine gute Idee. Aber dann bleibt hier ja noch weniger übrig um nicht abzunehmen. Kann nicht immer nur Brot essen. Habe heute Morgen wegen starker Angst nicht so viel essen können (kam sogar eine Frau auf mich zu, blickte auf meinen Teller und meinte: „Oh ist das eine süße Semmel, so mini!“… Peinlich hoch zehn…). Die beiden Mädels am Tisch haben sich wieder über die 28-Jährige lustig gemacht: „Wo bleibt denn heute unsere Freundin?“ Sie haben dann mehrmals wieder gewisse Blicke ausgetauscht. Und ich war mir nicht sicher, ob sie es bei mir nicht auch gemacht haben, als es darum ging, dass ich Vegetarierin bin… Die beiden waren früher fertig und sind gegangen. Da hat mich die andere angesprochen, die sonst nur schweigt beim Essen. Sie hat gemeint, dass die beiden hier über alle herziehen würden. Ne andere hätte sogar den Tisch wegen ihnen verlassen. Ich hasse sowas. Kindisch. Und da steht man dann wieder zwischen zwei Stühlen. Beim Vortrag heute Morgen hatte ich mich auch zu denen gesetzt. Ich glaube heute Nachmittag setze ich mich zu irgendwelchen anderen unbekannten Leuten. Da ist irgend so ein Gesundheitsvortrag. Hab trotzdem Angst, da Panik zu bekommen. Müsste nur einmal mein Bauch Geräusche von sich geben und schwups wäre sie da!!

Nach dem Mittagessen war mein Blutdruck tatsächlich niedriger. Bestimmt die Erleichterung weil ich meine Fassade wieder etwas aufrichten konnte und weil das Gespräch mit der anderen am Tisch, die auch immer recht wenig isst, sonst ganz gut war. Außerdem sind bei dem Gespräch plötzlich meine Schmerzen in den Beinen weg gegangen. Vielleicht verspanne ich mich da ja doch teilweise einfach zu sehr…

Nachmittags hatte ich wieder einen sinnlosen Vortrag. Mir taten soooo die Beine weh, dass ich es zwischendurch kaum mehr auf dem Stuhl ausgehalten habe. Eigentlich war es ein interaktiver Vortrag. Man sollte sich also einbringen, wer mochte. Irgend ein seltsamer Typ hat dann vor allen anderen sein halbes Leben erzählt, was gar nicht zu dem eigentlichen Thema gepasst hat und hat immer wieder unpassende Kommentare von sich gegeben. Alle anderen haben schon die Krise bekommen und vermutet, dass er auf die Referentin steht. So ist die junge Frau gar nicht fertig geworden mit ihrem Vortrag. Am Ende haben sich noch zwei Männer wegen einer Kleinigkeit in die Haare gekriegt. Der eine ist voll ausgetickt. Hat mich sehr an meinen Freund erinnert. Auch als er im Speisesaal heute Abend  dann plötzlich wieder total nett war. Er hat gesehen, dass ich lange bei den Nudeln warten musste und wollte mir dann unbedingt Nudeln auf den Teller legen. Echt lieb gemeint. Aber ich wollte halt nicht so viele und habe auf seine Frage, ob ich noch mehr möchte, höflich abgelehnt und bin gegangen. Hinter mir habe ich dann aber irgend nen anderen Typen noch reden hören: „Hättest ihr halt noch mehr auf den Teller getan!“… *Schluck*… Immer diese Kommentare… 😦
Heute Abend war der Blutdruck wieder höher, keine Ahnung warum. Aber ich fühle mich ein bisschen weniger schwach, wie bei meiner Ankunft oder gestern. Bestimmt durch das viele Treppe auf und ab und vielleicht war es neulich auch nur so extrem, weil ich die Nacht vor der Ankunft Migräne hatte. Morgen habe ich u.a. leichtes Walking und Kunsttherapie. Vor Kunst habe ich so Angst, wegen meinem leeren Kopf, meinem Perfektionismus und vor dem, zu viel von meinem Inneren preis zu geben. Danach nochmals zwei Vorträge. Das mit dem Sitzen wird nicht lange gut gehen. Vor allem habe ich morgen kaum Pausen um mich auf die Wärmflasche zu legen, das wird schmerzhaft…

Klinik 2.0 Tag 2: Jetzt wollen sie mich vollstopfen!

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Wenn ich weiß, dass andere mich vollstopfen wollen, rebelliere ich innerlich. Und wenn jemand unsensibel ist bzgl. meinen Narben und allem, dann hasse ich den Menschen so sehr!!!

Der Tag begann mit einem Blutdruck von 153 zu 113 und einem Puls von 117. War mein höchster Blutdruck, den ich in meinem ganzen Leben hatte, glaube ich. Und ich habe es gespürt. Ich war so kurzatmig und das Atmen war sehr anstrengend. Es ging mir nicht gut. Obwohl die Angst gar nicht so stark war eigentlich. Aber ich hatte kaum geschlafen. Habe viele Stunden gebraucht, weil ich solche Schmerzen von der harten Matratze hatte, die mir auf meine Schmerzen und auf meine Knochen gedrückt hat. Hab irgendwann Jacken daruntergelegt um es wenigstens noch ein bisschen weicher zu machen. Aber es war nicht angenehm. Bekomme heute oder Morgen wenigstens noch eine zusätzliche Decke zum Draufliegen. Das Gewicht war wie erwartet. Blutabnehmen ging auch.

Dann musste ich nach dem Mittagessen zu einem Gespräch mit dem Teamleiter (welche Funktion der genau hat, hab ich nicht ganz geblickt, glaube der leitet die ganzen Psycho-Tanten und -Onkels). Kam leider 7 min zu spät, weil im Speisesaal Hochbetrieb war und unser Tisch erst spät Essen bekam. Hoffentlich dachte der Typ nicht, ich hätte langsam gegessen. Alles bloß keine Essstörungsklischees erfüllen.

