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Schon wieder ist ein ganzer Monat vergangen, seit ich meinen letzten Beitrag getippt habe. Mir war einfach so gar nicht danach. Und irgendwie gab es auch nicht all zu viel zu berichten…

An Tagen, an denen ich schmerzfreie Minuten hatte, war mir plötzlich teilweise sehr langweilig und meine Stimmung war manchmal im Keller. Sonst konnte ich mich immer so gut beschäftigen, auch wenn ich nicht so viel gemacht habe. Und wenn die Schmerzen sehr stark waren, dann war an Langeweile gar nicht zu denken…
Meine Antidepressiva nehme ich nun seit viereinhalb Monaten. Merke aber absolut keinen Unterschied bei den Schmerzen und sonst auch nicht.
Nachts schlafe ich mittlerweile teilweise recht wenig. Vor lauter Schmerzen, Übelkeit, Hitze-/ Kälteschübe und Toilettengängen, bin ich da dann oft mehrere Stunden wach.
Nach den Mahlzeiten, die ich momentan sehr regelmäßig einnehme (schon allein meinem Magen zu Liebe), schlafe ich immer öfter ein. Meistens so ca. 1-2 Stunden danach.  Also morgens fast immer. Und es ist nicht dieses normale einschlafen, sondern dieses anfallsartige, das mittlerweile wirklich ein Problem darstellt. Ich bin dann gleichzeitig immer so verwirrt und benebelt und bekomme jedes Mal dabei einen trockenen Mund (obwohl ich ja mittlerweile seeehr viel trinke, weil ich sonst starke Schmerzen bekomme). Manchmal geht das dann mehrere Stunden so. Ich habe das ja schon seit Jahren immer wieder. Aber nie war es so häufig wie zur Zeit. Mein Arzt hatte die Vermutung, dass mein Blutdruck da runter geht. Aber ich habe ihn regelmäßig gemessen. Der ist immer normal bis leicht erhöht… Oft wache ich dann aber auf nach diesen „Schlafanfällen“ und denke sofort ans Essen. Vielleicht irgendwas mit dem Blutzucker? Es kommt mir einfach nicht mehr normal vor! Und um beim Hausarzt das Problem mal anzusprechen, bin ich schon wieder zu feige. Weil die Ärztin meine Narben noch nicht kennt… 😦

Manchmal frage ich mich schon, warum ausgerechnet ich. Und warum ich nichts haben kann, das irgendwie greifbarer ist. Etwas das die Leute ernster nehmen.
Und andererseits bin ich heimlich immer wieder froh, nicht arbeiten gehen zu müssen usw. Weil in der Welt da draußen so viele Herausforderungen auf mich warten, denen ich mich nicht gewachsen fühle. Ganz weit vorne stehen meine Versagensängste…

Nachdem meine letzte Untersuchung in Vollnarkose unauffällig war, folgt in wenigen Wochen die nächste Untersuchung. Und natürlich mache ich mir schon wieder die schlimmsten Gedanken, wegen meiner Narben.
Genauso bei dem Termin in der Schmerzklinik, der im Februar folgen wird. Ich habe Angst vor Vorurteilen wegen der Narben. Dass sie meine Schmerzen dann sofort psychosomatisch einordnen werden. Und davor, dass irgendwelche unsensiblen Ärzte bescheuerte Kommentare abgeben… Davon hatte ich die letzten Monate mehr als genug…