War ein Herr mittleren Alters, daneben eine junge Praktikantin oder was auch immer. Der Typ war mir von Anfang an unsympathisch. Er wollte meine Beschwerden hören. Habe sie ihm nur grob genannt, nicht so ausführlich wie den anderen gestern. Dann meinte er gleich, dass das aber ja organisch ist und sie da nichts tun können. Danke, ich kann auch nichts dafür, dass ich in diese Klinik gesteckt wurde… Er kam ziemlich schnell ab von diesem Thema wollte eigentlich nur auf eine Sache hinaus. Er wollte wissen, ob ich schnell aufgebracht bin oder irgendsoetwas. Ich meinte dann, dass ich eben manchmal wenn ich starke Schmerzen habe, etwas gereizter bin. Er wollte wissen, wie ich das dann wieder wegbekomme. Ich meinte dann mit Wärmflasche usw. manchmal oder wenn Schmerzmittel wirken. Aber darauf wollte er nicht hinaus. Er meinte die Narben. „Wenn ich Sie jetzt nicht darauf angesprochen hätte, hätten Sie das nicht gesagt“. Dieser vorwurfsvolle Tonfall dabei. Er war mir da einfach viiiiiel zu unsensibel man!!! Vor allem hat das für mich eben nichts mit den Schmerzen zu tun. Und ich entscheide selbst, wem ich was erzähle!! Ich meinte dann, dass das aber früher war und mittlerweile keine Rolle mehr spielen würde. Er wollte wissen warum ich mich geschnitten hätte. Ich meinte wegen schlechten Noten und Ärger daheim. Er meinte, dass man das deswegen nicht machen würde. Fast lachend. Aha. Wenn er meint… Hab dann noch gesagt, dass es da viel Streit zwischen meinen Eltern gab und die viel mit sich beschäftigt waren. Bin mir noch nicht sicher, ob ich Depressionen und Angststörungen meiner Mutter mal erwähnen sollte. Mein SVV und die schlechten Beziehungen innerhalb der Familie, wären vielleicht noch nachvollziehbarer. Auf der anderen Seite ist dann die Chance, dass die Kinder auch psychisch erkranken viel höher. Und wenn sie das mit meinem hohen Blutdruck und Puls in Verbindung bringen, gute Nacht… Er wollte auch etwas über die Beziehungen in der Familie wissen, habe gesagt, dass die nicht so gut sind und auf seine Frage hin, dass es bei und zu meiner Schwester auch so ist. Er wollte wissen, ob unsere Eltern sich zu wenig um uns gekümmert hätten. „Vielleicht“, meinte ich daraufhin nur.

Später wollte er wissen, ob sich meine Eltern dann jetzt um mich kümmern, wo ich krank bin. Ich habe ja gesagt. Hab überlegt, ob ich sagen soll, dass es aber nur ein Kümmern in Bezug auf materielle Dinge ist (was es vorher ja eigentlich auch nur war). Hab ich aber nicht, ich Dumpfbacke. Bestimmt denkt er jetzt, dass mein Schmerzen bleiben, weil sich meine Eltern jetzt, da ich krank bin, um mich kümmern. Prima, Fall gelöst, dann sollen sich freuen!  Als ob, dass ich nicht lache. Ich will so gerne wieder in meine Wohnung! Ich hätte es klarstellen sollen, verdammt. Auch wollte er wissen ob ich noch andere Dinge gemacht hätte um Druck abzulassen.“Nö, nicht, dass ich wüsste“, log ich… Dein Tonfall war viel zu hoch Gedankenschmiedin! Das ist glaube ich kein gutes Zeichen, sondern deutet doch eher auf eine Lüge… Du bist so doof! Und was ist mit dem Essen?, wollte er weiter wissen. „Bin halt zu dünn, war ich schon immer und meine Schwester ist auch so und meine Mutter war auch recht dünn in meinem Alter…“ Er wirkte äußerst misstrauisch. Natürlich wollte er mein Gewicht wissen und meinte natürlich auch, dass das viel zu wenig wäre. Er wollte darauf hinaus, dass ich bestimmt einige Dinge weglassen würde beim Essen. Hab dann nur gesagt, dass ich Vegetarierin bin und wegen meiner Erkrankung seit ein paar Monaten aufgrund von Empfehlung meiner Ärzte (eigentlich meinte das nur die Ärztin bei der Einganguntersuchung gestern) keine Milch mehr trinke. Ja ich kenne die Phasen, in denen viele Lebensmittel ein Tabu sind. Daraus ist damals vor über 10 Jahren auch meine Entscheidung geboren, Vegetarierin zu werden… Dann meinte er, dass das ja nicht sein kann, dass ich regelmäßig esse aber nur XY Kg wiege. „Ess vielleicht bisschen weniger als andere…“, was hätte ich auch anderes sagen sollen.., Dass mein SVV mit 16-(offiziell nur) 17 war und meine Schmerzen ursprünglich auch in der Zeit schon angefangen haben (bzw. etw. früher), trifft sich halt auch blöd… Der Typ bastelt sich jetzt in seinem Hirn etwas zusammen, was mir so gar nicht passt! Dass ich schon mit 16 angefangen habe Schmerzmittel zu nehmen, gefiel im gar nicht. Und mit 25 Jahren schon so ein starkes Schmerzmittel wie meines zu benötigen, war erst recht nicht in seinem Sinn. Als nächstes hängt er mir bestimmt noch ne Schmerzmittelabhängigkeit an!! Er hat gefragt, was passiert, wenn ich kein Schmerzmittel nehme. Ich meinte, dass ich dann noch mehr Schmerzen in den Beinen bekommen würde (warum ich Schmerzen in den Beinen habe, hat er dann gar nicht verstanden, aber er wollte es ja am Anfang auch nicht so genau wissen). Pass auf, als nächstes geben sie dir garantiert ein Placebozeug!!! Als er mich am Anfang nach meinem Alter gefragt hat, hat er es wiederholt. Dabei ist mir sein hoher Tonfall nicht entgangen, der bestimmt auf Verwunderung schließen ließ…

Wie gestern am Esstisch. Da wollte eine mein Alter wissen und als ich es gesagt habe, waren plötzlich 3 verwunderte Augenpaare und offene Münder auf mich gerichtet. Apropos Essen… Später erwartete mich noch eine böse Überraschung (dazu gleich mehr)… Nach diesem schrecklichen Gespräch (was mit einer einfühlsameren Person bestimmt besser verlaufen wäre), musste ich zum EKG. Da haben auch ein paar andere gewartet, die erst gestern angekommen sind. Mit einer Frau habe ich mich gut verstanden. Sie ist auch Erzieherin und mit ihrer Tochter hier und sehr nett. Konnte mich dort wenigstens ein bisschen in ein Gespräch einbringen. Die tollen Therapeuten werden garantiert noch ihren Senf zu meinem schweigsamen Verhalten in zukünftigen Gruppentherapien abgeben und mich bestimmt genau beobachten. Sollte deshalb unbedingt Kontakte knüpfen, um es mir einfacher zu machen. Hoffentlich sind in der Gruppe dann auch viele neue Leute dabei…

Dann kam also das EKG. War nicht schlimm, meine Bezugspflegerin hat es gemacht. Doch anschließend meinte sie, dass sie mir ausrichten soll, dass ich morgen Früh nochmals zum Wiegen kommen solle. Diesmal aber in Unterwäsche… Aha… Da kann ja nur dieser unsympathische Teamleiter dahinter stecken!!! Denken die, dass ich mir heute Morgen Gewichte in die Hosentaschen gesteckt habe, so ganz klischeemäßig!? Na gut, wenn sie meinen… Das Schlimmste kam dann aber erst noch und das macht mich gerade total fertig: In meinem Postfach lag eine Benachrichtigung, dass ich ab heute zwei zusätzliche Mahlzeiten bekomme. Aufbaukost. Ihr könnt mich alle mal!!! Jetzt halte ich einmal mein Gewicht so, dass ich regelmäßig essen kann ohne es zu erbrechen und so, dass ich wieder ein Hunger- und Sättigungsgefühl habe und einigermaßen zufrieden bin. Und ihr wollt mit einem Schlag meine ganze Struktur kaputt machen!? Ich esse nicht mehr als ich kann! Vergesst es! Dann esse ich zukünftig eben weniger bei den drei Hauptmahlzeiten. Zumindest morgens und abends dürften die Küchenleute das nicht mitbekommen, da es Buffet gibt. Zu der ekelhaften Joghurtspeise nachmittags musste ich dann heute ganz allein in einem verlassenen Speisesaal essen, mit ca. 200 leeren Stühlen um mich herum und Glaswänden, an denen lauter Leute vorbeilaufen. Wie im Affenhaus! Die wollen einen da wirklich vorführen. Sehe mich bald schon während der regulären Mahlzeiten an dem Tisch der Leute mit Essstörungen sitzen. Ja, macht das doch, dann ist es noch auffälliger! Die Zwischenmahlzeit war ekelhaft. Süßer Fruchtjoghurt mit zerkrümelten Schokokeksen und gesüßtem Dosenobst… Und nachher weiß ich nicht, ob die mir den Pudding direkt auf den Tisch an meinen Platz stellen beim Abendessen oder ob ich da dann nachfragen muss. So oder so, am Tisch werden es alle mitbekommen… Aber vergesst es liebe Leute. Aber ich werde nicht zunehmen. Nicht für euch…!!! Und wenn dann nehme ich es wieder ab. Ich hoffe nur, dass ich es ohne Erbrechen schaffe. Bei 5 Mahlzeiten am Tag wird das so schwierig. Und dann fängt alles wieder von vorne an…

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Edit: Der Puddings abends ist zum mit auf’s Zimmer nehmen. Schade um den, aber das bekomme ich wirklich abends nimmer runter. Blutdruck grade eben: 146 zu 104 (was ich schon wieder an der Atmung merke), Puls auf Rekordtief seit ich hier bin mit 51 (bestimmt die Erleichterung über den Pudding :P)…

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Nachtrag 19.33: Morgen auch noch kurzfristig Gesprächstermin mit irgend ner Diplom-Psychologin. Bestimmt wegen dem doofen leitenden Stationspsychologe von heute. Bestimmt soll die mich jetzt ausquetschen… 😦 Hoffentlich nicht wegen irgendwelchen auffälligen Blutwerten oder so…

Klinik 2.0 Tag 1: Ankuft, Angst und körperlich am Ende

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Gestern Abend habe ich natürlich mal wieder Migräne vom Feinsten bekommen. Die Mutter meines Freundes wollte unbedingt wissen, wo ich in die Klinik gehe. Und irgendwie hat mich das so mega fertig gemacht. Hab unter Druck ne Klinik in dem von mir vorher genannten Gebiet gesucht, die zu meiner Problematik passen könnte. Aber da war nichts. Und sie würden mich auch besuchen kommen, wenn ich möchte. Und mein Freund meinte am Telefon auch gleich, er kommt mich dann besuchen, dann gehen wir wandern (wozu ich allein körperlich null in der Lage bin). Meine Eltern kamen auch wieder mit besuchen wollen. Aber ich will nicht. Schließlich hatte ich dann die komplette Nacht Migräne mit starker Übelkeit und allem. War einfach alles zu viel.

Wenn ich Migräne bekomme, fange ich zur Zeit oft an zu zittern und mir wird kalt. Heute Morgen war ich dann immer noch total zittrig. Oder wieder? Sogar meine Mutter hat es bemerkt, vor der ich es auf die vergangene Nacht geschoben habe. Die Übelkeit war enorm. Dann noch die Schmerzen nach dem Essen (wie immer) und nach dem Stehen in der Dusche. Und natürlich die Angst. Die war unbeschreiblich groß.

Durch die Wärmflasche wurde es auf der Fahrt dann nach einiger Zeit etwas besser. Durch meine große Menge an Gepäck, musste ich meine Mutter wohl oder übel mit bis zu meinem Zimmer gehen lassen. Eine Pflegerin hat uns begleitet. Diese wollte dann noch einige Daten von mir. Als sie mich nach der Größe gefragt hat, hatte ich Angst, dass danach das Gewicht dran kommt. Habe mich genau an dieser Stelle von meiner Mutter verabschiedet. War bestimmt etwas unhöflich, aber war mir einfach zu „gefährlich“. Musste mich dann gezwungenermaßen von ihr umarmen lassen, was ich sonst nach Möglichkeit nicht zulasse. Fühlt sich falsch an.