Wahrscheinlich habe ich mich heute an die Tastatur gesetzt, weil ich innerlich so am Brodeln bin. Alle realen Menschen um mich herum kotzen mich gerade nur noch an. Sie sind mir zu anstrengend.
Der Hauptgrund ist vermutlich, dass meine Mutter seit einer Woche in der Reha ist, mein Vater Urlaub hat und meine Schwester ebenfalls ein paar freie Tage hat. Bedeutet im Klartext: Mein komplizierter Vater, meine egoistische Schwester und ich 24 Stunden täglich unter einem Dach. Und ich fühle mich wie im Kindergarten. Nein schlimmer. Mein Vater ist so unselbständig. Ich muss ihm jeden Deckel suchen, weil er ihn nicht findet. Ich muss ihm jede Nudelpackung heraussuchen, weil er nicht weiß, welche nehmen. Ich muss ihn daran erinnern, dass er die nicht vegetarischen Dinge im Kühlschrank isst und welche Produkte als nächstes ablaufen. Ich muss sagen, was wir einkaufen sollen – aber immer mit der genauen Bezeichnung jeder Packung. Ich muss sagen, was wir kochen und womit kombinieren. Ich muss die Zubereitung Schritt für Schritt erklären, indem ich daneben sitze und teilweise mit starken Schmerzen mitkochen, weil er es nun mal nicht hinbekommt (ein Salatdressing zu machen, ist ja auch so schwierig). Ich muss ihm eine genaue Uhrzeit nennen, wann wir kochen werden – was ich nun mal vorher nicht sagen kann, weil ich nie weiß, ob ich da nicht gerade starke Schmerzen haben werde oder die halbe Zeit auf der Toilette verbringen muss. Ich muss sagen, um welche Uhrzeit ich genau essen möchte. Und ich muss die ganze Zeit seine Hektik ertragen, die auch meine Mutter schon so oft in die Verzweiflung geführt hat.
Für die Essensreste im Kühlschrank fühlt sich niemand verantwortlich außer mir (und sonst meiner Mutter). Und ich hasse es so sehr, Dinge wegzuwerfen.
Meine Schwester treibt mich ebenfalls in den Wahnsinn. Sie lässt jeden Tag ihr restliches Essen mit Teller, Besteck und jede Menge Müll liegen. Das Frühstück, das Mittagessen, das Abendessen. Nicht nur auf ihrem Platz am Esstisch, sondern gleichzeitig auch noch eine restliche Mahlzeit in der Küche. Und das liegt da dann 1 1/2 Tage. Und sie hat IMMER Reste. Die anderen Plätze am Esstisch im Wohnzimmer belegt sie dann mit ihren Lernsachen. Wenn ich etwas sage, nimmt mein Vater sie sofort in Schutz.
Ich bin gerade einfach nur noch sooo so sehr genervt. Weil mein Vater auf mich so unselbständig und meine Schwester so egoistisch wirkt. Und mir fehlt so die Kraft denen hinterher zu räumen und zu sagen, was gemacht werden sollte und was nicht. Keine Ahnung, wie ich das weiterhin ertragen soll…
Dazu kommt dann noch mein Freund der mich gestern so sehr angeekelt hat, dass mir immer noch augenblicklich schlecht wird, wenn ich nur daran denke. Wahrscheinlich hatte er noch Alkohol intus. Aber selbst das wäre keine Entschuldigung.

Mir ist alles zu viel. Denke immer noch jeden Tag an den Lehrer. Seit zwei Jahren jetzt. Das ist so bescheuert…
Ich weiß nicht, wie ich mich momentan ablenken soll, von all der Scheiße in meinem Leben. Neulich habe ich es hinbekommen, mal wieder zu malen. Gleich dreimal sogar. Und dann ging es plötzlich nicht mehr. Hängt irgendwie wieder mit der Versagensangst zusammen. Ich weiß nicht, ob das kam, weil das letzte Bild nichts geworden und im Müll gelandet ist. Oder, weil meine Mutter neulich so Angst davor hatte, in ihrer Reha malen zu müssen – musste mir ewig wieder mal anhören, dass sie das nun mal nicht könne. Immer dieses „ich kann das nicht, ich kann das nicht“. Und ich muss dann sagen, dass sie das wohl kann und eben auf ihre Weise. Ich hab das Gefühl, dass ich da die Mutterrolle übernehmen muss. Obwohl mich mir doch selbst wünschen würde, dass mir mal jemand in verschiedenen Situationen Mut macht…

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