Dann musste ich zum Arztgespräch. Das ging 40 min lang bei meiner langen Liste an Beschwerden. Ich habe u.a.  erwähnt, dass meine Beine manchmal kribbeln, jucken und schmerzen und rot/ blau werden. Sie fand es nicht so schlimm. Dass ich dabei schon mal halb umgekippt bin, habe ich nicht erwähnt. Ebensowenig die vermutliche schmerzhafte Verfärbung hinten am Bein (neben den Narben). Ich denk mir halt nur, Thrombosegefahr wäre bei mir momentan schon gegeben. OPs gehabt, danach fast nur gelegen und dann noch die Medikamente. Naja vielleicht ja wirklich Unsinn. Auf meine ganzen Beschwerden hat sie dann den Therapieplan angepasst. In’s Schwimmbad muss ich nicht! Ich bin so froh! Als Frau hat man da doch gute Gründe, vor allem wenn alles durcheinander ist, kann das unter Umständen mehrere Wochen gehen. Wenigstens ein Vorteil! 😉 Dann gibt es da noch so Bewegungsgruppen in verschiedene Schwierigkeitsstufen eingeteilt. Sie hat mich erst seltsam angeschaut, als ich in die leichteste wollte, weil da angeblich fast nur Parienten mir Herzbeschwerden sind. Jedenfalls hat sie dann noch ein paar wenige Sachen untersucht. Als ich zB. die Beine anheben musste und dabei gleich voll gezittert habe, hat sie es dann glaube ich auch eingesehen, dass ich momentan kaum Kraft habe. Natürlich war mein Herz wieder zu schnell. Und hätte ich mir keine Jacke drüber gezogen, deren Ärmel nach unten rutschen, wenn man die Beine hoch hält, so hätte sie meine Narben nicht mal bemerkt. Schrott aber auch. Toll gemacht, Gedankenschmiedin! Naja, sie hat nicht wirklich viel dazu gesagt. Zum Glück. Ansonsten war sie sehr nett und noch sehr jung.

Danach hatte ich das therapeutische Erstgespräch. Hatte so Angst davor. Musste wieder ganz nach unten laufen. Hab dann erfahren, dass die Dame im Urlaub ist. Wieder hoch gegangen. Im Schwesternzimmer die Zimmernummer meiner Vertretungstherapeutin bekommen. Wieder ganz nach unten. Total erschöpft war ich, wie schon die Minuten zuvor. Die Therapeutin war sehr jung und nett. War nicht schlimm. Musste erneut meine Beschwerden vortragen. Sie hat mich paar Dinge gefragt (nein, natürlich habe und hatte ich offiziell keine Suizidgedanken). Und hat mit mir geeignete Therapien herausgesucht. Kunst oder Ergotherapie bekomme ich (hab schon wieder voll Angst, weil mir seit Jahren so die Kreativität fehlt, vor allem wenn ich weiß, dass ich und mein Werk nachher bewertet wird!!! Keine Ahnung wie ich das überstehe). Dazu kommt noch Kunst in Verbindung mit Musik, Singen und Progressive Muskelentspannung.

Zwischendurch konnte ich dann ab und zu in mein Zimmer. Hab mit letzter Kraft meinen Koffer ausgeräumt. Musste mir zwischendurch zeigen lassen, wie ich meinen Blutdruck die nächsten Tage selbst messen soll. Heutige  Werte: 132:91 und Puls 111. Ja liebe Pflegerin, seit ich Schmerzen habe, habe ich öfter solche Werte. Habe ich tatsächlich. Aber natürlich nicht ganz so hoch. Die Angst ist da. Und die Anstrengung von Treppen laufen. Vielleicht blickt ja dann mal jemand, dass ich körperlich keine Kraft habe.

Hätte zwischendurch am liebsten geheult. Hatte wieder das Gefühl hier falsch zu sein. Es ist eine Reha und keine Akutklinik (wie die Klinik nebenan). Aber die anderen sind alle viel fitter. Die lagen vermutlich nicht die letzten Monate fast nur den ganzen Tag im Bett wie ich. Komme mir wieder so blöd vor. War immer wieder so am Ende mit meiner Kraft, allein nur von Treppensteigen (mein Zimmer liegt im 3. Stock). Ich werde so viel Treppen steigen müssen die nächsten Tage. Der Sprudelautomat ist ganz unten. Essen ist ganz unten. Die Therapien auch. Und nach dem Essen soll man jedes Mal zu seinem Postfach (für Infos und Therapiepläne usw.). Dazu werde ich bestimmt bei den Therapien viel sitzen müssen, wodurch ich noch mehr Schmerzen bekomme. Und zwischendurch muss ich hoch in mein Zimmer um mich mit Wärmflasche hinzulegen. Keine Ahnung wie ich das aushalten soll. Dazu noch die ganzen Therapien, die noch kommen werden. Bin heute körperlich so am Ende. Tut alles so weh. Medikamente musste ich auch abgeben und muss ich  mir dann immer (2 Stockwerke tiefer) holen gehen. Auch zur Nacht. So ein Schrott. Bin doch schon so müde. Lange wird mein Körper das hier nicht mitmachen. Sehe mich schon zusammenbrechen… 😦

Meine Matratze ist so hart. In der letzten Klinik hatte ich nach wenigen Tagen schon starke Rückenschhmerzen. Wie soll ich das bloß wieder machen? Hab mich sogar getraut zu fragen, ob die hier auch solche weichen Auflagen oder so haben. Aber kann ich vergessen. Hab versucht eine leichte Decke drauf zu legen. Aber bringt null. Mein Gewicht mag diese Matratze nun mal nicht. Bei mir gibt die da halt nirgends nach. So dass mein Hohlkreutz z.B null gestützt wird… Das geht keine vier Wochen gut! Seh schon vor mir, wie ich die Reha mit noch mehr Schmerzen als vorher wieder verlassen werde…

Morgen geht es zum Wiegen. Der einen Ärztin hab ich mein Gewicht schon gesagt und natürlich auch, dass ich schon immer so fett, äh dünn war und es keine großen Schwankungen gab. War damit dann glaube ich okay. Blutabenehmen muss ich morgen Früh auch. Bei Leuten, die ich noch nicht kenne. Ich sehe sie schon wieder in meinen Venen rumstochern 🙈. Hauptsache das läuft in einem geschützten Raum ab und niemand sieht meine Narben. Hoffe ich. Die Ärztin wollte u.a. meinen Eisenwert kontrollieren. Endlich mal jemand der das macht! Hoffentlich noch mehr solche Werte. Vielleicht finden sie ja noch irgendwelche Anhaltspunkte für meine Schmerzen. Außerdem habe ich morgen irgendwelche sinnlosen Info- und Begrüßungsveranstaltungen. Gespräch mit einem Teamleiter – vermutlich leitet der die Gruppentherapie, vor der ich extreme Angst habe, weil ich da garantiert Panik bekomme  (hoffentlich ist der schon älter, ich  möchte meine Beschwerden nicht irgendeinem jungen Heini erzählen🙈). Dann kommt noch die Pflegevisite vorbei und ich muss zum EKG (wieder Angst wegen den Narben).

Wenigsten habe ich ein Einzelzimmer. Wenn nur die Matratze anders wäre… 😦 Man ich kann nicht mal auf meinem Bett sitzen, weil das durch die Härte meine Schmerzen noch größer macht. Hätte ich genug warme Kleidung dabei, würde ich die darunter legen. Aber nein, Gedankenschmiedin musste sich mal wieder total verschätzen, weil es die letzten Tage manchmal viel zu warm war, was langärmlig wieder nicht all zu schön war…

Muss übrigens für meine Therapeutin nächste Woche jede Menge Zettel ausfüllen. Einmal eine Einverständniserklärung. Muss dabei die Ärzte und Therapeuten im Haus von Schweigepflicht befreien. Kann aber selbst entscheiden, ob ich Hausarzt oder so einweihen möchte (zB. ob er Entlassungsbrief bekommt) oder nicht!!!😳  Ja wäre jetzt eigentlich die Chance, ne? War schließlich meine größte Sorge, dass mein Arzt was erfährt. Aber ich kann einfach nichts von der Ess- und Angststörung sagen. Bin da zu blockiert. Meine Fassade lässt es nicht zu. Zumindest noch nicht… Muss da auch noch solche Fragebögen ausfüllen, mit vielen Fragen zu Ängsten, Sorgen, Beziehungen zu verschiedenen Leuten und vieles mehr. OMG. Zum Glück habe ich da bis nächste Woche Zeit…

Mir tut alles so weh man. 😦 Hoffentlich wird morgen nicht wieder so anstrengend (wer’s glaubt…). War grade noch Schmerzmittel holen. Nach mir kam ein Typ in meinem Alter. Hat mir sogar ne gute Nacht gewünscht (hab erst gedacht, ich hätte mich verhört) :P.  Die wünsche ich euch nun auch…🙋🏼

Morgen: ich will das nicht!

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Morgen geht’s los. Klinik. Keine Ahnung wie ich das überstehen soll. Es fängt schon damit an, dass meine Eltern und mein Freund mich dann dort besuchen kommen wollen. In mir schreit alles. Denn ich möchte das nicht. Auf keinen Fall. Ich brauche Abstand von allen. Vor allem von meinen Eltern. Sonst kann ich gleich daheim bleiben. Keine Ahnung, ob meine Mutter das akzeptieren wird. Wird wahrscheinlich ein ewiges Theater. Sie meinte nur, dass ich mich dann melden soll wegen Besuch. Werde ich aber nicht. Nicht wegen Besuch. Ich muss das trennen. Alles. Und mein größtes Problem ist grade, was ich der Mutter von meinem Freund schreiben soll. Sie möchte wissen, in welche Klinik ich gehe. Hab mich bereits um Kopf und Kragen geredet. Nur den Bereich gesagt. Aber jetzt fragt sie nochmals nach. Ich kann Ihr aber beim besten Willen nicht die tatsächliche Klinik nennen. Ich will nicht, dass andere wissen, dass ich auf die psychosomatische Station einer Klinik für Verhaltensmedizin gehe. Es reicht wenn meine Mutter das überall herumtratscht, obwohl ich das absolut  nicht möchte. Dafür hasse ich sie so, weil sie das einfach bestimmt. Tja und nun…? Ich finde nicht mal so im Internet ne Klinik dort in der Gegend, die ich der Mutter meines Freubdes nennen könnte. Weil die alle ganz andere Beschwerden behandeln. Ist doch mal wieder scheiße… Und wie soll ich die Aufnahmeuntersuchung und die Gespräche morgen überstehen? Vor allem mit den Narben. Ich weiß es nicht… Hab schon wieder so Kopfschmerzen. Ist mir alles viel zu viel. Mein Koffer und die Taschen sind auch zu schwer um sie morgen allein in die Klinik und in mein Zimmer zu tragen. Muss also meine Mutter da noch dabei haben. Wie ich es Hasse. Ich will das doch alles nicht… 😦

Es geht bald los und mein Vater macht mich noch fertig

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Die Zeit rennt davon. Ich kann sie nicht aufhalten. Bald ist Dienstag. Aufnahme in der Klinik. Die Übelkeit steigt, wenn ich nur daran denke. Mein Kopf schmerzt, weil ich mich verkrampfe. Mein Herz rast. Das werden wieder tolle Werte beim Blutdruck- und Pulsmessen geben. Viel zu hoch. Schon allein damit verrate ich mich eigentlich. Keine Ahnung ob die mir überhaupt alle zuhören werden, bei meiner langen Liste an Beschwerden. Weiß nicht, was alles untersucht wird.  Eigentlich sollte ich dringend mal jemandem meinen Verdacht bzgl. Venenprobleme äußern. Das wurde noch nie untersucht, obwohl ich die Beschwerden schon so viele Jahre habe. Und mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher, dass da etwas nicht stimmt. Ständig werden Füße und Beine rot und irgendwann leicht bläulich wenn ich stehe. Es kribbelt, juckt und schmerzt, bis ich die Beine wieder hoch lege. Würde ich länger stehen, würde ich es kaum aushalten und es würde auf den Kreislauf gehen. Außerdem ist eine Stelle hinten oben am Oberschenkel (wo ich zur Zeit oft Schmerzen habe nach dem Essen, Trinken oder im Stehen) glaube ich etwas bräunlich verfärbt. Man sieht es kaum, weil da noch einige bräunliche Narben sind. Und die sind auch das Problem, weshalb ich meinen Verdacht bisher noch bei keinem Arzt geäußert habe…. Ich traue mich einfach nicht. Ist mir schon wieder viel zu peinlich. Vor allem gleich am Anfang…

Ich ertrage meinen Vater kaum. Normalerweise weckt er mich jeeeeden Morgen mit seiner Geräuschkulisse auf. Heute war er noch nicht wach, als ich um 9 Uhr ein Fenster im Flur gekippt habe, da dort jede Menge Wäsche zum Trocknen stand. Gerade eben kam er wütend und außer sich hoch um das Fenster zu schließen, hat dabei den Wäscheständer mit meinen Sachen halb umgeworfen, was ihn noch ärgerlicher gemacht hat. Es würde kalt herein kommen, was ich mir dabei denken würde (draußen hat es momentan übrigens 22 Grad). Das würde doch nichts bringen. Und ich würde damit morgens auch noch die Leute (also ihn) aufwecken. Und überhaupt, wie kann man nur. Als ich kurze Zeit später bei ihm am Sofa vorbeigelaufen bin, hat er nur den Kopf geschüttelt. Sorry, aber zur Zeit reagiert er total über. Da verstehe ich meine Mutter gut, auch sie hält es kaum aus. Auch gestern als er plötzlich die Idee hatte, die Fenster zu schleifen. Meine Mutter hat die Krise bekommen, weil er einfach nicht mitdenkt und die in der Umgebung liegende frische Wäsche einfach übersieht. „Ja wenn die da liegt…“, hieß es da nur… Aber trotzdem danke. Du schaffst es immer wieder mir ein schlechtes Gewissen zu machen. Egal bei was. In deinen Augen mache ich alles falsch. Nie bin ich gut genug… 

Mit den Nerven am Ende…

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Bin am Ende. Es ist einfach grade alles zu viel für mich… Klar ist es eigentlich dumm, wenn man schon in eine Klinik gehen wird, dann allen etwas vorzuspielen. Aber wisst ihr, wie schwierig es ist, wenn man seit 8-10 Jahren so gut wie fast keiner Menschenseele seine Probleme anvertrauen konnte, obwohl man so viele Schwierigkeiten hat? Wenn man fast noch nie mit jemandem darüber gesprochen hat? Wenn man seit so vielen Jahren alles dafür tut, um seine Fassade zu wahren, hinter die niemand blicken darf!? Und wenn man eine Mutter hat, die schon sein Leben lang alles über einen weitererzählt!? Ich kann nicht von 0 auf 100 gehen. Andere vielleicht, aber ich nicht. Ich kann nur sehr kleine Schritte gehen oder gar keine. Und dann soll man in eine Klinik, in der verschiedenste Leute dann alles was man jemandem anvertraut mitbekommen, und deren Abschlussbericht darüber hinaus noch alle anderen Ärzte über die Diagnosen informiert. Wenn man dazu aber noch eine körperliche Erkrankung mit starken Schmerzen (täglich seit über 10 Monaten) hat, die sowieso so gut wie niemand erst nimmt(!), weil man sie nicht so einfach in den einzelnen Organen nachweisen kann, dann wird man mit bestimmten psychischen Diagnosen erst recht nicht mehr ernst genommen. Und dann ist die Gefahr groß, dass weitere körperliche Untersuchungen nicht gemacht werden, obwohl es körperliche Beschwerden und vielleicht auch körperliche Gründe gibt. Und diese Gefahr kann ich nicht eingehen. Dafür sind die Schmerzen einfach viel zu stark! Ich erwarte nicht, dass meine Entscheidung jemand versteht. Denn das kann man vermutlich nicht, wenn man die Dinge nicht selbst erlebt hat. Aber ich würde mir wünschen, dass sie  akzeptiert wird… Vermutlich werden die mir doch eh ne Therapie empfehlen, weil ich ihnen zu depressiv oder sonst was bin. Alles kann man doch eh nicht verheimlichen…

Meine Mutter ist mal wieder in meckerlaune. Ich hasse es, wenn sie immer so besserwisserisch drauf ist. „Das habe ich schon immer gewusst, dass es nicht gut ist, wenn man bei Schmerzen nur rumliegt!“, habe ich heute Morgen zu hören bekommen, als ich mal wieder sehr starke Schmerzen hatte. Danke. Weiß ich auch. Aber ich kann nun mal nicht einfach so vor die Tür gehen. Denn die Angst blockiert mich. Und wenn ich sehr starke Schmerzen habe, dann kann ich nicht gehen. Das erinnert mich gerade alles an meine Schulzeit. Als ich wegen der ganzen Angst, den Panikattacken im Unterricht und den anderen Sachen, damals die Schule abgebrochen habe. Auch da wurde auf mir rumgehackt und letztendlich noch mehr Druck gemacht, weil ich ja angeblich so faul wäre… Meine Mutter will nun, dass endlich was geschieht. Dass ich in die Klinik komme. Dass ich rumtelefoniere mit Arzt, Krankenkasse und Klinik, um vielleicht doch einen früheren Termin zu bekommen, den ich eigentlich gar nicht möchte. Und ich habe einfach nicht die Nerven dazu. Ist alles zu viel. Viel zu viel. Bin sowieso schon den ganzen Tag wieder am Heulen. Hab schon wieder die Angst in mir, dass ich niemals Kinder haben werde. Und die Angst, dass das mit meinem Freund den Bach runterläuft. Und Angst, dass meine Schmerzen niemals weggehen. Angst, dass ich meinen Arbeitsplatz verliere. Angst, Angst, Angst. Und ich steigere mich viel zu sehr hinein…

Kurzfristig in die Klinik??!?

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Meine Krankenkasse hat gerade angerufen. Die Dame war durch meine zufällig gestern verschickte Mail (bzgl. Unterlagen ausfüllen  und Aufnahmetermin) verwirrt und meinte, sie hätte letzte Woche mit meiner Rehaklinik telefoniert. Da wurde ihr gesagt, dass mein Aufnahmetermin morgen sein würde (und nicht erst in 2-3 Monaten, was sie mir geschrieben hatten)… So ein Theater, die bekommen doch auch wirklich nichts auf die Reihe! Jetzt habe ich Angst, dass ich da ganz kurzfristig morgen schon hin muss. Dann kriege ich aber die Krise… Ich bin nicht so spontan. Überhaupt nicht!! Ich muss doch alles planen. Vor allem muss ich mir doch erst noch eine gernauere Biografie und meine Lebensumstände überlegen, denn die echten werde ich denen garantiert nicht unter die Nase reiben… Ich hätte die Dame am Telefon fragen sollen, ob sie mich dann nochmals anruft, oder wie das abläuft. Ich bin doof. Jetzt sitze ich nämlich hier auf brennenden Kohlen, weiß nicht was als nächstes kommt und bekomme die Krise…

Kliniktermin & dicke Luft zu Hause

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Ich habe Post bekommen von der Klinik in die ich gehen soll. Im Juni hatte ich die Reha im Eilverfahren beantragt. Nun steht es fest: mein Aufenthalt wird irgendwann im übernächsten Monat stattfinden, genauer Termin folgt noch. Einerseits bin ich froh, weil ich da ja eigentlich nicht hin möchte und alles was unangenehm ist, gerne vor mich herschiebe. Auf der anderen Seite hatte ich nicht damit gerechnet, dass es noch so lange dauern wird. Das sind schließlich noch 2-3 Monate. Trotz Eilverfahren. Trotz täglichen Schmerzen seit 10 Monaten. Es klingt für mich nach verschwendeter Zeit. Ich glaube nämlich nicht, dass meine Schmerzen durch diesen Aufenthalt besser werden. Und die Angst, dass ich irgendwann meinen Arbeitsplatz verlieren werde, steigt und steigt. Selbst mein Arzt hat mich letzte Woche nur noch für zwei Wochen krank geschrieben, weil er meinte, dass er davon ausgeht, dass ich jetzt dann die nächsten Tage schnell in die Klinik komme. Das ich nicht lache…!! Und mal wieder fühle ich mich mit meinen Schmerzen nicht ernst genommen (außer von meinem Arzt)…

Meine Mutter streitet viel mit meinem Vater, da nun beide Urlaub haben. Mein Vater benimmt sich mal wieder so kindisch und bescheuert (bzw. in meinen Augen schon sehr auffällig! Erinnert mich immer wieder an Horst*, während meine Mutter es auf seinen permanenten Medienkonsum schiebt). Meine Mutter kann sein Verhalten nicht verstehen und erträgt ihn kaum (hat sie selbst zu mir gesagt). Möchte auf jeden Fall nächste Woche Urlaub machen. Würde mich auch mitnehmen, weil sie eigentlich nicht möchte, dass ich meinen Vater ertragen muss. Aber das geht sowieso nicht. Werde ihm eben möglichst aus dem Weg gehen, wie sonst auch. Nachher kommt meine Schwester für eine Woche – die einzige Person, zu der er körperliche Nähe hat, bis sie irgendwann genug davon hat. Keine Lust. Dann wird es die nächsten Tage wieder nur darum gehen, was für gute Noten sie schreibt und wie toll sie doch ist…

Habe weiterhin den ganzen Tag über Schmerzen. Habe neulich Schmerzmittel wieder erhöht, weil mir die Wirkung einfach viel zu gering war. Es ist minimal besser.  Aber eben noch lange nicht genug. Heute sind die Schmerzen durch bestimmte Gründe sehr, sehr stark. Ich halte das Brennen kaum aus. Kann nicht mehr. Das kann doch nicht ewig so weiter gehen. So viel Kraft habe ich einfach nicht mehr…

Mutter & Tochter und jede Menge Schuldgefühle

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Da ist es wieder. Das schlechte Gewissen mit diesen Schuldgefühlen. Immer wieder kommt das aufgrund verschiedenster Dinge zum Vorschein. Und gleichzeitig ist da diese Wut und dieser Hass auf mich selbst…

Vor ein paar Wochen habe ich mein Smartphone auf den Boden fallen lassen. Ich saß auf dem Sofa und hatte es in der Hand. Es ist keinen halben Meter gefallen. Aber natürlich hatte es direkt einen Sprung im Display… Vielleicht erschrecke ich mich wenn es mir aus der Hand gleitet dabei so sehr, dass ich es noch stärker auf den Boden knalle. Anders kann ich es mir nicht erklären. Schon wieder. Und schon wieder kaputt. Wie immer bei mir.
Meine Eltern hatten noch nie einen Kratzer bei sich. Meine Schwester hat ihres schon zwei Stockwerke auf die Fliesen fallen lassen und hatte keine Macke. Sie sind alle perfekt. Und ich bekomme es nun zum zweiten mal hin, dass ich das Display kaputt mache. Ich bin so dumm. So dumm kann man doch echt nicht sein. Und dann sind da wieder diese Schuldgefühle. Etwas teures kaputt gemacht zu haben. Möchte mir doch nichts neues kaufen, das wäre schließlich Verschwendung an mir und ich habe nichts teures verdient. Und dann war es noch das alte Handy meines Vaters, was mir noch ein schlechteres Gewissen macht. Eigentlich die gleichen Gefühle wie letzten Herbst, als ich das Display schon mal geschrottet habe…
Die letzten Wochen war es dann auch nicht mehr weiter schlimm. Aber mittlerweile hat dieser eine Riss bewirkt, dass das Display nur noch unten im Gewinde hält. Eine Frage der Zeit, bis mir alles entgegenfällt. Erst Laptop kaputt, dann Handy. Vielleicht ist es ein Zeichen und ich sollte aufhören zu bloggen… Nein, glaube ich nicht wirklich.
Mein Vater kauft sich im Herbst wieder ein neues Smartphone, weil sein Vertrag ausläuft (und er traurigerweise schließlich seine ganze Arbeitszeit und Freizeit nur mit Technikkram verbringt). Dann kann ich sein altes haben, was mir sehr recht ist. Und trotzdem ist dann wieder die Angst da, es wieder kaputt zu machen. Sollte mich vielleicht mal erkundigen, ob es nicht Hochsicherheitshüllen gibt. Am besten eine, in die eine ganze Gedankenschmiedin gleich mit reinpasst…

Mittlerweile habe ich das Bewilligungsschreiben für meine Reha bekommen (Rehadauer plus/ minus vier Wochen). Besser gesagt, meine Mutter hat mir die Post dann gestern Abend gebracht. Und irgendwie war das dann alles zu viel des Guten. Erstens weil ich nicht in eine psychosomatische Klinik möchte und zweitens weil diese weiteren Bögen zum Ausfüllen sich schon wieder so bescheuert angehört haben. Warum kann man nicht ankreuzen, dass man keine Kinder hat? Warum kann man nicht ankreuzen, dass man keinen Lebenspartner hat? Warum gehen die davon aus, dass man nach der Reha wieder arbeiten gehen kann ? (Eine meiner größten Ängste ist es, danach wieder mit starken Schmerzen arbeiten gehen zu müssen – so wie vor der OP – und es kaum auszuhalten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass durch den Aufenthalt meine Schmerzen verschwinden werden). Auch meine Mutter betonte mehrmals, dass man normalerweise danach wieder arbeitet und ich doch an meine Wohnhng denken solle, ich wolle diese doch nicht verlieren!??….). Warum gehen die davon aus, dass man mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen kann? Irgendwie hat mich alles überfordert. Weil ich das Gefühl hatte, dass das einfach nicht zu meiner Situation passt, wenn schon diese Bögen so aufgebaut sind. Und dann diese bescheuerten Formulierungen, die niemand versteht. Irgendwie war mir dann alles zu viel. Manchmal reichen momentan Kleinigkeiten so wie diese Bögen um mich komplett aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dann wollen sie hier nochmals Kopien und Nachweise und dort nochmal Bögen ausgefüllt. Ich hasse unsere Bürokratie!

Als ich bei meiner Mutter heute Morgen verlauten habe lassen, dass sie mir bitte noch beim Ausfüllen einiger Dinge hilft, die ich nicht verstehe, meinte sie nur lachend, dass man sich das halt mal in Ruhe durchlesen müsse… Schließlich hat sie es sich dann heute doch auch noch durchgeschaut. War keine gute Idee. War ihr zu viel, weil sie es nicht verstanden hat, sich nicht konzentrieren konnte und ihr plötzlich die Uhr zu laut getickt hat (sonst fährt sie mich immer lachend oder genervt an, weil ich zu geräuschempfindlich bin!!????). Irgendwann war sie dann nur noch gereizt, hat bei jeder meiner Fragen totaaal genervt reagiert und irgendwann gemeint, dass sie jetzt nicht mehr kann… Sie meinte übrigens, dass sie auch eine Reha beantragt hat. Sie müsse raus. Ihre Ärztin (vermutlich Psychotherapeutin oder so) empfiehlt es ihr dringend. Warum genau weiß ich nicht. Ursprünglich kam sie ja nach ihrer Fehlgeburt (als ich 12 war) wegen Depressionen und Angststörungen mit Panikattacken in Behandlung. Da ist sie nun also seit 12 Jahren. Ihre heutige Diagnosen kenne ich nicht. Aber manchmal gibt mir das Buch zum Thema Borderline, das ich mal auf dem Dachboden mit ihren Notizen darin gefunden habe, zu denken… Vielleicht hat es aber ja auch nichts zu bedeuten und war nur ein Verdacht von ihr, der sich dann nicht bestätigt hat…

Tja, nachdem ich das jetzt mit ihrem Antrag usw. weiß, fühle ich mich extrem schuldig. Schließlich wohne ich aufgrund meiner Schmerzen und Beschwerden jetzt seit einem halben Jahr wieder vorrübergehend bei meinen Eltern. Sie fahren mich zu Ärzten, schauen nach der Post in meinem Briefkasten, kochen für mich mit und staubsaugen mein Zimmer.
Du bist eine einzige riesige Last! Checkst du das dann vielleicht endlich mal!??? Bestimmt ist es wegen dir, dass es ihr jetzt gerade wieder so schlecht geht. Du bist einfach niemandem zuzumuten! Bestimmt hat ihr ihre Therapeutin empfohlen, sich von dir fernzuhalten. Weil du einfach zu anstrengend bist!!!! Das sollte dir mal zu denken geben!!!!
Zugegeben, das macht mich jetzt alles noch mehr fertig. Meine Mutter ist schon die letzten Tage ein paar Mal unterwegs gewesen, schwimmen, einkaufen, mit Freunden treffen (sie lebt alles andere als isoliert). Meinte, dass sie raus müsse. Das meinte sie auch heute, als sie mir gesagt hat, dass sie dann vermutlich nächste Woche, wenn meine Schwester zu Besuch kommt, mit ihr in ihre Studienstadt zurück geht um dort Urlaub zu machen.
Ich fühle mich sooooo unglaublich schlecht. Für mich klingt es gerade einfach nur so, dass sie eine Pause von mir benötigt. Klar weiß ich, dass sie auch ab und zu Stress bei der Arbeit hat und ständig nur genervt und gereizt ist. Aber der Hauptgrund bin bestimmt ich. Schließlich bin ich für alles Schlechte verantwortlich. Ich bin das Schlechte in Person…